Frage Nächtliches einnässen
- lele
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2 Wochen 4 Tage her - 2 Wochen 4 Tage her #53061 von lele
Nächtliches einnässen wurde erstellt von lele
Hallo zusammen,
ich lese hier schon länger still mit und möchte mich nun selbst einmal an euch wenden.
Ich bin 19 Jahre alt und leide seit meinem 6. Lebensjahr unter nächtlichem Einnässen. Als Kind war ich mit etwa 2½ Jahren bereits trocken, weshalb das erneute Einnässen damals sehr plötzlich und unerwartet begann. Seitdem begleitet mich das Problem bis heute.
Körperlich ist laut Ärzten alles in Ordnung – ich bin über viele Jahre von Arzt zu Arzt gegangen, ohne dass eine organische Ursache gefunden wurde. Psychisch belastet mich das Ganze jedoch sehr. Vor einigen Monaten habe ich mich deshalb in psychologische Behandlung begeben, und inzwischen ist klar, dass mein Bettnässen psychosomatische Ursachen hat.
Leider habe ich bisher keinen wirklich guten oder für mich annehmbaren Umgang damit gefunden. Ich habe vieles ausprobiert, unter anderem:
Nichts davon hat mir bisher wirklich geholfen, mich besser oder entspannter mit der Situation zu fühlen.
Deshalb meine Frage an euch:
Hat jemand von euch vielleicht Ideen, Erfahrungen oder Strategien, die helfen könnten, besser mit nächtlichem Einnässen umzugehen – besonders auf psychischer Ebene oder im Alltag? Ich wäre sehr dankbar für jeden Hinweis oder persönlichen Erfahrungsbericht.
Vielen Dank fürs Lesen und für eure Unterstützung.
Liebe Grüße
ich lese hier schon länger still mit und möchte mich nun selbst einmal an euch wenden.
Ich bin 19 Jahre alt und leide seit meinem 6. Lebensjahr unter nächtlichem Einnässen. Als Kind war ich mit etwa 2½ Jahren bereits trocken, weshalb das erneute Einnässen damals sehr plötzlich und unerwartet begann. Seitdem begleitet mich das Problem bis heute.
Körperlich ist laut Ärzten alles in Ordnung – ich bin über viele Jahre von Arzt zu Arzt gegangen, ohne dass eine organische Ursache gefunden wurde. Psychisch belastet mich das Ganze jedoch sehr. Vor einigen Monaten habe ich mich deshalb in psychologische Behandlung begeben, und inzwischen ist klar, dass mein Bettnässen psychosomatische Ursachen hat.
Leider habe ich bisher keinen wirklich guten oder für mich annehmbaren Umgang damit gefunden. Ich habe vieles ausprobiert, unter anderem:
- Windeln bzw. Inkontinenzmaterial
- Klingelhosen
- abends weniger trinken
- Ernährungsumstellungen
- undurchlässige Bettlaken und ähnliche Hilfsmittel
Nichts davon hat mir bisher wirklich geholfen, mich besser oder entspannter mit der Situation zu fühlen.
Deshalb meine Frage an euch:
Hat jemand von euch vielleicht Ideen, Erfahrungen oder Strategien, die helfen könnten, besser mit nächtlichem Einnässen umzugehen – besonders auf psychischer Ebene oder im Alltag? Ich wäre sehr dankbar für jeden Hinweis oder persönlichen Erfahrungsbericht.
Vielen Dank fürs Lesen und für eure Unterstützung.
Liebe Grüße
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- MichaelDah
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2 Wochen 4 Tage her #53062 von MichaelDah
MichaelDah antwortete auf Nächtliches einnässen
Hallo lele,
Erstmal willkommen - nun auch als aktive Teilnehmerin
. Vielleicht zunächst noch eine Frage - der Vollständigkeit halber: Desmopressin hattest du auch schon versucht?
Wenn das auch nicht funktioniert hat, ist die Idee, das mit einem Psychologen anzugehen, eine gute Sache. Prinzipiell kann das oft ein zweiteiliges Problem sein. Einerseits macht einen das Problem selbst fertig und zum anderen können da manchmal auch noch verdrängte Traumata aus der Kindheit dahinter stecken, die aufgearbeitet werden können.
