question-circle Frage Und jetzt?

  • SandraS.
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1 Monat 2 Wochen her #53366 von SandraS.
Und jetzt? wurde erstellt von SandraS.
Hallo, ich bin neu hier und habe schon viele Beiträge gelesen. Ich bin 52, nicht übergewichtig und ernähre mich gesund. Jahrelang konnte ich gut den Urin aufhalten und hatte nie einen Drang. Seit einigen Wochen fällt mir immer mehr auf, dass ich echt zur Toilette flitzen muss und es manchmal kaum schaffen kann. Neulich hatte ich eine 300 km Autofahrt…ich habe es nicht zur Toilette geschafft und fast der ganze Blaseninhalt ging daneben. Ich habe mich schon mit Inkontinenzhosen ausgestattet, bin momentan Schülerin, sollte die Schultoilette besetzt sein und ich muss… mittlerweile hab ich echt Sorge. Ich habe im letzten Jahr 5 OPs gehabt. Eine davon war eine Sigmaresektion. Ob es damit was zu tun haben kann? Ich werde mir einen Termin beim Arzt machen, aber bis dahin ? Ich war jetzt erst beim Ultraschall des Bauchraumes, es war alle ok. 
Es ist mir so unangenehm. Ich bin erst beruhigt, wenn ich inkontinenzhosen trage, es gibt mir Sicherheit. 
Dieser spontane Druck auf der Blase…so schnell kann ich gar nicht reagieren…schlimm
Schön, dass ich mich hier einfach austauschen kann, sorry, für das ganze Durcheinander…aber ich bin echt fertig.
Liebe Grüße Sandra

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  • Helmut 60
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1 Monat 2 Wochen her #53370 von Helmut 60
Helmut 60 antwortete auf Und jetzt?
Hallo Sandra,

schön, dass du den Weg hierhin gefunden hast! 

Inkontinenz - auch eine Dranginkontinenz - ist nichts exotisches, du bist damit nicht alleine. Ich selber (m, 65 J.) lebe seit nunmehr knapp 4 Jahren mit einer kombinierten Tröpfel- und Dranginkontinenz. Ich schreibe ganz bewusst: "Ich lebe mit" und nicht "Ich leide an" - einfach, weil ich die Erfahrung gemach habe, dass man auch mit einer Harninkontinenz dank der verfügbaren guten, komfortablen, diskreten und saugfähigen Hilfsmittel nach wie vor ein sehr gutes, aktives und soziales, nahezu uneingeschränktes Leben führen kann. Ich habe keinerlei Schmerzen (solange ich nicht versuche, einen aufkommenden Drang stark einzuhalten), mit dem Rest komme ich gut zurecht.

Das wichtigste, was du ja auch aktiv machst, ist sich ärztliche Hilfe zu holen. Eine Inkontinenz ist keine Krankheit an sich, sie hat immer eine oder mehrere Ursachen die sie auslösen, und das muss zunächst herausgefunden werden bevor man an Therapie zur Minderung/Behebung denken kann. Die ersten Worte meines Arztes waren, dass ich nicht mit einer schnellen Lösung rechen solle, sondern das es ein langwieriger Prozess werden könnte und später das bei mir auch nicht mit einer vollständigen Heilung, sondern maximal mit einer Linderung zu rechnen sei - aber das kann bei dir natürlich ganz anders aussehen, lass dich bitte keinesfalls von mir entmutigen!

Ansonsten hast du ja selber bereits festgestellt, dass dir Inkontinenzhosen Sicherheit geben. Also nutze doch diese Möglichkeit, trotz Inkontinenz dein gewohntes Leben weiterzuführen, bis du medizinisch eine bessere Lösung bekommst, das ist in meinen Augen eine ganz vernünftige, pragmatische Entscheidung für die sich niemand schämen muss ! Alleine die Zeit, bis du bei Fachärzten Termine bekommst, dann eine vernünftige Diagnose, vielleicht eine wirksame Therapie - da vergehen leicht Monate, und dein Leben geht währenddessen ja weiter, mit gegebenenfalls beruflichen Verpflichtungen und einem erfüllten Privatleben. Und ich hatte mir früh geschworen, dass ich nie mein Leben um meine Inkontinenz und das permanente Vorhandensein von Toiletten bei allen Aktivitäten herum arrangieren wollte sondern lieber - und dann mit Inkontinenzhilfsmitteln - mein aktives und soziales Leben so normal wie gewohnt weiterführen möchte. Und genau das funktioniert bei mir ganz hervorragend. 

