file Frage Dranginkontinenz

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1 Woche 5 Tage her #53937 von Monchichi
Dranginkontinenz wurde erstellt von Monchichi
Guten Morgen liebe Foris, 

Ich bin neu hier und daher noch etwas unsicher mit dem Forum. 
Bin weiblich, 61, und leide seit 3 Jahren an einer Dranginkontinenz. Ausgelöst wurde diese durch wiederkehrende Blasenentzündungen Anfang 2023. Mehrere diverse Antibiotika halfen nichts. Es wurde eine Blasenspiegelung gemacht und eine Urinkultur angelegt. Man fand *Klebsiella aerogenes*. Letztlich geblieben ist mir nach einem wirksamen Antibiotikum eine Dranginkontinenz, die mich im Alltag natürlich sehr belastet. Beim Gynäkologen wurde eine Bioresonanztherapie gemacht die nur dem Gyn was eingebracht hat 🙄. Ich bekam Hormonzäpfchen verordnet 2 x pro Woche und nehme diese seit dem regelmäßig. Seitdem mache ich auch regelmäßig Beckenbodentraining mit einem Perifit. Meine Beschwerden sind mal mehr und mal weniger ausgeprägt. Dazu kommt, dass ich seit diesem Jahr Blut (nicht sichtbar) im Urin habe. Von den Nieren kommt es nicht. MRT vom Abdomen ist unauffällig und aus gyn. Sicht liegen keine Senkungen vor und meine Beckenboden Muskulatur ist gut. Der Gyn. rät zu einer medikamentösen Behandlung mit Betmiga bzw. wenn das nicht helfen sollte mit Botoxinjektionen. Hat jemand von euch Erfahrungen mit Betmiga oder Botox? Als Nebenwirkungen sind u.a. häufige Blasenentzündungen angegeben. Das schreckt mich etwas ab. Ich habe keine überaktive Blase aber wenn ich merke, dass ich muss, muss ich sehr schnell eine Toilette aufsuchen 🙈. Habt ihr bitte einen Rat für mich? 

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1 Woche 5 Tage her - 1 Woche 5 Tage her #53938 von MichaelDah
MichaelDah antwortete auf Dranginkontinenz
Hallo Monchichi,

willkommen im Forum, ich denke, zum Thema werde sich auch noch andere melden. Allerdings würde ich dem Zusammenhang noch ein paar grundlegende Sachen sagen - die du vielleicht schon weißt - die aber trotzdem nicht ganz unwichtig sind.

Die Klebsiella kenne ich selber aus leidvoller Erfahrung und weiß, dass man die nicht ganz so einfach wieder los wird. Wichtig ist bei den Biestern, das Antibiotikum wirklich lange genug zu nehmen - auch wenn es einem schon wieder gut geht.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist Trinken. Ob du genug trinkst, du bekommst normalerweise relativ einfach anhand der Farbe der Urins heraus. Wenn der hellgelb ist und kaum riecht, dann ist alles prima. Eher wasserartig bedeutet zu viel getrunken und wenn er gelber oder gar dunkelgelb wird, dann bedeutet das mehr trinken. Jedenfalls, wenn keine weiteren Erkrankungen vorliegen. 

Ein Problem bei der überaktiven Blase ist, dass häufig die Blasenwand gereizt wird. Wenn die sowieso schon wegen vorangegangener Entzündungen empfindlich reagiert, dann tut sie das bei konzentriertem Urin besonders heftig - deshalb ist viel Trinken wichtig - auch wenn das bei Harndrang paradox klingt. Allerdings kommt es auch darauf an, was man trinkt und wann man trinkt: Kaffee, kohlensäurehaltige Getränke, entwässernde Tees, saure Getränke, scharfe Gewürze etc., sind da suboptimal. 

Die Getränke sollte man darüber hinaus gleichmäßig über den Tag verteilen. Ein normaler Körper kann mehr als 500ml nicht auf einmal verarbeiten und leitet dann den Rest direkt Richtung Nieren weiter.

