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Ich bin Bettnässerin,

27 Jul 2014 17:26 - 01 Aug 2014 20:42 #1 von Julchen
Hallo,
ich bin 17 Jahre alt und mache regelmäßig in das Bett.
Ich habe schon mehrere Ärzte aufgesucht, leider erfolglos....
Ich habe Hypnosetherapie, Toilettentherapie und Trinktherapie gemacht, am Anfang zeigte sich dies Wirkung. Nun ist es wieder schlimmer geworden. Ich weiß einfach nicht mehr weiter.....
Könnt ihr mir bitte helfen????

Julchen

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28 Jul 2014 08:06 - 28 Jul 2014 08:07 #2 von Johannes1956
Servus, Julchen,

vorerst einmal willkommen hier im Forum. Ich selbst bin hier im Mai eingestiegen und habe viel Hilfe, Rat, Mut und Zuspruch bekommen, also denke ich, dass wir Dir auch weiterhelfen werden können.

Ich selbst leide unter einem ganz anderen Problem nach einer kompletten Blasen-Atonie habe ich nun eine Entleerungsstörung die mit einer Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie plus Detrusorschwäche erklärt wird. Aber ich habe mich in meinem Studium (ich bin Biologe) und in meinem Beruf (ich bin in der Labordiagnostik tätig) mit zirkadianer Rhythmik beschäftigt und daher habe ich vorerst einige Fragen an Dich:

- hast Du die Inkontinenz auch untertags oder nur in der Nacht?
- wie hoch sind die Urinmengen in der Nacht und während des Tages (Vormittag, Nachmittag, Nacht wäre interessant)
- am aufschlussreichsten wäre ein Miktions/Trinkprotokoll über den ganzen Tag
- welche Farbe hat der Harn untertags / nach der Nacht
- weißt Du über Dein Restharnvolumen Bescheid?
- hattest Du die nächtliche ungewollte Miktion immer schon?
- ist bei Dir schon eine Urodynamik gemacht worden, konnte man eine Detrusor-Sphinkter Dyssynergie ausschließen?

Ich selbst habe wegen meiner Entleerungsstörung über viele Wochen meinen Harn immer in eine Flasche abgegeben, das Volumen gemessen, Aussehen und Geruch kontrolliert und das Restharnvolumen mittels Katheter bestimmt. Ich hatte auch das Problem, dass ich in der Nacht viel zu viel Harn produziert hatte, aber dies nicht bemerkt / übergangen habe, wodurch meine Blase chronisch überdehnt wurde, was einen Teil meines derzeitigen Problems ausmacht. Anfangs dachte ich an ein ADH-Problem, auch, weil mein Sohn in der Nacht ein- bis zweimal aufstehen muss, was in dem Alter eher ungewöhnlich ist und ich an eine familiäre ADH-Fehlfunktion dachte. Aber dem ist offensichtlich nicht so, bei mir war es ausschließlich durch das Ess- und Trinkverhalten verursacht, das habe ich derzeit im Griff, in der Nacht ist der Harn konzentrierter, zwischen 22 Uhr und 6 Uhr habe ich 300-400ml und untertags produziere ich 1,5 l bis 2 l, je nachdem, wie viel ich trinke - derzeit am Vormittag sehr viel.

Liebe Julchen, ich bin sicher, dass Dir viele Forumsmitglieder viele Tipps geben können, aber Du wirst auch immer wieder mit Fragen konfrontiert werden, denn, je mehr wir über Dich wissen, desto leichter fällt es uns, Dir gezielte Hilfe zu geben,

liebe Grüße

Johannes

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28 Jul 2014 21:55 #3 von Julchen
Guten Tag,
zu den Fragen:
- Nein nur nachts
- Am Tag über merke ich das, dann gehe ich aufs klo! Ich habe es am Tag nie gemessen! In der Nacht, das weiß ich nicht.
- Für was raucht man diesen Trinkplan?
- Wenn ich viel Trinke sieht das aus wie Wasser, also weiß und wenn ich wenig trinke habe ich ein farbiger, also etwas grünlich oder wie man das beschreiben kann.
- Welchen Restharnvolumen und wie misst man dieses?
- Miktion?
- Ja, das konnte man ausschließen.

