Frage ISK bei stark schwankender Urinproduktion - Tipps gesucht
- formica
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6 Tage 3 Stunden her #53680 von formica
ISK bei stark schwankender Urinproduktion - Tipps gesucht wurde erstellt von formica
Ich habe eine neurogene Blase mit 700 ml Restharn, die ich seit einem Jahr per ISK auf weniger als 500 ml Füllmenge halten soll. Dazu katheterisiere ich nach Zeitplan 7 Mal am Tag und schaffe es, meistens unter 500 ml zu bleiben.
Letztens meinte ein Arzt zu mir, dass ich "überkatheterisiere" und weniger oft und mehr bedarfsorientiert kathetern soll. Das stellt mich vor mindestens drei Herausforderungen, für die ich Ratschläge suche:
A. Ich habe kein Gefühl für meinen Blasenfüllstand (vermutlich eine Folge meiner Multiplen Sklerose). Manchmal läuft die Blase auf 700 ml voll und ich spüre es nicht.
B. Die Menge an Urin pro Zeiteinheit schwankt bei mir sehr stark. Manchmal sind es 25-50 ml pro Stunde, "üblich" sind 100 ml pro Stunde, aber manchmal sind es schwallartig 300 ml in weniger als einer halben Stunde. Es koreliert überhaupt nicht mit meinen Trinkmengen - ich trinke jeden Tag das Gleiche zur gleichen Uhrzeit. Ich meide alle mir bekannten harntreibenden Lebensmittel (z.B. Spargel oder frische Kartoffeln). Zusammen mit A ergibt das ein großes Maß an Unsicherheit, wann ich das nächste Mal bedarfsorientiert katheterisieren sollte.
C. Um in dieser Situation überhaupt eine gewisse Planbarkeit zu bekommen, habe ich mir einen Ultraschall-Blasenscanner gekauft, mit dem ich den aktuellen Füllstand messen kann. Ich kann mich aber realistisch nicht alle halbe Stunde scannen, um die "Flushes" rechtzeitig zu bemerken, schon gar nicht nachts.
Meine konkreten Fragen sind:
1. Was könnte ich tun, um die Blasenfüllmenge wieder zu spüren? Helfen hier Sportübungen, Ergotherapie oder ähnliches?
2. Was hat es mit den starken Harnmengenschwankungen auf sich? Ich war mit der Fragestellung bereits bei meinem Urologen, der das als normal angesehen hat. Könnte es da Ursachen oder Auslöser geben, die ich aktuell noch nicht sehe?
3. Hat jemand Erfahrungen mit einem Dauer-Blasenscanner gemacht? Sind diese Geräte zuverlässig, auch wenn man normal läuft, sitzt und lebt?
Ein paar Infos zu mir:
Ich bin männlich, 48 Jahre alt und lebe seit 32 Jahren mit Multipler Sklerose. Eigentlich lebe ich ein normales Leben, doch eine Langzeitfolge ist die neurogene Blase (nicht durch einen aktuellen Schub ausgelöst), die nach einem akuten Harnverhalt Anfang letzten Jahres und der hohen Restharnmenge ISK-pflichtig ist. Die ISK prägt seitdem meinen Alltag, ich beschreibe ihn als "stark wohnungsorientiert". Ich musste viele meiner Hobbies und auch nebenberufliches Engagement deshalb aufgeben und würde gerne wenigstens die ISK gut bewältigen.
Letztens meinte ein Arzt zu mir, dass ich "überkatheterisiere" und weniger oft und mehr bedarfsorientiert kathetern soll. Das stellt mich vor mindestens drei Herausforderungen, für die ich Ratschläge suche:
A. Ich habe kein Gefühl für meinen Blasenfüllstand (vermutlich eine Folge meiner Multiplen Sklerose). Manchmal läuft die Blase auf 700 ml voll und ich spüre es nicht.
