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Wechsel der Inkontinenzprodukte

07 Okt 2018 22:20 #1 von Berliner91
Habe mal ne Frage...
Ich habe einen autistischen Jungen (11 Jahre) der große Probleme damit hat auf öffentliche Toiletten zu gehen.
Wir haben daran lange gearbeitet und mittlerweile klappt das auch super.
Jetzt steht die Pyronale an in Berlin zu der er unbedingt möchte. Dort zur Toilette gehen absolut unmöglich für ihn. Tausende Menschen und nicht gerade viele Toiletten.
Wir haben darüber gesprochen und er hat selber entschieden das er für den Ausflug eine Windel trägt. Keine Winldelhose zum selber anziehen sondern eine mit 4 Klebestreifen. (Windelhose geht bei ihm nicht, ist ne längere Geschichte).
Peinlich ist ihm das natürlich trotzdem den geistig ist er voll auf der Höhe (geht sogar in eine Regelschule).

Es wird zwangsläufig dazu kommen das er einpullern wird und ich die Windel wechseln muss. (Selber kann er sie noch nicht wechseln)
Mir fällt es im stehen unfassbar schwer ihn zu wickeln wahrscheinlich stelle ich mich da zu nass an^^
Liegen ist aber nicht möglich dort, daher zu meiner Frage:
"Wie wechsle ich die Windel im stehen? Situativ dann wohl in einer Toilettenkabiene...

LG Andre

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08 Okt 2018 01:26 #2 von nikolaus
Hallo Andre,
zunächst einmal willkommen auf unserer Seite. Nun, ich will nicht lange mit Vorschlägen rumreden, aber es ist doch ganz einfach, das Windel wechseln zu Hause mal zu Üben. Im stehen geht das problemlos, aber du wirst schon in eine Kabine müssen bei dem Konzert. Ein Vorschlag meinerseits, probiere es zuerst einmal bei dir, wie das im stehen geht, dann wirst du sehen, dass es kein Problem ist. Windelslip auseinanderfalten an Hintern halten und sich dann an Wand lehnen, vorne hochziehen und zukleben.
Ich wünsche euch ein genussvolles Konzert.
LG Nikolaus

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08 Okt 2018 11:28 - 08 Okt 2018 11:30 #3 von matti
Hllo Andre,

rein technisch betrachtet, gibt Nikolaus bereits die richtigen Hinweise.

Neuen Slip ausbreiten, Person muss vor dir stehen. Slip am Gesäß anlegen und mit deinem eigenen Körper durch leichten Druck fixieren. Slip von vorne durch die Beine der Person führen, ausrichten und kleben. Kein Hexenwerk.

Evtl. gibt es aber auch eine Sanitätsstation, beispielsweise Rotes Kreuz. Dort gibt es Liegen und man kann sicher einfach einmal nachfragen. Ich denke die Veranstaltung ist auf dem Maifeld. Im Olympiastadion gibt es sogar feste Sanitätsräume (Bereich S und T). Weiß nicht ob diese zugänglich ist.

Werde am Freitag oder Samstag wahrscheinlich vor Ort sein. Vielleicht sieht man sich.

Autismus ist ein individuelles Thema. Ich frage mich allerdings, ob das Vorgehen wirklich produktiv ist, wahrscheinlich aufgrund der Behinderung aber nötig. Soooo sinnvoll scheint mir dies aber nicht. Auf der anderen Seite, sollte man nicht drauf verzichten, weil diese Problematik vorliegt.
Es stellt sich mir zudem die Frage, ob ein Windelwechsel und alles was damit zusammenhängt, weniger Stressbelastung darstellt, wie in einem abgeschlossenen Raum zu urinieren. Wenn kein eigener WC Schlüssel für behindertengerechte Toiletten vorhanden ist, solltest du für die Zukunft dir einen besorgen. Ansonsten auf der Veranstaltung einfach einmal einen Rollifahrer ansprechen. Wahrscheinlich sind spezielle Toiletten auf dieser Veranstaltung aber gar nicht verschlossen.

Gruß

Matti

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08 Okt 2018 17:02 #4 von Berliner91
Danke erstmal für die Tipps...

Ja Matti das ist ein kompliziertes Thema mit ihm.
Die Windel ist weniger ein Hilfsmittel weil er einlässt sondern ein Hilfsmittel für den Kopf.
Er ist an neuen Orten immer sehr unsicher. Toiletten waren früher außerhalb der Wohnung absolutes Panikgebiet. Eher hat er sich nass gemacht als das er die Räumlichkeiten betreten hat. Auch in der freien Natur pullern war nahezu undenkbar. Wutanfälle die Folge wenn man es auch nur versucht hat. Da trug er immer eine Windel.

Seid einem Jahr ist es allerdings anders. Große Toiletten sind immer Noch Sperrzone aber kleine Toiletten oder bevorzugt Behindertentoiletten sind Ok! Glaubst nicht was ich alles versucht habe bis ich den Grund gefunden habe das er Panik schiebt. Wie gesagt ist eine lange Geschichte die schon 4 Jahre geht.

Das einzige was eben nicht geht sind große Veranstaltungen, fremde Umgebungen und wenn er visuell angestrengt wird. Kann mich nicht daran erinnern das er auch nur einen Kinofilm ohne nasse Windel überstanden hat.
Bei der Pyronale kommen jetzt die visuelle Ablenkung, die fremde Umgebung und große eine Veranstaltung zusammen. Deshalb haben wir darüber gesprochen und er fand es in Ordnung.

Nicht falsch verstehen. Er mag es überhaupt nicht gesehen zu werden mit Windel. Er hat da ein Altersgerechtes Schamgefühl. Wenn ich ihn wickele achtet er auch sehr darauf das die Windel nicht sichtbar ist. Dennoch ist die Angst nicht rechtzeitig zur Toilette zu können größer als der Scham.

Die Eltern und ich sind da auch tiefenentspannt und lassen ihn seine Zeit. Er hat im Vergleich zu vor 3 Jahren schon Quantensprünge gemacht bei dem Thema.

Du merkst es ist ein komplexes Ding bei ihm.
Vom Aufwand her wäre eine Toilette zu suchen sicher einfacher aber damit er sich am Feuerwerk genauso Angstfrei erfreuen kann wie alle anderen nehmen wir die einfachere Lösung!

LG Andre

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04 Nov 2018 22:16 #5 von Berliner91
Wollte euch noch schnell Rück melden das alles wunderbar funktioniert hat.

Es war wie erwartet leider notwendig denn die Toiletten waren garnichts für ihn.
Ich habe, bevor wir rein gingen, an der Info draußen gefragt was ich machen kann. Sie waren total nett und haben mir einen Schlüssel gegeben für einen seperaten Raum. Hatte ich so auch noch nicht. Keine Toilette sondern ein Raum mit einer Liege (wahrscheinlich ein Sanitätsraum). Es war perfekt!
So musste ich ihn nicht mal im stehen wickeln^^
Den Tipp von Nikolaus habe ich übrigens tatsächlich mal getestet. Hat geholfen auch wenn es komisch war...

Ansonsten war die Pyronale sehr schön und hatte mit der Niederlande auch einen verdienten Sieger.

Liebe Grüße Andre

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