Frage Urlaubssorgen bei Dranginkontinenz
- Dana77
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6 Tage 7 Stunden her #54150 von Dana77
Urlaubssorgen bei Dranginkontinenz wurde erstellt von Dana77
Liebes Forum,
ich schreibe heute das erste Mal hier. Ich leide seit 2 Jahren an Belastungs- und Harninkontinenz und möchte nun erstmals auf Urlaub nach Italien nach Bibione fahren.
Meine Mutter und ich würden gerne längere Strandspaziergänge unternehmen, ich muss aber jede Stunde die Toilette aufsuchen. So sehe ich ziemlichen Stress auf mich zukommen!
Wie soll ich es am besten handhaben? Ich habe zur Sicherheit immer Pants (Tena Super) an, schaffe es aber bisher immer noch rechtzeitig auf die Toilette, aber das ist schon ziemlich stressig.
Ganz liebe Grüße und vielen Dank im Voraus,
Dana
ich schreibe heute das erste Mal hier. Ich leide seit 2 Jahren an Belastungs- und Harninkontinenz und möchte nun erstmals auf Urlaub nach Italien nach Bibione fahren.
Meine Mutter und ich würden gerne längere Strandspaziergänge unternehmen, ich muss aber jede Stunde die Toilette aufsuchen. So sehe ich ziemlichen Stress auf mich zukommen!
Wie soll ich es am besten handhaben? Ich habe zur Sicherheit immer Pants (Tena Super) an, schaffe es aber bisher immer noch rechtzeitig auf die Toilette, aber das ist schon ziemlich stressig.
Ganz liebe Grüße und vielen Dank im Voraus,
Dana
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- martinK
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6 Tage 1 Stunde her #54152 von martinK
martinK antwortete auf Urlaubssorgen bei Dranginkontinenz
Hallo Dana
Ich versuche mit meiner Inkontinenz so zu leben, dass sie mich möglichst nicht einschränkt. Wie ich Dich verstehe, bist Du in der gleichzeitig glücklichen aber auch schwierigen Situation, dass Du zwar ohne Harnverlust durch den Tag kommst, dies aber Einschränkungen mit sich bringt, weil eine Toilette zeitnah erreichbar sein muss.
Ich würde an Deiner Stelle einerseits versuchen, die Spaziergänge so zu planen, dass Du zwischendurch irgendwo entleeren kannst. Vielleicht beginnt Ihr mit einer kürzeren Route, auf welcher Ihr allenfalls auch schnell in einen Ort mit Hotels oder Restaurants halten könnt. Allenfalls kannst Du ein portables Urinal mitnehmen, damit könntest Du auch irgendwo hinter einem Busch Wasser lösen. Geht das nicht, so würde ich den Harnverlust bewusst in Kauf nehmen. Möglicherweise lohnt es sich, eine Packung Tena Pants Maxi mitzunehmen damit Du Dich unterwegs sicherer fühlst. Aus Erfahrung weiss ich, dass ich damit einige Stunden unterwegs sein kann, ohne bei Harnverlust Rücknässen zu spüren oder gar auszulaufen.
Auf keinen Fall würde ich aber auf die Aktivitäten mit Deiner Mutter verzichten, auch weil es ja immer wieder Aktivitäten geben wird, an welchen Du teilnehmen möchtest. Harn zu verlieren ist sehr frustrierend, aber sich einzuschränken, um Harnverlust zu vermeiden, ist auf die Dauer noch frustrierender. Das ist aus meiner Warte vielleicht einfach gesagt, weil ich in den letzten 12 Jahren stark harninkontinent war und meist eh keine Wahl hatte, als unkontrolliert zu entleeren. Ich versuche derzeit "kontinenter" zu werden, was mal besser, mal schlechter klappt.
Nimmst Du Medikamente gegen die Dranginkontinenz?
Herzliche Grüsse
Martin
Ich versuche mit meiner Inkontinenz so zu leben, dass sie mich möglichst nicht einschränkt. Wie ich Dich verstehe, bist Du in der gleichzeitig glücklichen aber auch schwierigen Situation, dass Du zwar ohne Harnverlust durch den Tag kommst, dies aber Einschränkungen mit sich bringt, weil eine Toilette zeitnah erreichbar sein muss.
Ich würde an Deiner Stelle einerseits versuchen, die Spaziergänge so zu planen, dass Du zwischendurch irgendwo entleeren kannst. Vielleicht beginnt Ihr mit einer kürzeren Route, auf welcher Ihr allenfalls auch schnell in einen Ort mit Hotels oder Restaurants halten könnt. Allenfalls kannst Du ein portables Urinal mitnehmen, damit könntest Du auch irgendwo hinter einem Busch Wasser lösen. Geht das nicht, so würde ich den Harnverlust bewusst in Kauf nehmen. Möglicherweise lohnt es sich, eine Packung Tena Pants Maxi mitzunehmen damit Du Dich unterwegs sicherer fühlst. Aus Erfahrung weiss ich, dass ich damit einige Stunden unterwegs sein kann, ohne bei Harnverlust Rücknässen zu spüren oder gar auszulaufen.
Auf keinen Fall würde ich aber auf die Aktivitäten mit Deiner Mutter verzichten, auch weil es ja immer wieder Aktivitäten geben wird, an welchen Du teilnehmen möchtest. Harn zu verlieren ist sehr frustrierend, aber sich einzuschränken, um Harnverlust zu vermeiden, ist auf die Dauer noch frustrierender. Das ist aus meiner Warte vielleicht einfach gesagt, weil ich in den letzten 12 Jahren stark harninkontinent war und meist eh keine Wahl hatte, als unkontrolliert zu entleeren. Ich versuche derzeit "kontinenter" zu werden, was mal besser, mal schlechter klappt.
Nimmst Du Medikamente gegen die Dranginkontinenz?
Herzliche Grüsse
Martin
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- stephanw
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6 Tage 39 Minuten her - 6 Tage 33 Minuten her #54153 von stephanw
stephanw antwortete auf Urlaubssorgen bei Dranginkontinenz
Hallo Dana,
auch ein herzliches Willkommen von mir.
