Hier finden Sie Antworten auf Ihre Fragen:

Petition für faire Hilfsmittelversorgung: Keine Einschnitte bei Stoma, Inkontinenz und Kathetern!

Ihre Gesundheit verdient mehr als Sparmaßnahmen

Wer auf medizinische Hilfsmittel wie Einmalkatheter (ISK) oder Stoma-Produkte angewiesen ist, braucht individuelle Lösungen – keine Einheitsversorgung nach dem billigsten Prinzip. Doch geplante gesetzliche Änderungen bedrohen die freie Wahl und die Sicherheit Ihrer Versorgung. Setzen Sie jetzt ein Zeichen für Selbstbestimmung und Qualität (Lebensqualität!): Unterstützen Sie unsere Petition für eine menschenwürdige und bedarfsgerechte Hilfsmittelversorgung!.

Die Petition ist eine gemeinsame Initiative der Selbsthilfe Stoma-Welt e.V. und der Inkontinenz Selbsthilfe e.V. 

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    Manche Menschen haben ein Stoma.
    Ein Stoma ist eine künstliche Körperöffnung.
    Zum Beispiel am Bauch.


    Andere Menschen können ihre Blase oder ihren Darm nicht selbst entleeren.
    Sie brauchen dafür besondere Hilfsmittel.
    Hilfsmittel sind zum Beispiel Beutel oder Katheter.


    Diese Hilfsmittel müssen gut passen.
    Jeder Mensch braucht andere Hilfsmittel.


    Die Bundes-Regierung will jetzt Geld sparen.
    Sie will sogenannte Festbeträge einführen.
    Das bedeutet: Die Krankenkassen zahlen nur noch einen bestimmten Betrag.
    Alles darüber müssen die Menschen selbst zahlen.


    Viele Betroffene haben Angst:
    Sie bekommen dann vielleicht nicht mehr die richtigen Hilfs-Mittel.
    Sie müssen vielleicht ihre Produkte wechseln.Weil es billiger ist.


    Wir sind selbst betroffen.
    Wir sind auch Selbst-Hilfe-Organisationen.
    Wir heißen: Stoma-Welt e.V. und Inkontinenz Selbsthilfe e.V.

    Wir erleben jeden Tag:
    Gute Hilfsmittel sind sehr wichtig.
    Sie helfen Menschen gesund zu bleiben.
    Sie helfen Menschen selbst zu entscheiden.
    Sie helfen Menschen am Leben teil-zunehmen.

    Was auf dem Papier "gleich gut" aussieht, ist es im Alltag oft nicht.
    Ein falsches Hilfsmittel kann krank machen.
    Es kann Menschen zu Hause einsperren.

    Deshalb schreiben wir diese Petition.
    Eine Petition ist ein Brief an Politiker·innen.
    Wir schreiben an die Gesundheits-Politiker·innen im Bundes-Tag.

    Wir sagen ihnen:
    Die geplante Gesetzänderung ist gefährlich.
    Sie schadet Menschen mit Stoma.
    Sie schadet Menschen, die einen Katheter brauchen.

    Wir fordern:
    Hilfsmittel müssen zum Menschen passen.
    Nicht zum Sparplan.
    Fachkräfte müssen weiter beraten dürfen.

    Sie können helfen!

    Wir haben eine Bitte an die Politik geschrieben.
    Viele Menschen unterschreiben die Bitte.
    So zeigen sie: Das Thema ist wichtig.

    Drücken Sie auf den grünen Text:

    Bitte an die Politik unterschreiben

Individuelle Versorgung sichern – Petition jetzt unterstützen!

Individuelle Versorgung statt Sparmaßnahmen: Wer auf Hilfsmittel wie Katheter oder Stoma-Produkte angewiesen ist, braucht mehr als Standardlösungen zum günstigsten Preis. Der Gesetzgeber plant Einschnitte, die Ihre Wahlfreiheit und Versorgungssicherheit gefährden können. Erfahren Sie, warum Ihre Stimme jetzt zählt – und wie Sie unsere Petition für eine bedarfsgerechte, menschenwürdige Versorgung unterstützen können.

