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Blasenfüllung-Blasenentzündung

11 Dez 2023 10:32 - 11 Dez 2023 10:33 #1 von kleines-engelchen
Einen schönen guten Morgen zusammen,

heute melde ich mich mit einer Frage zur Blasenfüllung bzw .Blasenmenge.
+Blasenentzündung!
Leider bekomme ich immer wieder unterschiedliche Antworten zum Fassungsvermögen meiner Blase. Und dies leider nicht schon gestern. Aber dennoch würde ich gerne eine kleine Richtlinie haben. Da ich ja an ein Blasenentleerungsstörung habe, liegt meine Blasenmenge bei ca. 250 ml bis 510 ml. Meine Ärztin meinte man sollte halt schauen, dass man nicht mehr als 500 ml hat bzw. wenn auch mal 600 ml drin wären ist das kein Problem. Ich bin 161 groß und wiege 49 Kilo.

Zum anderen komme ich auch irgendwie nicht weiter bzw. ich habe viele ????????im Kopf.
Wie bereits schon in vorherigen Texten beschrieben, habe ich aufgrund einer Unterleibs OP eine Blasentleerungsstörung. Hier hatte ich nach der OP keinerlei Gefühl. D.H. ich merkte damals nichts, auch keine Entzündung. Jetzt aber...einige Jahre später, merke ich diese sehr gut. Ich kann dann auch prima Wasserlassen. Aber halt immer wenn eine Entzündung vorliegt. Ich hatte dies bei meinem letzten Besuch in der Klinik angesprochen. Die Ärztin war sehr erstaunt, konnte mir aber auch nicht erklären, warum dies so ist. Es ist doch schon komisch, sobald ich eine Entzündung habe(freue ich mich) da dann alles wieder funktioniert.

Kennt dies jemand? Oder hat jemand einen Rat?


Vielleicht kann mir jemand hier etwas dazu sagen.

Herzlichen Dank im voraus und ganz liebe Grüße
Simone

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11 Dez 2023 23:05 #2 von martinK
Liebe Simone

Deine Frage nach der Blasenfüllung ist wohl schwierig zu beantworten. Persönlich denke ich, dass das Blasenvolumen allein nur bedingt eine sinnvolle Richtgrösse ist. So lange Du beschwerdefrei und physiologisch entleeren kannst (ohne oder nur mit wenig Restharn, ohne überaktive Blase oder Anfälligkeit auf Harnwegentzündungen…), darf das Volumen wohl auch grösser oder kleiner als ein Normwert sein, wir Menschen sind ja alle unterschiedlich. Meine Frau z.B. kommt locker 5-6 Stunden ohne Blasenentleerung aus, da staune ich immer wieder…Wenn Du aber Mühe mit dem Entleeren hast oder anfällig auf Restharn und Harnwegentzüngungen bist, musst Du vermutlich schon darauf achten, dass Dein Blasenvolumen sich in der Regel im Bereich eines Normwerts bewegt. Aber wenn ausnahmsweise mal mehr drin ist, hat das bestimmt noch keine Konsequenzen. Wie häufig hast Du denn Harnwegentzündungen und weisst Du, ob sie einen Zusammenhang mit einer „übervoller“ Blase haben?

Zu Deiner zweiten Frage, ja das kenne ich. Bei mir kamen bis anhin Harnwegentzündungen immer nach dem ISK vor. Lustigerweise habe ich während der Entzündungen mehr Kontrolle über die Blase als sonst. Allerdings ist der Harndrang dann so ausgeprägt, dass ich immer nur sehr kleine Mengen lassen kann (und das Wasserlassen schmerzt…).

Ich habe noch eine Frage an Dich: Du trägst ja ein Gerät für die sakrale Neuromodulation. Treibst Du damit Sport, und falls ja, welchen? Es gibt nicht mehr viele Möglichkeiten, etwas gegen meine Entleerungsstörungen zu tun, die sakrale Modulation scheint zurzeit am ehesten noch in Frage zu kommen. Aber ich muss wissen, ob das Gerät mit meinen Freizeitaktivitäten kompatibel ist..

Herzliche Grüsse
Martin

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12 Dez 2023 11:21 #3 von Ciajaeg
Hallo Simone,

unsere Fälle sind natürlich nicht direkt vergleichbar, aber was die Blasenfüllmengen angeht, bekomme ich auch immer wieder verschiedene Aussagen.
Meine Blasenkapazität liegt, ähnlich wie deine, zwischen 250ml und 500ml, selten auch mal 600ml (bei Botox).
Meine Neuro-Urologin sagte, wenn die Blase mehr als 500ml fasst, wäre das nicht so gut auf Dauer und ich sollte rechtzeitig ohne Druck, am besten mit ISK entleeren, um die Blase und den Beckenboden nicht zu stressen.
Abgesehen vom Einfluss der Botox-Injektionen, hängt mein Blasenvolumen direkt an meinen Blasenschmerzen, mehr Schmerzen = weniger Volumen.
Es besteht bei mir der Verdacht auf Interstititielle Zystitis, die Diagnose werde ich aber wohl nie machen lassen, normale Blasenentzündungen hatte ich vermutlich noch nie. Allerdings wird meine Inko erheblich schlechter, wenn die Blase schmerzt, nicht besser.
Aber die Logik, dass, wenn sonst keine Sensorik vorliegt, eine Entzündung (Schmerzen) die Sensorik ermöglicht, erscheint mir durchaus nachvollziehbar, vielleicht brauchen deine Nerven nach oben einfach mehr Input, um melden zu können.

