Frage HA und Urologe keine Hilfe. Scheu vor dem neuen HA
- JonasiG
-
Autor - Benutzer
- Beiträge: 13
- Dank erhalten: 0
Seit vielen Jahren kämpfe ich nun schon mit meiner Blasenschwäche. Diese ist so unregelmäßig und merkwürdig, dass ich auch nichtmehr weiß.
Bei Kälte spielt die Blase verrückt, und ich schaffe es nicht bis zur Toilette. Aber auch bei normalen Temperaturen oder Regen. Ich muss immer ein Auge auf öffentliche Toiletten oder Bäume haben.
Oft auch das Problem, gerade wenn ich durch die Tür komme, habe ich den Kampf mit meiner Blase schon verloren. Oder an der Ampel. ...
Eine Blasenschwäche die mich verwirrt und lange Zeit so extrem eingeschränkt hat, dass ich mich nichtmehr vor die Tür getraut habe. Erst als ich anfing mich mit selbst mit Inkontinenzmaterial zu versorgen, fing ich an wieder zu "leben" und auch berufstechnisch weiterzukommen.
Mein (Ex-)Hausarzt sagt es wäre nicht so tragisch und ich sollte versuchen mit Granufink und Sport meine Blase in den Griff zu bekommen. Hat natürlich nicht geholfen.
Die Überweisung beim Urologen ergab auch nichts.
Der drückte auf meiner Blase herum, nahm eine Urinprobe und das wars.
Mehr kam nicht.
Ich habe mich bis jetzt vollkommen selbst mit Hilfsmitteln versorgt um eine Teilhabe am Leben zu erlangen. Soweit so schlecht.
Aber das kanns doch nicht sein?
Ich weiss ganz genau was ich brauche und was ich will, aber mein HA hat all dies komplett übergangen. Und zwar so vehement, dass ich bis heute eingeschüchtert bin.
Auch ist die Frage die ich mir bei all dem stelle: Wie oft hätte eine Zugangskarte oder ein Schlüssel zur Handicap-Toilette meine Hose gerettet und mich auf Dienstreisen nicht blamiert?
Aber ohne Diagnose auch nicht machbar.
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- mich
-
- Benutzer
- Beiträge: 342
- Dank erhalten: 30
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- MichaelDah
-
- Moderator
- Vereinsmitglied
- Beiträge: 922
- Dank erhalten: 194
erstmal herzlich willkommen hier. Vielleicht hast du ja tatsächlich Pech mit deinen Ärzten gehabt - das der Urologe nur etwas auf dem Bauch rumdrückt, eine Urinprobe nimmt und dich wieder nach Hause schickt ist ungewöhnlich. Normaler weise macht der mindestens ein Ultraschall, eine DRU (Prostata ertasten) und lässt dich ein paar Fragebögen ausfüllen (oder fragt das selber ab). In der Regel will er auch ein Miktionsprotokoll.
Ich denke du solltest dir einen neuen Urologen suchen. Eine Vorbereitung für den Besuch findest du übrigens hier: Vorbereitung Arztbesuch
Mach dir vorher Notizen und schreib deine Fragen auf - oft vergisst man manches in der Aufregung. Wichtig währe auch die Historie - also wann das Problem wie angefangen hat und mögliche Vordiagnosen - insbesondere solche zum Thema Wirbelsäule und Diabetes.
Wichtig ist erstmal herauszufinden woran es eigentlich liegt. Gerade eine Drangproblematik bekommt man - wenn sie noch nicht so stark ausgeprägt ist - oft mit konservativen Methoden oder mit Medikamenten wieder in den Griff. Das fängt mit „Richtig Trinken“ an und hört bei Beckenboden Training auf (ja - das kann auch bei einer Drangproblematik hilfreich sein). Erst wenn alle konservativen Methoden nicht funktionieren wird man über eine erweiterte Diagnostik und ggf. operative Maßnahmen nachdenken.
Was die Hilfsmittel angeht - die sind - wenn du regelmäßig mindestens mittlere Mengen verlierst verschreibungsfähig. Der von der Krankenkasse beauftragte Versorger wird dir dabei helfen das passende Hilfsmittel zu finden. Wenn du spezielle Sachen haben willst wirst du i.d.R. zuzahlen müssen. Ob sich das dann lohnt musst du sehen. Ausnahme ist hier eine ärztliche medizinische Einzelfallbegründung (ein Rezept reicht nicht) - in allen anderen fällen obliegt es dem Versorger (nicht dem Arzt) mit dir zusammen das richtige Hilfsmittel zu finden.
Zum Thema CBF Schlüssel: Den kannst du bekommen wenn der Arzt ein chronische Blasen- oder Darmerkrankung attestiert.
Viele Grüße
Michael
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- mich
-
- Benutzer
- Beiträge: 342
- Dank erhalten: 30
Auf einem anderen Rezept stand dann "ableitende Hilfsmittel", mit dem konnte ich dann Urinalkondome plus Beinbeutel abholen. Alles kostete mir nur die Rezeptgebühr.
