file Frage Harninkontinenz

  • martinK
  • martinKs Avatar
  • Vereinsmitglied
Mehr
7 Monate 1 Tag her - 7 Monate 1 Tag her #52058 von martinK
martinK antwortete auf Harninkontinenz
Hallo zusammen

Matti hat schon sehr viel geschrieben, dem ich mich anschliessen möchte. Ich möchte aber zu zwei Aussagen etwas schreiben.

. Ja mit Ärzten habe ich auch schlechte Erfahrungen
Sagten ist nix zu finden.

Die Harnspeicherung und -entleerung sind komplexe Abläufe, bei welchen verschiedene Nervensysteme koordiniert funktionieren müssen, damit sie problemlos funktionieren. Zudem ist der Beckenboden ein Muskelsystem, das wir - so lange es keine Probleme gibt - nicht bewusst üben und kaum wahrnehmen. Entsprechend können die Gründe für Inkontinenz sehr vielfältig sein, und die Diagnose sowie eine allfällige Verbesserung verlangt oft von den Betroffenen, dass sie mit sich und den Ärzten viel Geduld aufbringen. Ich bin mittlerweile seit über 10 Jahren in Behandlung ohne dass alle Fragen zur Ursache und zur Therapie meiner Entleerungsstörungen beantwortet sind. Large98, bei Dir scheint durch den Schlaganfall eine neurogene Entleerungsstörung verursacht worden sein. Wenn sich der für die Speicherung und Entleerung von Harn benötigte Hirnbereich nicht ausreichend erholen konnte, so lässt sich die Inkontinenz nicht so behandeln, dass Du wieder ohne Einschränkungen entleeren kannst. In diesem Fall (und bei mir ist es nicht anders) kannst Du von den Ärzten keine Wunder erwarten. Alles, was sie tun können, ist, Wege zu finden, um Deine Gesundheit zu schützen, allenfalls die Störungen zu reduzieren und Dir im Rahmen der Möglichkeiten eine gute Lebensqualität zu ermöglichen. Das führt dazu, dass man als Patient nicht nur gute Erfahrungen sammelt und zuweilen frustriert und enttäuscht ist. Wie Matti geschrieben hat, ist es wichtig, trotz allem sich nicht entmutigen zu lassen, sondern dran zu bleiben.

. Meine Frauenärztin meinte ich soll es halt einfach laufen lassen, aber das ist für mich keine Option.

Sonnenscheinx, ich kann Deinen Ärger über die Ärztin nachvollziehen. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass ihre Aussage „es laufen zu lassen“ gut gemeint war. Es liegt in unserer Natur, dass wir uns gegen den Verlust von Harn und Stuhl wehren. Meine Erfahrung ist aber durchaus, dass ich alles nur schlimmer mache, wenn ich bei Harnverlust dagegen ankämpfe. Nicht nur kann ich ihn nicht verhindern, aber zusätzlich verspannt sich mein Beckenboden, so dass ich dann nur unvollständig und in vielen mühsamen Anläufen entleeren kann. Aber natürlich ist „einfach laufen lassen“ keine Lösung, sondern bloss eine Möglichkeit, entspannter mit der Inkontinenz umzugehen. Wie Large98 geschrieben hat, macht Stress und psychische Anspannung alles nur schlimmer. Wenn das autonome (vegetative) Nervensystem, welches bei der Harnspeicherung und -entleerung eine zentrale Rolle einnimmt, durch Stress und psychische Belastung gestört wird, hat dies einen Einfluss auf das Entleerungssystem. Vielleicht ist dies mit ein Grund, weshalb Du betreffend Blasenkontrolle bessere und schlechtere Tage hast. Ich hoffe aber, es schreibt hier noch eine Frau mit positiven Erfahrungen zu Granufink femina oder zur Erfahrung im Umgang mit Inkontinenz bei Östrogenmangel.

Herzliche Grüsse aus der Schweiz nach Bayern. Ich war kürzlich beruflich in München und habe die Gelegenheit genutzt, dort und in der Umgebung etwas Urlaub zu machen. War wie immer schön!

Martin

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Moderatoren: MichaelDah
Ladezeit der Seite: 0.327 Sekunden

Sie sind nicht allein! Besucher: Heute 768 | Gestern 6.838 | Monat 121.712 | Insgesamt 11.833.430