Frage Urodynamik
- Melanie321
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5 Jahre 4 Monate her #40798 von Melanie321
Urodynamik wurde erstellt von Melanie321
Bei mir steht demnächst eine Urodynamik an.
Welche Parameter wurden bei euch untersucht? Blaseninnendruck, Blasenmuskeldruck, Füllvolumen, Druck Bauchraum, Harnstrahlstärke?(Quelle:https://www.kontinenzzentrum.ch/de/untersuchung-und-therapie/untersuchungsverfahren/urodynamische-untersuchung.html)
Oder hängt das von dem jeweiligen Krankenhaus/Urologen bzw. dem Gerät ab, so dass es passieren kann, dass auch weniger / mehr Daten erhoben werden?
Danke
Welche Parameter wurden bei euch untersucht? Blaseninnendruck, Blasenmuskeldruck, Füllvolumen, Druck Bauchraum, Harnstrahlstärke?(Quelle:https://www.kontinenzzentrum.ch/de/untersuchung-und-therapie/untersuchungsverfahren/urodynamische-untersuchung.html)
Oder hängt das von dem jeweiligen Krankenhaus/Urologen bzw. dem Gerät ab, so dass es passieren kann, dass auch weniger / mehr Daten erhoben werden?
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- Johannes1956
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5 Jahre 4 Monate her #40801 von Johannes1956
Johannes1956 antwortete auf Urodynamik
Liebe Melanie!
Ich kann mich jetzt nicht mehr genau an die einzelnen Parameter erinnern, grundsätzlich geht es bei der Untersuchung darum, die Druckverhältnisse in der Blase zu analysieren. Ab welchem Füllvolumen spürst du die Blase, ab welchem Volumen ist der Harndrang sehr stark, und wie ist der Muskeltonus, sind die Fragestellung.
Die Stärke des Harnstrahls, die Miktionskurve und das Restharnvolumen sind Gegenstand einer anderen Untersuchung, der Harnstrahlmessung.
Bei der Harnstrahlmessung wird mittels Aufzeichnung durch einen Computer beim Harnlassen der Harnstrahl gemessen und anschließend mittels Ultraschall das Restharnvolumen bestimmt. Das macht man ganz alleine auf einer speziellen Toilette.
Bei der Urodynamik bekommt man eine Sonde in den After, die am Beckenboden die Druckverhältnisse aufzeichnet. Ein dünner Katheter wird durch die Harnröhre in die Blase gebracht, diese wird erst entleert und danach langsam mit Kochsalzlösung gefüllt. Dabei gibst du zu Protokoll, wann du die Blase spürst und wann der Harndrang sehr groß ist. Der Computer zeichnet über die Sonde im After die Druckverhältnisse auf.
Beide Untersuchungen sind schmerzfrei, wenn man sich gut entspannt, funktioniert das alles auch gut. Locker bleiben, auch wenn es leichter gesagt als getan ist.
Alles Gute,
Johannes
Ich kann mich jetzt nicht mehr genau an die einzelnen Parameter erinnern, grundsätzlich geht es bei der Untersuchung darum, die Druckverhältnisse in der Blase zu analysieren. Ab welchem Füllvolumen spürst du die Blase, ab welchem Volumen ist der Harndrang sehr stark, und wie ist der Muskeltonus, sind die Fragestellung.
Die Stärke des Harnstrahls, die Miktionskurve und das Restharnvolumen sind Gegenstand einer anderen Untersuchung, der Harnstrahlmessung.
Bei der Harnstrahlmessung wird mittels Aufzeichnung durch einen Computer beim Harnlassen der Harnstrahl gemessen und anschließend mittels Ultraschall das Restharnvolumen bestimmt. Das macht man ganz alleine auf einer speziellen Toilette.
Bei der Urodynamik bekommt man eine Sonde in den After, die am Beckenboden die Druckverhältnisse aufzeichnet. Ein dünner Katheter wird durch die Harnröhre in die Blase gebracht, diese wird erst entleert und danach langsam mit Kochsalzlösung gefüllt. Dabei gibst du zu Protokoll, wann du die Blase spürst und wann der Harndrang sehr groß ist. Der Computer zeichnet über die Sonde im After die Druckverhältnisse auf.
Beide Untersuchungen sind schmerzfrei, wenn man sich gut entspannt, funktioniert das alles auch gut. Locker bleiben, auch wenn es leichter gesagt als getan ist.