Alles Gute

Guido

Diagnosen: Neurogene Dysfunktion des unteren Harntraktes suprapontin, Terminale Detrusor-Überaktivität - Detrusor-Sphinkter-Dyskoordination - Algurie - Polydipsie/Polyurie-Syndrom - chronische Harnretention -
Myalgische Enzephalomyelitis (ME-CFS) - (POTS) - Dysautonomie - Polyneuropathy

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12 Dez 2023 13:26 - 12 Dez 2023 14:44 #4 von MichaelDah
Hallo Simone,

deine Frage lässt sich konkret nur mit einer Urodynamischen Untersuchung beantworten - b.z.w. wurde wahrscheinlich sogar schon mal beantwortet.

Wie immer gibt es erstmal eine einfache Antwort aber die Tücke steckt dann im Detail - ich versuche es mal…

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der zystometrischen und der funktionellen Blasenkapazität. Die zystometische Kapazität ist der Punkt an dem ein Harndrang nicht mehr unterdrückt werden kann und die funktionelle Kapazität die Differenz aus zystometischer Kapazität und dem Restharn.

Damit diese Erklärung zutrifft muss allerdings das Zusammenspiel zwischen Blasenmuskel und Schließmuskel und Wahrnehmung des Harndrangs noch halbwegs funktionieren. Wenn es das nicht mehr der Fall ist, dann kann es passieren das der Druck in der Blase zu dem Zeitpunkt wo es losläuft schon viel zu hoch ist (hypertone Blase) und die Gefahr eines Reflux - also dem Rückfluss von Harn in die Niere gegeben ist. Ein anderer wenig guter Umstand wäre der Fall einer hypotonen Blase - hier würde der Druck im Verhältnis zur Füllmenge viel zu spät ansteigen, man kann nicht pieseln und ggf. wird der Blasenmuskel gefährdet.

Um der Sache etwas genauer auf den Grund zu gehen ist es wichtig zu verstehen wie die Speicherphase der Blase eigentlich funktioniert.

Während der Speicherphase hält die Blase den Druck im inneren fast konstant. Dieser Druck wird bei der Urodynamik errechnet und heiß intravesikaler Druck (Pves). Erst wenn die Blase voll ist, steigt die Wandspannung (und Pves) an und dieser Anstieg wird von den umliegenden Nerven erfasst und als Harndrang an das Gehirn weitergegeben. Werte unterhalb dieses Bereichs werden normalerweise durch das Gehirn ausgeblendet.

Allerdings liegt bei dir - wenn ich das recht in Erinnerung habe eine hypokontraktile Blase vor der du gerade mit IVES zu etwas mehr kontraktilität verhelfen willst. Bei einer hypokontraktilen Blase ist es oft so, das nicht nur das anspannen des Blasenmuskels nicht mehr richtig funktioniert (man kann nicht entleeren) sondern auch die Wandspannung zu spät ansteigt (man kann den Füllstand nicht einschätzen). In der Folge besteht immer das Risiko das die Blase überfüllt wird.

Wenn bei der Urodynamik der Punkt ermittelt wurde an dem der intravesikale Druck auf etwa 15 cm H2O angestiegen ist, wäre das z.B. ein Indikator für die Füllmenge die maximal in der Blase sein sollte bevor du sie per ISK entleerst. Wenn Du das Diagramm von der UD noch irgendwo hast, schau einfach mal auf die Pves Kurve - die steigt sehr langsam und irgendwelche Spitzen brauchst du nicht berücksichtigen. Wenn du über 15 cm H2O bist, kannst du das Füllvolumen ablesen.

Je nachdem wie stark die Blase geschädigt ist, kann allerdings auch dieser Wert trügerisch sein. Daher mein Tipp: Wenn das gemessene Volumen bei Pves > 15 über 500ml liegt nimm den Wert von der Ärztin - wenn er drunter liegt würde ich eher den aus der UD ermittelten Wert nehmen.

Zu deiner zweiten Frage: Das ist tatsächlich merkwürdig. Eine mögliche Erklärung währe, das die Entzündung die Nerven so stark ärgert, das sich die Intensität der „Füllstandsmeldung“ ändert und dann nichtmehr vom Gehirn ausgeblendet wird. Damit wäre dann der Harndrang erklärt - warum die bis dahin hyokontraktile Blase auf einmal wieder normal funktioniert ist tatsächlich etwas magic…

Viele Grüße
Michael

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12 Dez 2023 14:46 #5 von kleines-engelchen
Hallo zusammen,

erstmal vielen, vielen lieben Dank für alle Rückmeldungen Lieber Martin, Guido und Michael.