B. Die Menge an Urin pro Zeiteinheit schwankt bei mir sehr stark. Manchmal sind es 25-50 ml pro Stunde, "üblich" sind 100 ml pro Stunde, aber manchmal sind es schwallartig 300 ml in weniger als einer halben Stunde. Es koreliert überhaupt nicht mit meinen Trinkmengen - ich trinke jeden Tag das Gleiche zur gleichen Uhrzeit. Ich meide alle mir bekannten harntreibenden Lebensmittel (z.B. Spargel oder frische Kartoffeln). Zusammen mit A ergibt das ein großes Maß an Unsicherheit, wann ich das nächste Mal bedarfsorientiert katheterisieren sollte.
C. Um in dieser Situation überhaupt eine gewisse Planbarkeit zu bekommen, habe ich mir einen Ultraschall-Blasenscanner gekauft, mit dem ich den aktuellen Füllstand messen kann. Ich kann mich aber realistisch nicht alle halbe Stunde scannen, um die "Flushes" rechtzeitig zu bemerken, schon gar nicht nachts.
Meine konkreten Fragen sind:
1. Was könnte ich tun, um die Blasenfüllmenge wieder zu spüren? Helfen hier Sportübungen, Ergotherapie oder ähnliches?
2. Was hat es mit den starken Harnmengenschwankungen auf sich? Ich war mit der Fragestellung bereits bei meinem Urologen, der das als normal angesehen hat. Könnte es da Ursachen oder Auslöser geben, die ich aktuell noch nicht sehe?
3. Hat jemand Erfahrungen mit einem Dauer-Blasenscanner gemacht? Sind diese Geräte zuverlässig, auch wenn man normal läuft, sitzt und lebt?
Ein paar Infos zu mir:
Ich bin männlich, 48 Jahre alt und lebe seit 32 Jahren mit Multipler Sklerose. Eigentlich lebe ich ein normales Leben, doch eine Langzeitfolge ist die neurogene Blase (nicht durch einen aktuellen Schub ausgelöst), die nach einem akuten Harnverhalt Anfang letzten Jahres und der hohen Restharnmenge ISK-pflichtig ist. Die ISK prägt seitdem meinen Alltag, ich beschreibe ihn als "stark wohnungsorientiert". Ich musste viele meiner Hobbies und auch nebenberufliches Engagement deshalb aufgeben und würde gerne wenigstens die ISK gut bewältigen.
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4 Tage 22 Stunden her #53683 von Matti
Matti antwortete auf ISK bei stark schwankender Urinproduktion - Tipps gesucht
Hallo formica,
ich kenne diese Schwankungen zwischen Trinkmenge und Ausscheidung auch – bei mir hängt das vor allem mit Immobilität zusammen. Wenn ich viel sitze oder liege, lagert sich Wasser im Gewebe ein, besonders in den Beinen. Das wird dann nicht direkt als Urin ausgeschieden, sondern manchmal erst Stunden später oder sogar am nächsten Tag. Deshalb gibt es bei mir auch immer wieder Phasen, in denen plötzlich deutlich mehr Urin kommt, als ich eigentlich erwarten würde.
Zu deinen Fragen:
Blasenfüllmenge wieder spüren:
Ich habe leider keinen Weg gefunden, das Gefühl für die Blasenfüllung zurückzubekommen. Sport oder spezielle Übungen haben bei mir daran nichts geändert. Wenn das Empfinden einmal weg ist, scheint es mir schwierig dies wieder zu erlangen. Vielleicht gibt es aber andere, bei denen das anders ist?
Starke Harnmengenschwankungen:
Bei mir kommen die Schwankungen vor allem durch die Wassereinlagerungen zustande. Das macht es schwer, einen Zusammenhang zwischen Trinkmenge und Ausscheidung zu erkennen oder vorherzusagen.
Gruß
Matti
ich kenne diese Schwankungen zwischen Trinkmenge und Ausscheidung auch – bei mir hängt das vor allem mit Immobilität zusammen. Wenn ich viel sitze oder liege, lagert sich Wasser im Gewebe ein, besonders in den Beinen. Das wird dann nicht direkt als Urin ausgeschieden, sondern manchmal erst Stunden später oder sogar am nächsten Tag. Deshalb gibt es bei mir auch immer wieder Phasen, in denen plötzlich deutlich mehr Urin kommt, als ich eigentlich erwarten würde.