Ich kann mich Martin nur anschließen, du solltest versuchen den Urlaub zu machen und dir die Freude nicht von der Inkontinenz versauen zu lassen. Wenn es noch ein bisschen Zeit hin ist, wäre zu überlegen, mit deinem Urologen eine mögliche medikamentöse Therapie zu versuchen, die den Harndrang reduziert. Wenn das alles schon abgeklärt bzw. probiert wurde und bei die eine therapierefraktäre Inkontinenz vorliegt, solltest du schauen, das du dich möglichst gut auf den Urlaub vorbereitest:
Ich würde lieber etwas saugstärkeres Inkontinenzmaterial mitnehmen, damit du ein auslaufen sicher verhinderst (beispielsweise statt einem "Super" ein "Maxi" Produkt). Ggf. macht es Sinn, statt der Pants Vorlagen (mit entsprechenden Fixierhosen) zu verwenden, da du diese leichter unterwegs wechseln kannst, für den Fall das es mal nicht auf die Toilette reicht und du doch einnässt. Mit Vorlagen kannst du genauso die Toilette wie mit Pants benutzen, allerdings brauchst du dich nicht entkleiden um die nasse Pant zu tauschen. Für das benutzte IKM macht es auch Sinn, blickdichte Müllbeutel dabei zu haben, damit du das Material diskret entsorgen kannst. Ansonsten wirst du mit einer Suche bei Google Maps nach "Toiletten" etliche öffentliche Toiletten in Bibione finde, ich hab das gerade mal zum Spass gemacht: Es empfiehlt sich also, vorher eine grobe Routenplanung zu machen, die regelmäßig an einer Toilette vorbei führt. Ansonsten kann ich noch empfehlen, ausreichend IKM mitzunehmen, nichts ist stressiger als Vor Ort auf die Suche nach Nachschub zu gehen. Ich plane bei mir immer konservativ und nehme lieber etwas zu viel mit als zu wenig. Ansonsten kann ich nur dringend raten, ausreichend zu trinken (auch wenn das paradox klingt), gerade bei Hitze kann der Urin stark konzentrieren und dann zu einer Verschlimmerung der Symptomatik führen.
Ich selbst bin gerade beispielsweise endlich mal wieder auf einem Städtetrip mit meiner Familie unterwegs und lasse mir die Freude nicht von meiner (hochgradigen) Dranginkontinenz vermiesen. Wenn die (in meinem Fall) Inkontinenzwindel regelmäßig aufgrund meiner stark eingeschränkten Harnkontrolle nass wird, ist es so und es findet sich immer irgendwo eine Gelegenheit, das Material zu wechseln. Ich habe in meinem Rucksack genügend Reserve dabei, sodass ich auch von frühmorgens bis spätabends sicher unterwegs sein kann. Da ich die saugstärksten Tena Windeln verwende, kann im Notfall zwei Blasenentleerungen ohne Probleme vom Material aufgesaugt werden - falls es also doch mal keine zeitnahe Wechselmöglichkeit gibt. Das mir eine Windel ausläuft, passiert mir zum Glück so gut wie nie.
In jedemfall wünsche ich dir eine schöne Zeit mit deiner Mutter in Bibione!
Liebe Grüße
Stephan
auch ein herzliches Willkommen von mir.
Ich kann mich Martin nur anschließen, du solltest versuchen den Urlaub zu machen und dir die Freude nicht von der Inkontinenz versauen zu lassen. Wenn es noch ein bisschen Zeit hin ist, wäre zu überlegen, mit deinem Urologen eine mögliche medikamentöse Therapie zu versuchen, die den Harndrang reduziert. Wenn das alles schon abgeklärt bzw. probiert wurde und bei die eine therapierefraktäre Inkontinenz vorliegt, solltest du schauen, das du dich möglichst gut auf den Urlaub vorbereitest:
Ich würde lieber etwas saugstärkeres Inkontinenzmaterial mitnehmen, damit du ein auslaufen sicher verhinderst (beispielsweise statt einem "Super" ein "Maxi" Produkt). Ggf. macht es Sinn, statt der Pants Vorlagen (mit entsprechenden Fixierhosen) zu verwenden, da du diese leichter unterwegs wechseln kannst, für den Fall das es mal nicht auf die Toilette reicht und du doch einnässt. Mit Vorlagen kannst du genauso die Toilette wie mit Pants benutzen, allerdings brauchst du dich nicht entkleiden um die nasse Pant zu tauschen. Für das benutzte IKM macht es auch Sinn, blickdichte Müllbeutel dabei zu haben, damit du das Material diskret entsorgen kannst. Ansonsten wirst du mit einer Suche bei Google Maps nach "Toiletten" etliche öffentliche Toiletten in Bibione finde, ich hab das gerade mal zum Spass gemacht: Es empfiehlt sich also, vorher eine grobe Routenplanung zu machen, die regelmäßig an einer Toilette vorbei führt. Ansonsten kann ich noch empfehlen, ausreichend IKM mitzunehmen, nichts ist stressiger als Vor Ort auf die Suche nach Nachschub zu gehen. Ich plane bei mir immer konservativ und nehme lieber etwas zu viel mit als zu wenig. Ansonsten kann ich nur dringend raten, ausreichend zu trinken (auch wenn das paradox klingt), gerade bei Hitze kann der Urin stark konzentrieren und dann zu einer Verschlimmerung der Symptomatik führen.
Ich selbst bin gerade beispielsweise endlich mal wieder auf einem Städtetrip mit meiner Familie unterwegs und lasse mir die Freude nicht von meiner (hochgradigen) Dranginkontinenz vermiesen. Wenn die (in meinem Fall) Inkontinenzwindel regelmäßig aufgrund meiner stark eingeschränkten Harnkontrolle nass wird, ist es so und es findet sich immer irgendwo eine Gelegenheit, das Material zu wechseln. Ich habe in meinem Rucksack genügend Reserve dabei, sodass ich auch von frühmorgens bis spätabends sicher unterwegs sein kann. Da ich die saugstärksten Tena Windeln verwende, kann im Notfall zwei Blasenentleerungen ohne Probleme vom Material aufgesaugt werden - falls es also doch mal keine zeitnahe Wechselmöglichkeit gibt. Das mir eine Windel ausläuft, passiert mir zum Glück so gut wie nie.
In jedemfall wünsche ich dir eine schöne Zeit mit deiner Mutter in Bibione!