Heute habe ich mal wieder Blasentraining gemacht, es war schlimm für mich so viel Wasser einzubehalten. Jede 5 Minuten 250 ml allerdings nur eine virtellstunde. Und dann stündlich 300 ml. Ich musste dann immer aufs klo, selbst als ich heute Mittag geschlafen habe war ich nass. Wenn ich als dieses Training gemacht habe, habe ich Nachts eine mehr oder wenigere trockene Nacht. Ich kann aber nicht täglich über 5l trinken! Natürlich nur am Vormittag und ein wenig dann noch verteilt. Heute war mein Urin weißer als weiß und hat nicht nach Urin gerochen!
Was kann ich tun?
Julchen
P.S. Ich beantworte jede Frage!

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29 Jul 2014 08:41 #4 von Account auf eigenen Wunsch gelöscht
Hallo Julchen,
dein Beitrag hat mich sehr betroffen,daß ich dir doch antworten möchte.
Gibt es an deinem Wohnort nicht eine Klinik mit einer speziellen Sprechstunde für dein nächtliches Bettnässen.
Ich selbst wart als 12 jährige immer noch Bettnässerin.

Wünsche dir alles Gute, dass du den richtigen Arzt oder Tip vom Forum erhältst.

Grüße Dezember

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29 Jul 2014 09:14 #5 von Johannes1956
Liebe Julchen,

danke für Deine Antworten. Ich bin sicher, dass wir noch viele Fragen haben werden, um Deine Geschichte zu verstehen. Du könntest uns dabei helfen, indem Du auch etwas mehr über Dich und Deine Situation schreibst. Ich versuche einmal, auf Deine Antworten und Fragen einzugehen:

- Keine Inkontinenz untertags sehe ich sehr positiv, ich halte damit Deine Chance, Dein Leiden wegzubekommen für sehr gut. Bei vielen jugendlichen Bettnässern ist die Inkontinenz in der Nacht ja auch mit einer Inkontinenz untertags verbunden, da liegt dann oft ein schwierigeres Problem zugrunde. Du sagst, untertags spürst Du es und gehst eben rechtzeitig aufs Klo. Da interessiert mich, wie viel Harn Du da jeweils abgibst und wie oft Du untertags aufs Klo gehst. Da stellt sich für mich die Frage nach der Blasenkapazität und ob diese das Problem in der Nacht darstellt. Eng verbunden ist damit auch die Frage, ob Du ein erhöhtes Restharnvolumen hast.
- Das führt zur Frage Restharnvolumen, wie misst man das? Das kann der Arzt mit Ultraschall messen, wie viel Harn nach dem Pinkeln in der Blase bleibt. Es sollten so 50 ml sein, nicht mehr. Ich habe z.B. derzeit aufgrund meiner Problematik zwischen 150 und 250ml Restharn. Bleibt das in der Blase, ist sie schnell wieder voll und ich muss dann oft aufs Klo. Gleichzeitig hatte ich in der Nacht zu viel Harnproduktion und ich habe mir dadurch die Blase überdehnt. Dadurch kann es aber auch zu einem Überlaufen mit Inkontinenz in der Nacht führen. Ich messe mein Restharnvolumen mit dem Katheter, da ich ja regelmäßig meinen Restharn auskatheterisieren muss.
- Trinkplan: Die Messung, wann ich wie viel trinke und wann ich wie viel ausscheide führt zu einem persönlichen Verständnis seiner Nieren und Blasenfunktion. Ich z.B. habe gelernt, dass ich am Vormittag viel trinken muss, da aktiviere ich meine Niere, scheide viel aus und gehe regelmäßig aufs Klo. Gegen Abend trinke ich weniger, eine Stunde vor dem Schlafengehen gar nichts mehr und kann damit mein Harnvolumen in der Nacht auf 400ml (meinem optimalen empfohlenen Fassungsvermögen meiner Blase) bekommen.
- Die Farbe wird hell, wenn man viel trinkt und in Phasen, in denen man viel ausscheidet, bei mir auch sehr abhängig von der jeweiligen psychischen Verfassung. In der Nacht sollte der Harn durch die Wirkung des Hormons Vasopressin (Anti-Diuretisches Hormon ADH) reduziert und konzentrierter werden. Daher sollte am Morgen der Harn gelblicher, dunkler sein. Funktioniert etwas mit dem ADH nicht richtig in der zirkadianen Rhythmik, dann scheidet man zu viel in der Nacht aus und das führt zu Problemen. Da gibt es dann das Medikament Desmopressin, das ist ein Eiweißstoff, der dem Vasopressin nachgebaut ist und dessen Funktion unterstützt.
- Miktion, aus dem Lateinischen mingere "harnen" bezeichnet den Vorgang der Harnausscheidung. Oft wird man als Patient der Urologie nach einem Miktionsprotokoll gefragt, welches wie oben beschrieben Aufschlüsse über die Ursache der Erkrankung geben kann.

