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Bericht über ein Pflegeheim

22 Dez 2006 14:00 #1 von eckhard11
Ich will es kurz machen.

So etwas, wie hier beschrieben, passieren jeden Tag, mitten in Deutschland......

Dieser Fall ist keine Ausnahme !!

Im Gegenteil, da die Leute immer älter und immer ärmer werden, wird ähnliches in absehbarer Zeit die Regel sein.......

http://www.rbb-online.de/_/kontraste/be ... 15154.html

Ich leg mich - vor Entsetzen - wieder hin :sleep:
Eckhard
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22 Dez 2006 14:49 #2 von klaro
SCHOCKIERENDE WAHRHEIT

gut, so Eckhard, gut so.


dies ist heute keine Ausnahme, noch eine Seltenheit.

Es wird, obwohl die Medizin Fortschritte macht, im Bereich der Pflege längers je mehr.. DEFIZITE...

Ausgeliefert sind speziell diejenigen, OHNE Angehörige. Ebenso, die die weniger gut versichert oder finanziell schlecht dastehen.
ABGESCHOBEN.. ABGELIEFERT.... AUSGELIEFERT.. AUSGEHUNGERT,... AUSGETROCKNET....... ABGESTORBEN... klingt doch verrücktt...

Heimbewohner... (ich mag nicht drauf eingehen, hungern, dursten sich zu tode.. liegen sich wund.. bis.... etc)

Sollten ALLE derartigen Berichte veröffentlicht werden.. ALLE... schonungslos, hemmungslos...alle.

Zu Beachten ist, dass dies NICHT nur in Alten- Pflegeheimen passiert, sondern EFFEKTIV dies auch in Spitälern vorkommt.
Letzteres, kann mir NIEMAND abstreiten....

klaro :roll:

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28 Dez 2006 11:22 #3 von welute
Es ist erschreckend, was in deutschen PFLEGEheimen zu finden ist.
Der kranke, alte Mensch ist nur noch ein Kostenfaktor.
Wir haben es in unserer eigenen Familie erlebt.

Mein Schwiegervater wurde langsam senil. Er ging zu Unzeiten spazieren und fand sich nur noch schwer zu recht. Interessant war, wenn einer von uns, längere Zeit bei ihm war und mit ihm sprach, ging es ihm besser. Er war nach dem Tod seiner Frau, meiner Schwiegermutter, zum 2. Mal verheiratet. Allerdings beschränkte sich die Kommunikation in den letzten 5 Jahren auf ein Minimum.

Bevor wir eingreifen konnten, beantragte seine Frau Rechtspflege. Obwohl die erwachsenen Kinder sich einig waren und mein Schwager und seine Familie ihn pflegen wollten, wurde eine Fremdpflege bestellt. Dies war eine gute Bekannte seiner Frau. Ich habe ohne Erfolg mit der Richterin gesprochen.
2 Wochen nach der Installation der Fremdpflege kam er in ein Altersheim. Eine Woche später wurde er dort festgebunden (wir bekamen zu jeder Massnahme einen Bescheid vom Amtsgericht und eine Möglichkeit dies zu ändern) und mit Medikamenten ruhiggestellt. Keine Ahnung was dort noch mit ihm geschah. 6 Wochen später war dieser eigentlich gesunde Mann tot. Er starb einen Tag nach dem er begriffen hatte, dass er angebunden in einem Altersheim lag. Vorher hatte man ihm eingeredet er sei in einem Krankenhaus.

Noch heute behaupte ich, dass er vielleicht heute noch leben würde, wenn mein Schwager bei ihm hätte sein dürfen.

Damals habe ich die Richterin gefragt warum eine Fremdpflege. Sie sagte, er hat es so gewollt. Er ist senil.

Ist das das bessere Gesetz zum Schutz der Alten? Das ein verwirrter Mann gegen den Willen seiner Kinder eine Fremdpflege bekommt?

Ich kann nur jedem raten, solange er noch gesund ist, ein Krankentestament und eine Betreuungsverfügung zu machen. Leider ist sie noch nicht rechtsverbindlich. Aber sie hilft den Angehörigen in vielen Fällen.

