Neueste Forenbeiträge

Mehr »

Du kannst alle Bereiche des Forums kostenfrei, vertraulich und unverbindlich lesen. Wenn Du eine Frage stellen möchtest oder auf einen Beitrag antworten willst, ist es erforderlich das Du dich zuvor registrierst. Wir sind Gemeinschaft! Anmeldung / Registrierung

Registrieren

Angehöriger/Pflegender Neuling

10 Nov 2016 07:37 #21 von Esther1
Kopf Hoch Michael!!!!

Ich kann ein bisschen mit Dir mitfühlen. Ich bin nur Stundenweise in einer Steuerkanzlei angestellt. Den Rest meines Einkommens bestreite ich auch aus einer selbständigen Tätigkeit - Buchhaltungsbüro. Da geben die Krankenkassen und das Finanzamt die Termine vor. Außerdem keine geleistete Arbeit - kein Geld. Wenn man ein Einzelkämpfer ist, darf man da nicht krank sein. Die vielen Arztbesuche und Untersuchungen am Tage muss ich durch "Nachtschichten" ausbügeln. Das kostet mir auch viel Kraft und Konzentration. Darunter leitet natürlich das Eheleben. Mein Mann versucht zwar Verständnis aufzubringen, aber je länger meine Krankheit dauert, desto ungehaltener wird er. Ich breche dann in Heulkrämpfe aus weil ich glaube keiner versteht mich. Dazu die Ungewissheit woher das alles kommt und ob es heilbar ist. Manchmal kann ich mich selbst nicht mehr ausstehen. Dann habe ich ganz dumme Gedanken, wie "so will ich nicht weiter leben und alt werden - ich mach ein Ende". Auch fällt es mir schwer irgendwo hin zu gehen, z. B. Kino/Theater. Ständig begleitet mich die Panik ich könnte auslaufen und jeder kann es sehen. Meine Einkaufsrunde wird nur von dem Gedanken diktiert - wo ist das nächste WC. Aber dann kommt von Irgendwo her ein kleiner Lichtblick. Ich habe 2 Söhne. Beide stehen voll im Berufsleben und Abendstudium nebenbei. Sind aber finanziell noch von uns abhängig. Der jüngere der Beiden hat zum Glück auch meinen Beruf gelernt (hat dieses Jahr die Lehre beendet).. Nach einem Besuch vor Kurzem hat er sofort die Situation erkannt und hilft mir jetzt an den Wochenenden einen kleinen Teil der Arbeiten zu erledigen. Er kann noch nicht vollständig eingreifen, dazu fehlt noch die Berufserfahrung. Aber auch kleine einfache Hilfen bringen einen ein Stück weiter!

Auch habe ich in diesem Forum viel Unterstützung und Tipps bekommen. Es hilft wenn man wirklich sieht man ist nicht allein mit seinen Problemen. Hier im Forum versucht jeder jedem zu helfen. Das finde ich richtig toll.

Ich kann Dir nur nochmal ans Herz legen, Dir Hilfe wie z. B. einen Pflegedienst zu holen. Du kannst das nicht alleine schultern. Mir wurde nun von einer Freundin geraten, ich solle doch mal zu einem Psychologen. Als sie mir erzählte, dass auch sie sich in einer Notsituation dort schon Rat und Hilfe geholt hat war ich ganz erstaunt. Wenn man etwas im Bekanntenkreis dann herumhört, wird man feststellen, dass das sehr viele machen und es hilft. Ich werde es probieren. Seele baumeln lassen, Sorgen rauslassen, einfach mal an sich selbst denken.

Ich wünsche Dir und Deiner Frau noch viele schöne Jahre auch wenn diese vielleicht nicht einfach sind.

Wie sagte Alexandre Dumas der Ältere "Das Leben ist bezaubernd, man muss es nur durch die richtige Brille sehen."


LG
Esther
Folgende Benutzer bedankten sich: Elkide, Michael1964

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

10 Nov 2016 09:08 #22 von Bernhardine
Lieber Micha,

durch die lange Krankheit meines Vaters, der überwiegend von meiner Mutter gepflegt wurde, weiß ich gut, wie aufreibend diese Arbeit ist.
Auch sie hat damals viele Kämpfe mit der Krankenkasse ausfechten müssen und sich über diese ganze kräftezehrende Arbeit selbst vergessen.
Was waren das für lange Diskussionen, bis wir unsere Mutter überzeugen konnten, dass sie auch mal an sich denken musste und sie sich kleine Freiräume zugestanden hat.
Sprich : einen Tag in der Woche “frei“ , indem Papa in eine Tagespflege gebracht wurde, außerdem ab und zu Nutzung der Verhinderungspflege, damit sie ohne Sorge auch mal was Schönes für sich machen konnte.
....durch die viel zu große Belastung und übertriebenes Pflichtgefühl hat sich meine Mutter leider dann doch gesundheitlich so überfordert, dass sie am Ende ganz plötzlich schwer krank wurde und noch vor meinem Vater verstorben ist.
Mich quält bis heute der Gedanke, dass wir Kinder sie früher hätten überzeugen müssen, die Verantwortung für die Pflege unseres Vaters in andere Hände zu geben, da sie sich vollkommen überfordert hatte.
Man darf sie NIE selbst vergessen, kein Mensch kann alles allein schaffen.
Achte auf dich.

Liebe Grüße

Bernhardine

Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten , weitergehen !
Folgende Benutzer bedankten sich: Michael1964

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Ladezeit der Seite: 0.123 Sekunden

Besucher: Sie sind nicht allein!

Heute 31

Gestern 1526

Woche 1558

Insgesamt 7093943

Aktuell sind 85 Gäste und keine Mitglieder online

Der Verein

Die Inkontinenz Selbsthilfe e.V. ist ein gemeinsames Anliegen vieler Menschen. Der Verein versteht sich als ein offenes Angebot. Unsere Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich. Den Verein bewegt, was auch seine Mitglieder antreibt: Wir möchten aktiv zur Verbesserung der krankheitsbedingten Lebensumstände beitragen.

 

Impressum        Kontakt       Datenschutzerklärung

Spendenkonto:
Volksbank Mittelhessen eG
Inkontinenz Selbsthilfe e.V.
IBAN: DE30 5139 0000 0046 2244 00
BIC: VBMHDE5FXXX

Alle Bereich sind kostenfrei, vertraulich und unverbindlich. Wenn Sie eine Frage im Forum stellen möchten oder auf einen Beitrag antworten wollen, ist es erforderlich sich sich zuvor zu registrieren.

Stuhlinkontinenz