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Komplexes Beckenbodenproblem? (Drangblase, sexuelle Probleme)

30 Mai 2019 23:43 #1 von apfelbaum
Hallo erstmal, ich bin neu hier. Ich bin weiblich, Ende 20 und habe (noch) keine Inkontinenz, ich hoffe, dass ich hier trotzdem um Rat fragen darf.

Im Teenageralter hatte ich oft Blasenentzündungen, auch eine Nierenbeckenentzündung. Nach und nach hat sich das ganz in eine Drangblase/Reizblase entwickelt. Für mich bedeutet ich muss spätestens alle 60 min auf die Toilette, manchmal öfter, daraus natürlich Einschränkungen im Alltag. Kennt ihr ja. Dazu fast ständiges Brennen in der Harnröhre, wird mit Wärme etwas besser oder auch Schmerzen in der Blase (manchmal nehme ich Novamin dagegen, wenn es ganz schlimm ist)

Was ich bereits gemacht habe: Ich bin beim Urologen, der natürlich Ultraschall macht und Urin kontrolliert. Alles ok. Medikamente nehme ich momentan Betmiga, was mir ein bisschen hilft aber eventuell bilde ich es mir auch nur ein? Davor Versuche mit Spasmex und einem anderen Anticholinergikum, Name habe ich vergessen. Ein Antidepressivum (Citalopram) nehme ich wegen anderer Probleme, ich bin psychisch krank und seit Jahren in einer Therapie, die mir auch sehr hilft (DBT).

Uro-Dynamik wurde gemacht, hatte währendessen und danach wahnsinnige Schmerzen, bin wohl sehr empfindlich? Vage Diagnose IC und dazu eine Detrusor-Sphinkter-Dyssinergie. Darauf folgte ein vom Urologen verschriebenes Biofeedback-Gerät. Das habe ich einige Monate gemacht, wobei die Anspannung des Beckenbodes teilweise zu Schmerzen und "Reizgefühl" in der Blase führten. Dazu Tibialis-Nerv-Stimulation mit EMS-Gerät. Musste die Geräte nach etwa drei Monaten abgeben, da ich für ein Jahr ins Ausland musste.

Tatsächlich denke ich, dass da wirklich was mit meinem Beckenboden nicht in Ordnung ist? Zumal ich durch die Biofeedback-Therapie schon gemerkt habe, dass ich durch Entspannung tatsächlich schwer Harn lassen kann, oft presse ich, was wohl auch für die Muskulatur sehr schlecht ist. Ich war daraufhin beim Beckenbodenzentrum in Berlin, St. Hedwigskrankenhaus. Die Dame sagte mir nur, mein Beckenboden würde sich ja nicht so angespannt anfühlen und schlug eine Blasenspiegelung vor um endgültig IC zu diagnostizieren.

Mein Urologe hat nun vorgeschlagen, diese Cystoskopie mit einer Botox-Injektion zu kombinieren. Ich habe hier einiges zu Botox gelesen. Dennoch die Frage, haltet ihr da in meiner Situation für sinnvoll? Ich habe wahnsinnige Angst davor, auch davor mich eventuell kathetern zu müssen, ohne damit hier Menschen beleidigen zu wollen, die darauf angewiesen sind.

Ein anderer Weg wäre sich nochmal die Beckenbodenproblematik anzuschauen. Ich habe einige Bücher gelesen zum Thema Pelvic Pain, unter anderem von Wise/Anderson und deren Protokoll. Kennt ihr irgendjemanden in Berlin oder auch ganz Deutschland, der mir mehr dazu sagen kann als "ich sei ja nicht wirklich verspannt"?

Damit zusammen hängt noch ein anderes Problem, was mir sehr unangenehm ist, und zwar meine sexuellen Probleme: Ich hatte noch nie einen Orgasmus. Das wäre ja schon schlimm genug, aber was eigentlich schlimmer ist, ist dabei meine Blase. Wenn ich meine Klitoris stimuliere (oder mein Partner) habe ich irgendwann wahnsinnigen Harndrang. Wenn ich jedoch auf die Toilette gehe, ist es sehr schwer Wasser zu lassen. Stundenlang brennt meine Harnröhre, nur mit Wärme ist es dann einigermaßen auszuhalten. Kann das mit der ganzen Problematik zusammenhängen? Die Klitoris ist ja auch sehr nah zur Harnröhre, kann dort das Problem liegen? Ich habe im Internet zu diesem Symptopm noch nie etwas gefunden, dabei belastet es mich wirklich sehr stark.

Vielen Dank falls irgendjemand diesen langen Text gelesen haben sollte, jeder Input ist wirklich willkommen.

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31 Mai 2019 09:03 #2 von Elkide
Hallo Apfelbaum,

herzlich willkommen in unserem Forum der Inkontinenz-Selbsthilfe e.V.