Zu deiner Sorge mit den Nebenwirkungen: Der Grund, warum bei all diesen Medikamenten dabei steht, dass sie Blasenentzündungen auslösen können, liegt darin, dass es unter ungünstigen Umständen dazu kommen kann, dass du durch die Dämpfung der Blase Restharn darin behältst. Der Restharn stellt ein Risiko für Blasenentzündungen dar - und daher steht der Hinweis auf dem Beipackzettel. Wenn es keinen Restharn gibt, dann besteht das Risiko auch nicht.   

Eine weitere Sache ist vielleicht auch noch wichtig - um mit den richtigen Erwartungen an die Behandlung zu gehen. Medikamente wie Betmiga können dafür sorgen, dass die spontanen Krämpfe der Blase weniger werden. Auch der Harndrang wird beherrschbarer und es wird im besten Fall einfacher, noch die nächste Toilette zu erreichen. Aber: Die Medikamente unterdrücken nicht den Harndrang selbst. Bedeutet: Wenn sich derzeit die Blase z.B. bei 150ml meldet, dann wird sie das auch erstmal weiterhin tun, bis sie sich an mehr Inhalt gewöhnt hat. Nur es fällt einem dann leichter, nicht sofort zum Klo zu rennen, sondern eben noch zehn Minuten zu warten und zu sehen, ob der Drag dann immer noch da ist.

Etwas besser klappt das mit Botox. Leider funktioniert dieses Medikament nicht ganz so vorhersehbar und die Schwelle zwischen zu wenig und zu viel ist schmal. Anders ausgedrückt: Wir zu wenig gespritzt passiert garnichts, wir zu viel gespritzt regt sich die Blase nicht mehr und du musst sie für die Zeit der Wirkung (meistens 6-10 Monate) mit einem Katheter selbst entleeren.

Meine Empfehlung wäre es erstmal mit den Medikamenten zu versuchen und Botox in einem zweiten Schritt zu überlegen. Hier würde ich auch gezielt noch mal bei der Ärztin nachfragen, warum sie Betmiga empfiehlt. Betmiga ist zwar ein modernes Medikament mit einem etwas anderen Nebenwirkungsprofil als die "üblichen" älteren Medikamente wie z.B. Trospiumchlorid. Allerdings wirkt es - wenn die Blasenspastik erst mal eingesetzt hat, nicht so stark wie die Klassiker. 

Bedeutet: Wenn es darum geht, dass die Blase generell weniger krampft, dann kann Betmiga in Abhängigkeit vom Nebenwirkungsprofil möglicherweise die bessere Wahl sein. Wenn es aber darum geht, bei einem Krampf zu verhindern, dass es am Ende in die Vorlage geht, dann sind die "Klassiker" möglicherweise effektiver. 

Im Zweifelsfall muss man das ausprobieren und sich vor allem nicht entmutigen lassen, wenn es nicht von jetzt auf gleich funktioniert. Manchmal setzen die Nebenwirkungen schneller ein als die Wirkung. Das lässt sich aber mit einem vorsichtigen Einschleichen der Medikamente verbessern - und manchmal verschwinden die Nebenwirkungen nach einer Weile auch wieder. 

Wichtig ist dabei also: Nicht zu schnell aufgeben, sondern mindestens 2-3 Monate probieren.

viele Grüße
Michael

   

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1 Woche 4 Tage her #53939 von Monchichi
Monchichi antwortete auf Dranginkontinenz
Lieber Thomas, vielen lieben Dank für deine Antwort und deine Hinweise zur Trinkmenge. Ich achte immer darauf genug zu trinken. Übermorgen habe ich einen Termin beim Urologen und werde mit ihm alles weitere besprechen. Ist eine Harndranginkontinenz gleich zu setzen mit einer überaktiven Blase? Ich muss jetzt nicht extrem oft zur Toilette... 