Der Weg zum Erfolg kann durchaus eine Weile dauern - bis dahin sollte man versuchen, Lösungen für sich zu finden, die irgendwie funktionieren.
Ich persönlich kenne das Problem auch, und es ist gerade in letzter Zeit, ist es bei mir wieder schlimmer geworden. Bei mir ist das ein neurologisches Problem - aber im Ergebnis genau so deprimierend. Bislang bin ich nachts sehr oft aufgewacht. Nicht von der Blase, sondern einfach so. Mit meiner Reflexblase bin ich zwar nie auf die Toilette gekommen - aber irgendwann habe ich es geschafft, das Problem mit einer Bettflasche zu lösen und konnte so ohne Hilfsmittel schlafen. Das ging das vielleicht zwei oder drei Mal im Monat schief, aber ich fand das einen guten Kompromiss, denn ich wollte wenigstens nachts auf Hilfsmittel verzichten. Nur geschlafen habe ich richtig schlecht.
Ich hatte eine waschbare Bettvorlage unter dem Laken. Wenn es schief gegangen ist, musste ich halt das Laken abziehen, aber dafür brauchte ich keine Hilfsmittel nachts. Unter das Laken hatte ich die Bettvorlage deshalb gemacht, weil das nicht so krank aussieht und sie außerdem nicht wegrutscht. Also eigentlich ein brauchbarer Kompromiss.
Dieses Jahr hatte mich die laufende Müdigkeit komplett genervt, und ich war bei einem HNO. Der hat mir ein Schlafanalysegerät für eine Nacht mitgegeben, um mal zu sehen, was da so los ist. Ergebnis: Wenn ich auf dem Rücken schlafe, bekomme ich keine Luft und wache auf - toll… Simple Lösung des HNO: Tennisbälle auf den Rücken, damit man nicht auf dem Rücken schläft.
Tja, was soll ich sagen - es hat funktioniert. Ich schaffe es jetzt auch ohne die Tennisbälle, auf der Seite zu schlafen, und ich schlafe jetzt fast jede Nacht durch - also eigentlich ein Erfolg. Vorteil: Ich bin definitiv erholter als vorher, und es ist bestimmt gesünder, als vom Sauerstoffmangel alle Nase lang aufzuwachen. Nachteil: Jetzt geht es nicht mehr ohne Hilfsmittel, denn immer wenn ich durchschlafe, bin ich nass. Wecker hab ich schon versucht - bringt leider nicht wirklich was - ist dann vermutlich einmal weniger… Mieser Nebeneffekt: Die Bettvorlage ist jetzt auch wieder auf das Bett gewandert, denn beim seitlichen Schlafen ist das HiMi leider öfter mal überfordert…
Alternative: CPAP. Da kann ich dann auch wieder auf dem Rücken schlafen und schnarche vermutlich auch nicht mehr. Dafür gibt’s dann aber so eine tolle Beatmungsmaske - echt gemütlich - will ich mir noch nicht geben…
Tja, wie gehe ich damit um? Ich hab das Problem noch nicht so lange wie du und wenigstens bei mir ging das Spektrum von Angst über Wut, der intensiven Suche nach Lösungen bis zu einem „ist zwar scheiße, aber irgendwie muss es ja weitergehen“.
Ich glaube, es gibt kein Patentrezept, wie man mit so einem Problem umgeht. Dein Weg, es mit einem Psychologen zu versuchen, ist gut und vielleicht ist er auch bezüglich der Enuresis erfolgreich - ich wünsche es dir auf jeden Fall.
Bis es soweit ist, kann man eigentlich nur versuchen, sich irgendwie mit der Sache zu arrangieren und sich davon nicht das Leben kaputtmachen zu lassen. Das ist mit 19 sicher noch mal viel schwieriger als mit knapp 60, aber wirklich einfach ist es definitiv nie.
