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Rückfall nach Corona Infektion

14 Nov 2022 10:41 #1 von SABI_1978
Meine Tochter Leonie (15) war jetzt seit ca. 2 Jahren bis auf ein paar kleine Ausnahmen trocken. Anfang Februar hat uns dann beide Corona erwischt und wir waren mittelprächtig krank. Die typischen Symptome wie Fieber, starker Husten und Gliederschmerzen. Vorsichtshalber gab es Windeln und die waren auch wie in solchen Situationen zu erwarten am Morgen nass. Bei Leonie war es mit dem Husten sogar so schlimm das ich Ihr auch am Tag eine Gummihose mit einer Einlage anziehen musste weil es immer wieder vorgekommen ist das der Schlüpfer incl. Wollschlüpfer nach so einer Hustenattacke nass war. Nach ca. 3 Wochen war bei mir alles wieder im Lot und die Nächte wieder trocken. Bei Leonie war am Tag auch alles wieder ok aber sie ist bis heute fast jede Nacht wieder nass. Sie hat ja schon einige Tiefs hinter sich aber nach ca. zwei unbeschwerten Jahren mit einigen kleinen Einschränkungen merke ich schon, wenn Leonie Abends bettfertig machen das Sie auf einen absoluten Tiefpunkt angekommen ist. Ihre drei besten Freundinnen wissen mittlerweile Bescheid, dass Sie „seit Corona“ nachts nicht mehr trocken ist. Komischerweise ist jetzt eine gewisse Akzeptanz da. Leonie war ja krank gewesen und kann nichts dafür das es jetzt leider so ist. Früher konnte Sie aber auch nichts dafür, da war es aber ein Drama. Die Menschen sind komisch. Ich muss allerdings sagen, dass zwei Ihrer Freundinnen aus dem Iran kommen und hier Anstand, Achtung und Vertrauen einen viel höheren Stellenwert hat. Sie sehen den Menschen. Ihnen ist egal was der Mensch für Kleidung trägt, ob er z.B. eine Strumpfhose oder Wollschlüpfer trägt oder nicht. Wie oft hat Leonie es erlebt, dass Sie gehänselt wurde nur weil Sie im Winter eine Strumpfhose und einen Überschlüpfer getragen hat. Sind wir Deutschen eigentlich so dumm? (sorry das ich jetzt etwas vom Thema abgeschweift bin)

Gibt es hier im Forum vielleicht jemanden der ähnlicher Erfahrungen im Zusammenhang mit Corona gemacht hat. Wir waren bei unserer Hausärztin und beim Urologen. Organisch ist soweit alles ok, es gibt keine Besonderheiten. Vielleicht hat ja noch jemand einen Tip der Leonie weiterhelfen kann. Vielen Dank für Zuhören und bleibt gesund.

Liebe Grüße

Sabine

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15 Nov 2022 09:17 - 15 Nov 2022 10:08 #2 von martinK
Hallo Sabine

Willkommen im Forum! Beim Lesen Deines Artikels kamen mir die folgenden Gedanken:

Wenn Leonie beim Husten Urin verliert, tönt das nach Belastungsinkontinenz. Habt Ihr das mit dem Urologen besprochen? Eventuell könnte sich dies mit Beckenbodentraining verbessern.

Ich hatte als Kind auch Probleme mit der Blasenkontrolle und nässte in der Nacht ein. Ein Faktor bei mir war der Tiefschlaf; d.h. ich wachte in der Nacht nicht auf, wenn sich die Blase meldete. Kann es sein, dass Leonie noch Spätfolgen der Covidinfektion spürt, müde ist und deshalb nicht aufwacht, wenn sie auf die Toilette muss? Auch bei mir war es so, dass ich bei Krankheit (Erkältung, Grippe) öfter das Bett eingenässt habe (auch tagsüber), weil ich dann einfach viel und tief schlief.

Was wurde bei Leonie denn medizinisch betreffend ihrer Blasenschwäche schon untersucht?

Ich wünsche Euch alles Gute, hoffentlich kommt die Kontrolle in der Nacht bald wieder!