Alles Gute,
Johannes
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5 Jahre 4 Monate her - 5 Jahre 4 Monate her #40802 von martinK
martinK antwortete auf Urodynamik
Hallo Melanie
Ich habe bis anhin zwei Urodynamikuntersuchungen durchgeführt, beide sind ein paar Jahre her, so dass ich mich nicht an alle Details erinnern kann. Bei beiden Untersuchungen wurden aber die folgenden Parameter bzw. Daten registriert:
Zusätzlich wurde beide Mal bei mir eine uroradiologische Untersuchung durchgeführt; d.h. der Harntrakt und die Blase wurden bildlich untersucht (z.B. gibt es Hindernisse im Harntrakt, wie ist die Form der Blase, wie sieht die Blasenwand aus,...).
Schliesslich gab es bei meiner zweiten Untersuchung einen Eiswassertest. Mir ist nicht mehr klar, weshalb dieser Test durchgeführt wurde, ich vermute, dass die Blase besonders empfindlich auf kaltes Wasser reagiert.
Wie Johannes geschrieben fand ich die Untersuchung nicht sonderlich unangenehm. Ich vermute, dass die Tests überall ähnlich durchgeführt werden. Ich wünsche Dir alles Gute bei der Untersuchung, wird schon klappen!
Herzliche Grüsse
Martin
Ich habe bis anhin zwei Urodynamikuntersuchungen durchgeführt, beide sind ein paar Jahre her, so dass ich mich nicht an alle Details erinnern kann. Bei beiden Untersuchungen wurden aber die folgenden Parameter bzw. Daten registriert:
- Blasenvolumen
- Bei welchem Füllvolumen wird zum ersten Mal Harndrang gespürt (subjektiver Eindruck)?
- Ab welchem Füllvolumen wird der Harndrang unangenehm (subjektiver Eindruck)
- Bei welchem Füllvolumen entleert sich die Blase (spontan ungehemmt oder kontrolliert)
- Zeitlicher Verlauf des Blasenvolumens während der Entleerung. Dabei ging es einerseits um die Flussrate und andererseits um die Form der Entleerungskurve, welche auf Entleerungsstörungen hindeuten kann.
- Restharnmenge (bzw. in diesem Fall der NaCl-Lösung)
- Druckverlauf Blase (Unterschied zwischen dem Innendruck der Blase und Aussendruck der Bauchhöhle auf die Blase)
- Druckverlauf des Blasenschliessmuskels (indirekt über den Beckenboden bestimmt)
- Elektromyogrammsignal des Beckenbodens
Zusätzlich wurde beide Mal bei mir eine uroradiologische Untersuchung durchgeführt; d.h. der Harntrakt und die Blase wurden bildlich untersucht (z.B. gibt es Hindernisse im Harntrakt, wie ist die Form der Blase, wie sieht die Blasenwand aus,...).
Schliesslich gab es bei meiner zweiten Untersuchung einen Eiswassertest. Mir ist nicht mehr klar, weshalb dieser Test durchgeführt wurde, ich vermute, dass die Blase besonders empfindlich auf kaltes Wasser reagiert.
Wie Johannes geschrieben fand ich die Untersuchung nicht sonderlich unangenehm. Ich vermute, dass die Tests überall ähnlich durchgeführt werden. Ich wünsche Dir alles Gute bei der Untersuchung, wird schon klappen!
Herzliche Grüsse
Martin
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- Johannes1956
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5 Jahre 4 Monate her #40803 von Johannes1956
Johannes1956 antwortete auf Urodynamik
Lieber Martin,
danke für die gute, ausführliche Beschreibung der Urodynamik!
Ich hatte das gar nicht mehr so genau in Erinnerung. Für mich war die Untersuchung insofern nützlich, weil ich die Aussage erhielt, dass ich meine Blase bei4 00ml Füllvolumen spüre und sie bis maximal 800 ml halten, sowie bis auf 200 ml entleeren kann. Daher hatte ich Gewissheit, dass ich meine Blase nach der Phase, wo ich sie gar nicht spürte, nicht überfülle und bis auf ein Restharnvolumen entleeren kann. Den Rest mache ich mit ISK, somit halte ich Blase und Nieren gesund.
Man kann ja mit einer Blasenentleerungsstörung anfangs gar nicht beurteilen, bei welchem Füllvolumen man den Harndrang spürt, oder wieviel Restharn man hat. Die Urodynamik gibt Gewissheit und man kann sich danach besser darauf einstellen.
Johannes
danke für die gute, ausführliche Beschreibung der Urodynamik!
