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Hygiene bei der ISK, HWI vermeiden

03 Okt 2021 11:21 #1 von Toni
Hallo,

ich wünsche Euch einen schönen Feiertag und möchte ein für mich wichtiges Thema ansprechen.

Bei mir fehlt ja beidseitig der Ventilmechanismus zwischen der Blase und den Harnleitern. Zusätzlich habe ich eine Blasenentleerungsstörung mit 200 bis 300 ml Restharn.
Beides zusammen hat bei mir durch zahlreiche Harnwegsinfektionen (HWI) meine eine Niere bis zur Funktionslosigkeit schrumpfen lassen und die andere Niere buckelig verändert.

Um meine aktuelle Nierenenleistung zu erhalten katheteresieren ich MICH, wie vom Urologen vorgegeben, 6 x täglich.

Ich achte dabei sehr akribisch auf die notwendigen Hygienemassnahmen. Ich wasche und desinfizieren meine Hände, desinfizieren die Eichel 2 x, warte die jeweilige Einwirkungsdauer der Desinfektionsmittel geduldig ab und verwende gebrauchsfertige, beschichtete, sterile Einmalkatheter.

Zusammengefasst mache ich vorschriftsmässig ISK um mich und insbesondere meine verbleibende Niere zu beschützen.

Nun habe ich von einer Studie gehört, wonach ISK zu 60 % mit einer bakteurie vergesellschaftet sein soll. Auch in diesem Forum habe ich viel über katheter assoziiert HWI gelesen.
Das verunsichert mich sehr!

Was stimmt denn nun:
ISK gegen HWI oder HWI durch ISK?
Wie sind da Eure persönlichen Erfahrungen?

Vielen Dank!

LG Toni

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03 Okt 2021 17:23 #2 von martinK
Hallo Toni

Für mich ist das eine schwierige Frage. Bevor ich mit dem ISK begann, hatte ich nie einen Harnweginfekt, seit dann bereits viermal. Auch ich achte sehr genau auf die Hygiene, und ich kann mir nicht vorstellen, dass ich beim Katheterisieren Bakterien von aussen "einschleppe".

Nun gibt es aber zwei Punkte:
  • Ich habe mir mindestens zweimal eine Verletzung zugefügt, weil ich etwas zu forsch den Katheter eingeführt habe. Wegen meiner neurologischen Probleme spüre ich keinen Schmerz, wenn ich mit dem Katheter gegen den Blasenschliessmuskel stosse (nur ein dumpfes Druckgefühl). Ich bin nun super vorsichtig beim Einführen und warte jeweils, bis der Schliessmuskel dem Druck nachgibt und ich den Katheter mit minimalem Druck einführen kann. Ich denke also, dass man also über eine Reizung des Harnwegs auch einen Infekt einfangen kann.
  • Wegen der Probleme und den Harnweginfekten habe ich mehrere Wochen lang kein ISK durchgeführt. Dennoch war auch dann mein Harn nicht klar und die Leukozytenkonzentration erhöht, wie wenn ich einen Harnweginfekt hätte (analytisch konnte aber keine bakterielle Entzündung diagnostiziert werden). Zudem stieg mein Restharn wieder auf ein bedenkliches Niveau an. Mein Ärztin verschrieb mir dann zwei Medikamente (4 mg Sirdalud und 0.4 mg Tamsulosin 1x täglich), mit dem Ziel, die Verkrampfung im Beckenboden zu lösen und die Entleerung zu verbessern. Die Medikamente helfen zwar, machen mich aber auf die Dauer müde, da ich mich im Schlaf weniger gut erholen kann. Ich habe die Medikamente reduziert und spüre mich wieder viel fitter, habe nun aber wieder (trüben) Restharn, so dass ich das Katheterisieren wieder aufgenommen habe.

Aus meiner Sicht ist ISK die beste Methode um bei Restharn die Niere zu schützen, allerdings kann es dabei auch zu Harnweginfekten kommen, wenn der Harnweg gereizt oder gar verletzt wird. Ich denke, dass uns nichts anderes übrig bleibt, als genau auf Harnweginfekte zu achten und gegebenenfalls schnell zu reagieren. Alternativ gibt es die Möglichkeit einer Langzeitantibiose (siehe hier Beitrag von Jens: https://www.inkontinenz-selbsthilfe.com/forum/58-blase/18188-uro-vaxom#41500 ). Ich habe so etwas noch nicht versucht; die im selben Thread beschriebene Therapie mit Uro-Vaxom war bei mir nicht erfolgreich, was aber nichts heissen soll.

Herzliche Grüsse
Martin

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03 Okt 2021 22:22 #3 von herirein
Hallo,

von der Prostatabehandlung kennt man sowohl bakterielle als auch abakterielle Entzündungen im Bereich der ableitenden Harnwege. Wenn keine Bakterien im Urin gefunden werden, bedeutet das nicht zwangsläufig es liegt keine Entzündung vor.
Ich kenne einige Patienten, die dann erfolgreich auf Pollstimol zurückgreifen um die abakterielle Entzündung abzumildern.

Achtung!! Bei getrübtem Urin bitte unbedingt zunächst den Arzt aufsuchen um Bakterien, aber ganz besonders Eiweisausscheidungen auszuschließen.

Gruß Heribert

Menschen sind wie Engel mit nur einem Flügel,
um fliegen zu können müssen wir uns umarmen
(Luciano de Crescenzo)

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04 Okt 2021 14:03 #4 von martinK
Hallo Heribert

von der Prostatabehandlung kennt man sowohl bakterielle als auch abakterielle Entzündungen im Bereich der ableitenden Harnwege. Wenn keine Bakterien im Urin gefunden werden, bedeutet das nicht zwangsläufig es liegt keine Entzündung vor.


Dessen bin ich mir bewusst, bei mir gab es beides, was insofern blöd ist, dass ich im Fall von trüben Harn und Schmerzen beim Entleeren immer gleich an einen Infekt denke. Der Hinweis ist aber wichtig, danke dafür!

Es kann sein, dass die nicht-bakterielle Entzündung bei mir mit der Neuropathie zusammenhängt: Das ISK alleine kann es nicht sein, da ich das Problem auch in der Zeit hatte, als ich mich nicht katheterisierte , und die letzte Prostata-Untersuchung bei mir zeigte zumindest kein Auffälligkeiten. Es ist auch so, dass mein Harn nur am Morgen trüb ist. Wenn ich unter tags genügend trinke, sieht er ganz o.k. aus und ist auch mehr oder weniger geruchsfrei. Dennoch ist das Ganze unangenehm und nicht gerade beruhigend und ich möchte mit meiner Ärztin eine Lösung finden, ein Medikament wie Pollstimol wäre ein Möglichkeit, vielleicht kann ich dann auf die anderen Medikamente, welche mich müde machen, verzichten.

Herzliche Grüsse
Martin

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