Gruß

Elisabeth

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28 Dez 2006 12:06 #4 von klaro
danke welute

möchte und kann nicht auf den geschilderten Fall eingehen. Es ist jeweils krass, dies zu hören. (geschweige denn zu erleben)


welute hat geschrieben:
Ich kann nur jedem raten, solange er noch gesund ist, ein Krankentestament und eine Betreuungsverfügung zu machen. Leider ist sie noch nicht rechtsverbindlich. Aber sie hilft den Angehörigen in vielen Fällen.



GROSSEN DANK für diesen SEHR wichtigen Hinweis. klaro :roll:
(ich beherrsche hier das *zittieren* leider , immer noch nicht)

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28 Dez 2006 12:33 #5 von matti
Hallo,

als noch junger, schwerbehinderter und schwerstpflegebedürftiger Mensch lese ich diese Berichte immer voller Schrecken. Ich selbst habe beide Seiten kennenglernt. Hoffnungslos überfordertes Pflegepersonal mit schlechter bis völlig fehlender Kompetenz und gewaltigem Desinteresse ebenso wie Pflegepersonal, welches den Beruf als Berufung sah und sich geradezu aufopferte.

Ein Beispiel: Ein jeder wird sich nach Stuhlgang den Hintern gründlich säubern. Es ist anzunehmen, dass dies auch das Pflegepersonal tut. Unzählige Male habe ich es erlebt, dass beim Wechseln der Windel nach Stuhlgang 08/15 gereinigt wurde. Die Anatomiekenntnisse scheinen bei vielen nicht vorhanden zu sein. Stuhlgang tritt nicht aus den Pobacken aus, nein, man muss schon etwas tiefer suchen. Warum viele also nicht den Anus reinigen und sich auf das Säubern der Pobacken beschränken, wird wohl ein ewiges Rätsel bleiben. Dass sich Stuhlgang auch bis zwischen die Beine schiebt, ist ebenso wenig bekannt. Die Entzündungen trägt schließlich der Patient.

Bei diesen Diskussionen werden häufig Beispiele älterer Menschen genannt. Die Situation vieler junger Menschen, welche auf Hilfe angewiesen sind, wird dabei meist völlig vergessen. Junge Menschen haben, mit oder ohne Behinderung, die gleichen Bedürfnisse. Ein Kinobesuch, Urlaub oder einfach mal nicht um 20 Uhr ins Bett gelegt zu werden. Die Frage nach Partnerschaft und sexuellen Bedüfnissen möchte ich einmal ganz weglassen.

Unzählige Male habe ich zu hören bekommen, dass ich doch einmal zu dieser oder jener Veranstaltung hingehen solle, dort wären viele andere Menschen so wie ich. Vielleicht gelingt es mir mit zunehmenden Alter einmal, diesen Satz zu verstehen. Und vielleicht erklärt mir auch einmal jemand, wie ich da hinkommen soll, wer mir beim Essen hilft, wer dies bezahlt, wer mich nach 20 Uhr ins Bett bringt uvm. Vielleicht kann mir auch jemand erklären, wie man an die viel beschworene Hilfe der Aktion Mensch, Malteser oder Caritas herankommt oder ich die Dienste eines Zivildienstleistenden in Anspruch nehmen kann.

Das größte Paradoxum, welches mir immer wieder begegnet, ist die Annahme, dass mir mein Urlaub durch die Krankenkasse gezahlt wird. In vielen Köpfen scheint es eh die Meinung zu sein, dass man als behinderter Mensch alles bezahlt bekommt.

Ich habe lange Zeit behauptet, dass in Deutschland niemand verhungern muss. Vergesst diesen Satz!

Ich habe einen sehr guten Artikel mit einigen Forderungen gefunden, welcher schon aus dem Jahr 1999 stammt. Geändert hat sich in vielen Bereichen allerdings bis zum heutigen Tage nichts.

http://www.patientenunterstuetzung.de/I ... heimen.htm

Gruß

Matti

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28 Dez 2006 14:01 #6 von welute
Auch Matti´s Bericht ist haarsträubend.

Und er hat recht. Schnell verliert man den jungen hilfsbedürftigen Behinderten aus den Augen.

Meiner Meinung nach, ist es aber auch haarsträubend, das Pflegepersonal, welches für viele Menschen exentiel wichtig ist, so schlecht bezahlt wird.

Der Stundenlohn entspricht nicht dem Aufgabengebiet. Und trotzdem wird in zu vielen Fällen mit noch billigeren Aushilfs- oder Anlernkräften gearbeitet. Die Änderungen durchsetzen können werden nicht betroffen. Diese haben Geld für Privatpflege.