Liebe Grüße
Stephan
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- Dana77
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5 Tage 13 Stunden her #54155 von Dana77
Dana77 antwortete auf Urlaubssorgen bei Dranginkontinenz
Lieber Martin, lieber Stephan!
Herzlichen Dank für eure Antworten! Sie haben mir sehr geholfen und mir eine Last von den Schultern genommen!
Ich antworte euch nachmittags länger,
viele liebe Grüße aus Österreich
Dana
Herzlichen Dank für eure Antworten! Sie haben mir sehr geholfen und mir eine Last von den Schultern genommen!
Ich antworte euch nachmittags länger,
viele liebe Grüße aus Österreich
Dana
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- Helmut 60
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5 Tage 12 Stunden her #54156 von Helmut 60
Helmut 60 antwortete auf Urlaubssorgen bei Dranginkontinenz
Hallo Dana,
ich (m, 66j.) lebe seit über 4 Jahren mit einer kombinierten Tröpfel- und Dranginkontinenz. Nach medizinischer Klärung entschied ich in Abstimmung mit meinem Arzt, meine Inkontinenz bis auf weiteres nur zu managen - eine Behandlung könne sie maximal nur lindern, aber nicht beheben, und ich bin nicht bereit, die Nebenwirkungen dafür in Kauf zu nehmen. Zudem habe weder ich persönlich noch meine Frau irgendwelche Probleme damit, das ich meine Harninkontinenz dank "saugfähiger Einweg-Funktionsunterwäsche" manage.
Ich behaupte, dass jeder, der eine Form von Dranginkontinenz hat, irgendwann vor der Frage steht ob man sein ganzes Leben an der Inkontinenz und dem Vorhandensein von erreichbaren Toiletten bei allen möglichen und denkbaren Situationen und Aktivitäten ausrichten möchte (und trotzdem ab und an scheitert und in nasser Wäsche dasteht) oder ob man bereit ist, aufsaugende Inkontinenzhilfsmittel (im Klartext: jede Form von Windel) als Hilfsmittel akzeptiert, die einem ein weitestgehend normales, aktives und soziales Leben ermöglichen. Ja, es kostet am Anfang ein wenig Überwindung, sein Hilfsmittel zu benutzen, obwohl man (mit eventuell nur ganz kurzer Reaktionszeit) schon noch spürt, dass man jetzt muss und ja eigentlich noch lossprinten könnte... und eigentlich braucht man ja doch keine Windeln... und man ist vielleicht einfach nur zu faul, es entschlossen zu versuchen, ohne Hilfsmittel auszukommen...
Solche Gedanken sind mir im Kopf herumgeschwirrt, aber immer mehr Situationen haben mir dann doch gezeigt, dass - sofern ich mein "normales" Leben weiterführen möchte - ich nicht drumherum komme. Meine Frau hat mich sehr darin bestärkt, dass jede Form von Scham, Zurückhaltung und "so etwas tut man doch nicht" hier absolut fehl am Platz ist und letztendlich nur das zählt, womit ich mich wohl fühle und was mir (bzw. uns) die beste Lebensqualität bietet.
Also trage ich meine Windeln, nutze die Toilette, wenn es gerade passt (für's große Geschäft immer, da gibt es keinerlei Probleme), wenn nicht, eben mein Hilfsmittel, und wir können alles unternehmen, was wir gerne machen. Egal ob ausgiebige Fahrradtouren, Wanderungen, Fernreisen (zuletzt 3 Wochen Vietnam/Kambodscha mit insgesamt 8 Flügen), lange Reisen mit unserem Camper (im Sommer über 10.000 km in 2 Monaten kreuz und quer durch Skandinavien, zuletzt 2 Wochen niederländische Küste...) sind nur möglich, weil ich eben Hilfsmittel trage und logischerweise auch benutze. Ich empfinde die Windeln nicht als etwas negatives (obwohl es manchmal auch lästig ist) sondern im Gegenteil als etwas, was mir bzw. uns unsere Freiheit ermöglicht und gewährleistet!
Für tagsüber habe ich mich übrigens auf die Kategorie der Hüftgurtwindeln (Handelsnamen Tena Flex, Attends Flex, Sein Optima u.a.) eingeschossen - sie geben enorm viel Bewegungsfreiheit, sind sehr komfortabel und diskret zu tragen, nehmen mehr auf als eine Pant (und sind dabei preiswerter), man kann sie beliebig oft öffnen (und einfach zur Seite klappen) und schließen, um die Toilette zu benutzen und man kann sie auch einfach frei stehend wechseln, ohne - wie bei einer Pant - sich untenrum erst komplett entkleiden zu müssen - meines Erachtens eine unterschätzte Kategorie!
Eine weitere Binsenweisheit: ein Hilfsmittel sollte so dünn wie möglich aber so dick wie nötig sein .... ein dickeres, saugfähigeres Hilfsmittel ist im Zweifelsfall wesentlich diskreter als ein dünneres, welches ausläuft... es ist wesentlich besser, eine Windel zu tragen und nicht zu brauchen als eine zu brauchen und nicht anzuhaben...
In diesem Sinne - mach das, wo du dich mit am wohlsten fühlst und genieße das Leben!
Viele Grüße
Helmut
ich (m, 66j.) lebe seit über 4 Jahren mit einer kombinierten Tröpfel- und Dranginkontinenz. Nach medizinischer Klärung entschied ich in Abstimmung mit meinem Arzt, meine Inkontinenz bis auf weiteres nur zu managen - eine Behandlung könne sie maximal nur lindern, aber nicht beheben, und ich bin nicht bereit, die Nebenwirkungen dafür in Kauf zu nehmen. Zudem habe weder ich persönlich noch meine Frau irgendwelche Probleme damit, das ich meine Harninkontinenz dank "saugfähiger Einweg-Funktionsunterwäsche" manage.