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Um was es geht: Individuelle Versorgung statt Standardlösungen

Die Versorgung bei einer Blasenentleerungsstörung oder einem Stoma ist komplex und hochindividuell. Es kommt nicht nur auf die individuell passenden Produkte an, sondern auch auf eine fachgerechte Beratung und Anpassung sowie eine langfristige und ganzheitliche Betreuung. Die Versorgung ist damit zwangsläufig sehr dienstleistungsintensiv und lässt sich nicht standardisieren, ohne die Versorgungsqualität und damit die Gesundheit der Betroffenen zu gefährden. Eine Standardversorgung zum günstigsten Preis ist nicht geeignet, um den individuellen Bedarf der Anwender sicherzustellen sowie gleichzeitig eine spezialisierte und fachkundige Beratung einschließlich begleitender Betreuung zu erbringen. Das haben die weitgehend negativen Beispiele mit Ausschreibungen in diesem Bereich vor 2019 deutlich gezeigt. Diese führten in der Praxis unter anderem zu eingeschränkter Wahlfreiheit der Patient:innen, erzwungenen Produktwechseln und gefährlichen Unterbrechungen in der Versorgung. Da der aktuelle Referentenentwurf für die Festbeträge ebenfalls eine Ausrichtung an den „möglichst preisgünstigen Versorgungsmöglichkeiten“ vorsieht, sind die Konsequenzen in ähnlicher Form wie der Ausschreibung vorhersehbar.

Das bedeutet: Für bestimmte Hilfsmittel kann ein einheitlicher Höchstbetrag festgelegt werden, an dem sich die Versorgung künftig orientiert. Im Gesetz stehen Formulierungen, die aus Sicht der Inkontinenz Selbsthilfe e.V. und der Selbsthilfe Stoma Welt e.V. hochproblematisch sind: Es sollen „Wirtschaftlichkeitsreserven“ ausgeschöpft, ein „wirksamer Preiswettbewerb“ ausgelöst und die Versorgung an „möglichst preisgünstigen Versorgungsmöglichkeiten“ ausgerichtet werden. Besonders kritisch ist, dass eine hinreichende Auswahl an Hilfsmitteln nur „soweit wie möglich“ sichergestellt werden soll. Genau diese Formulierungen kritisiert die Inkontinenz Selbsthilfe e.V., weil sie eine Versorgung nach Preislogik statt nach individuellem Bedarf befürchtet. Kolostomie-Stoma-Selbstkatheterismus

Warum gefährdet dies Ihre Versorgungssicherheit?

Hilfsmittelversorgung bei Stoma, Inkontinenz und Blasenentleerungsstörungen ist hochindividuell. Es gibt nicht „das eine“ Produkt für alle. Ein Hilfsmittel muss zum Körper, zur Erkrankung, zur Mobilität, zur Haut, zur Handhabung, zum Alltag und zur persönlichen Lebenssituation passen. Wenn der niedrigste Preis zum Maßstab wird, drohen konkrete Verschlechterungen:

 

Warum gefaerdet dies ihre Versorgungsicherheit

 

Weniger Auswahl: Betroffene könnten nicht mehr das Hilfsmittel erhalten, das für sie am besten geeignet ist, sondern nur noch das, was in den Festbetrag passt.

  • Mehr Produktwechsel: Wer gut versorgt ist, könnte zu einem günstigeren Produkt gedrängt werden – auch wenn dies medizinisch oder im Alltag schlechter passt.
  • Weniger Beratung und Begleitung: Individuelle Anleitung, Schulung und Nachsorge könnten unter Druck geraten, obwohl sie für eine sichere Anwendung entscheidend sind.
  • Mehr Komplikationen: Unpassende oder unzureichend erklärte Hilfsmittel können zu Infektionen, Hautschäden, Schmerzen, Unsicherheit und zusätzlichen Arzt- oder Klinikbesuchen führen.
  • Weniger Selbstbestimmung: Wer Angst vor Versorgungsproblemen hat, verlässt seltener das Haus, schränkt Arbeit, Reisen, Sport und soziale Kontakte ein oder wird stärker von Angehörigen abhängig.
  • Weniger Würde: Hilfsmittel betreffen intime Lebensbereiche. Eine Versorgung, die sich am billigsten Standard orientiert, kann das Gefühl von Sicherheit, Kontrolle und Privatsphäre massiv beeinträchtigen.

Materialien zum Download

Alle Materialien können individuell genutzt und weitergegeben werden.

Positionspapier

Kompakte Übersicht der zentralen Forderungen

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Fakten & Argumente für Betroffene

Unterstützen Sie Ihre Forderungen mit Fakten!