Du hast ja schon eine Odyssee an Untersuchungen durchgemacht. Da du ja auch schon in einem Beckenbodenzentrum zur Untersuchung gewesen bist, kann ich dir in dieser Hinsicht kaum einen Rat geben. Möchte dir aber von einer Erfahrung einer ehemaligen Klientin berichten, die ich jahrelang betreut habe.

Diese Klientin, die aufgrund einer psychischen Erkrankung Psychopharmaka nehmen musste, litt unter massiven gesundheitlichen Problemen. Ihr Hausarzt und mehrere Fachärzte speisten sie immer mit fadenscheinigen Begründungen ab. Sobald die Ärzte sahen, dass sie Psychopharmaka nahm, wurde sie immer nicht mehr für vollgenommen.

Haben dann zusammen einen erneuten Versuch bei einem Spezialisten gemacht ohne im Vorfeld die Medikation anzugeben. Der ordnete dann unter anderem endlich ein MRT an, auf dem deutlich ein Tumor zu erkennen war. Dies nur mal als Exkurs!

Zu deinem Problem mit der Reizblase kann ich dir uneingeschränkt zur Botoxbehandlung raten.Ich selber bekomme seit Jahren ca. alle vier Monate Botox gespritzt. Sobald die Wirkung nachlässt habe ich ununterbrochen das Gefühl, die Blase entleeren zu müssen. Das kann einem wirklich den letzten Nerv rauben. Allerdings entleere ich die Blase nur durch ISK (Selbstkatheterismus), was aber nicht mit den Spritzen zusammenhängt. Es ist aber nicht auszuschließen, dass das nach der Botoxbehandlung passiert.

Zu deinen sexuellen Einschränkungen habe ich keine Erfahrungen, die dir weiterhelfen könnten.

Liebe Grüße
Elke

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31 Mai 2019 20:09 #3 von apfelbaum
Hallo Elkide, vielen Dank für deine Antwort!

Das Problem, was du schilderst kenne ich nur zu gut. Ich habe leider noch einige andere körperliche Probleme, die schnell einfach auf diese Probleme zurückgeführt werden. Erstens ist das natürlich gefährlich, wie im Fall deiner Klientin, zweitens ist es aber ja auch so das ein psychosomatisches Leiden eben auch ein großes Leiden sein kann. Ich bin mir sicher, dass meine Blase von der Psyche beeinflusst wird, man steigert sich da ja auch rein, wie ich hier auch schon im Forum lesen konnte. Aber einschränken tut es mich ja nun trotzdem sehr, und vielleicht gibt es eben auch noch organische Sachen die dazukommen.

Darf ich fragen, wie das mit dem Botox zum ersten Mal für dich war? Hattest du Scherzen nach dem Eingriff? Die Harnröhre scheint bei mir auch sehr empfindlich zu sein, nach besagter Uro-Dynamik ging es mir so schlecht und ich habe einfach Angst, dass ich dann mit dem eventuellen Kathetern diesen Schmerz jeden Tag habe. Oder ist das anders?

Ganz blöd gefragt, was mache ich, wenn ich das selbst nicht hinkriege auf einmal oder es einfach nicht funktioniert? Und wie bekomme ich den Katheter auf die Toilette ohne dass die Kollegen das mitkriegen? Das sind wahrscheinlich ganz dumme Anfängerfragen, ich weiß nur wirklich nicht wo ich sie sonst stellen soll...

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31 Mai 2019 21:06 #4 von Elkide
Hallo Apfelbaum,

deine Fragen sind ganz verständlich. Wie bei mir die Probleme anfingen, hat mir auch das Forum hier sehr geholfen.

Natürlich hatte auch ich beim erstenmal Botox meine Bedenken. Der Ablauf ist in der Uniklinik jedesmal gleich. Am Tag der Aufnahme wird Blut abgenommen, der Urin untersucht, Ultraschall der Blase und Nieren angefertigt, Aufklärungs- und Anästhesiegespräch geführt. Am nächsten Morgen erfolgt dann die OP in Vollnarkose. Sobald man wieder auf dem Zimmer ist darf man etwas trinken und zwei Stunden später auch essen. In der Blase liegt ein Dauerkatheter, der dann am nächsten Tag gezogen wird. Man bleibt dann noch einen Tag in der Klinik, um zu gucken, ob das Wasserlassen wieder funktioniert. Schmerzen habe ich überhaupt keine verspürt. Ungefähr zehn Tage danach fangen die Botoxspritzen an zu wirken.

Vor dem Kathetern brauchst du keine Angst zu haben. Mit ein bisschen Übung ist das Kathetern genauso schnell wie normal die Blase zu entleeren. Die Katheter sind ungefähr so groß wie ein Kugelschreiber und niemand deiner Kollegen wird merken wenn du katheterst.

Wenn du weitere Fragen hast, kannst du sie gerne hier stellen.

Liebe Grüße
Elke

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