Ich behaupte, dass jeder, der eine Form von Dranginkontinenz hat, irgendwann vor der Frage steht ob man sein ganzes Leben an der Inkontinenz und dem Vorhandensein von erreichbaren Toiletten bei allen möglichen und denkbaren Situationen und Aktivitäten ausrichten möchte (und trotzdem ab und an scheitert und in nasser Wäsche dasteht) oder ob man bereit ist, aufsaugende Inkontinenzhilfsmittel (im Klartext: jede Form von Windel) als Hilfsmittel akzeptiert, die einem ein weitestgehend normales, aktives und soziales Leben ermöglichen. Ja, es kostet am Anfang ein wenig Überwindung, sein Hilfsmittel zu benutzen, obwohl man (mit eventuell nur ganz kurzer Reaktionszeit) schon noch spürt, dass man jetzt muss und ja eigentlich noch lossprinten könnte... und eigentlich braucht man ja doch keine Windeln... und man ist vielleicht einfach nur zu faul, es entschlossen zu versuchen, ohne Hilfsmittel auszukommen...
Solche Gedanken sind mir im Kopf herumgeschwirrt, aber immer mehr Situationen haben mir dann doch gezeigt, dass - sofern ich mein "normales" Leben weiterführen möchte - ich nicht drumherum komme. Meine Frau hat mich sehr darin bestärkt, dass jede Form von Scham, Zurückhaltung und "so etwas tut man doch nicht" hier absolut fehl am Platz ist und letztendlich nur das zählt, womit ich mich wohl fühle und was mir (bzw. uns) die beste Lebensqualität bietet.
Also trage ich meine Windeln, nutze die Toilette, wenn es gerade passt (für's große Geschäft immer, da gibt es keinerlei Probleme), wenn nicht, eben mein Hilfsmittel, und wir können alles unternehmen, was wir gerne machen. Egal ob ausgiebige Fahrradtouren, Wanderungen, Fernreisen (zuletzt 3 Wochen Vietnam/Kambodscha mit insgesamt 8 Flügen), lange Reisen mit unserem Camper (im Sommer über 10.000 km in 2 Monaten kreuz und quer durch Skandinavien, zuletzt 2 Wochen niederländische Küste...) sind nur möglich, weil ich eben Hilfsmittel trage und logischerweise auch benutze. Ich empfinde die Windeln nicht als etwas negatives (obwohl es manchmal auch lästig ist) sondern im Gegenteil als etwas, was mir bzw. uns unsere Freiheit ermöglicht und gewährleistet!
Für tagsüber habe ich mich übrigens auf die Kategorie der Hüftgurtwindeln (Handelsnamen Tena Flex, Attends Flex, Sein Optima u.a.) eingeschossen - sie geben enorm viel Bewegungsfreiheit, sind sehr komfortabel und diskret zu tragen, nehmen mehr auf als eine Pant (und sind dabei preiswerter), man kann sie beliebig oft öffnen (und einfach zur Seite klappen) und schließen, um die Toilette zu benutzen und man kann sie auch einfach frei stehend wechseln, ohne - wie bei einer Pant - sich untenrum erst komplett entkleiden zu müssen - meines Erachtens eine unterschätzte Kategorie!
Eine weitere Binsenweisheit: ein Hilfsmittel sollte so dünn wie möglich aber so dick wie nötig sein .... ein dickeres, saugfähigeres Hilfsmittel ist im Zweifelsfall wesentlich diskreter als ein dünneres, welches ausläuft... es ist wesentlich besser, eine Windel zu tragen und nicht zu brauchen als eine zu brauchen und nicht anzuhaben...
In diesem Sinne - mach das, wo du dich mit am wohlsten fühlst und genieße das Leben!
Viele Grüße
Helmut
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- Dana77
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5 Tage 10 Stunden her #54157 von Dana77
Dana77 antwortete auf Urlaubssorgen bei Dranginkontinenz
Lieber Martin, Stephan und Helmut!
Nochmals vielen Dank für eure ausführlichen Antworten, besonders auch dir, Helmut! Das macht mir sehr viel Mut, gerade auch in Bezug auf weitere Reisewünsche!!
Ich muss die Vorstellung im Forum erst nachholen, möchte euch aber kurz schreiben, dass ich die Inkontinenz aufgrund eines Medikamentes (Neuroleptikum Risperdal) bekommen habe, das ich seit über 20 Jahren nach 2 schweren Nervenzusammenbrüchen nehmen muss. Beim Versuch eines anderen, moderneren Medikamentes ist sie komplett verschwunden, leider wirkte es zu wenig gegen meine nervlichen Symptome.
Wegen der Nerven führe ich schon seit Ewigkeiten ein fast völlig zurückgezogenes Leben und als dann die Inkontinenz dazu kam, zog ich mich noch mehr zurück, aus Angst vor peinlichen Zwischenfällen.
Lieber Martin, ich nehme vorerst noch keine Medikamente gegen die Dranginkontinenz, da ich Angst vor Nebenwirkungen habe.
Du hast geschrieben, dass du "kontinenter" werden möchtest - wie "übst" du dies?
Lieber Stephan, vielen herzlichen Dank für den Tipp mit Google Maps! Das werde ich mir gleich ansehen!
Lieber Helmut, deinen Beitrag mit den vielen Tipps habe ich auch sehr hilfreich gefunden! Deine Erfahrung ist wirklich wertvoll, und ich finde es toll, dass du und deine Frau so gut mit deiner Inkontinenz umgeht und auch so weite Reisen unternehmt!!
Ganz liebe Grüße
Dana
Nochmals vielen Dank für eure ausführlichen Antworten, besonders auch dir, Helmut! Das macht mir sehr viel Mut, gerade auch in Bezug auf weitere Reisewünsche!!
Ich muss die Vorstellung im Forum erst nachholen, möchte euch aber kurz schreiben, dass ich die Inkontinenz aufgrund eines Medikamentes (Neuroleptikum Risperdal) bekommen habe, das ich seit über 20 Jahren nach 2 schweren Nervenzusammenbrüchen nehmen muss. Beim Versuch eines anderen, moderneren Medikamentes ist sie komplett verschwunden, leider wirkte es zu wenig gegen meine nervlichen Symptome.
Wegen der Nerven führe ich schon seit Ewigkeiten ein fast völlig zurückgezogenes Leben und als dann die Inkontinenz dazu kam, zog ich mich noch mehr zurück, aus Angst vor peinlichen Zwischenfällen.
Lieber Martin, ich nehme vorerst noch keine Medikamente gegen die Dranginkontinenz, da ich Angst vor Nebenwirkungen habe.
