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Rezeptabrechnungen

01 Feb 2015 01:51 #1 von dietmar0815
Hallo!

Ich habe von meinem Urologen ein Dauerrezept wg. meiner Harninkontinenz, das ich aber bisher nie "eingesetzt" habe, da ich mich schäme, damit in der Apotheke aufzuschlagen und der Versicherung (die dann eh nur wieder die Beiträge erhöht) auf der Tasche zu liegen.

Nun bin ich aber seit geraumer Zeit ohne Arbeit, und damit ist das für mich ein finanzielles Problem, das ich nicht mehr so ohne weiteres stemmen kann.

Der Haken an der Sache ist, dass die Abrechnungen bei meiner Krankenkasse (bin übrigens privat bei der Continentalen) derzeit bei meinen Eltern landen.

Meine Frage ist nun: Wie sieht so eine Abrechnung aus? Sieht man da, was genau erstattet wurde, oder steht da nur "Betrag X für Medikament?" Wie könnte ich das ggf. beeinflussen, dass meine Eltern nichts davon mitbekommen?

Danke und liebe Grüsse,
Dietmar

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01 Feb 2015 12:39 - 01 Feb 2015 12:41 #2 von matti
Hallo Dietmar,

ein Versicherungsverhältnis basiert darauf, das für den Versicherungsnehmer die Pflicht zur Zahlung der vereinbarten Beiträge sowie das Recht auf die Vertragsleistungen bei Eintritt des Versicherungsfalls besteht.

Deshalb kann ich es ganz persönlich nicht nachvollziehen, wenn bei der berechtigten Inanspruchnahme von Versicherungsleistungen Scham oder ein "falscher" Solidargedanke besteht.

Ebenso wenig ist mir deine persönliche Situation fremd. Warum um alles in der Welt führst du ein Doppelleben und investierst soviel Energie in der Geheimhaltung deiner Erkrankung/ Behinderung/ Einschränkung?

Dieses ständige Versteckspiel macht einen Menschen krank! Liegt hier etwa auch ein Grund deiner derzeitigen Arbeitslosigkeit?

Ich habe noch nie in meinem Leben eine Rechnung bezahlt, aus der nicht detailiert der Artikel oder die Leistung hervorgegangen ist. Ich weiß es nicht, aber ich kann mir nicht vorstellen das dies bei einer Rechnung des Kostenträgers nicht im Detail beschrieben ist.

Dein "Problem" scheint aber seit Jahren in ganz anderen Bereichen zu liegen. Mensch, mal "Arsch in der Hose" zeigen... ;)

Matti

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01 Feb 2015 21:11 #3 von Horsty
Hallo Dietmar,

sicherlich wirst du auch mit der folgenden Antwort zunächst enttäuscht sein. Ich muss mich aber prinzipiell der Meinung von Matti aus eigener Erfahrung anschließen.
Zwischen deinen Zeilen lese ich, dass der jahrelange Leidensdruck –einzig bedingt durch die unnütze und heikle Geheimhaltung- dich sicherlich sehr zermürbt hat.

Was hindert sich daran dich einer dir nahestehenden Person anzuvertrauen?

Alle die für deine unverschuldete Situation kein Verständnis zeigen, müssen sich dann schämen aber bestimmt nicht du.

Aus deinen bisherigen Beiträgen ist nicht ersichtlich warum du MoliCare Super plus Artikel verwendest, die ja speziell bei schwerer bis schwerster Harn- und Stuhlinkontinenz für die Nacht nötig sind.

Welches Hilfsmittel verwendest du denn am Tage?

Könntest du dich durchringen, uns den Grund und die Art deiner Inkontinenz mitzuteilen?

Es ist durchaus möglich, dass wir dir bessere Alternativen, zumindest vorerst zur Erprobung, anbieten könnten.

Ansonsten möchte ich dir noch folgendes zurufen:

Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, sollte man nicht den Kopf hängen lassen.

Nichts ist möglich, solange Du bangst. Alles ist möglich, jenseits der Angst! (Wilhelm Busch)

Und:
Du wirst schon geboren,
Du wirst schon begraben,
willst Du jetzt auch noch gelebt werden?

Also ändere bitte schnellstmöglich deine Einstellung, du wirst es mit Sicherheit nicht bereuen und für dich wird sich zukünftig dein gesamtes Leben deutlich besser gestalten.