Herzliche Grüsse
Martin
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15 Nov 2022 12:35 #3 von Sebald
Hallo Sabine,

kann "der absolute Tiefpunkt" nicht auch damit zusammenhängen, dass du deine Tochter da ein bisschen überbetreust, was ihre Enuresis angeht?!

Wieso muss ein 15jähriges Mädchen abends bettfertig gemacht werden...?!

Auch die Häufung der Begriffe Strumpfhose etc. irritiert mich: Ist diese Bekleidung von dir so vorgegeben? Hat deine Tochter da irgendwie die Möglichkeit, sich selbst einzubringen? Auch mal was zu verändern?

Das geht - zugegeben - an deiner Frage vorbei und stellt ein paar neue... Aber irgendwie kommt mir eure Situation sehr eingefahren vor.

beste Grüße,
Sebald
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15 Nov 2022 19:48 #4 von SABI_1978
Guten Abend,
vielen Dank für Eure Rückmeldungen. Ich war zuerst mit Leonie bei unserem Hausarzt der konnte nichts außergewöhnliches feststellen und hat uns an unsere Urologin überwiesen. Die konnte auch nichts organische feststellen. Sie hat sich wirklich Zeit genommen und Sie gründlich untersucht. Sie hat Ihr auch den Tipp mit der Beckenbodengymnastik gegeben, weil Sie auch vermutet das Sie den Urin bei den starken Hustenanfällen verloren hat. Sie meinte das durch die Coronainfektionen vielleicht die Nervenleitung noch etwas beeinträchtigt sein könnte, was sich aber wieder geben könnte. Es ist sicherlich so wie bei mir. Wenn der Körper vollkommen in Ordnung ist geht auch in der Nacht alles gut. Bei der kleinsten Abweichung vom Normalzustand ist die Hose nass. Bei Leonie ist es auch so, sobald Sie kalte Füße hatte oder untenrum kalt geworden war geht es in der Nacht in die Hose. Ich weiß nicht genau was im Moment nicht passt, aber vielleicht hat die Urologin ja Recht. Organisch scheint sonst aber alles in Ordnung zu sein. Mir war es nur wichtig ob jemand nach einer Corona gleiche oder ähnliche Erfahrungen gemacht hat.

Als ich Sebald’s Zeilen gelesen habe wurde mir klar das wir schon sehr eingefahren sind. Das ist aber sicherlich historisch gewachsen. Bezüglich der Unterwäsche gab es, als Leonie so 13 war immer wieder Diskussionen. Sie wollte nur noch so Minislips und im Winter keine Strumpfhosen und Wollschlüpfer mehr. Mir fällt gerade auf, wenn ich von Strumpfhosen spreche meine ich Stickleggings, d.h. ohne Füße dran, heißt bei uns aber immer noch Strumpfi. Ich habe Sie dann letzten Winter mal machen lassen. Innerhalb von einer Woche hatte Sie sich eine Blasenentzündung eingefangen und das Bettnässen war wieder da. Das war dann aber nach einer Woche wieder in Ordnung. Sie trägt mittlerweile kleine Damenschlüpfer wie ich auch und wenn ich Ihr einen Wollschlüpfer herauslege ist da auch ok für Sie.

Bzgl. der Windeln ist es so, das wir in der Nacht Zuhause von je her Molton bzw. Baumwollwindeln mit einer Gummihose darüber benutzen. Als Einlage kommt zuerst eine Stabwindel, denn wenn die Tücher trocken bleiben kann man Sie am nächsten Abend noch einmal benutzen. Die Einlage wandert in die Mülltonne. Spart eine Menge Müll, Wäsche und Geld. Da immer einer von uns beiden (meine Mutter oder ich) am Abend Zuhause ist war immer jemand da der Leonie die Windeln machen konnte. Selbst in den 2 Jahren wo Sie ja weitestgehend trocken war, war es im Urlaub so das ich sie wie selbstverständlich mit den Höschenwindeln gewickelt habe. Das ist die Macht der Gewöhnung. Ich habe Ihr gerade die Windeln gemacht und gefragt ob Sie das lieber selber machen möchte. Sie sagt das ist schon ok so, nur das Sie überhaupt wieder die Windel gebraucht ist halt schei…. (O-Ton Leonie). Windel waren, wahrscheinlich auch dadurch das ich hin und wieder welche trage nie so das Problem. Es ist halt nicht „Normal“ das man mit 15 noch Windeln trägt und unsere Gesellschaft reagiert mit Unverständnis. Wenn jemand eine Brille gerbraucht oder schon in jungen Jahren ein Hörgerät ist das gesellschaftlich anerkannt. Wenn jemand in der Nacht eine Windeln trägt, was niemanden anderen stört ist das aber ein Problem. Aber ich denke diesen Zustand werden wir nicht mehr ändern. Vielen Dank für Deinen Hinweis. Ich werde die „eingefahrenen Dinge“ mit Leonie mal diskutieren und vielleicht gibt es an der ein oder anderen Stelle ja noch „Änderungsbedarf“