Viele engagierte Pflekräfte scheitern am System. An der Arbeitsüberlastung, den Missständen, der Ruhigstellung u.s.w.

Aber für Kinder, Ausbildung, Kranke und Alte ist kein Geld da. Daran kann man sich politisch nicht profilieren.

Wo sind unsere Volsvertreter, wenn das Volk sie ruft?

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28 Dez 2006 16:25 #7 von Jens Schriever
Hallo

Leider ist das Heute fast schon an der Tagesordnung. Da fallen mir Zahllose Gespräche mit Pflegepersonal auf der Rehacare ein. Wie oft wurde da nur von Ruhigstellen und Grundversorgung berichtet. Viele waren erstaunt was es alles gibt an Hilfsmittel. Auch so was wie Toilettentraining war vielen nur auf dem Papier, da die Zeit zum üben fehle. Ein Dauerkatheter leiste da gute Dienste. Selber habe ich so was im KK miterlebt. Dort lag ich mit einem Mann nach einem Schlaganfall zusammen auf einen Zimmer. Da er nach dem Schlaganfall inkontinent war, und sich nicht so äußern konnte wann gewechselt werden musste, wurde vom Pfleger kurzerhand ein Dauerkatheter gelegt. Erst nach mehrmaligen bitten der Angehörigen wurde der Katheter wieder entfernt. Dieser Katheter wurde nur gelegt, weil dem Pfleger das Bettenmachen zuviel wurde. Der Mensch ist Heute in der Pflege leider nur noch eine Sache.

Gruß Jens

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28 Dez 2006 17:08 #8 von klaro
hallo Jens,( mein Beitrag richtet sich allgemein, also nicht speziell an dich, doch hat dein Beitrag mir den Anlass gegeben, um meine Meinung dazu, zu schreiben)

die wenigen Ausschnitte die ich selber auf der Rehacare Messe mitbekam, ist krass, das hast du,Jens, schön formuliert.
Die Leute, Betroffene und auch viele Eltern, waren dermassen überrascht, ab demreichhaltigen Angebot, von welchem sie gar nichts wussten.



Das andere Thema, was du anschneidest. Dies ist auch immer wieder umstritten. Dauerkatheter oder aufsaugende, Inkontinenzprodukte

Dennoch, hat nicht *der Pfleger diesem, kurzerhand einen Dauerkatheter gelegt*

Dieser Dauerkatheter, musste vorher, vom Arzt verordnet werden. Der Arzt ist nicht der, der die Betten anzieht und den Patienten pflegt. Klar ist, dass der Pfleger, (gemeint das gesamte Personal) dem Arzt sagen können, dass so einer verordnet werden sollte, somit verordnet und gesteckt wird.)

Ich bin mir nicht einig, über so *online Worte* kann man sich schlecht ein Bild machen. Wenn du meine Krankenhausgeschichte liest,

ausser dass der Kathetersack vergessen wurde zu leeren, etwa mal... ( und dergleichen)

war ich in ähnlicher Situation wie dieser genannte Herr. Ich war SEHR froh , dass diese Variante gewählt wurde, denn das Wundliegen, auch Inko vorlagen, erhöhen ein solches Wundliegen. (hatte so schon genug Druckstellen und Dekubiten)

nebst dem, lag ich mindestens IMMER im trockenen Bett, ich denke, hier sollte daran auch mal gedacht werden.

Anders hätte er eine Inko-Slip um, jedoch. Wer gewährt denn hier, dass er immer schön trocken ist?

Ich in meiner damaligen Situation, und auch wenn ich nun dieser Patient wäre und Erfahrungen hätte, wie dieses oder jenes
-meine Katheter
-oder Windeln

wählen könnte. Ich würde nur und eindeutig, den Dauerkatheter ( DK )wählen, eben genau darum, weil er nicht reden konnte.

im Trockenen zu liegen, ist ist nicht zu unterschätzen.

dies mal 60 Minuten pro Stunde
mal 24 Stunden pro Tag
mal 7 Tage die Woche
mal 4 Wochen pro Monat! (NA, da mal viel Vergnügen) ich war SEHR dankbar, für den DK!!

ich denke, dies kann dies so be.urteilen, weil im Frühjahr 99... war ich echt... extrem mies pflegebedürftig. Zum Glück kam es niemanden in den Sinn, den Katheter mir zu entfernen, ich hatte anders genug Probleme.