Ich hatte das gar nicht mehr so genau in Erinnerung. Für mich war die Untersuchung insofern nützlich, weil ich die Aussage erhielt, dass ich meine Blase bei4 00ml Füllvolumen spüre und sie bis maximal 800 ml halten, sowie bis auf 200 ml entleeren kann. Daher hatte ich Gewissheit, dass ich meine Blase nach der Phase, wo ich sie gar nicht spürte, nicht überfülle und bis auf ein Restharnvolumen entleeren kann. Den Rest mache ich mit ISK, somit halte ich Blase und Nieren gesund.
Man kann ja mit einer Blasenentleerungsstörung anfangs gar nicht beurteilen, bei welchem Füllvolumen man den Harndrang spürt, oder wieviel Restharn man hat. Die Urodynamik gibt Gewissheit und man kann sich danach besser darauf einstellen.
Johannes
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5 Jahre 4 Monate her #40805 von martinK
martinK antwortete auf Urodynamik
Lieber Johannes
Ja, ich halte die Urodynamik auch für eine sehr nützliche Untersuchungsmethode. Wie Du geschrieben hast, ist es aber wichtig, das man als Patient sich dabei entspannt und möglichst natürlich verhält. Bei meiner zweiten Untersuchung schaffte ich es blöderweise nicht, den Blasenschliessmuskel zu entspannen (ich habe insgesamt grosse Problem damit, ihn anzusteuern), so dass es trotz aktivem Detrusor zu keiner Entleerung kam (bei 800 ml Füllvolumen...). Als ich meinen letzten Beitrag schrieb, las ich als Erinnerungsstütze den Bericht meiner Ärztin nochmals durch und fragte mich, ob die Verspannung nicht vom vorgängigen Einwässertest kam (dort wurde eine ungewöhnlich hohe Anspannung des Beckenbodens registriert).
Herzliche Grüsse
Martin
Ja, ich halte die Urodynamik auch für eine sehr nützliche Untersuchungsmethode. Wie Du geschrieben hast, ist es aber wichtig, das man als Patient sich dabei entspannt und möglichst natürlich verhält. Bei meiner zweiten Untersuchung schaffte ich es blöderweise nicht, den Blasenschliessmuskel zu entspannen (ich habe insgesamt grosse Problem damit, ihn anzusteuern), so dass es trotz aktivem Detrusor zu keiner Entleerung kam (bei 800 ml Füllvolumen...). Als ich meinen letzten Beitrag schrieb, las ich als Erinnerungsstütze den Bericht meiner Ärztin nochmals durch und fragte mich, ob die Verspannung nicht vom vorgängigen Einwässertest kam (dort wurde eine ungewöhnlich hohe Anspannung des Beckenbodens registriert).
Herzliche Grüsse
Martin
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5 Jahre 4 Monate her #40811 von Sebald
Sebald antwortete auf Urodynamik
Hallo zusammen,
ehrlich gesagt, habe ich nie so ganz verstanden, was dieser Eiswassertest eigentlich soll.
Okay, man kann dann offenbar mit höherer Sicherheit sagen, dass die Blasenstörung tatsächlich eine neurogene ist. Welch' Überraschung! Aber das rauszufinden, ist, denke ich mal, nur von dann von Interesse, wenn eine neurologische Störung wirklich (auf den ersten Blick) so überhaupt nicht erkennbar ist.
Den einfach mal so mitzumachen, weil's das 'Protokoll' vorsieht, finde ich bedenklich.
Ich hatte bisher schätzungsweise 8 Urodynamiken, und bei keiner wurde dieser Test gemacht. Bin da auch nicht undankbar für...
Schönste Grüße,
Sebald
ehrlich gesagt, habe ich nie so ganz verstanden, was dieser Eiswassertest eigentlich soll.
Okay, man kann dann offenbar mit höherer Sicherheit sagen, dass die Blasenstörung tatsächlich eine neurogene ist. Welch' Überraschung! Aber das rauszufinden, ist, denke ich mal, nur von dann von Interesse, wenn eine neurologische Störung wirklich (auf den ersten Blick) so überhaupt nicht erkennbar ist.
Den einfach mal so mitzumachen, weil's das 'Protokoll' vorsieht, finde ich bedenklich.
Ich hatte bisher schätzungsweise 8 Urodynamiken, und bei keiner wurde dieser Test gemacht. Bin da auch nicht undankbar für...
Schönste Grüße,
Sebald
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