Du hast geschrieben, dass du "kontinenter" werden möchtest - wie "übst" du dies?
Lieber Stephan, vielen herzlichen Dank für den Tipp mit Google Maps! Das werde ich mir gleich ansehen!
Lieber Helmut, deinen Beitrag mit den vielen Tipps habe ich auch sehr hilfreich gefunden! Deine Erfahrung ist wirklich wertvoll, und ich finde es toll, dass du und deine Frau so gut mit deiner Inkontinenz umgeht und auch so weite Reisen unternehmt!!
Ganz liebe Grüße
Dana
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5 Tage 1 Stunde her #54158 von martinK
martinK antwortete auf Urlaubssorgen bei Dranginkontinenz
Liebe Dana
Danke für die schnelle Antwort und die Erläuterungen. Ich finde es super, dass Du nun die Reise mit Deiner Mutter unternimmst, hoffentlich wird das tolles Erlebnis! Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du einen Weg findest, dass die überaktive Blase Dich nicht (zu sehr stresst) und Ihr lange und schöne Spaziergänge unternehmen könnt.
Die Hilfsmittel werden Dir dabei helfen, und Harnverlust ist kein Weltuntergang. Dennoch bin ich der Meinung, dass die Blasenkontrolle ein wertvolles Gut ist, mit dem man nicht leichtsinnig umgehen sollte. Es einfach nur "laufen" zu lassen, finde ich an sich keine gute Idee, aber wegen drohendem Harnverlust sich zu isolieren ist auch nicht zielführend. Es gilt meiner Meinung, den goldenen Mittelweg zu finden. Ebenso ist es für die Blase und das Toilettentraining gut, wenn Du versuchst, den Drang etwas auszuhalten.
Meine Inkontinenz ist neurologisch bedingt. Zum einen liegt eine Autoimmunkrankheit vor, welche vorwiegend das Nervensystem im Beckenbodenbereich angreift. Hinzu kommt eine ausgeprägte Spina Bifida occulta, die vermutlich mein Entleerungssystem bereits im Kindesalter beeinträchtigte. Nachdem ich jahrelang fast komplett harninkontinent war, mit Restharn/Harnverhalt und mit Stuhlverlust kämpfte, geht es mir heute dank einer Immunglobulintherapie viel besser. Ich spüre wieder vermehrt Harndrang und die Blase entleert sich meistens auch, wenn ich auf die Toilette gehe (oft leider aber nur in kleinen Mengen). Da ich keine Kontrolle über den Blasenschliessmuskel habe, kann ich den Harndrang nicht unterdrücken oder die Entleerung gross hinauszögern. Dennoch gehe ich nun regelmässig (auch ohne Harndrang) auf die Toilette, einerseits, um weniger Harn zu verlieren und andererseits, um mich wieder an das kontrollierte Entleeren zu gewöhnen. Mein Ziel ist, die meiste Zeit so wie Du mit Pants auszukommen und die Windelslips, welche mich derzeit meisten durch den Tag begleiten, allenfalls nur in ausgewählten Situationen zu tragen. Zum Beispiel bin ich derzeit in den Bergen im Urlaub, und für eine Tageswanderung reichen bei mir die Pants nicht aus; das wird sich vermutlich auch nicht ändern.
Ich verstehe, dass Du Angst vor Nebenwirkungen der Medikamente gegen eine überaktive Blase hast. Vielleicht kannst Du Dich aber dennoch mal überwinden, es zu versuchen. Der Vorteil dieser Medikamente ist, dass Du sie jederzeit absetzen kannst, und die Nebenwirkungen auch schnell wieder weg sind. Natürlich müsstest Du mit Fachärzten besprechen, ob so etwas für Dich in Frage kommt und welche Medikamente am vielversprechendsten wären. Bist Du in urologischer Behandlung?
Herzliche Grüsse
Martin
Danke für die schnelle Antwort und die Erläuterungen. Ich finde es super, dass Du nun die Reise mit Deiner Mutter unternimmst, hoffentlich wird das tolles Erlebnis! Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du einen Weg findest, dass die überaktive Blase Dich nicht (zu sehr stresst) und Ihr lange und schöne Spaziergänge unternehmen könnt.
Die Hilfsmittel werden Dir dabei helfen, und Harnverlust ist kein Weltuntergang. Dennoch bin ich der Meinung, dass die Blasenkontrolle ein wertvolles Gut ist, mit dem man nicht leichtsinnig umgehen sollte. Es einfach nur "laufen" zu lassen, finde ich an sich keine gute Idee, aber wegen drohendem Harnverlust sich zu isolieren ist auch nicht zielführend. Es gilt meiner Meinung, den goldenen Mittelweg zu finden. Ebenso ist es für die Blase und das Toilettentraining gut, wenn Du versuchst, den Drang etwas auszuhalten.
Meine Inkontinenz ist neurologisch bedingt. Zum einen liegt eine Autoimmunkrankheit vor, welche vorwiegend das Nervensystem im Beckenbodenbereich angreift. Hinzu kommt eine ausgeprägte Spina Bifida occulta, die vermutlich mein Entleerungssystem bereits im Kindesalter beeinträchtigte. Nachdem ich jahrelang fast komplett harninkontinent war, mit Restharn/Harnverhalt und mit Stuhlverlust kämpfte, geht es mir heute dank einer Immunglobulintherapie viel besser. Ich spüre wieder vermehrt Harndrang und die Blase entleert sich meistens auch, wenn ich auf die Toilette gehe (oft leider aber nur in kleinen Mengen). Da ich keine Kontrolle über den Blasenschliessmuskel habe, kann ich den Harndrang nicht unterdrücken oder die Entleerung gross hinauszögern. Dennoch gehe ich nun regelmässig (auch ohne Harndrang) auf die Toilette, einerseits, um weniger Harn zu verlieren und andererseits, um mich wieder an das kontrollierte Entleeren zu gewöhnen. Mein Ziel ist, die meiste Zeit so wie Du mit Pants auszukommen und die Windelslips, welche mich derzeit meisten durch den Tag begleiten, allenfalls nur in ausgewählten Situationen zu tragen. Zum Beispiel bin ich derzeit in den Bergen im Urlaub, und für eine Tageswanderung reichen bei mir die Pants nicht aus; das wird sich vermutlich auch nicht ändern.