@Martin, ja ich habe einen Schrittmacher. Was meinst du genau, bzw, welchen Sport magst du damit ausüben? Ich gehe schwimmen, reiten, Motorrad fahren damit. Und all dies klappt super.
@Guido, ja irgendwie wirkt diese Reizung etwas aus?! Botox verwende ich nicht, aber wie du auch geschrieben hast, es ist nicht genauso vergleichbar.
@Michael eine Urodynamik hatte ich schon ein paar mal gemacht und da kam raus: Ab 400ml lineare Detrusordurckanstieg bis 30cmH20 im Sinne einer leicht reduzierten Compliance. Max. Uroflow 13,5 ml/sec. restharnfrei.
Dies stand im letzten Bericht.

Der Körper ist wirklich schon faszinierend und macht sucht halt immer nach Antworten.

Ganz liebe Grüße und Danke für die Hilfe.
Simone

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12 Dez 2023 15:13 #6 von MichaelDah
Hallo Simone,

ich staune auch immer wieder wie das so alles funktioniert und finde das ziemlich spannend :-)

Was die Füllmenge angeht: Die 400ml ist der Wert nach dem ich mich richten würde. Wenn Pdet linear steigt dann tut das auch Pves und ist dann i.d.R. > 15 H2O - das ist dann genau der „Kippunkt“ wo auch der starke Harndrang einsetzen sollte. Der Pdet Max ist mit 30 cm H2O bei dir zu niedrig was dann auch den eher schwachen Flow von 13,5 ml/sec. erklärt. Die reduzierte Compliance glaube ich in dem Zusammenhang nicht so richtig sondern tippe eher darauf das man zu schnell gefüllt b.z.w. beim Ansteigen nicht unterbrochen hat. Die Werte sind jetzt allerdings noch nicht so super schlecht. Wenn ich das richtig verstehe konntest du bei der UD Restharnfrei entleeren - klappt denn das sonst nicht?

Viele Grüße
Michael

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12 Dez 2023 16:49 #7 von kleines-engelchen
Hallo Michael,

lieben Dank für deine schnelle Rückmeldung. Ich kann die Blase vollständig entleeren, aber immer wieder mit Hilfe der Bauchpresse.
Es gibt Tage mal besser, dann wieder Tage wo es nicht so gut klappt.
Aber was ich jetzt auch so erstaunlich finde, ich hatte einen Urintest (zuHause) gemacht, da war eindeutig ersichtlich, dass ich eine Blasenenzündung habe.
Es tat auch ganz schön weh. Heute war ich beim Arzt, hatte Blut abgenommen bekommen, da war nichts zu sehen. Ich dachte immer, man kann per Blutbild auch Entzündungen erkennen? Das ist schon irgendwie....?

Ganz liebe Grüße
Simone

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12 Dez 2023 18:25 #8 von MichaelDah
Hallo Simone,

bei einer Blasenentzündung sind normalerweise auch die typischen Marker auch im Blut zu sehen - also erhöhter CRP, erhöhte Leukozyten und eine langsamere Senkungsrate. Wenn der Teststreifen positiv und das Labor negativ sagt würde ich eher dem Labor glauben. Welchen Teststreifen (welche Firma) hast du denn genommen und welche Werte hast du gemessen? Manche der preiswertere Teststreifen haben ein Problem mit Vitamin C im Urin und zeigen dann falsch positiv an…

Liebe Grüße
Michael

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12 Dez 2023 19:32 #9 von kleines-engelchen
Hallo Michael,

ich habe mir extra "etwas teurer" Tests gekauft mit einer APP von CASC. Hier wird der Wert von:
-Nitrit
-Ketone
-Glukose
-Leukozyten
-Hydration
-Proteine
-PH Wert
-Urin
-Bilirubin
-Urobilinogen
gemessen.
Das Testverfahren wurde von erfahrenen Ärzten, Ernährungstrainern und Software-Entwicklern entwickelt.

Grüße Simone

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12 Dez 2023 21:31 - 12 Dez 2023 21:51 #10 von MichaelDah
Hallo Simone,

also diese Lösung kannte ich noch nicht. Ich habe mal etwas gegoogelt um mehr darüber rauszufinden. Die App kann ja offenbar einiges mehr und zeigt auch Vitamin C an - aber dafür braucht man aber vermutlich einen anderen Teststick? Leider steht nirgendwo etwas über die Genauigkeit oder die Beeinflussung der Ergebnisse von daher lässt sich erstmal schwer sagen wie zuverlässig und Störungsunempfindlich der Test ist.

Die Test von denen ich weiß das sie recht zuverlässig funktionieren sind die von Roche (Combur5 Test HC). So eine hübsche Auswertung gibt es da leider nicht sondern nur eine Farbtabelle oder einen sündhaft teuren Analyser mit Drucker für die Praxis der im Prinzip nichts anderes als die App macht.

Welche Werte haben denn nach der Meinung der App nicht gestimmt?

Viele Grüße
Michael

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