Inkontinenz ist nichts für Angsthasen und man braucht eine ordentliche Portion Selbstvertrauen und Mut, um damit für sich halbwegs gut umgehen zu können und sich nicht trübselig in seiner Wohnung einzuschließen. Die schlechte Nachricht dabei: Der Weg zum Selbstvertrauen ist oft schwer und es braucht viel Energie, die eigenen Ängste zu überwinden und schlechte Erfahrungen zu überschreiben oder neu einzuordnen. Die gute Nachricht: Wenn du es schaffst, damit klarzukommen, hilft dir das auch in vielen anderen Situationen und du wirst staunen, wie viel Kraft du auf einmal bekommst und wie viele Dinge möglich werden.
Ich wünsche dir jedenfalls einen tollen Jahresanfang und viel Mut dabei, dich da voran zu arbeiten.
Viele Grüße
Michael
Erstmal willkommen - nun auch als aktive Teilnehmerin
Wenn das auch nicht funktioniert hat, ist die Idee, das mit einem Psychologen anzugehen, eine gute Sache. Prinzipiell kann das oft ein zweiteiliges Problem sein. Einerseits macht einen das Problem selbst fertig und zum anderen können da manchmal auch noch verdrängte Traumata aus der Kindheit dahinter stecken, die aufgearbeitet werden können.
Der Weg zum Erfolg kann durchaus eine Weile dauern - bis dahin sollte man versuchen, Lösungen für sich zu finden, die irgendwie funktionieren.
Ich persönlich kenne das Problem auch, und es ist gerade in letzter Zeit, ist es bei mir wieder schlimmer geworden. Bei mir ist das ein neurologisches Problem - aber im Ergebnis genau so deprimierend. Bislang bin ich nachts sehr oft aufgewacht. Nicht von der Blase, sondern einfach so. Mit meiner Reflexblase bin ich zwar nie auf die Toilette gekommen - aber irgendwann habe ich es geschafft, das Problem mit einer Bettflasche zu lösen und konnte so ohne Hilfsmittel schlafen. Das ging das vielleicht zwei oder drei Mal im Monat schief, aber ich fand das einen guten Kompromiss, denn ich wollte wenigstens nachts auf Hilfsmittel verzichten. Nur geschlafen habe ich richtig schlecht.
Ich hatte eine waschbare Bettvorlage unter dem Laken. Wenn es schief gegangen ist, musste ich halt das Laken abziehen, aber dafür brauchte ich keine Hilfsmittel nachts. Unter das Laken hatte ich die Bettvorlage deshalb gemacht, weil das nicht so krank aussieht und sie außerdem nicht wegrutscht. Also eigentlich ein brauchbarer Kompromiss.
Dieses Jahr hatte mich die laufende Müdigkeit komplett genervt, und ich war bei einem HNO. Der hat mir ein Schlafanalysegerät für eine Nacht mitgegeben, um mal zu sehen, was da so los ist. Ergebnis: Wenn ich auf dem Rücken schlafe, bekomme ich keine Luft und wache auf - toll… Simple Lösung des HNO: Tennisbälle auf den Rücken, damit man nicht auf dem Rücken schläft.
Tja, was soll ich sagen - es hat funktioniert. Ich schaffe es jetzt auch ohne die Tennisbälle, auf der Seite zu schlafen, und ich schlafe jetzt fast jede Nacht durch - also eigentlich ein Erfolg. Vorteil: Ich bin definitiv erholter als vorher, und es ist bestimmt gesünder, als vom Sauerstoffmangel alle Nase lang aufzuwachen. Nachteil: Jetzt geht es nicht mehr ohne Hilfsmittel, denn immer wenn ich durchschlafe, bin ich nass. Wecker hab ich schon versucht - bringt leider nicht wirklich was - ist dann vermutlich einmal weniger… Mieser Nebeneffekt: Die Bettvorlage ist jetzt auch wieder auf das Bett gewandert, denn beim seitlichen Schlafen ist das HiMi leider öfter mal überfordert…
Alternative: CPAP. Da kann ich dann auch wieder auf dem Rücken schlafen und schnarche vermutlich auch nicht mehr. Dafür gibt’s dann aber so eine tolle Beatmungsmaske - echt gemütlich - will ich mir noch nicht geben…
Tja, wie gehe ich damit um? Ich hab das Problem noch nicht so lange wie du und wenigstens bei mir ging das Spektrum von Angst über Wut, der intensiven Suche nach Lösungen bis zu einem „ist zwar scheiße, aber irgendwie muss es ja weitergehen“.
