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Urinverlust während Orgasmus

30 Jun 2021 18:01 - 30 Jun 2021 18:44 #1 von Enya92
Hallo,

Ich bin neu hier, da ich ein unangenehmes Problem habe.
Vor 3 Monaten wurde bei mir eine Gebärmutter Ausschabung vorgenommen, seitdem leide ich irgendwie an Blasenproblemen. Ich habe oft so ein brennen und meine Blase ziept manchmal und ich muss öfter auf die Toilette obwohl die Blase nicht voll ist. Schmerzen beim Wasserlassen habe ich nicht wirklich. Es fühlt sich eher an wie eine sich ankündigende aber nicht ausbrechende Blasenentzündung. Natürlich war ich schon beim Gynäkologen und auch beim Urologen. Ultraschall und Urinprobe war komplett unauffällig. Mittlerweile war ich schon 4 mal beim Arzt und habe schon drei Urinproben abgegeben. Auch ein Abstrich der Scheide war unauffällig.
Nun ist mir gestern etwas richtig peinliches passiert, als ich einen (klitoralen) Orgasmus hatte hat sich plötzlich meine Blase entleert… es ist mir so unangenehm und ich weiß einfach nicht woher es kommt. Kann das durch die Ausschabung kommen? Einen Tag vorher hatten wir Sex und ich habe vergessen vorher auf die Toilette zu gehen, dementsprechend habe ich die Blase gespürt beim sex. Kann sie dadurch noch mehr gereizt worden sein? Ich muss dazu sagen dass ich momentan extrem viel psychischen Stress habe, ich setze mich unter Druck wieder schwanger zu werden und habe immer Angst dass ich durch die Ausschabung nicht mehr schwanger werden kann. Aber kann Stress so auf die Blase wirken?
Ich habe wirklich Angst, dass sowas öfter passiert oder sogar im Schlaf etc.

Vielen Dank und liebe Grüße

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30 Jun 2021 22:01 - 30 Jun 2021 22:15 #2 von matti
Hallo Enya,

das Problem der koitalen Inkontinenz besteht nicht darin das sie nicht häufig vorkommt, sondern das so gut wie keine Frau darüber spricht. Dabei kommen sogar zwei Inkontinenzformen beim Geschlechtsverkehr vor. Sowohl bei der Penetration wie beim Orgasmus kann Inkontinenz auftreten.

Untersuchungen haben ergeben, dass es bei 60% der Frauen beim GV zu Inkontinenzepisoden kommt. Diese Zahl nützt dir zwar persönlich nichts, zeigt aber wie häufig dies vorkommt und dass du damit bei weitem nicht alleine bist.

Gerne möchte ich dir einen Artikel der Ärztezeitung empfehlen:
www.aerztezeitung.de/Medizin/Wenn-Frauen...erlieren-227917.html

Du fragst dich aber sicher, was man dagegen tun kann. Nun, wie bei allen Inkontinenzformen ist die Ursache entscheidend für die Behandlung. Bei dir liegt ein operativer Eingriff noch nicht allzu lange zurück. Es könnte einen Zusammenhang geben. Hier wäre dann eher etwas geduld gefragt. Ein vaginaler Eingriff stellt immer eine Manipulation dar, mitunter auch ein traumatisches Ereignis. Wenn wir schon so offen sprechen: Stellung und Sexualpraktiken können auch verantwortlich zeichnen.

Grundsätzlich sollte aber auch die verminderte Kraft, bzw. eine Schwäche des Beckenbodens in Betracht gezogen werden. Diese kann in der Regel durch regelmässiges Beckenbodentraining deutlich verbessert werden. Mitunter kann dies auch durch elektrotherapeutische Massnahmen ergänzt oder kombiniert werden.
Eine medikamentöse Behandlung ist bei einer Belastungsinkontinenz bis heute schwierig. Ausgeschlossen werden sollten aber Infekte oder Pilzinfektionen. Diese können gut medikamentös behandelt werden.
Der Hormonspiegel sollte geprüft werden. Du schreibst davon, dass du gerne Schwanger werden möchtest. Hast du zuvor die Pille eingenommen? Ein Absetzen verändert den Hormonspiegel, der sich auch auf Bindegewebe und Elastizität des Beckenbodens auswirken kann.

Es gibt noch ein paar weitere mögliche Gründe: Scheidenflora, PH-Wert, Übergewicht, Störungen oder Schädigungen der Schleimhaut der Harnröhre... Du schreibst das du bereits bei einigen Ärzten warst. Die sollten an diese möglichen Ursachen ja eigentlich gedacht haben.

Generell: Ein Orgasmus führt zur Kontraktion des gesamten Beckenbodens. Wenn dieser geschwächt ist...