Es grüßt Horsty

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07 Feb 2015 20:30 #4 von Windeljunge2015
Ich stehe vor einem ähnlichen Problem. Denn Meine Eltern strotzen nicht unbedingt vor Toleranz. Bei meiner Schwester ist ähnlich, obwohl die ein bisschen lockerer ist. Ansonsten habe ich es aber bereits meiner Physiotherapeutin, einer guten Bekannten sowie meiner Chefin und der Ärztin des Berufsbildungswerk Bethel(ich arbeite halbtags an der Pforte).Diese Leute gehen irgendwie offener und verständnisvoller damit um. Leider kann die Ärztin kein Rezept aufschreiben, da sie für Bethel arbeitet und somit keine Kassenzulassung hat. Sie wollte versuchen, mich zu einem Kollegen und langjährigen Freund zu vermitteln. Ich weiß noch nicht ob es ihr gelungen ist. Jedenfalls lasse ich mir schnellstmöglich ein Dauerrezept verschreiben. Ist nur schade dass man die Hautpflegemittel nicht auch über die Kasse beziehen kann,
Aber zum Thema zurück zu kommen. Ich selbst brauche für mich auch noch etwas Zeit damit umzugehen. Wenngleich ich einige Spastiker kenne, denen es genauso erging. Es wird morgen schon nicht leicht für mich, meinen Eltern beizubringen, dass ich beabsichtige mir ein Aktiv-Rolli verschreiben zu lassen Sie haben einfach keinen Bezug dazu. Einerseits kann ich das verstehen.
Anderseits ist das natürlich eine große Belastung für mich. Ich weiß, dass ich es ihnen nicht ewig verheimlichen kann.
Mir fiel ein, dass ich noch eine Latzhose da hatte. Zumindest für eine gewisse Zeit kann ich das dadurch kaschieren.
Ich habe sie nicht mehr angezogen weil ich meine Mutter besänftigen wollte.
Ich weiß nicht warum sie so negativ auf Latzhosen reagiert. Aber da sind wir wieder beim Thema Toleranz.
Liegt das tatsächlich nur an dem Genetationenunterschied oder steckt da mehr dahinter. Ich habe den Eindruck, dass das personliche Umfeld oft mehr Probleme mit solchen Sachen hat als die Betroffenen selbst. Oder irre ich mich? Wie denkt Ihr darüber?

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08 Feb 2015 09:21 #5 von Johannes1956
Hallo,

Ich kann nicht sagen, dass das persönliche Umfeld im offenen Umgang mit unterschiedlichen Erkrankungen mehr Probleme hat, als Arbeitskollegen oder Bekannte aus anderen Bereichen. Die Tabuisierung betrifft ja nicht nur die Inkontinenz, obgleich diese schon besonders tabuisieret ist. Aber auch Krebserkrankungen sind, und das insbesondre im beruflichen Umfeld, immer noch stark tabuisiert.

Warum? Es ist ist auch die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust oder Schwäche zu zeigen. Je höher man in der Hierarchie ist, desto tabuisierter wird das. Auch in der Politik, wo es bislang völlig unmöglich war, Schwäche zu zeigen.

Das hat sich durch die öffentliche Bekenntnis der überaus beliebten Nationalratspräsidentin Frau Dr. Pammer in Österreich, die dann auch sehr bald nach ihrer Öffentlichmachung verstorben ist, radikal geändert. Gerade haben wir eine Gesundheitsministerin, die offen über ihre Krebserkrankung und den Kampf gegen den Krebs spricht. Das gibt anderen Mut.

Noch gibt es aber keinen Politiker, der offen über seine Inkontinenz spricht, obwohl bei der hohen Inzidenz damit zu rechnen ist, dass einige Politker auch diese Symptomatik haben.

Mut durch andere bekommen, insbesondere von solchen, die in der Öffentlichkeit stehen oder eine Vorbildfunktion haben. Aber es kommt auch sehr darauf an, wie man selbst damit umgeht, welches Selbstbewusstsein man entwickeln kann und wie man der Erkrankung entgegentritt.

Wie man Vorurteilen begegnet und welcher Wortwahl man sich bedient. Gerade im Bereich Inkontinenz gibt es unglaublich viele Vorurteile. In dem Zusammenhang würde ich Dir auch empfehlen, Deinen selbst gewählten Namen "Windeljunge" zu überdenken, ich finde es nicht glücklich, Dich mit "Lieber Windeljunge" anzusprechen, auch wenn Du sagst, es sei ironisch gemeint. Diese Ironie verstehen wir hier auf dem Forum vielleicht, aber in Deinem persönlichen Umfeld kann das auch negativ kommen.