Ich glaube, es gibt kein Patentrezept, wie man mit so einem Problem umgeht. Dein Weg, es mit einem Psychologen zu versuchen, ist gut und vielleicht ist er auch bezüglich der Enuresis erfolgreich - ich wünsche es dir auf jeden Fall.
Bis es soweit ist, kann man eigentlich nur versuchen, sich irgendwie mit der Sache zu arrangieren und sich davon nicht das Leben kaputtmachen zu lassen. Das ist mit 19 sicher noch mal viel schwieriger als mit knapp 60, aber wirklich einfach ist es definitiv nie.
Inkontinenz ist nichts für Angsthasen und man braucht eine ordentliche Portion Selbstvertrauen und Mut, um damit für sich halbwegs gut umgehen zu können und sich nicht trübselig in seiner Wohnung einzuschließen. Die schlechte Nachricht dabei: Der Weg zum Selbstvertrauen ist oft schwer und es braucht viel Energie, die eigenen Ängste zu überwinden und schlechte Erfahrungen zu überschreiben oder neu einzuordnen. Die gute Nachricht: Wenn du es schaffst, damit klarzukommen, hilft dir das auch in vielen anderen Situationen und du wirst staunen, wie viel Kraft du auf einmal bekommst und wie viele Dinge möglich werden.
Ich wünsche dir jedenfalls einen tollen Jahresanfang und viel Mut dabei, dich da voran zu arbeiten.
Viele Grüße
Michael
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- Fliegenfänger
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2 Wochen 3 Tage her #53063 von Fliegenfänger
Fliegenfänger antwortete auf Nächtliches einnässen
Hallo Lele
Schön bist du da! Herzlich willkommen!
Auch ich war als Kind Bettnässer. Ich hatte eine schwierige Kindheit und nässte nicht jede Nacht, aber ab und zu ein. Das gab damals jedesmal ein Drama: ich sei nur zu faul, um auf die Toilette zu gehen, bekam ich jeweils zu hören … ich hatte Panik, wenn es passierte … mit zunehmendem Alter (Adoleszenz) verschwand das Problem.
Heute bin ich aufgrund einer Operation seit über 10 Jahren inkontinent, trage Tag und Nacht Hilfsmittel, aber ich kann unterdessen damit leben. Ich denke, es gibt Schlimmeres.
Aber nun zu dir. Ja, die Psyche kann vieles mit dem Körper anstellen: Rücken-, Bauch-, Kopfschmerzen, oder wie bei dir, eine nächtliche Inkontinenz. Ich selber arbeite seit vielen Jahren in der Pflege einer Psychiatrischen Therapiestation für Kinder und Jugendliche und sehe solches tagtäglich. Mit fortschreitendem Erfolg einer psychotherapeutischen Behandlung können (müssen aber nicht) die körperlichen Symptome verschwinden. Es kann aber auch sein, dass die Symptome der Inkontinenz direkt auf den Körper einwirken, wie beispielsweise bei einer Anorexie, wo Muskeln, in diesem Fall der Beckenboden geschwächt wird. Da braucht es dann erst einmal Hilfsmittel (Einlagen, Pants, Windeln etc.), Physiotherapie (Beckenbodentraining) und zuallererst natürlich eine Gewichtszunahme und natürlich die begleitende Psychotherapie.
Du schreibst, dass alle somatischen Untersuchungen gemacht und keine körperliche Ursache gefunden wurde. Dann kann es durchaus sein, dass der Körper mit einem «Loslassen» nachts vom psychischen Problem reagiert. Wenn das so ist, dann heisst es für dich viel Geduld haben, vor allem mit dir selbst. Ein Psychisches Problem verschwindet nicht mit einer Tablette, es braucht Zeit, umso mehr, wenn dieses schon lange anhält. Medikamente können dich bestenfalls unterstützen, sie lösen dein Problem nicht. Und wichtig: die Therapie nützt nur, wenn du mitarbeitest. Eine Therapie ist nicht viel mehr als eine «Gehhilfe».
