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Akut spastischer Beckenboden

26 Mär 2024 13:28 #1 von martinK
Hallo zusammen

Ich hatte heute wegen meiner Polyradikuloneuropathie meine monatliche Immoglobulintherapie (Infusion von Privigen). Da ich an den beiden Therapietagen viel trinken muss um Kopfschmerzen zu verhindern, ist das jeweils eine Belastung für meine überaktive Blase. Normalerweise geht das aber, ich lasse die Blase einfach machen und kämpfe nicht gegen die Inkontinenz.

Heute morgen hatte ich schon ein schlechtes Gefühl im Unterleib; die Stuhlentleerung klappte zwar, aber ich hatte das Gefühl, dass noch mehr raus könnte, es ging nichts. Ebenfalls spürte ich meine Blase, und auch da kam relativ wenig raus.

Während der Therapie wurde die Blase immer unruhiger und auch mein Beckenboden fing an, sich spastisch zu verhalten. Ich verlor in kurzen Zeitabständen immer wieder mal etwas Urin (mehrmals pro Stunde) und spürte auch etwas Stuhldrang. Auf der Toilette konnte ich aber keinen Stuhl lassen.

Nach der Therapie versuchte ich nochmals zu entleeren, wechselte das Inkontinenzhilfsmittel und ging nach Hause. Beim Einkaufen auf dem Heimweg spürte ich im Beckenboden plötzlich heftige und unkontrollierte Kontraktionen, die dazu führten, dass sich Blase und Darm gleichzeitig entleerten, ohne dass ich etwas dagegen tun konnte. Es kam viel Urin und Stuhl; das war eine sehr schlimme Erfahrung, die ich trotz nun jahrelanger Inkontinenz nicht kannte.

Zu Hause machte ich mich sauber, nahm eine Dusche und legte mich hin. Die Blase hat sich mittlerweile etwas beruhigt, aber im Anusschliessmuskel spüre ich ein Kitzeln und auch in den Beinen kribbelt‘s, was ich schon längere Zeit nicht mehr gespürt hatte.

Ich bin nun ziemlich verunsichert, wie ich mit dieser Erfahrung umgehen soll. Ich werde sicher meiner Neurologin die Geschichte mitteilen. Eigentlich ging es mir abgesehen der üblich schweren Harninkontinenz und gelegentlichem Stuhlschmieren in letzter Zeit ganz gut (keine Spastiken oder Unterleibschmerzen und auch kein Kribbeln).

Hat jemand schon mal etwas ähnliches erlebt? Habt Ihr Ratschläge, was ich machen könnte, um dies zu verhindern? Ich vermute, dass die überaktive Blase in Kombination mit meinem neurologisch geschädigten Beckenboden den Darm gereizt uns sich die überaktiven Elemente gegenseitig zu einer Katastrophe aufgeschaukelt haben.

Herzliche Grüsse
Martin

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26 Mär 2024 15:39 #2 von Ciajaeg
Hallo Martin,

dass dir das einen Schrecken eingejagt hat, verstehe ich voll und ganz. In diesem Ausmaß kenne ich das zum Glück nicht, nur die "light" Variante davon.

So wie sich das anhört, hat es aber nicht direkt etwas mit den Infusionen zu tun, oder?

Alles Gute auf jeden Fall.

Guido

Diagnosen: Neurogene Dysfunktion des unteren Harntraktes suprapontin, Terminale Detrusor-Überaktivität - Detrusor-Sphinkter-Dyskoordination - Algurie - Polydipsie/Polyurie-Syndrom - chronische Harnretention -
Myalgische Enzephalomyelitis (ME-CFS) - (POTS) - Dysautonomie - Polyneuropathy

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26 Mär 2024 22:10 #3 von martinK
Hallo Guido

Danke für die Antwort. Ich weiss es ehrlich gesagt nicht. Ich hatte gestern bereits eine Infusion, trieb danach intensiv Sport und war am Abend völlig schlapp. In der Nacht schlief ich wie ein Stein und wachte am Morgen mit einem seltsamen Gefühl in der Blasengegend auf. Ich denke, ich muss es an den Tagen der Infusion etwas ruhiger angehen. Bei mir ist aber auch sonst viel los, arbeite für ein halbes Jahr im Ausland und komme für die Therapie jeweils nach Hause.