Zu deinen Fragen:
Blasenfüllmenge wieder spüren:
Ich habe leider keinen Weg gefunden, das Gefühl für die Blasenfüllung zurückzubekommen. Sport oder spezielle Übungen haben bei mir daran nichts geändert. Wenn das Empfinden einmal weg ist, scheint es mir schwierig dies wieder zu erlangen. Vielleicht gibt es aber andere, bei denen das anders ist?
Starke Harnmengenschwankungen:
Bei mir kommen die Schwankungen vor allem durch die Wassereinlagerungen zustande. Das macht es schwer, einen Zusammenhang zwischen Trinkmenge und Ausscheidung zu erkennen oder vorherzusagen.
Gruß
Matti
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- martinK
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4 Tage 8 Stunden her #53685 von martinK
martinK antwortete auf ISK bei stark schwankender Urinproduktion - Tipps gesucht
Hallo Formica
Mir geht es ähnlich wie Dir und Matti, dies auch bei einer neurogenen Blase, vermutlich ist eine fehlende oder mangelnde Wahrnehmung für den Blasenfüllstand bei einer neurogenen Blase nicht unüblich ist. Die Harnmengen schwanken bei mir nicht so stark wie bei Dir, und ich merke schon, dass eine Regelmässigkeit im Tagesrhythmus (Essen, Trinken, Aktivitäten) dazu beiträgt, dass die die Schwankungen gering sind. Ich führe derzeit aber nur selten ISK durch, meine Blase kann sich von allein entleeren, wenn auch unkontrolliert. Ich vermute, dass auch der Restharn meistens auch nicht allzu ausgeprägt ist.
Zum portablen Blasenmonitoring: Gibt es denn inzwischen Geräte die in Europa auf dem Markt sind? Ich hab nur kurz "gegoogelt" und nichts gefunden (ausser viele Publikationen zu diesem Thema).
Herzliche Grüsse
Martin
Mir geht es ähnlich wie Dir und Matti, dies auch bei einer neurogenen Blase, vermutlich ist eine fehlende oder mangelnde Wahrnehmung für den Blasenfüllstand bei einer neurogenen Blase nicht unüblich ist. Die Harnmengen schwanken bei mir nicht so stark wie bei Dir, und ich merke schon, dass eine Regelmässigkeit im Tagesrhythmus (Essen, Trinken, Aktivitäten) dazu beiträgt, dass die die Schwankungen gering sind. Ich führe derzeit aber nur selten ISK durch, meine Blase kann sich von allein entleeren, wenn auch unkontrolliert. Ich vermute, dass auch der Restharn meistens auch nicht allzu ausgeprägt ist.
Zum portablen Blasenmonitoring: Gibt es denn inzwischen Geräte die in Europa auf dem Markt sind? Ich hab nur kurz "gegoogelt" und nichts gefunden (ausser viele Publikationen zu diesem Thema).
Herzliche Grüsse
Martin
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- mich
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4 Tage 8 Stunden her #53686 von mich
mich antwortete auf ISK bei stark schwankender Urinproduktion - Tipps gesucht
Hallo Matti.
Bei mir ist es komplett anders. Wenn ich im Garten arbeite und dieselbe Menge trinke, als wenn ich bei schlechtem Wetter zu Hause bin, muss ich meistens nicht einmal zum Urinieren. Zu Hause gehe ich 5-6x am Nachmittag. Die Waage am nächsten Tag zeigt, das im Körper nach Gartenarbeit mehr Wasser eingelagert ist. Ist doch seltsam?
Michael
Bei mir ist es komplett anders. Wenn ich im Garten arbeite und dieselbe Menge trinke, als wenn ich bei schlechtem Wetter zu Hause bin, muss ich meistens nicht einmal zum Urinieren. Zu Hause gehe ich 5-6x am Nachmittag. Die Waage am nächsten Tag zeigt, das im Körper nach Gartenarbeit mehr Wasser eingelagert ist. Ist doch seltsam?