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1 Woche 4 Tage her #53941 von MichaelDah
MichaelDah antwortete auf Dranginkontinenz
Hallo Monchichi,

einen bei einer Dranginkontinenz verlierst du, wie der Name schon sagt, bei einem starken Harndrang Harn. Ursache dafür ist, dass sich die Blase unwillkürlich zusammenzieht und der Schließmuskel dem dabei aufgebauten Druck nicht mehr standhält. Genau das sollen die Medikamente verhindern. Eine überaktive Blase kann mit und ohne Inkontinenz auftreten - die Ursache lässt sich nicht immer klären. Typischerweise passieren die Drangereignisse sehr häufig - wenn du also mehr als achtmal am Tag aufs Klo musst, dann spricht das für eine Überaktivität. So eine Überaktivität kann übrigens auch durch eine leichte Belastungsinkontinenz ausgelöst werden. Wenn es also da ein Problem geben sollte - auch wenn es nur sehr geringfügig ist, würde ich den Urologen darauf ansprechen. In diesem Fall würde sich die Behandlung möglicherweise verändern. 

Der allgemeinere medizinische Fachbegriff lautet übrigens hyperaktiver Detrusor - der kann in unterschiedlichen Kontexten mit verschiedenen Ursachen auftreten - also nicht nur bei der typischen überaktiven Blase. Je nach der Ursache wird sich das Problem dann allerdings nicht nur auf die Blase beschränken, sondern z.B. auch dazu führen, dass Paresen insbesondere im Beinbereich auftreten. Auch ein Schlaganfall kann eine Ursache sein.

Unabhängig von der Ursache würde ich es erstmal mit den Medikamenten versuchen. Wenn ein Medikament nach ausreichend langer Einnahme nicht funktioniert, dann wird die Urologin vermutlich ein anderes Präparat mit einem leicht anderen Wirkprofil verschreiben - wenn nicht, würde ich sie darauf anspichen. 

Erst wenn beide Medikamente nicht zufriedenstellend funktionieren sollten, würde ich um eine erweiterte Diagnostik mit einer urodynamischen Untersuchung ggf. mit einer Urethradruckprofilmessung (bei Verdacht auf eine zusätzliche Belastungsinkontinenz) bitten. Es ist nicht ganz unwichtig, mehr über die Druckverhältnisse in der Blase zu erfahren - auch um eine weitere Therapie besser anpassen zu können. Natürlich könnte man es danach auch gleich mit Botox versuchen - meine Empfehlung wäre aber vorher erst mal zu schauen, was da genau passiert.

Viele Grüße
Michael
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1 Woche 3 Tage her #53943 von martinK
martinK antwortete auf Dranginkontinenz
Hallo Monchichi

Bei mir liegt eine überaktive Blase vor und ich bin ebenfalls inkontinent. Michael hat schon viel geschrieben, dem ich mich anschliessen kann.

Letztes Jahr nahm ich Betmiga (25 mg) in Kombination mit Toviaz (4 mg dann 8 mg) ein. Ich vertrug die Medikamente sehr gut und der Effekt war auch spürbar. Leider kam es dann zu Harnverhalt und einer Harnwegentzündung, so dass ich die Behandlung in Absprache mit meiner Urologin abbrach. Ich möchte Dir damit aber keine Angst machen, im Gegenteil. Da bei mir eine schwere neurogene Blasenentleerungsstörung vorliegt, war das Resultat nicht ganz überraschend. Positiv war einerseits wie erwähnt, dass die Medikamente Wirkung zeigten und andererseits, dass ich ausser dem Harnverhalt keine Nebenwirkungen spürte und nach dem Absetzen der Medikamente keine weiteren Harnwegentzündungen auftraten. Mit der Einnahme von Betmiga, allenfalls in Kombination mit einem zweiten Medikament, gehst Du also kein Risiko ein. Solltest Du Nebenwirkungen spüren, ist die Absetzung problemlos.

Bei Botox ist wichtig sich bewusst zu sein, dass Du Dich nach der Behandlung möglicherweise selber katheterisieren musst, um den Restharn in den Griff zu kriegen. Sollte irgendwann eine Botoxbehandlung in Frage kommen, würde ich diesen Punkt auf alle Fälle vorgängig klären und allenfalls testen, wie gut Du mit dem Katheterisieren klarkommen würdest. Wie Michael schrieb, dauert es einige Monate, bis die Wirkung von Botox nachlässt.  Es muss also sichergestellt werden, dass die Entleerung in dieser Zeit ordentlich abläuft, und wenn die durch das Botox beruhigte Blase das nicht selber hinkriegt, ist Selbstkathetrisierung die Methode der Wahl. Schon allein deshalb ist es empfehlenswert, es zuerst mit Medikamenten zu versuchen. Bei mir wäre das Stillegen der Blase durch Botox durchaus eine Option, da ich aber vom Kathetrisieren schnell Harnweginfekte kriege, konnte ich mich noch nicht durchringen, Botox spritzen zu lassen. Es gibt aber einige hier, die mit dem Katheterisieren keine Probleme haben.