Du bist noch sehr jung. Deshalb kann es auch sein, dass sich das nächtliche Einnässen mit den Jahren wieder verliert, ähnlich wie bei mir.
Vorerst kann ich dir nur raten, nachts ein Hilfsmittel zu tragen und eine Bettunterlage als Schutz direkt unter dem Körper. Das ist wichtig, damit du dich psychisch mit der Inkontinenz nicht noch mehr belastest. Nimm diese im Moment als gegeben. Konzentriere dich auf dein Psychisches Problem, womöglich gibt sich das körperliche Symptom dann von selbst. Ganz wichtig auch: du brauchst dich um Himmelswillen nicht zu schämen! Inkontinenz ist kein Weltuntergang und gegen nächtliches Einnässen gibt es auch Medikamente, soviel ich weiss.
Ach ja, du bist hier anonym unterwegs, kannst auch etwas mehr von dir erzählen, dann kann dir vielleicht auch spezifischer geholfen werden … wenn du Fragen hast, frag.
Alles Gute und Liebe Grüsse
Markus
Schön bist du da! Herzlich willkommen!
Auch ich war als Kind Bettnässer. Ich hatte eine schwierige Kindheit und nässte nicht jede Nacht, aber ab und zu ein. Das gab damals jedesmal ein Drama: ich sei nur zu faul, um auf die Toilette zu gehen, bekam ich jeweils zu hören … ich hatte Panik, wenn es passierte … mit zunehmendem Alter (Adoleszenz) verschwand das Problem.
Heute bin ich aufgrund einer Operation seit über 10 Jahren inkontinent, trage Tag und Nacht Hilfsmittel, aber ich kann unterdessen damit leben. Ich denke, es gibt Schlimmeres.
Aber nun zu dir. Ja, die Psyche kann vieles mit dem Körper anstellen: Rücken-, Bauch-, Kopfschmerzen, oder wie bei dir, eine nächtliche Inkontinenz. Ich selber arbeite seit vielen Jahren in der Pflege einer Psychiatrischen Therapiestation für Kinder und Jugendliche und sehe solches tagtäglich. Mit fortschreitendem Erfolg einer psychotherapeutischen Behandlung können (müssen aber nicht) die körperlichen Symptome verschwinden. Es kann aber auch sein, dass die Symptome der Inkontinenz direkt auf den Körper einwirken, wie beispielsweise bei einer Anorexie, wo Muskeln, in diesem Fall der Beckenboden geschwächt wird. Da braucht es dann erst einmal Hilfsmittel (Einlagen, Pants, Windeln etc.), Physiotherapie (Beckenbodentraining) und zuallererst natürlich eine Gewichtszunahme und natürlich die begleitende Psychotherapie.
Du schreibst, dass alle somatischen Untersuchungen gemacht und keine körperliche Ursache gefunden wurde. Dann kann es durchaus sein, dass der Körper mit einem «Loslassen» nachts vom psychischen Problem reagiert. Wenn das so ist, dann heisst es für dich viel Geduld haben, vor allem mit dir selbst. Ein Psychisches Problem verschwindet nicht mit einer Tablette, es braucht Zeit, umso mehr, wenn dieses schon lange anhält. Medikamente können dich bestenfalls unterstützen, sie lösen dein Problem nicht. Und wichtig: die Therapie nützt nur, wenn du mitarbeitest. Eine Therapie ist nicht viel mehr als eine «Gehhilfe».
Du bist noch sehr jung. Deshalb kann es auch sein, dass sich das nächtliche Einnässen mit den Jahren wieder verliert, ähnlich wie bei mir.
Vorerst kann ich dir nur raten, nachts ein Hilfsmittel zu tragen und eine Bettunterlage als Schutz direkt unter dem Körper. Das ist wichtig, damit du dich psychisch mit der Inkontinenz nicht noch mehr belastest. Nimm diese im Moment als gegeben. Konzentriere dich auf dein Psychisches Problem, womöglich gibt sich das körperliche Symptom dann von selbst. Ganz wichtig auch: du brauchst dich um Himmelswillen nicht zu schämen! Inkontinenz ist kein Weltuntergang und gegen nächtliches Einnässen gibt es auch Medikamente, soviel ich weiss.