Michael
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- Vallie
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4 Tage 58 Minuten her #53691 von Vallie
Vallie antwortete auf ISK bei stark schwankender Urinproduktion - Tipps gesucht
Hallo formica,
letztlich hat es Matti schon sehr treffend formuliert, der Körper speichert auch bei mir die ihm zugeführte Flüssigkeit im Gewebe unterschiedlich und gibt sie entsprechend ungleich ab.
Noch ein paar Ergänzungen, wie es bei mir ist:
Im Laufe des Vormittags kathetisiere ich in kürzeren Abständen, da der Körper wohl durch die Bewegung nach der Nacht einiges an zuvor gebundenem Wasser ausscheidet.
Häufig bringe ich morgens meinen Körper ausgiebig in Schwung. Nach anderthalb Stunden Morgensport bin ich dann auch gerne mal bei 700ml, bei entleerter Blase vor Start.
Das ist dann weit mehr, als was ich zuvor getrunken habe.
Ein weiterer Punkt:
Auch als ich noch Harndrang verpürt habe, musste ich nach Kaffee recht schnell Richtung Toilette. Jetzt bedeutet das für mich, nach Kaffeegenuß nicht länger als zwei Stunden mit ISK zu warten.
Und dann:
Auch mit gesunder Blase müssen Menschen bei Kälte diese schneller entleeren. Wenn ich im Winter morgens rausgehe, dann zu Fuß unterwegs bin, vorher noch einen Kaffee getrunken habe, schaue ich, spätestens nach anderthalb Stunden zu kathetisieren, besser schon nach einer. Bei frostigen Temperaturen ist sie dann immer schon richtig gut gefüllt.
Insofern ist bei mir teils auch ohne das Spüren der Blasenfüllung bedarfsorientiertes ISK nach meinen Erfahrungswerten angesagt, ansonsten aber nach Uhr.
Außer Bewegung nach Immobilität, Kälte und Kaffee kommen bei mir extrem schnelle Blasenfüllungen natürlich vor, wenn ich doch mal größere Mengen auf einmal trinke, was man natürlich prinzipiell beim ISK vermeiden sollte.
Grüße von Valerie
letztlich hat es Matti schon sehr treffend formuliert, der Körper speichert auch bei mir die ihm zugeführte Flüssigkeit im Gewebe unterschiedlich und gibt sie entsprechend ungleich ab.
Noch ein paar Ergänzungen, wie es bei mir ist:
Im Laufe des Vormittags kathetisiere ich in kürzeren Abständen, da der Körper wohl durch die Bewegung nach der Nacht einiges an zuvor gebundenem Wasser ausscheidet.
Häufig bringe ich morgens meinen Körper ausgiebig in Schwung. Nach anderthalb Stunden Morgensport bin ich dann auch gerne mal bei 700ml, bei entleerter Blase vor Start.
Das ist dann weit mehr, als was ich zuvor getrunken habe.
Ein weiterer Punkt:
Auch als ich noch Harndrang verpürt habe, musste ich nach Kaffee recht schnell Richtung Toilette. Jetzt bedeutet das für mich, nach Kaffeegenuß nicht länger als zwei Stunden mit ISK zu warten.
Und dann:
Auch mit gesunder Blase müssen Menschen bei Kälte diese schneller entleeren. Wenn ich im Winter morgens rausgehe, dann zu Fuß unterwegs bin, vorher noch einen Kaffee getrunken habe, schaue ich, spätestens nach anderthalb Stunden zu kathetisieren, besser schon nach einer. Bei frostigen Temperaturen ist sie dann immer schon richtig gut gefüllt.
Insofern ist bei mir teils auch ohne das Spüren der Blasenfüllung bedarfsorientiertes ISK nach meinen Erfahrungswerten angesagt, ansonsten aber nach Uhr.
Außer Bewegung nach Immobilität, Kälte und Kaffee kommen bei mir extrem schnelle Blasenfüllungen natürlich vor, wenn ich doch mal größere Mengen auf einmal trinke, was man natürlich prinzipiell beim ISK vermeiden sollte.
Grüße von Valerie
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