Danke und liebe Grüße

Sabine
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16 Nov 2022 09:15 #5 von martinK
Hallo Sabine

Danke für die Erläuterungen.

Die Beckenbodenphysiotherapie sollte unter Anleitung stattfinden, da sich die Situation durch übermässiges oder falsches Trainieren auch verschlechtern kann. Den Tipp zu geben, dass man selber Beckenbodengymnastik machen könnte, spricht meiner Meinung nach nicht für die Urologin. Ebenfalls ist meine Erfahrung eher die, dass die urologische Untersuchung mit einer Sitzung nicht abgeschlossen ist, insbesondere, wenn beim ersten Termin, vermutlich mit einfachen Mitteln (Anamnese, Besprechung des Miktionsprotokolls, Überprüfung der Anspannung und der Reflexe im Unterleib, Uroflow) keine Anzeichen für eine Erkrankung gefunden werden, und die Entleerungsstörung nicht einmalig ist. Es gibt noch weiterführende Untersuchungen (Urodynamik, bildgebende Untersuchungen des Unterleibs, Blasenspiegelung,...), mit welchen man den Ursachen für eine Blasenentleerungsstörung besser auf den Grund gehen kann. Natürlich liegt es an den Ärzten zu entscheiden, was sinnvoll ist.

Ich würde da bei Leonie (und auch bei Dir!) dranbleiben. Ich war sehr lange in einer ähnlichen Situation wie Du, habe meine Entleerungsprobleme im Alltag einigermassen gut mit Toilettenplanung und in kritischen Situationen Hilfsmitteln gemeistert. Vor 10 Jahren (da war ich so alt wie Du) begann es schlechter zu werden. Ich hatte mehr Unfälle in der Nacht und musste immer öfter bereits auf dem Weg zur Arbeit panikartig wieder eine Toilette im Bahnhof oder im Zug aufsuchen. Irgendwann musste ich mir eingestehen, dass ich die Blase nicht wirklich kontrollieren kann und ging endlich zum Arzt. Heute habe so gut wie keine Kontrolle über die Blase und versuche in erster Linie sicherzustellen, dass die Inkontinenz keine gesundheitlichen Probleme, vor allem für die Niere und die Blase verursacht.

Das heisst nicht, dass es Euch gleich ergehen soll, das wünsche ich Euch keinesfalls! Es ist zwar nicht erwiesen, dass meine heutige Inkontinenz mit den Problemen aus der Vergangenheit zusammenhängt, aber ich denke schon, dass ich besser da stehen würde, wenn man mich als Kind genauer untersucht hätte. Ich war damals nicht einmal bei einem Urologen, nur der Kinderarzt nahm eine Urinprobe und gab mir ein Heft in welchem ich mit Klebern die trockenen Tage und Nächte markieren sollte..... Zum Beispiel habe ich erst dank der urologischen Untersuchungen gemerkt, dass ich mein Leben lang falsch die Blase entleert habe (immer mit Pressen, und dazwischen war der Strahl unterbrochen). Ebenfalls wurde mit der Inkontinenz entdeckt, dass bei mir eine ausgeprägte Form der Spina bifida occulta vorliegt, was meine lebenslange Schwierigkeiten bei der Blasen und Stuhlentleerung erklären könnte.

Herzliche Grüsse
Martin
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