Wurde eine Blasenspiegelung durchgeführt um zu untersuchen, ob der Harntrakt gereizt ist, oder es sonst Auffälligkeiten gibt? Wenn Du Blut im Urin hast und unklar ist, woher dieses kommt, wäre eine Spiegelung möglicherweise sinnvoll.

Herzliche Grüsse
Martin
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1 Woche 1 Tag her #53950 von Monchichi
Monchichi antwortete auf Dranginkontinenz
Lieber Martin, 

vielen lieben Dank für deine Nachricht. Gestern war ich beim Urologen und er hat mir Obgemsa 75mg verschrieben. Eine Blasenspiegelung wurde bei mir im März von einem anderen Urologen gemacht und man konnte sehen, dass eine Reizung durch einen Harnwegsinfekt vorlag. Ich bekam ein Antibiotikum und das war’s. Woher das Blut im Urin kommt weiß leider keiner. Mittlerweile habe ich einen neuen Urologen der natürlich auch eine Blasenspiegelung machen wollte. Dazu war ich aber noch nicht bereit. Heute fange ich mit Obgemsa an und hoffe auf gute Wirkung. 

Herzliche Grüße 
Monchichi
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1 Woche 1 Tag her #53951 von martinK
martinK antwortete auf Dranginkontinenz
Hallo Monchichi

Danke für die Antwort! Ich verstehe nicht, weshalb die Ärzte die Blasenspiegelung nicht mit einem Video dokumentieren. Ich frage dies jedesmal nach (man könnte ja einfach eine Handykamera vor dem Bildschirm positionieren…), stosse aber immer auf taube Ohren. Dann steht eine undokumentierte Aussage im Raum, die viel Interpretationsspielraum offen lässt.

Obgemsa ist sicher ein guter Start, ich wünsche Dir, dass sich Deine Blase beruhigt!

Herzliche Grüsse
Martin
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5 Tage 16 Stunden her #53966 von Monchichi
Monchichi antwortete auf Dranginkontinenz
Kleines Update:
Opgemsa 75mg wirkt bei mir sehr gut 👍. Bereits nach einem Tag verspürte ich eine deutliche Verbesserung der Dranginkontinenz. Leider ist schon wieder ein Keim in meiner Blase und ich muss bereits das dritte Mal in diesem Jahr seit Freitagabend ein Antibiotikum einnehmen 🙄. Jetzt habe ich an beiden Füßen einen Ausschlag bekommen, juckende rote Pusteln 😳. Von Opgemsa oder der Kombi mit dem Antibiotikum? Keine Ahnung. Ob das AB wirklich notwendig war, mag ich bezweifeln, zumal ich keine Beschwerden in Richtung Blasenentzündung hatte. Ich werde mal bei meinem Urologen erfragen wie hoch die Keimbelastung überhaupt war. Da am Freitag mein Urologe nicht mehr in der Praxis war, verschrieb ein Kollege das AB. Da ich heute eine längere Urlaubsreise antrete habe ich mich für die Einnahme entschieden. Wenn ich wieder zurück bin werde ich weitere Untersuchungen machen lassen. 
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4 Tage 18 Stunden her #53969 von martinK
martinK antwortete auf Dranginkontinenz
Hallo Monchichi

Das ist ja erfreulich, dass das Obgemsa so schnell wirkt! Betreffend den Hautausschlägen und der möglichen Blasenentzündung bist Du ja in ärztlichem Kontakt.

Geniess die Ferien, wohin geht die Reise?

Herzliche Grüsse
Martin

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3 Tage 7 Stunden her #53987 von Monchichi
Monchichi antwortete auf Dranginkontinenz
Bin in Schweden :-).
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