Gegebenenfalls musst du ein wenig suchen und herumprobieren, bis du die für dich am besten geeigneten Hilfsmittel bezüglich Komfort, Saugfähigkeit und Unauffälligkeit gefunden hast - das können Vorlagen, Pants oder Windeln sein, alles hat seine Vor- und Nachteile.

Was auch immer du für Fragen oder Bemerkungen hast - einfach posten, nicht nur ich, sondern ich viele andere werden dir gerne  sowohl zuhören als auch vielleicht den einen oder anderen Rat geben können!

Viele Grüße
Helmut
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1 Monat 2 Wochen her #53373 von martinK
martinK antwortete auf Und jetzt?
Hallo Sandra

Was Du schreibst kann ich gut nachvollziehen. Bei mir liegt eine neurogene Blasenstörung mit schwerer Harninkontinenz vor. Begonnen hatten die Symptome mit einer Reizblase, und da war ich mehrere Jahre lang auch immer am „Rennen“. Irgendwann war es wie bei Dir, es gab Situationen, da konnte ich den Harn nicht mehr halten. Das Tragen von Hilfsmitteln und der Gang zum Arzt waren eine Erlösung, weil ich zu meinem Problem stehen musste. Davor hatte ich es jahrelang vor mich hergeschoben und nichts unternommen.

Wie Helmut schreibt ist es gut, dass Du einen Arzttermin organisiert hast und Dich mit Inkontinenzhilfsmitteln versorgst. Betreffend Hilfsmitteln ist meine Empfehlung, offen zu sein und Dich nicht unnötig einzuschränken.

Es kann viele Ursachen für eine überaktive Blase geben. Ich bin derzeit in einem Zentrum für Darmgesundheit in Behandlung, unter anderem, weil urologisch alles geklärt ist. Kürzlich wurden verschiedene Tests (Atmung, Urin) zu meinem autonomen Nervensystem gemacht, und es kam heraus, dass ein extremes Ungleichgewicht im vegetativen Nervensystem besteht. Der Sympathikus ist überaktiv während der Parasympathikus viel zu wenig zum Zug kommt. Es wird vermutet, dass dies von meiner Autoimmunkrankheit verursacht wird. Für mich ist das eine sehr wichtige Erkenntnis. Bis anhin verstand ich zwar, weshalb ich wegen meiner neurologischen Erkrankung den Blasenschliessmuskel nicht kontrollieren kann, aber die überaktive Blase mit erhöhten Blasendrücken war nicht geklärt. Nun könnte es sein, dass genau dieses Ungleichgewicht im vegetativen Nervensystem dafür verantwortlich ist. Interessanterweise fühle ich mich selten gestresst und schlafe auch ganz gut. Ich möchte hier einen längeren Beitrag dazu schreiben, warte aber noch auf den schriftlichen Bericht meiner Ärztin.

Herzliche Grüsse
Martin

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1 Monat 1 Woche her - 1 Monat 1 Woche her #53380 von Fliegenfänger
Fliegenfänger antwortete auf Und jetzt?
Hallo Sandra

Schön bist du auch dabei!

Ich selber lebe seit 11 Jahren mit einer Überaktiven Blase/Dranginkontinenz, bin Tag und Nacht auf Hilfsmittel angewiesen und kann unterdessen gut damit leben. Auch Stuhlinkontinenz ist ein Thema, mit derselben Symptomatik eines unbändigen Drangs. Diese habe ich aber seit einiger Zeit recht gut im Griff.

Das ganze begann vor über 11 Jahren nach einer beidseitigen Leistenoperation, kombiniert mit der OP eines Nabelbruchs. Diese ging (sprichwörtlich) in die Hose. Nach der OP bildeten sich faustgrosse Hämatome im Bauchraum. Nach Rückbildung derselben, was mehrere Monate dauerte, begann ich Urin zu verlieren. Ich war schon vor der OP ein eher fleissiger Toilettengänger, aber Urinverlust war nie ein Thema. Bei mir führte ganz offensichtlich diese OP zur Inkontinenz. 

Die ganzen ärztlichen Untersuchungen der verschiedenen Spezialisten in den folgenden Jahren führten bei mir lediglich zur oben erwähnten Diagnose. Eine konkrete Ursache für die Inkontinenz konnte nicht gefunden werden. 

Der Anfang ist nicht einfach, aber auch ich führe heute ein Leben mit Hilfsmitteln, lasse mir dieses nicht durch die Inkontinenz diktieren und plane nicht um Toiletten herum. Und das funktioniert recht gut. 

Liebe Grüsse
Markus

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