Wie im verlinkten Artikel genannt, stehen operative Therapien zu Verfügung. Diese Punkte sollten aber zum einen erst nach gescheiterten konservativen Therapieversuchen ins Auge gefasst werden und zum anderen mit Ärzten besprochen werden.

Liebe Grüße
Matti

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01 Jul 2021 13:53 #3 von Enya92
Hallo Matti,

vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Da mir soetwas vorher noch nie passiert ist und ich sowieso momentan diese Blasenprobleme habe, mache ich mir natürlich Gedanken. Die Ärzte haben bis jetzt den Urin untersucht, welcher jedes Mal unauffällig war und zwei mal einen Abstrich der Scheide genommen, beim ersten mal wurde ein bakterielles Ungleichgewicht festgestellt und ich bekam antibiotische Zäpchen. Beim zweiten mal wurde der Abstrich sogar eingeschickt und war vollkommen unauffällig, auch der ph Wert stimmte. Blut wurde auch abgenommen und hinsichtlich Entzündungswerten untersucht, war auch unauffällig. Übergewicht habe ich nicht, ich bin eher sehr schlank. Der Urologe hat zudem einen Ultraschall der Blase und der Nieren gemacht und da sah auch alles gut aus. Er hat mir Anticholinergika verschrieben und mich gefragt ob ich momentan viel Stress hätte. Diese habe ich jedoch noch nicht genommen, da ich gelesen habe, dass sie starke Nebenwirkungen haben und ich erstmal schauen will, ob es auch anders geht bzw ob es andere Ursachen hat. Ich habe auch oft ein ziepen im Unterleib und habe schon immer Angst, dass sich da die Eierstöcke oder so auch noch entzündet haben, was ja durchaus nach so einer OP vorkommen kann, allerdings sah die Gynäkologin keinen Grund zu dieser Annahme. Ich hätte mir einen Abstrich des Gebärmutterhalses gewünscht, wurde bis jetzt allerdings nicht gemacht.
Ich habe die Pille schon sehr lange nicht mehr genommen, allerdings war ich ja schwanger und hatte eine Fehlgeburt, weshalb die Ausschabung gemacht wurde. Dementsprechend kann der Hormonhaushalt natürlich durcheinander sein / gewesen sein.
Eine weitere Überlegung war, ob es an dem Sex liegen könnte oder dieser noch dazu beiträgt, da ich wie gesagt sehr zierlich bin. Zeitlich würde es deshalb passen, da wir vorher eine Wochenendbeziehung hatten und ich erst nach der Ausschabung zu ihm gezogen bin, was dementsprechend auch zu viel mehr Sex geführt hat.
Dazu kommt halt auch noch psychischer Stress, Ängste und Druck.
Entschuldigung dass ich so offen schreibe, aber ich weiß einfach nicht weiter und versuche die Gründe zu finden, da die Ärzte es scheinbar auf die leichte Schulter nehmen und mich mit "viel trinken und abwarten" abspeisen.

Liebe Grüße
Enya

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02 Jul 2021 07:33 #4 von Frankfurter
Hallo Enya

Du schreibst Dazu kommt halt auch noch psychischer Stress, Ängste und Druck..

Wäre das nicht auch eine wichtige " Baustelle" hier für eine Beruhigung so sorgen ? Nach meiner bisherigen Lebenserfahrung ( bin 81 Jahre alt ) wird bei vielen Ärzten der psychische Bereich eines Patienten nicht genug beachtet.

Ich weiß , es ist nicht leicht das "Loslassen" in manchen Bereichen ( auch im sexuellen ) wirklich zu praktizieren. Wäre es aber nicht doch auch einen Versuch wert.?

Gute Besserung

Viele Grüsse

Frankfurter

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02 Jul 2021 14:32 #5 von Frankfurter
Hallo Enya

Deine Probleme haben mich doch sehr berührt.

Auch ich befand mich vor vielen Jahren in einer "kaputtenen" Lebenssituation. Von einem zum anderen Arzt gelaufen. Dieses ewig vertröstend werden ist für mich schlimmer, als eine klare Ansage: Das ist zu reparieren ! Und die Nerven liegen dann schnell blank. ( Ja ich bin auch ein Übersensiebelchen :whistle: )

Kurz: Die Psyche .... und da hat mir das CBD-Öl geholfen wieder auf die Beine zu kommen. Und den Erfolg zum Gesunden eingeleitet.
( Ich weiss das Öl wird z.T. kontrovers behandelt. Aber wenn´s doch hilft. ) Heute habe ich das Öl im Kühlschrank stehen, und komme ohne es aus. Aber im Hinterkopf habe ich meinen "Wunschring" und das ist auch eine Hilfe ohne es zu benutzen. Zu wissen.... dass..... )

Viele Grüsse

Frankfurter

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