Ich verstehe, dass Du Angst vor Nebenwirkungen der Medikamente gegen eine überaktive Blase hast. Vielleicht kannst Du Dich aber dennoch mal überwinden, es zu versuchen. Der Vorteil dieser Medikamente ist, dass Du sie jederzeit absetzen kannst, und die Nebenwirkungen auch schnell wieder weg sind. Natürlich müsstest Du mit Fachärzten besprechen, ob so etwas für Dich in Frage kommt und welche Medikamente am vielversprechendsten wären. Bist Du in urologischer Behandlung?
Herzliche Grüsse
Martin
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Dana77 antwortete auf Urlaubssorgen bei Dranginkontinenz
Lieber Martin,
vielen lieben Dank für deine rasche und aufbauende Antwort und die Erzählung über deine Erkrankung. Ich freue mich sehr für dich, dass dir die Immunglobulintherapie hilft!
Den Harn zurückzuhalten, fällt mir schwer, da es leicht schmerzhaft ist und ich das Gefühl habe, davon schneller eine Blasenentzündung (für die ich sehr leicht anfällig bin) davonzutragen.
Beim Urologen war ich bisher noch nicht, aber bei meiner Gynäkologin. Sie empfahl mir Beckenbodentraining. Ich habe mir dazu Material besorgt und mir Übungen zusammengestellt, aber den Beckenboden zu fühlen, fällt mir schwer. Auch muss ich ehrlich sagen, dass ich bisher zu wenig regelmäßig geübt habe.
Vor dem Urologen habe ich etwas Angst, da man immer wieder über negative Folgen z.B. bei einer Blasenspiegelung hört.
Auch mein Großvater hatte in seinen letzten Jahren große Probleme mit seiner Blase (nach einer Prostataoperation), und die Untersuchungen bei verschiedenen Urologen und in den Ambulanzen der Spitäler haben ihm nicht weiterhelfen können und die Lage teilweise sogar verschlimmert. Man kann das aber sicher nicht verallgemeinern!
Doch denke ich auch, dass ich irgendwann einmal ein Medikament gegen den Harndrang versuchen möchte, und dann bleibt der Gang zum Urologen nicht aus.
Ich wünsche dir noch eine schöne Zeit in den Bergen!
Liebe Grüße
Dana
vielen lieben Dank für deine rasche und aufbauende Antwort und die Erzählung über deine Erkrankung. Ich freue mich sehr für dich, dass dir die Immunglobulintherapie hilft!
Den Harn zurückzuhalten, fällt mir schwer, da es leicht schmerzhaft ist und ich das Gefühl habe, davon schneller eine Blasenentzündung (für die ich sehr leicht anfällig bin) davonzutragen.
Beim Urologen war ich bisher noch nicht, aber bei meiner Gynäkologin. Sie empfahl mir Beckenbodentraining. Ich habe mir dazu Material besorgt und mir Übungen zusammengestellt, aber den Beckenboden zu fühlen, fällt mir schwer. Auch muss ich ehrlich sagen, dass ich bisher zu wenig regelmäßig geübt habe.
Vor dem Urologen habe ich etwas Angst, da man immer wieder über negative Folgen z.B. bei einer Blasenspiegelung hört.
Auch mein Großvater hatte in seinen letzten Jahren große Probleme mit seiner Blase (nach einer Prostataoperation), und die Untersuchungen bei verschiedenen Urologen und in den Ambulanzen der Spitäler haben ihm nicht weiterhelfen können und die Lage teilweise sogar verschlimmert. Man kann das aber sicher nicht verallgemeinern!
Doch denke ich auch, dass ich irgendwann einmal ein Medikament gegen den Harndrang versuchen möchte, und dann bleibt der Gang zum Urologen nicht aus.
Ich wünsche dir noch eine schöne Zeit in den Bergen!
Liebe Grüße
Dana
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Helmut 60 antwortete auf Urlaubssorgen bei Dranginkontinenz
Hallo Dana,
wegen Medikamenten zur Dämpfung des Dranges musst du nicht unbedingt zum Urologen, dein Hausarzt oder deine Gynäkologin kann dir hier sicher auch weiter helfen.
Zumindest mir hat mein langjähriger Hausarzt auch diese Möglichkeit angeboten, mir aber als guter Arzt auch direkt die damit verbundenen möglichen Nebenwirkungen genannt und mich gefragt, ob ich diese auf mich nehmen würde - zumal bei mir auch Interferenz mit anderen, lebensnotwendigen Medikamenten (Herz/Kreislauf) wahrscheinlich ist und da dann auch wieder nachgesteuert werden müsste, was sich dann wiederum auf dieWirksamkeit der Dämpfung des Dranges auswirken würde...
Da ich selbst keinerlei Probleme und auch keinerlei Nebenwirkungen mit den aufsaugenden Inkontinenzhilfsmitteln habe (die ich, wenn auch in dünnerer Form wegen meiner Tröpfelinkontinenz dann immer noch bräuchte), habe ich es mit seiner Zustimmung dabei belassen und ihm versprochen, mich sofort bei ihm zu melden, wenn ich meine Meinung dazu ändere - was bisher nicht passiert ist.
Letztlich darf (und muss) in unserem Land jeder Mensch (sofern er in der Lage dazu ist) selber entscheiden, welche Behandlung für ihn in Frage kommt. Jeder Arzt soll (und muss) nach erfolgter Diagnose mögliche Behandlung- und Therapieoptionen aufzeigen, muss Chancen, aber auch Risiken und Nebenwirkungen aufzeigen, den Patienten gut beraten und letztlich befähigen zu entscheiden, was unternommen werden soll.
Ich kann deine Bedenken und Sorgen gut nachvollziehen, tu das, was du für dich als richtig empfindest!
Viele Grüße
Helmut
wegen Medikamenten zur Dämpfung des Dranges musst du nicht unbedingt zum Urologen, dein Hausarzt oder deine Gynäkologin kann dir hier sicher auch weiter helfen.
Zumindest mir hat mein langjähriger Hausarzt auch diese Möglichkeit angeboten, mir aber als guter Arzt auch direkt die damit verbundenen möglichen Nebenwirkungen genannt und mich gefragt, ob ich diese auf mich nehmen würde - zumal bei mir auch Interferenz mit anderen, lebensnotwendigen Medikamenten (Herz/Kreislauf) wahrscheinlich ist und da dann auch wieder nachgesteuert werden müsste, was sich dann wiederum auf dieWirksamkeit der Dämpfung des Dranges auswirken würde...