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Die zentrale Postadresse lautet:

Deutscher Bundestag, [Name des Abgeordneten], Platz der Republik 1, 11011 Berlin

Mitglieder Ausschuss für Gesundheit Bundestag

Mitglieder des Ausschusses für Gesundheit im Bundestag finden

Mit dieser Suchfunktion finden Sie alle Mitglieder (ordentliche und stellvertretende) des Ausschusses für Gesundheit im Deutschen Bundestag (SPD, CDU, CSU, Grüne, Linke).
Sie können nach Partei, Funktion, Wahlkreis, Postleitzahl oder Ort filtern und so gezielt Abgeordnete des Ausschusses recherchieren.
Tipp: Falls keine Ergebnisse angezeigt werden, erhöhen Sie den Suchradius (z. B. auf 100 km oder mehr).

Es ist nicht nötig, alle Felder auszufüllen. Ein einziges Suchkriterium genügt für die Umkreissuche. Ohne Filter werden alle Mitglieder des Ausschusses angezeigt.

    Unsere Forderung

    Hilfsmittelversorgung darf nicht am billigsten Produkt ausgerichtet werden. Sie muss sich am tatsächlichen Bedarf der Betroffenen orientieren.

    Wir erwarten:

    Bedarf statt Billiglogik. Die individuelle Versorgung muss gesetzlich gesichert bleiben.
    Wahlfreiheit statt Zwangswechsel. Betroffene müssen weiterhin das Hilfsmittel erhalten können, das für sie geeignet ist.
    Beratung statt Versorgungslücke. Anleitung, Schulung und Nachsorge müssen Teil einer qualitätsgesicherten Versorgung bleiben.
    Menschenwürde statt Rotstift. Hilfsmittelversorgung betrifft intime, sensible Lebensbereiche und darf nicht auf eine Minimalversorgung reduziert werden.
    Beteiligung der Selbsthilfe. Betroffene und ihre unabhängigen Selbsthilfevertretungen müssen in Entscheidungen über Versorgungsregeln verbindlich einbezogen werden.

    Leitplanken für eine zukunftsfähige Versorgung

    Für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Hilfsmittelversorgung sehen wir folgende Grundprinzipien als zentral an:

    Erhalt einer individuellen, leitlinienkonformen und bedarfsgerechten Versorgung bei ISK und Stoma.
    Sicherstellung von Wahlfreiheit und Verzicht auf eine Vergabe ausschließlich nach dem Kriterium des niedrigsten Preises, wie sie bei Ausschreibungen oder der Festsetzung von Festbeträgen erfolgt.
    Verbindliche Qualitätsanforderungen für Produkte und Beratungsleistungen, einschließlich strukturierter pflegefachlicher Beratung, Anleitung, Schulung sowie Nachsorge.
    Stärkung ambulanter Versorgungsstrukturen zur Entlastung von Krankenhäusern.
    Bessere Information der Betroffenen über ihre Rechte und Ansprüche.
    Verbindliche Einbindung spezialisierter Pflegefachpersonen in die Hilfsmittelversorgung als definierte Leistung.

     

    Eine gute Hilfsmittelversorgung schützt die Gesundheit, ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe, stabilisiert die ambulante Versorgung und beugt vermeidbaren Folgekosten vor. Sie ist ein zentraler Pfeiler eines funktionierenden Gesundheitssystems.

    Lebensqualität ist kein Kostenfaktor – sie ist eine Voraussetzung für ein funktionierendes Gesundheitssystem 

    Über die Beteiligten

    • Inkontinenz Selbsthilfe e.V.

      Ein ehrenamtlich tätiger, gemeinnütziger Verein, der seit über 20 Jahren authentische Selbsthilfe von Betroffenen für Betroffene bei Inkontinenz und Entleerungsstörungen leistet. Mit seinem Online-Angebot erreicht der Verein jährlich bis zu einer Million Betroffene, Angehörige und Fachpersonen. Die digitale Plattform bietet umfassende Informationen, Aufklärung und Erfahrungsaustausch. Zudem engagiert sich der Verein im DIN-Verbraucherrat, wird als anerkannte Stellungnahmeberechtigte vom GKV-Spitzenverband zur Abgabe von Stellungnahmen im Fortschreibungsverfahren des Hilfsmittelverzeichnisses eingeladen und bringt sich als Mandatsträger bei der Entwicklung thematisch relevanter einzelner AWMF-Leitlinien in Kooperation mit führenden medizinischen Fachgesellschaften ein.

