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Hypnose als medizinische Therapie?

17 Aug 2014 13:24 - 17 Aug 2014 13:24 #21 von matti
Hi,

vielleicht Off-Topic, aber:

ich schrieb in einem anderen Thread ja von meinen derzeitigen Rückenproblemen. Ob ihr es glaubt, oder nicht. Ein großes Problem ist zur Zeit nicht der Schmerz, sondern die Angst vor dem Schmerz. Ich bewege mich wie "auf dünnem Eis", nur um bloß nicht vom Schmerz "getroffen" zu werden.

Hier sind wir dann beim Thema. Der Kopf (die Psyche?) spielt auch hier eine Rolle. Schonhaltung führt ganz objektiv zur Verspannung und neuen, anderen Schmerzen.

Matti

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17 Aug 2014 17:23 #22 von Johannes1956
Hallo,

ja, man kennt das - das Gedächtnis des Schmerzes. Das ist sogar nachweislich erforscht, dass sich bei Schmerz die Synapsen verändern und eine Art Gedächtnis entwickeln. Dann genügt schon die Angst vor dem Schmerz, Schmerz auszulösen. Hier halte ich Entspannung, Hypnose, Akupunktur für den richtigen Ansatz. Über einen anderen Ansatz hatte ich einmal gelesen, mit hoch dosierten Opiaten in Einmalgabe den Schmerz und das Schmerzgedächtnis quasi auszulöschen, das halte ich aber eher für bedenklich.

Johannes

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17 Aug 2014 20:18 #23 von Struppi
Hallo,

da ich mich auf dem Gebiet "Schmerz" nach fast 20 Jahren als Experte (oh, schon wieder dieses Wörtchen :P ) betrachte, beglücke ich euch mal mit dem, was ich so über die Jahre mitgenommen habe.

Das "Schmerzgedächtnis" existiert, dies entsteht allerdings meist erst über einen Zeitraum von mehr als 6 Monaten mit konstanten Schmerzen, z.B. verschleppte oder unzureichend therapierte Bandscheibenprobleme o.ä. Es ist höchst selten, dass ein Schmerz nach einem aktuen Ereignis chronifiziert (selten, nicht unmöglich!). Diese chronischen Schmerzen treten häufig dort auf, wo Nerven beteiligt sind, so z.B. sehr oft im Rücken oder bei Zahn- oder Gesichtsschmerzen (Trigeminus).

Entgegen der langläufigen Meinung (und unbegründeter Furcht vor Abhängigkeit) hat das Opiat gute Erfolge bei der Therapie von Langzeit- als auch Akutschmerzen. Es gibt bei einem tatsächlich bestehenden Schmerzereignis (egal, ob akut oder chronifiziert) weder die Gefahr von Abhängigkeit noch Bewußtseinseintrübung (Retard-Medikamente). Auch aktuer Schmerz wird heute oftmals mit hochdosierten Opiaten behandelt, z.B. um eine Chronifizierung des Schmerzes zu verhindern, so wird z.B. auch unter Vollnarkose oftmals ein Körperteil nochmals lokal anästhesiert. Die moderne Schmerztherapie geht zudem immer häufiger dazu über, wenn erforderlich die nötigen Dosen (auch hochdosiert) Opiate der Stufe III zu verordnen.

Dass Opiate allerdings in der Lage sind, das Schmerzgedächtnis zu löschen habe ich bislang noch nicht gehört, möchte dies aber nicht verneinen. Bei mir persönlich (aktue Tumorschmerzen sowie chronifizierte Schmerzen) hat dies trotz hoher Gaben von Opiaten (Moprihin u. Morphin-Derivate) bislang nicht funktioniert, ich führe aber trotz allem ein sehr erfülltes und vor allem ertragbares Leben, welches ich ohne diese Medikation vermutlich nicht führen würde.

Grüße

Hannes
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18 Aug 2014 11:45 #24 von Johannes1956
Hallo, Hannes,

derstandard.at/1326249098841/Therapie-Ch...gedaechtnis-loeschen

das ist zwar schon ein älterer Artikel, aber die Arbeiten dieser Gruppe wiesen darauf hin. Ich meine, das funktioniert aber nur, wenn es keine Schmerz auslösenden Faktoren mehr gibt und es darum geht, das noch vorhandene Gedächtnis an den Synapsen zu löschen.

Ich war ja deutlich unter 6 Monaten und habe meine Schmerzen ohne Opiate wegbekommen, aber ich kenne sehr wohl die Angst vor dem Schmerz, da meine immer in den Abendstunden/in der Nacht kamen und da blickt man schon mit Sorge gegen den Abend. Unter Schmerzen konnte ich nur noch an den Schmerz denken und das hat ihn immer verschlimmert. Ich weiß jetzt, wie quälend und zermürbend Schmerzen sind und dass die moderne Schmerztherapie hier sehr viel weitergebracht hat.

Viel zu viele Patienten haben sich mit ihren Schmerzen abgefunden und leben schlecht damit. Es ist gut zu hören, dass du das im Griff hast.

Johannes

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