Ach ja, du bist hier anonym unterwegs, kannst auch etwas mehr von dir erzählen, dann kann dir vielleicht auch spezifischer geholfen werden … wenn du Fragen hast, frag.
Alles Gute und Liebe Grüsse
Markus
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- martinK
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2 Wochen 2 Tage her #53072 von martinK
martinK antwortete auf Nächtliches einnässen
Hallo Lele
Ich möchte noch einen vielleicht wichtigen Punkt anbringen.
Natürlich kann Bettnässen oder Inkontinenz aufgrund der Neurologie mit psychischen Problemen zusammenhängen. Aber Du bist in einem Alter, in welchem die Niere in der Nacht eigentlich nicht genug Harn produzieren sollte, damit Du mit einer gesunden Blase während der Nacht Probleme mit der Kontinenz haben solltest. D.h. Eine junge erwachsene Person müsste unabhängig von der Psyche während der Nacht ohne Toilettenbesuch auskommen. Wie Markus schrieb, hört bei den meisten Betroffenen das Bettnässen im Teenageralter von alleine auf, wenn der Körper sich so weit entwickelt hat, dass Harnbildung und Entleerung normal funktionieren. Später wenn man älter wird, ändert sich dies leider wieder.
Wenn Dir die psychologische Beratung guttut, gibt es natürlich keinen Grund, sie nicht durchzuführen. Ich persönlich würde die Diagnose, dass Dein Bettnässen psychosomatisch bedingt sei, aber mit einer gewissen Skepsis betrachten. Nur weil die Ärzte nichts fanden, bedeutet nicht, dass keine körperliche Ursache vorliegt.
Wie sieht es mit der Blase tagsüber aus? Gibt es da Auffälligkeiten, wie zum Beispiel sehr häufiges (> 4-8 Mal pro Tag) Entleeren oder häufiger Harndrang?
Ich war als Kind auch Bettnässer und eine Zeit lang auch tagsüber inkontinent. Erst im Erwachsenenalter wurde eine ausgeprägte Spina bifida occulta entdeckt, welche vermutlich die Ursache für das Problem war.
Übrigens ist jede 50-bis 100-ste junge erwachsene Person von Bettnässen betroffen. Du bist also nicht allein, sondern das Problem ist ziemlich verbreitet.
Herzliche Grüsse
Martin
Ich möchte noch einen vielleicht wichtigen Punkt anbringen.
Natürlich kann Bettnässen oder Inkontinenz aufgrund der Neurologie mit psychischen Problemen zusammenhängen. Aber Du bist in einem Alter, in welchem die Niere in der Nacht eigentlich nicht genug Harn produzieren sollte, damit Du mit einer gesunden Blase während der Nacht Probleme mit der Kontinenz haben solltest. D.h. Eine junge erwachsene Person müsste unabhängig von der Psyche während der Nacht ohne Toilettenbesuch auskommen. Wie Markus schrieb, hört bei den meisten Betroffenen das Bettnässen im Teenageralter von alleine auf, wenn der Körper sich so weit entwickelt hat, dass Harnbildung und Entleerung normal funktionieren. Später wenn man älter wird, ändert sich dies leider wieder.
Wenn Dir die psychologische Beratung guttut, gibt es natürlich keinen Grund, sie nicht durchzuführen. Ich persönlich würde die Diagnose, dass Dein Bettnässen psychosomatisch bedingt sei, aber mit einer gewissen Skepsis betrachten. Nur weil die Ärzte nichts fanden, bedeutet nicht, dass keine körperliche Ursache vorliegt.
Wie sieht es mit der Blase tagsüber aus? Gibt es da Auffälligkeiten, wie zum Beispiel sehr häufiges (> 4-8 Mal pro Tag) Entleeren oder häufiger Harndrang?
Ich war als Kind auch Bettnässer und eine Zeit lang auch tagsüber inkontinent. Erst im Erwachsenenalter wurde eine ausgeprägte Spina bifida occulta entdeckt, welche vermutlich die Ursache für das Problem war.