Gut, das Thema wird wohl immer wieder umstritten sein, der Vorteil war noch, der Mann war im Spital, kann man hoffen, seine Intimpflege, sei auch nicht zu kurz gekommen. Weiss man aber nie.

Im Grunde bin ich/war ich, immer SEHR gegen die Dauerkatheter. Aber mein eigenes Erleben, hat meinen Einblick, auch verändert!

klaro :?

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11 Aug 2011 13:34 #9 von Josefine

welute schrieb: Meiner Meinung nach, ist es aber auch haarsträubend, das Pflegepersonal, welches für viele Menschen exentiel wichtig ist, so schlecht bezahlt wird.

Der Stundenlohn entspricht nicht dem Aufgabengebiet. Und trotzdem wird in zu vielen Fällen mit noch billigeren Aushilfs- oder Anlernkräften gearbeitet. Die Änderungen durchsetzen können werden nicht betroffen. Diese haben Geld für Privatpflege .

Viele engagierte Pflekräfte scheitern am System. An der Arbeitsüberlastung, den Missständen, der Ruhigstellung u.s.w.

Aber für Kinder, Ausbildung, Kranke und Alte ist kein Geld da. Daran kann man sich politisch nicht profilieren.

Wo sind unsere Volsvertreter, wenn das Volk sie ruft?



Da muss ich Dir Recht geben. Die Arbeit ist echt hart und oft kann man nicht einfach so abschalten wenn man Feierabend hat. Es sei denn du muss dich auf deinem Nebenjob konzentrieren, weil du nicht genug Geld hast. Traurige Realität.

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11 Aug 2011 16:14 #10 von Blinki
Hallo

Lange habe ich überlegt ob ich überhaupt antworten soll.
Aber , nun nach meinen Unfall, bin ich ja auch auf Hilfe angewiesen.

Nun ja, ich habe von Haus schon einen Pflegedienst abgelehnt, da ich nun aus eigener Erfahrung mitbekommen habe, wie dort gearbeitet wird.
Man muß aber beide Seiten sehen.

Auf der einen Seite die wirtschaftliche und auf der anderen Seite die menschliche.
Wie oft ist meine Exfrau nach Hause gekommen, war einfach nur fertig, weinte und immer wieder kamm der Ausdruck und Ausruf "gefährliche Pflege"

Leider ist es so das der Mensch zu einen Zeitfaktor wird. Ist leider bei den ambulanten, statioären Einrichtung
alltäglich geworden.

ich habe durch Chrissy, die ja in einen stationären Betrieb arbeitet, jemanden die sich mit der Pflege auskennt, und immer wieder sagt sie zu mir " was wäre es schön, wenn ich diese Zeit aufbringen könnte, die ich mit dir verbringe ( im Bezug auf der Pflege ). manch ein nettes Wort könnte so manchen Menschen aus den Bett bringen, aber wie soll ich es schaffen.

Diese Sätze und Gespräche sagen mir ganz deutlich das sich etwas an unseren Gesundheitssytem ändern muß.
Ich möchte nicht sämtliche ambulanten oder stationären über einen Kamm scheren, aber es wird in der heutigen Zeit immer schlimmer einen akurat arbeiten Pflegeverband zu finden.

Auch möchte ich Matti zustimmen das gerade hilbedürftige ( mensch , wie ich dieses Wort hasse ) junge Menschen anders behandelt werden müssen, wie ältere Menschen. Ich hoffe ich habe mich nicht allzu umständlich ausgedrückt. Ich meine die Gefühlsebene ist doch anders als bei einen älteren Menschen ( in Bezug auf Senil ).
Ich frage mich aber wie soll der Pflegende entscheiden und einteilen wie er sein gegeüber
zu behandeln hat.
Nach einen Pflegeplan, der für die grosse Toilette gerade mal 8 Minuten veranschlagt, oder wie er es gelernt hat ?

Es ist doch so, wenn die oder der Pflegende sein Pensum nicht schafft, eckt er oder sie an und verliert schlimmsten falls seinen Job.

Ich könnte noch mehr erzählen, weiß aber nicht wie weit ich mich aus den Fenster lehne, oder Chrissy damit Probleme mache.


Alles ein bisschen durch einander, aber diese ist ein heißes Thema.




Netten Gruß aus Bremen

Marco

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