Nun ergeben sich für mich aber noch weitere Fragen:

Du schreibst, eine Detrusor-Sphinkter Dyssynergie konnte ausgeschlossen werden. Welche Diagnose ist denn gestellt worden? Hat es mit dem Blasenvolumen zu tun, ist das zu gering? Hat es mit den nächtlichen Harnmengen zu tun, sind die zu hoch? Vielleicht kannst Du es uns einmal verraten, wenn es Dir möglich ist, die Harnmengen vom Aufstehen bis Mittag, von Mittag bis zum Schlafengehen und in der Nacht zu verraten. Untertags einfach immer in eine Messgefäß pinkeln, in der Nacht könntest Du auch in eine Windel pinkeln und die vorher/nachher abwägen und das, was Du in der Nacht vielleicht mit Aufstehen noch spontan urinieren kannst ebenfalls abmessen. Das Verhältnis Tag/Nacht-Ausscheidungsmengen ergibt dann ein Bild über die ADH Funktion. Wenn Du dazu noch die Summe der Trinkmengen in den Tagesabschnitten hast, wird das Bild klarer.

So, genug Geschwafel meinerseits. Danke Dezember, dass Du Dich gemeldet hast und ich hoffe sehr, dass das FORUM aufwacht und Dir mit seinen Erfahrungen weiterhilft. Es soll ja nicht ein Dialog werden sondern ein Erfahrungsaustausch Betroffener, und da bin ich nicht ganz der Richtige.

Jedenfalls Kopf hoch, ich denke, das ist in den Griff zu bekommen und ich wünsche Dir alles Gute!

Johannes

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29 Jul 2014 09:17 #6 von Horsty
Hallo Julchen,

habe mich aus persönlichen Gründen zeitweilig aus dem Forum ausgeklinkt und bin heute auf deine Beiträge gestoßen.

Johannes hat dir ja schon nützliche Hilfe angeboten.

Aus deinen Antworten ist für mich ersichtlich, dass du bevor du weiterhin sporadische Therapien (wie z.B. das Blasentraining mit 5 Liter tgl.) vornimmst professionelle Hilfe brauchst.

Es mag zwar banal klingen, aber zu Beginn jeder Therapie steht die richtige Diagnose.

Mein Rat wäre: nimm bitte Kontakt mit einem in deiner Nähe befindlichem Kontinenzzentrum auf, unter www.inkontinenz-selbsthilfe.com/service/kliniksuche.html findest du nach Postleitzahlen geordnet die Einrichtungen.
Dort wird man dir sicherlich weiterhelfen, denn hier werden verschiedene Therapiestrategien auf die jeweils individuelle Situation abgestimmt.

Andererseits besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass wir dich mit weiteren Fragen „bombardieren“, was ich aber nicht für so effektiv halte.

Es grüßt Horsty

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29 Jul 2014 09:25 #7 von Johannes1956
Hallo, Horsty, schön wieder von Dir zu hören / zu lesen! Du warst ja mein erster Ansprechpartner und das hat mir sehr geholfen. Ja, ich teile die Meinung von Horsty, eine richtige Diagnose ist die Basis jeder Therapie.