Sprich offen darüber, aber mach Dich nicht über Dich selbst lustig. Zeige Stärke, dass Du gegen Deine Erkrankung selbstbewusst auftrittst und damit auch gut leben kannst.

Alles Gute,

Johannes
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10 Feb 2015 00:53 #6 von dietmar0815
Hallo zusammen,

erstmal dankeschön für Eure Antworten.

@Matti:
Du hast prinzipiell Recht, jedoch hilft mir das leider momentan nicht weiter. Ich weiss selbst, wie es laufen sollte, kann es derzeit aber wg. diverser Umstände nicht ändern. Die Arbeitslosigkeit rührt aber prinzipiell nicht bzw. nur am Rande von der Inko - bin früher jahrelang mit Hilfsmitteln im Büro unterwegs gewesen, und es hat imho keiner bemerkt.

@Horsty:
Meine jahrelange Pause hier rührt schon etwas von Resignation, das stimmt. Die Molicare super plus habe ich als Rezept, auch für tagsüber, da alles andere (und ich habe quasi alle Marken getestet) bei mir zu Trageschwierigkeiten, Auslaufen, Hauptproblemen o.ä. führt.

Generell habe ich auch alles durch, was geht.
War bei 3 verschiedenen Urologen, keine genaue Diagnose ausser "neurogene Blase".
War im Krankenhaus. Nett, sich mal in einer ruhigen Minute die eigene Krankenakte durchzulesen (die die Schwester im Zimmer vergessen hatte) und dann so Kommentare zu lesen wie "Pampers gewechselt" o.ä. :(
Komplette Tests in der Uniklinik , sehr unangenehm und schmerzhaft. Musste sogar wiederholt werden, weil die Helden (O-Ton!) "die Hälfte der Tests vergessen" haben!
Beckenbodengymnastik, Galileo, MRT/CT Schädel/Wirbelsäule/Bandscheiben alles ohne Befund. Cauda-Syndrom: Test ohne Befund.
Fakt ist nur, dass ein Fahrradunfall vor 14 Jahren der Auslöser war...
Letzter Rat: Dr. Kaufmann in Mönchengladbach. Leider derzeit für mich finanziell nicht machbar. Habe aber auch die Schnauze voll von Ärzten, Untersuchungen etc. und erwarte mir da auch nix Neues.

War jahrelang deshalb in psychotherapeutischer Behandlung, Depressionen, Ängste etc.
Hat ein bisschen was geholfen, zumindest bin ich dran. Leben wegwerfen lohnt nicht. Du hast nur eins.

Dietmar

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10 Feb 2015 16:06 - 10 Feb 2015 16:08 #7 von Nacul
Hallo Dietmar,
Ich kann nur erzählen wie es gesetzlicher Kk. Bkk mobil Oil ist.
In Apotheke würde ich abgewiesen.
Meine Kk hat sogenannte Leistungserbringer!
(Ärger bekam ich als ich hier am Ort in einem Sanitätshaus mir Vorlagen besorgt habe)
Die Kk hat mir dann einen Leistungerbringer vermittel.
Mein mtl Verordnung schicke ich dahin und ich werde mit Vorlagen beliefert
Anfangs musste ich mich beschweren ,da sie nur 01815 Vorlagen schickten.
In einer Musterlieferung fand ich sogar Damenbinden!
Obwohl anatomisch geformt (Logo für Mann ) auf dem Rezept stand.
Momentaner Lieferer ist Ultra Pharma Kk.zahlt mtl. Ca. 35€ für mich 3,50 € Zuzahlung.
Pakete werden mit DHL diskret geliefert.
Im Internet gibt es viel,viele Firmen die gern auch Privatversichte beliefern.
Gruß Detmold

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11 Feb 2015 06:25 #8 von hippo80
Hallo.
Das mit den Leistungserbringern bzw Vertragslieferanten ist wohl, zumindest bei den gesetzlichen Kassen, überall so wie Nacul es beschrieben hat. Noch kurz zu dir nacul... vllt lässt du dir beim nächsten Mal ein Jahresrezept ausstellen. Dann hast du nicht jeden Monat die Laufereien.

Noch eine Frage an alle: ich werde ab März wsl durch die Desinfecta beliefert. Kennt jemand diesen Lueferanten und kann mir seine Erfahrungen erzählen?

Einen schönen Mittwoch euch allen.

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