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Zum ersten Mal darüber reden / schreiben

20 Feb 2018 14:19 #1 von Rosalieia
Hallo an alle,

ich bin neu hier und hoffe, ich bin in der richtigen Kategorie gelandet.
Mir ist das sehr unangenehm, ich habe bisher noch mit niemandem darüber gesprochen, nicht mal mein Freund weiß davon.
Immer wenn ich das Gefühl habe, dass ich nicht sofort zur Toilette gehen könnte, habe ich Harndrang, der gar nicht mehr aufhört. Selbst, wenn meine Blase schon komplett leer ist, weil ich innerhalb von 5 Minuten 3x zur Toilette gehe. Wenn ich aus dem Haus gehen will, renne ich vorher immer mehrmals zur Toilette und komme oftmals dadurch auch zu spät an meinem Ziel an, was meinen Freund natürlich nervt, weil er meine Unpünktlichkeit nicht nachvollziehen kann (ich bin sonst nicht so). Ich wurde schon öfter mal auf eine Blasenentzündung untersucht und auch ein Ultraschall wurde schon gemacht, ohne Befund, die Blase ist gesund. Durch meine Endometriose wurde auch schon mal in den Bauch reingeschaut, da hätte man ja was gefunden, wenn etwas da wäre.
Außerdem ist es so, dass ich dauerhaft Slipeinlagen tragen muss, da immer mal wieder kleine Mengen Urin abgehen. Nicht viel, aber das sollte nicht sein.
Aus dem Grund trinke ich oftmals weniger. Wenn ich rausgehe, trinke ich oft schon 2 Stunden vorher nichts mehr, auch wenn ich schon halb am verdursten bin.
Durch dieses Problem unternehmen mein Freund und ich kaum noch etwas. Wir können nur noch Dinge unternehmen, bei denen ich weiß, dass eine Toilette in der Nähe ist. Da er den Grund nicht kennt, denkt er, es liegt an unserer Beziehung. Auch z.B. das Kino geht nicht, da es ja sein könnte, dass ich während des Filmes mal muss.

Habt ihr Ideen? Ich will keine Medikamente nehmen. Ich muss schon durch meine Endometriose ein Hormonpräparat nehmen und will meinen Körper nicht mit weiteren Medikamenten belasten. Ich bin erst 24 Jahre alt und das belastet mich wirklich sehr. Ich weiß auch gar nicht, wie ich das bei meinem Partner ansprechen soll.

Liebe Grüße

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20 Feb 2018 18:11 #2 von herirein
Hallo Rosalie,

wenn die Endometriose Schmerzen verursacht, ist eine Verbindung mit dem Harndrang, als auch mit der leichten Harninkontinenz möglich. Grundsätzlich stehen alle Unregelmäßigkeiten - außer durch Keime entstandene Entzündungen - im kleinen Becken mit einem Nervengeflecht zusammen, welches sowohl willentlich, willkürlich als auch somatisch Signale aussendet. Somit auch unterbewust auf Schmerzen reagiert.
Wenn Du schon die Haupt-Fachleute Gyn und Uro beansprucht hast, würde ich alle Befunde von bisherigen Untersuchungen von den Ärzten erbitten und damit noch einen Neurologen zu Rate ziehen.

Alles Gute
LG Heribert

Menschen sind wie Engel mit nur einem Flügel,
um fliegen zu können müssen wir uns umarmen
(Luciano de Crescenzo)

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20 Feb 2018 18:55 #3 von Elkide
Hallo liebe Rosalie,

erstmal ein herzliches Willkommen in unserem Forum der Inkontinenz-Selbsthilfe e. V.

kann sehr gut nachvollziehen, wie ätzend dieser dauernde Harndrang ist. Ich habe mich auch damit viele Jahre rumgequält. Bin überhaupt nicht auf die Idee gekommen, damit zum Arzt zu gehen. Aber das ist nunmal der erste Schritt.

Es gibt inzwischen sehr gute Behandlungsmethoden. Man wird wahrscheinlich als erstes versuchen, ob die Blase auf Medikamente anspricht. Gleichzeitig wird man dir Beckenbodentraining verordnen. Sollte das zu keinem Erfolg führen, gibt es noch die Möglichkeit mit Botoxspritzen in die Blase oder die Implantation eines Schrittmachers,

Ich gehe jetzt hier nicht weiter auf die einzelnen Methoden ein, da du auf unserer Homepage darüber lesen kannst oder durch die Suchfunktion eines entsprechenden Stichwortes viele Threads dazu findest.

Kann dir nur Mut machen, deine Beschwerden ärztlich behandeln zu lassen. Wenn du Vertrauen zu deiner Gynäkologin hast, kannst du ja als erstes ihren Rat einholen. Du brauchst dich nicht zu schämen. Es ist eine Erkrankung wie jede andere auch.

Liebe Grüße
Elke

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20 Feb 2018 19:56 #4 von Jens Schriever
Hallo Rosalie

Auch ich möchte Dich recht herzlich Willkommen heißen im Forum vom Inkontinenz Selbsthilfe e.V.
Den ersten Schritt hast du mit deinen Beitrag hier ja schon gemacht. Nun solltest du auch weitere Schritte machen damit du deine Situation verbessern kannst.
Als erstes solltest du versuchen mit deinen Freund über deine Probleme zu reden dass ist zwar schwierig nimmt aber dir den Druck es zu verheimlichen und er kann dich dann auch besser verstehen und dich unterstützen. Du merkst es ja selber so wie es jetzt ist ist es eine Spirale wo mann nicht raus kommt und am Ende
steht die Einsamkeit. Desweiteren solltest du den Gang zum Urologen machen und wenn nötig auch Medikamente nehmen. Muss ja nicht gleich der Hammer sein. Was auch wichtig ist ist dass du genug trinkst ein zu konzentrierter Urin kann zu Harnweginfektionen führen und verschlimmert deine Probleme noch mehr.
Auch das dauerhafte tragen von Slipeinlagen ist nicht gut da sie dafür nicht geeignet sind. Der Urologe kann dir geeignete Inkontinenzeinlagen verordnen die von der KK auch übernommen werden.

Alles Gute
Jens

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