Diese Rezepte hat mir eine Arzthelferin ausgestellt und der URO brauchte nur zu unterschreiben. Ging problemlos.
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- JonasiG
-
Autor - Benutzer
- Beiträge: 13
- Dank erhalten: 0
Hat mich viel Mut gekostet das wieder anzugehen.
Ich werde berichten!
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- JonasiG
-
Autor - Benutzer
- Beiträge: 13
- Dank erhalten: 0
Ist es normal das man solange auf einen Termin warten muss?
Wie versorge ich mich in der Zwischenzeit, bzw macht es Sinn sich nach einem anderen Urologen umzuschauen?
Macht es Sinn meine Krankenkasse schon vorher anzuschreiben?
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- stephanw
-
- Benutzer
- Vereinsmitglied
- Beiträge: 215
- Dank erhalten: 44
als bei mir meine Inkontinenz los ging, habe ich Hilfsmittelverordnungen von meiner Hausärztin bekommen. War grundsätzlich kein Problem. Es ist ja nicht zuzumuten, dass du bis zum Termin unversorgt bist.
Das man mehrere Monate beim Facharzt auf einen Termin wartet, kann schon passieren (hab ich auch schon erlebt). Aber ich würde schauen, evtl. einen anderen Arzt zu finden. Meine Erfahrung zeigt, dass es nicht besser wird mit den Terminen, wenn der Arzt schon beim Ersttermin mehrere Monate im Voraus ausgebucht ist. D.h. es wird ein dauerndes Ärgernis bleiben. Bei meinem Urologen kriege ich normalerweise innerhalb von 2-3 Wochen einen Termin, wenn mal was dringendes anliegt. Wenn du in einer Nähe einer größeren Stadt wohnst sollte das kein Problem sein, einen anderen Arzt zu finden. In sehr ländlichen Umgebungen ist das evtl. schwieriger.
Grüße
Stephan
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- JonasiG
-
Autor - Benutzer
- Beiträge: 13
- Dank erhalten: 0
MichaelDah schrieb: Normaler weise macht der mindestens ein Ultraschall, eine DRU (Prostata ertasten) und lässt dich ein paar Fragebögen ausfüllen (oder fragt das selber ab). In der Regel will er auch ein Miktionsprotokoll.
Ich habe völlig vergessen: Ja man hat ein Ultraschall genommen, ohne etwas zu finden.
So lange ist das nun schon her.
Stephanw:
Also kann ich mich auch vorerst über meinen Hausarzt eine Verordnung bekommen?
Kann ich das einfach ansprechen?
Ich versuche es gerne nochmal, weil ich bis jetzt insbesondere wärend der Arbeitstage manchmal schwer hinterherkomme mit dem selbstständigen Einkaufen von Pants usw.
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- stephanw
-
- Benutzer
- Vereinsmitglied
- Beiträge: 215
- Dank erhalten: 44
Also kann ich mich auch vorerst über meinen Hausarzt eine Verordnung bekommen?
Kann ich das einfach ansprechen?
Ja, macht er. Hilfsmittel gehen bei ihm auch auf kein Budget oder sowas. Der HA wird dir aber (natürlich) nahelegen, einen Facharzt aufzusuchen, aber da bist du ja schon dran.
Viele Grüße
Stephan
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- JonasiG
-
Autor - Benutzer
- Beiträge: 13
- Dank erhalten: 0
Ganz anders als ich es bisher gewohnt war, schaute man genau, und auch wenn die Untersuchungen nicht gerade angenehm waren habe ich "endlich" eine vorläufige Diagnose:
Reizblase.
Außerdem warte ich noch auf die Laborwerte und habe auch einen Folgetermin.
Endlich ist man an der Sache dran!
Ein Rezept für Solifenacin habe ich auch bekommen, muss dort aber laut Ärztin bis zu 4 Wochen (!) auf erste Verbesserung warten.
Ein Rezept für Hilfsmittel bekam ich erst auf Nachfrage
und da ging es erst richtig los mit den Problemen:
Jede Apotheke in meinem Umkreis wollte das Rezept nicht annehmen (es ist keine... wie nennt man das? Dauerrezept-Art? sondern nur für 3 Kartons) mit der Begründung, dass sie nicht mit meiner Krankenkasse zusammenarbeiten.
Das einzige Sanitätshaus in meiner Nähe konnte mir auch nicht helfen, sagte aber, ich müsse erst meine Krankenkasse anrufen.
Im Internet und auch auf der Homepage meiner Krankenkasse las ich, dass ich ein Beratungstermin bekommen würde.
Wie sah die Beratung aus?
Ich habe einen Link mit einer Liste der Leistungserbringer bekommen. Das war alles.
Wenn ich Glück habe kann ich die "Leistungserbringer" heute alle anrufen...
(sollte man das so machen? Jeden einzelnen anrufen?)
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.