Übrigens ist jede 50-bis 100-ste junge erwachsene Person von Bettnässen betroffen. Du bist also nicht allein, sondern das Problem ist ziemlich verbreitet.
Herzliche Grüsse
Martin
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- martinK
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2 Wochen 2 Tage her #53073 von martinK
martinK antwortete auf Nächtliches einnässen
…ich habe in meinem letzten Beitrag vergessen, auf Deine eigentlichen Fragen einzugehen. Das möchte ich nun nachholen.
- Mich belastet die Inkontinenz am wenigsten, wenn ich aktiv bin, Sport treibe, musiziere oder etwas mit Freunden und Familie unternehme.
- Inkontinenz/Bettnässen ist mühsam und frustrierend, aber selten einschränkend. Dieses Bewusstsein hilft mir sehr, es gibt ganz viele Leiden und Krankheiten, die viel schlimmer sind.
- Ebenfalls helfen mir Routinen beim täglichen Umgang mit der Inkontinenz. Insbesondere versuche ich, Stresssituationen, die mit der Inkontinenz zusammenhängen, zu vermeiden. Als Kind/Teenager war ich auch Bettnässer. Da war vor allem das Übernachten ausser Haus ein grosser Stressfaktor. Das legte sich, als ich akzeptierte, dann Windeln zu tragen. Zu Hause reichte eine wasserdichte Unterlage.
- Ich trage Hilfsmittel, die sich so weit es geht, angenehm anfühlen, nicht auffallen und mich zuverlässig schützen, ohne dass ich Nässe spüre. Du bist ja schon viele Jahre mit dem Problem betroffen, so dass ich Dir nicht wirklich einen Tipp betreffend Wäscheschutz geben kann. Da hilft wohl nur probieren. Falls Du nicht gleich das Bett flutest, könnten Pants eine gute Lösung sein. Mittlerweile gibt es sehr dünne aber dennoch saugfähige Modelle.
- Vielleicht merkst Du, wann Du bessere und wann schlechtere Nächte hast. Als junger Erwachsener nässte ich nur selten ein und meist hatte es einen konkreten Grund dafür wie zu wenig Schlaf, Alkohol (auch in geringen Mengen) oder Stress. Ich stellte mich dann auf die Situation ein, psychisch, und was den Wäscheschutz anging.
Ich hoffe, das hilft etwas
Herzliche Grüsse
Martin
- Mich belastet die Inkontinenz am wenigsten, wenn ich aktiv bin, Sport treibe, musiziere oder etwas mit Freunden und Familie unternehme.
- Inkontinenz/Bettnässen ist mühsam und frustrierend, aber selten einschränkend. Dieses Bewusstsein hilft mir sehr, es gibt ganz viele Leiden und Krankheiten, die viel schlimmer sind.
- Ebenfalls helfen mir Routinen beim täglichen Umgang mit der Inkontinenz. Insbesondere versuche ich, Stresssituationen, die mit der Inkontinenz zusammenhängen, zu vermeiden. Als Kind/Teenager war ich auch Bettnässer. Da war vor allem das Übernachten ausser Haus ein grosser Stressfaktor. Das legte sich, als ich akzeptierte, dann Windeln zu tragen. Zu Hause reichte eine wasserdichte Unterlage.
- Ich trage Hilfsmittel, die sich so weit es geht, angenehm anfühlen, nicht auffallen und mich zuverlässig schützen, ohne dass ich Nässe spüre. Du bist ja schon viele Jahre mit dem Problem betroffen, so dass ich Dir nicht wirklich einen Tipp betreffend Wäscheschutz geben kann. Da hilft wohl nur probieren. Falls Du nicht gleich das Bett flutest, könnten Pants eine gute Lösung sein. Mittlerweile gibt es sehr dünne aber dennoch saugfähige Modelle.
- Vielleicht merkst Du, wann Du bessere und wann schlechtere Nächte hast. Als junger Erwachsener nässte ich nur selten ein und meist hatte es einen konkreten Grund dafür wie zu wenig Schlaf, Alkohol (auch in geringen Mengen) oder Stress. Ich stellte mich dann auf die Situation ein, psychisch, und was den Wäscheschutz anging.