Mittlerweile hat sich die Situation beruhigt. Ich hatte während Corona jeden Morgen Spastiken im Unterleid, was auch zu Harnverhalt führte. Seit einiger Zeit hatte ich aber Ruhe, um so mehr irritiert mich nun dieser "Anfall", der hoffentlich ein Einzelfall bleiben wird. Stuhlverlust in Form einer ganzen Darmentleerung ist immer ein grosser Mist und Frust, und wenn dabei der Körper auch noch wild spielt ist das total deprimierend.

Herzliche Grüsse
Martin

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27 Mär 2024 10:24 #4 von MichaelDah
Hallo Martin,

so was ist Mist und das sind genau die Momente wo man sich erst blitzartig weg beamen will und sich dann fragt was man bloß falsch gemacht hat… Der Fall das sich der Beckenboden so verkrampft habe ich zum Glück noch nicht gehabt - das stelle ich mir schmerzhaft vor. Wenn es dann trotzdem noch zu so einer heftigen Entleerung führt muss der Druck auf der anderen Seite ja schon ziemlich hoch gewesen sein - wenn das öfter passiert würde ich vielleicht nochmal messen lassen - nicht das da dann doch ein mieser Reflux auf die Nieren schlägt…

Wie auch immer, von den üblichen Vitamin Tipps mal abgesehen - ich habe ja auch immer wieder mal mit Krämpfen (in meinem Fall in den Beinen) zu tun. Was bei mir gut funktioniert ist einfach mal über eine Woche regelmäßig Tonic Water (das mit dem richtigen Chinin) zu trinken. Alternative zum Versuch wäre Limptar N - aber man muss ja nicht gleich die große Kanone nehmen.

Aber ist ja gut, das es sich erstmal wieder beruhigt hat - ich drück dir die Daumen das es so bleibt.

Viele Grüße
Michael

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28 Mär 2024 07:59 #5 von martinK
Hallo Michael

Danke für die Antwort. Die Schmerzen gingen noch, da hatte ich schon schlimmeres erlebt, besonders bei Stuhldrang. Es waren mehr Zuckungen, gegen die ich nichts machen konnte und im Geschäft kann man sich auch nicht hinlegen oder hinsetzen. Ich blieb dann einfach stehen und versuchte zu entspannen ohne gleichzeitig Stuhl zu verlieren. Das ging dann nicht.

Der Darm ist immer noch nicht in Ordnung. Ich hatte inzwischen zwar normal Stuhlgang, aber trotz einiger Entleerungen habe ich ständig das Gefühl, dass noch mehr kommen müsste. Gestern hatte ich auch nochmals Stuhlschmieren, was bei mir auch nicht so oft vorkommt.

Beunruhigend ist aber, dass ich in den Beinen und im Unterleib wieder neurologische Gefühlsstörungen empfinde. Die Füsse kribbeln wieder (wenn auch weniger stark als bis vor zwei Jahren) und ich hatte diesen Morgen Zuckungen im Beckenboden, auch das hatte ich früher regelmässig, aber seit der Immoglobulintherapie nicht mehr. Ich frage mich, ob es nicht zu einer Nervenentzündung gekommen ist. Schon früher kamen die Entzündungen Schubweise und der Körper erholte sich dazwischen etwas. Meine Vermutung ist, dass ich nach der Therapie nicht so intensiv hätte Sport treiben dürfen.

Herzliche Grüsse
Martin

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28 Mär 2024 09:55 #6 von MichaelDah
Hallo Martin,

tut mir leid das es noch nicht wieder richtig gut ist. Das mit der Nervenentzündung kann natürlich sein - allerdings glaube ich nicht das der Sport dazu beigetragen hat - es sei denn du hast auch ein Wirbelsäulen Problem - aber das war bei dir ja glaube ich nicht der Fall. Hast du beim Arzt nochmal nachgefragt? Ich weiß nicht wie das bei deinem ist - aber wenigstens meine Hausärztin und meine Neurologin reagieren auch auf E-Mails wenn ich „nur“ eine Frage habe. Das ist vielleicht eine Möglichkeit schnell eine Info zu bekommen - denn wenn es tatsächlich eine Entzündung ist, kann man vielleicht etwas dagegen tun…

gute Besserung
Michael

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30 Mär 2024 14:57 #7 von martinK
Hallo Michael

Ja, Wirbelsäulenprobleme habe ich keine. Ich war aber nach dem Sport fix und fertig, es war ein Fehler so intensiv nach der Therapie mich zu belasten. Das meinte auch die Ärztin, ich solle mich das nächste Mal zurückhalten...

Mein Beckenboden ist immer noch verspannt, aber es wird wieder, das spüre ich.

Herzliche Grüsse
Martin

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