Da ich selbst keinerlei Probleme und auch keinerlei Nebenwirkungen mit den aufsaugenden Inkontinenzhilfsmitteln habe (die ich, wenn auch in dünnerer Form wegen meiner Tröpfelinkontinenz dann immer noch bräuchte), habe ich es mit seiner Zustimmung dabei belassen und ihm versprochen, mich sofort bei ihm zu melden, wenn ich meine Meinung dazu ändere - was bisher nicht passiert ist.
Letztlich darf (und muss) in unserem Land jeder Mensch (sofern er in der Lage dazu ist) selber entscheiden, welche Behandlung für ihn in Frage kommt. Jeder Arzt soll (und muss) nach erfolgter Diagnose mögliche Behandlung- und Therapieoptionen aufzeigen, muss Chancen, aber auch Risiken und Nebenwirkungen aufzeigen, den Patienten gut beraten und letztlich befähigen zu entscheiden, was unternommen werden soll.
Ich kann deine Bedenken und Sorgen gut nachvollziehen, tu das, was du für dich als richtig empfindest!
Viele Grüße
Helmut
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4 Tage 37 Minuten her #54161 von martinK
martinK antwortete auf Urlaubssorgen bei Dranginkontinenz
Hallo zusammen
Dana, entschuldige bitte, falls ich Deinen Thread missbrauche, um etwas fundamentales zu klären.
Helmut, es ist ja mittlerweile bekannt, dass Du hier im Forum die Akzeptanz der Inkontinenz und das Tragen von Windeln als Patentlösung propagierst. Für mich sind Hilfsmittel auch absolut zentral im Umgang mit meiner Inkontinenz, ohne einen Kleiderschutz, welcher Art auch immer, wäre ich völlig aufgeschmissen. Nur ist die medizinische Seite genau so wichtig, und in diesem Forum habe ich schon mehrmals erlebt, dass Betroffene jahrelang keine fachgerechte Behandlung erhielten, weil sie sich nicht urologisch untersuchen liessen. Natürlich ist jeder Mensch frei, sich zu entscheiden, auf welche medizinische Therapie er/sie sich einlassen möchte und durch welchen Arzt die medizinische Betreuung erfolgen soll. Das ist auch gut so. Nur ist meine Erfahrung, dass die richtige und zielgerichtete Behandlung von Harninkontinenz viel fachspezifisches Wissen und die entsprechende Erfahrung braucht. Beides können Allgemeinmediziner nicht anbieten, bei Gynäkologen wird es vermutlich etwas besser sein. Da die Inkontinenz sehr viele Ursachen haben kann, ist es wichtig, dass die Untersuchung und die Behandlung nach definierten Leitlinien erfolgen. Im Gegensatz zu Allgemeinmedizinern oder Gynäkologen sind Urologen geschult, nach diesen Leitlinien vorzugehen und Therapien sowie Untersuchungen richtig einzuordnen. Gerade bei den Medikamenten gegen eine überaktive Blase gibt es als Hauptansätze Anticholigernika (z.B. Toviaz oder Oxybutinin) und Beta-3-Adrenorezeptor-Agonisten (Betmiga, Obgemsa), die sich in ihrem Wirkprinzip und den Nebenwirkungen unterscheiden. Das richtige Medikament (oder die Kombination von Medikamenten) in der geeigneten Dosierung zu finden gehört zu den Kernkompetenzen von Urologen. Weil Dana noch ein Psychopharmaka einnimmt, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass zumindest zu Beginn einer medikamentösen Therapie eine relativ engmaschige Begleitung von einem Facharzt oder einer Fachärztin wichtig sein könnte. Abgesehen davon gibt es neben den Medikamenten auch andere Therapieansätze wie die sakrale Neuromodulation. Auch dafür benötigt es urologisches Fachwissen. Ich kritisiere nicht, dass Du für Dich entschieden hast, die Inkontinenz ohne medizinische Betreuung hinzunehmen; Du scheinst damit gut zu fahren und Dein Umgang mit der Inkontinenz im Alltag ist vorbildlich. Aber Deine Aussage, dass man für die Medikamente gegen eine überaktive Blase auf eine urologische Konsultation verzichten kann, finde ich schlicht falsch. Auch, weil Dana noch ihre Blase kontrollieren kann und Pants nur trägt um sich sicherer zu fühlen, ohne sie benutzen zu müssen. Wenn ich an ihrer Stelle wäre, würde ich versuchen, dass dies zumindest so bleibt, sich im besten Fall verbessert und nicht verschlechtert. Die besten Chancen, dass dies gelingt, bietet ihr eine urologische Betreuung.
Dana, ich kann Dir aber eine langfristige Betreuung bei einer Urologin oder einem Urologen wärmstens empfehlen; die überaktive Blase wird von alleine im besten Fall nicht schlechter... Zum Beispiel wäre es gut, wenn Du die Beckenbodenübungen zunächst im Rahmen einer Physiotherapie durchführen könntest. Diese wird in der Regel von einem Urologen oder einer Urologin verschrieben. Ich habe schon einige solche Therapien hinter mir, alle brachten mir Gewinn. Vor allem lernte ich, meinen neurologisch beeinträchtigten Beckenboden besser zu spüren und ihn zu entspannen. Die Physiotherapeutinnen waren auch im Bereich des Toilettentrainings und des alltäglichen Umgangs mit einer überaktiven Blase geschult. Auch betreffend der Anfälligkeit auf Blasenentzündungen in Kombination mit einer überaktiven Blase bietet sich eine urologische Betreuung an. Wie überall in der Medizin ist das Vertrauen in den Arzt oder die Ärztin zentral. Ich hatte erst kürzlich eine Blasenspiegelung, die völlig schmerzfrei ablief. Das kann natürlich auch anders sein, aber ich bin überzeugt, dass in einem Kontinenzzentrum oder einer urologischen Praxis mit hohem technischen Standard solche Routineuntersuchungen nur sehr selten mit Komplikationen ablaufen. Es ist ja auch nicht so, dass Du Dich auf Untersuchungen oder Therapien einlassen musst. In meinem Fall habe ich mich zum Beispiel gegen die Empfehlung meiner Urologin entschieden, die Blase nicht mit Botox ruhig stellen zu lassen. Das heisst aber nicht, dass ich mit ihrer Betreuung unzufrieden bin. Im Gegenteil weiss ich dank meiner Ärztin, wie es um meine Blase steht und mit welchen Perspektiven ich rechnen kann/muss, und kann mich je nach Entwicklung für oder gegen eine Therapie entscheiden. Jetzt wünsche ich Dir aber sehr erholsame Ferien. Es wäre schön, von Dir zu lesen, wie es Dir in ergangen ist.