Ich hoffe, das hilft etwas
Herzliche Grüsse
Martin
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- Maxi0906
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1 Woche 6 Tage her #53083 von Maxi0906
Maxi0906 antwortete auf Nächtliches einnässen
Hi Lele,
ich bin selbst 19 und nun seit fast 2 Jahren aufgrund einer Komplikation bei einer Operation Inkontinent.
Natürlich kann ich dir nicht sagen was die Ursache für das Bettnässen ist..., ich kann dir aber sagen wie ich damit umgehe bzw. gelernt habe damit umzugehen.
Nachdem ich Inkontinent wurde, konnte ich das überhaupt nicht akzeptieren. Ich war 17 und die Ärzte meinten ich werde von nun an auf Inkontinenzhilfsmittel angewiesen sein. Weil ich das nicht glauben wollte, versuchte ich es noch ein paar Wochen ohne Hilfsmittel auszukommen.
Mehrmals am Tag gab es "Unfälle" und die Hose wurde immer wieder nass, ich hab schnell gemerkt, dass mich das eigentlich mehr belastet als das eigentliche tragen einer "Windel". Anfangs fühlte ich mich richtig unwohl beim tragen von Slips, ich schämte mich dafür und hatte das Gefühl jeder würde sie sehen können.
Naja... worauf ich eigentlich hinaus will. Nun nach fast 2 Jahren hab ich die Inkontinenz akzeptiert so gut es geht, das Inkontinenzmaterial ist zum Teil von mir geworden und hat dazu geführt, dass ich mich draußen wieder sicher fühle. Mittlerweile wissen meine engsten Freunde von meiner Krankheit, was für mich ein total befreiendes Gefühl war, da ich mich (zumindest vor ihnen) nicht mehr verstecken musste.
Mein Rat an dich also: Selbstverständlich ist deine Situation belastend, aber mach das beste daraus. Akzeptiere, dass du auf Hilfsmittel angewiesen bist. Aber am wichtigsten... gib nicht auf! Es wird sicher einen Grund für das Bettnässen geben, es ist nur eine Frage der Zeit bis man den Ursache findet.
Maxi
ich bin selbst 19 und nun seit fast 2 Jahren aufgrund einer Komplikation bei einer Operation Inkontinent.
Natürlich kann ich dir nicht sagen was die Ursache für das Bettnässen ist..., ich kann dir aber sagen wie ich damit umgehe bzw. gelernt habe damit umzugehen.
Nachdem ich Inkontinent wurde, konnte ich das überhaupt nicht akzeptieren. Ich war 17 und die Ärzte meinten ich werde von nun an auf Inkontinenzhilfsmittel angewiesen sein. Weil ich das nicht glauben wollte, versuchte ich es noch ein paar Wochen ohne Hilfsmittel auszukommen.
Mehrmals am Tag gab es "Unfälle" und die Hose wurde immer wieder nass, ich hab schnell gemerkt, dass mich das eigentlich mehr belastet als das eigentliche tragen einer "Windel". Anfangs fühlte ich mich richtig unwohl beim tragen von Slips, ich schämte mich dafür und hatte das Gefühl jeder würde sie sehen können.
Naja... worauf ich eigentlich hinaus will. Nun nach fast 2 Jahren hab ich die Inkontinenz akzeptiert so gut es geht, das Inkontinenzmaterial ist zum Teil von mir geworden und hat dazu geführt, dass ich mich draußen wieder sicher fühle. Mittlerweile wissen meine engsten Freunde von meiner Krankheit, was für mich ein total befreiendes Gefühl war, da ich mich (zumindest vor ihnen) nicht mehr verstecken musste.
Mein Rat an dich also: Selbstverständlich ist deine Situation belastend, aber mach das beste daraus. Akzeptiere, dass du auf Hilfsmittel angewiesen bist. Aber am wichtigsten... gib nicht auf! Es wird sicher einen Grund für das Bettnässen geben, es ist nur eine Frage der Zeit bis man den Ursache findet.
Maxi
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