Wie schwer sich jedoch viele Ärzte mit überhaupt einer Diagnose tun, weiß ich aus leidvoller Erfahrung. Oft wird dann irgendeine Diagnose aus dem Hut gezaubert, um dem Patienten zufrieden zu stellen, das hilft dann auch nicht. Aber Diagnose muss her, auch wenn man zu verschiedensten Ärzten laufen muss und dann mit verschiedensten Aussagen konfrontiert ist.

Naja, und ein gewisses Fragenbombardement schadet meiner Meinung nach nicht, oft stellt man sich selbst ja viel zu wenige Fragen und das kann helfen, einmal zielgerichteter auch zu Antworten zu gelangen. Ich habe mit vor meiner Erkrankung nie Fragen zu meinem Trink- und Ausscheideverhalten gestellt und habe durch viele Frage viel gelernt.

LG
Johannes

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29 Jul 2014 22:29 #8 von Julchen
Hallo,
ich weiß es nicht, jedenfalls wird dies nie weg gehen! Ich werde es am kommenden Tag abmessen. Sollch auch in Bild von dem Training schicken?
Ich gehe ungerne zum Arzt und schon gar nicht in eine Klinik!
Wenn dann muss mir schon privat gehlfen werden.
Ich beantworte fragen gerne!
Julchen

P.S. gibt es hier auch einen privaten Chat?

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30 Jul 2014 08:47 #9 von Johannes1956
Julchen,

so brauchen wir gar nicht weiter reden. Wenn Du sagst, es wird nie wieder weggehen, dann wird es nie wieder weggehen. Ich habe Dir erklärt, dass nach Deiner Beschreibung die Ausgangssituation eher positiv ist, da Du untertags kontinent bist, aber Du musst bereit sein, die Ursachen für Deine nächtliche Inkontinenz abklären zu lassen.

Wir sind keine Ärzte und selbst, wenn wir welche wären, wären Ferndiagnosen hier unzulässig. Wir können Dir nur Rat und Tipps mit unseren Erfahrungen geben und Du musst dafür Deine Beiträge leisten, die da wären:

- Einstellung ändern: "ich glaube auch an das Unmögliche". Wenn das unmöglich für Dich ist, ist die Mindestanforderung nicht zu sagen: es wird nie weggehen. Dann bleib neutral.

- Ärztliche Abklärung. Es verlangt niemand, dass Du gerne zum Arzt gehst, Du kannst auch ungerne zum Arzt gehen, Hauptsache Du gehst zum Arzt, es steht Dir frei auch mehrere verschiedene Ärzte aufzusuchen, um den Arzt Deines Vertrauens zu finden. Damit müssen wir alle leben, dass unterschiedliche Ärzte Unterschiedliches sagen und jeder muss den für ihn Richtigen finden.

- Nicht nur Fragen beantworten, sondern auch Fragen stellen, ein wenig von Dir und Deiner Geschichte schreiben, wir können Dir nicht alles aus der Nase ziehen. Du kannst ja nicht hier am Forum auftauchen und sagen: ich habe eine Problem mit Bettnässen, helft mir. Das ist zu wenig, da musst Du schon aktiver werden. Irgendwie habe ich bei Deinen Beiträgen ein
Déjà-vu zu ähnlichen Forum-Beiträgen, wo wir nicht wirklich weitergekommen sind. Es liegt in Deiner Hand, Dich zu öffnen.

Johannes
Folgende Benutzer bedankten sich: matti, eckhard11

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30 Jul 2014 10:55 - 30 Jul 2014 12:06 #10 von matti
Hallo,

es gibt in diesem Forum über 18000 Beiträge. Selten habe ich eine so treffende Antwort hier gelesen. Wenn man in der Lage ist, diese Worte zu verstehen, kann man keine bessere Antwort erhalten.

Genau darin besteht dann aber mitunter die Krux. Ich wünsche dir liebes Julchen, dass du aus der Antwort positives ziehen kannst. Johannes hat mit seiner Aussage zu 100% recht.

Selbsthilfe ist immer "Hilfe zur Selbsthilfe". Und nur dies, kann (nicht muss!) hier geleistet werden.

Julchen, wer hat dir den zu dem von dir beschriebenen "Blasentraining" geraten?

Matti

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