Herzliche Grüsse
Martin
Dana, entschuldige bitte, falls ich Deinen Thread missbrauche, um etwas fundamentales zu klären.
Helmut, es ist ja mittlerweile bekannt, dass Du hier im Forum die Akzeptanz der Inkontinenz und das Tragen von Windeln als Patentlösung propagierst. Für mich sind Hilfsmittel auch absolut zentral im Umgang mit meiner Inkontinenz, ohne einen Kleiderschutz, welcher Art auch immer, wäre ich völlig aufgeschmissen. Nur ist die medizinische Seite genau so wichtig, und in diesem Forum habe ich schon mehrmals erlebt, dass Betroffene jahrelang keine fachgerechte Behandlung erhielten, weil sie sich nicht urologisch untersuchen liessen. Natürlich ist jeder Mensch frei, sich zu entscheiden, auf welche medizinische Therapie er/sie sich einlassen möchte und durch welchen Arzt die medizinische Betreuung erfolgen soll. Das ist auch gut so. Nur ist meine Erfahrung, dass die richtige und zielgerichtete Behandlung von Harninkontinenz viel fachspezifisches Wissen und die entsprechende Erfahrung braucht. Beides können Allgemeinmediziner nicht anbieten, bei Gynäkologen wird es vermutlich etwas besser sein. Da die Inkontinenz sehr viele Ursachen haben kann, ist es wichtig, dass die Untersuchung und die Behandlung nach definierten Leitlinien erfolgen. Im Gegensatz zu Allgemeinmedizinern oder Gynäkologen sind Urologen geschult, nach diesen Leitlinien vorzugehen und Therapien sowie Untersuchungen richtig einzuordnen. Gerade bei den Medikamenten gegen eine überaktive Blase gibt es als Hauptansätze Anticholigernika (z.B. Toviaz oder Oxybutinin) und Beta-3-Adrenorezeptor-Agonisten (Betmiga, Obgemsa), die sich in ihrem Wirkprinzip und den Nebenwirkungen unterscheiden. Das richtige Medikament (oder die Kombination von Medikamenten) in der geeigneten Dosierung zu finden gehört zu den Kernkompetenzen von Urologen. Weil Dana noch ein Psychopharmaka einnimmt, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass zumindest zu Beginn einer medikamentösen Therapie eine relativ engmaschige Begleitung von einem Facharzt oder einer Fachärztin wichtig sein könnte. Abgesehen davon gibt es neben den Medikamenten auch andere Therapieansätze wie die sakrale Neuromodulation. Auch dafür benötigt es urologisches Fachwissen. Ich kritisiere nicht, dass Du für Dich entschieden hast, die Inkontinenz ohne medizinische Betreuung hinzunehmen; Du scheinst damit gut zu fahren und Dein Umgang mit der Inkontinenz im Alltag ist vorbildlich. Aber Deine Aussage, dass man für die Medikamente gegen eine überaktive Blase auf eine urologische Konsultation verzichten kann, finde ich schlicht falsch. Auch, weil Dana noch ihre Blase kontrollieren kann und Pants nur trägt um sich sicherer zu fühlen, ohne sie benutzen zu müssen. Wenn ich an ihrer Stelle wäre, würde ich versuchen, dass dies zumindest so bleibt, sich im besten Fall verbessert und nicht verschlechtert. Die besten Chancen, dass dies gelingt, bietet ihr eine urologische Betreuung.
Dana, ich kann Dir aber eine langfristige Betreuung bei einer Urologin oder einem Urologen wärmstens empfehlen; die überaktive Blase wird von alleine im besten Fall nicht schlechter... Zum Beispiel wäre es gut, wenn Du die Beckenbodenübungen zunächst im Rahmen einer Physiotherapie durchführen könntest. Diese wird in der Regel von einem Urologen oder einer Urologin verschrieben. Ich habe schon einige solche Therapien hinter mir, alle brachten mir Gewinn. Vor allem lernte ich, meinen neurologisch beeinträchtigten Beckenboden besser zu spüren und ihn zu entspannen. Die Physiotherapeutinnen waren auch im Bereich des Toilettentrainings und des alltäglichen Umgangs mit einer überaktiven Blase geschult. Auch betreffend der Anfälligkeit auf Blasenentzündungen in Kombination mit einer überaktiven Blase bietet sich eine urologische Betreuung an. Wie überall in der Medizin ist das Vertrauen in den Arzt oder die Ärztin zentral. Ich hatte erst kürzlich eine Blasenspiegelung, die völlig schmerzfrei ablief. Das kann natürlich auch anders sein, aber ich bin überzeugt, dass in einem Kontinenzzentrum oder einer urologischen Praxis mit hohem technischen Standard solche Routineuntersuchungen nur sehr selten mit Komplikationen ablaufen. Es ist ja auch nicht so, dass Du Dich auf Untersuchungen oder Therapien einlassen musst. In meinem Fall habe ich mich zum Beispiel gegen die Empfehlung meiner Urologin entschieden, die Blase nicht mit Botox ruhig stellen zu lassen. Das heisst aber nicht, dass ich mit ihrer Betreuung unzufrieden bin. Im Gegenteil weiss ich dank meiner Ärztin, wie es um meine Blase steht und mit welchen Perspektiven ich rechnen kann/muss, und kann mich je nach Entwicklung für oder gegen eine Therapie entscheiden. Jetzt wünsche ich Dir aber sehr erholsame Ferien. Es wäre schön, von Dir zu lesen, wie es Dir in ergangen ist.
Herzliche Grüsse
Martin
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