    • FgSKW e.V.

      Die Fachvereinigung klinischer und ambulanter Pflegeexpert:innen für die ganzheitliche Stomatherapie, Kontinenzförderung und Wundbehandlung in all ihren Arbeitsbereichen. Neben der Funktion als Interessenvertretung und Dienstleister für die Mitglieder, steht insbesondere die Kompetenz und Qualifikation von Pflegefachpersonen im Fokus. Die Fachgesellschaft agiert als Kompetenzzentrum zur Wissensvermittlung für die Weiterentwicklung und Qualitätssicherung der Fachbereiche.

    • Initiative „Faktor Lebensqualität“

      Die Initiative „Faktor Lebensqualität“ wurde 2013 von führenden Leistungserbringern und Hilfsmittel-Herstellern im Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) gegründet und engagiert sich für Menschen, die auf Grund eines künstlichen Darm- oder Harnausgangs täglich auf die Verwendung von Stomaprodukten angewiesen sind oder zur Leerung ihrer Blase mehrmals täglich Einmalkatheter (ISK) verwenden. Die Initiative setzt sich politisch und gesellschaftlich dafür ein, dass diese Menschen jederzeit individuell, angemessen und bedarfsgerecht mit medizinischen Hilfsmitteln und den notwendigen Beratungsleistungen versorgt werden. „Faktor Lebensqualität“ macht auf die Anliegen dieser Patient:innen aufmerksam und tritt für ihre spezifischen Interessen ein, um einen Beitrag für die Verbesserung ihrer Hilfsmittel-Versorgung zu leisten.

    • Selbsthilfe Stoma-Welt e.V.

      Selbsthilfe Stoma-Welt e.V. ist eine bundesweite, gemeinnützige Selbsthilfeorganisation, die sich seit 2010 für die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit einem Künstlichen Darmausgang (Enterostoma) oder einer künstlichen Harnableitung (Urostoma) einsetzt. Im Fokus stehen unabhängige Informationen, Aufklärung, Erfahrungsaustausch, Stärkung von Selbsthilfe von Stomaträger:innen für Stomaträger:innen. Der Verein vertritt die Interessen von Betroffenen gegenüber Politik, Kostenträgern und Leistungserbringern im deutschsprachigen Raum. Das im Jahr 2003 initiierte Stoma-Forum wird seit 2010 von der Selbsthilfe Stoma-Welt e.V. betrieben und moderiert. Im Januar 2026 wurde eine von Betroffenen entwickelte Stoma-App veröffentlicht, in die unter anderem auch das Stoma-Forum integriert wurde. Diese App bietet Unterstützung im Alltag durch Stärkung des Selbstmanagement sowie durch die Vernetzung von Stomaträger:innen.

    • Transparenzhinweis

      Das Positionspapier ist im Rahmen einer gemeinsamen Initiative und eines intensiven fachlichen Austauschs zwischen den genannten Selbsthilfeorganisationen, der Fachgesellschaft und der Initiative Faktor Lebensqualität des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) e. V. entstanden. Die beteiligten Akteure bringen ihre eigenen, unabhängigen und betroffenenorientierten Standpunkte in diese Initiative ein und finden dabei gemeinsame Positionen zum Wohl der Betroffenen. Unsere Forderungen werden ausschließlich im Interesse der Betroffenen entwickelt und vertreten, unabhängig von wirtschaftlichen Interessen. Allerdings sehen wir uns in der Verantwortung, auch Argumente zur Kostenerstattung einzubringen, wenn gesetzliche Regelungen – wie im vorliegenden Entwurf von § 36 – durch eine massive Kostenbegrenzung die Versorgungssicherheit und Lebensqualität der Betroffenen gefährden. Unser zentrales Anliegen bleibt eine menschenwürdige, individuelle und bedarfsgerechte Versorgung. Mit dem vorliegenden Entwurf von § 36 sehen wir dieses Grundprinzip in erheblichem Maße gefährdet.

     

    Die Petition wird unterstützt von:

    Individuelle Versorgung sichern – Petition unterstützen!

    Der Gesetzgeber plant Einschnitte bei Hilfsmitteln wie Einmalkatheter (ISK) & Stoma-Produkten. Das bedroht Wahlfreiheit und Versorgungssicherheit.

    Jetzt Petition für bedarfsgerechte, menschenwürdige Versorgung unterschreiben!