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Stuhlinkontinenz nach Coronainfektion

20 Jun 2022 10:01 - 20 Jun 2022 10:08 #1 von stephanw
Hallo zusammen,

ich hatte Mitte Mai eine Coronainfektion, die recht mild verlaufen ist. Zudem bin ich dreifach geimpft. Jetzt habe ich seit dem Probleme mit der Stuhlkontinenz, die zeitlich erst seit der Infektion auftritt.

Seit der Infektion habe ich jetzt mehrere Tage mit Durchfall gehabt (ca. 6 Tage), an denen ich nicht unterscheiden konnte, ob ich "pupsen" muss oder ob sich flüssiger Stuhl/Durchfall im Enddarm befindet. So ist es mehrmals zu ungewollten Stuhlabgängen gekommen. Aufgrund meiner Harninkontinenz trage ich ja Windeln und das Maleur ist daher wenigstens nicht in die Kleidung gekommen, war aber trotzdem sehr unangenehm, da mir 2 Unfälle nicht zu Hause passiert sind sondern als ich beim Essen und beim Einkaufen war.

Habt ihr schonmal davon gehört, dass es da einen Zusammenhang geben kann oder ist das reiner Zufall? Wenn nicht Corona, was kann da die Ursache sein? Arzttermin habe ich leider erst kommende Woche, um das abzuklären, wollte mich trotzdem schonmal dazu austauschen.

Grüße
Stephan

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20 Jun 2022 13:49 #2 von Frankfurter
Hallo Stephanw.

Du schreibst Seit der Infektion habe ich jetzt mehrere Tage mit Durchfall gehabt (ca. 6 Tage), an denen ich nicht unterscheiden konnte.

Hast Du denn immer noch Probleme ?

Der menschliche Organismus hat so viele Möglichkeiten, dass ja leider sehr oft die Ursache für "Unregelmäßigkeiten" nur sehr schwer festgestellt/entdeckt werden können.

Gerade der chem. Prozess im Darm ist sehr vielfältig. Grundsätzlich habe ich gute Erfahrungen bei Darmproblemen gemacht mit Probiotika und Flohsamen-Schalen. Zu Beginn der Therapie nur grünen Tee, Haferschleim mit Wasser... und dann laaaangsam leichtere Speisen zu sich nehmen.

Es wird lange Zeit brauchen, bis entsprechende beweissichere med. Studien vorliegen, ob Corona immer der "Hauptschuldige" ist.

OT : Es ist ja leider Usus geworden, für alles was nicht funzt etc.... CORONA ist schuld :whistle:

Gruss

Frankfurter

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20 Jun 2022 14:16 - 20 Jun 2022 14:17 #3 von stephanw
Hallo Frankfurter,

der Durchfall hat eigentlich immer eine nachvollziehbare Ursache gehabt (zu fettiges Essen etc.), darum gehts im ersten Schritt gar nicht so sehr. Habe normalerweise von der Stuhlkonsistenz keine größeren Probleme. Was aber anders war, dass ich nicht in der Lage war, Darmgase von (flüssigem) Stuhl im Darm zu unterscheiden. Bei normalem Stuhl kann ich aktuell klar merken, dass ich Stuhldrang habe und dann auch solange einhalten, bis ich auf dem Klo bin. Aber sobald es flüssiger Stuhl bzw. Durchfall war, hat sich das wie Luft angefühlt. Beim vermeintlichen "Luft ablassen" kam dann allerdings keine Luft, sondern Stuhl. Der letzte "Stuhlunfall" war gestern, nachdem ich im Restaurant was sojahaltiges gegessen habe. Ich würde es am ehesten als Sensibilitätsstörung beschreiben. Solche Stuhlkontinenzprobleme treten aber lt. Internetrecherche normalerweise nur bei neurologischen Problemen oder Diabetes auf.

Vor der Infektion hatte ich diesbezüglich noch nie Probleme, d.h. ich konnte früher also immer unterscheiden, ob sich flüssiger Stuhl im Enddarm befindet oder Luft. Das ist seit der Infektion anders (aus dem zeitlichen Zusammenhang betrachtet). Ich schieb das jetzt nicht auf Corona, es kann natürlich auch irgendwas anderes sein. Hab ja deswegen den Arzttermin, wollte aber nur fragen ob jemand schonmal sowas gelesen hat, weil natürlich wieder mein "Weltuntergangskopfkino" am Laufen ist (MS oder ähnliches). Da wäre es eher beruhigend zu hören, dass Corona durchaus auch im Organ "Darm" wirken kann und das dann hoffentlich wieder vergeht. Es dauert ja teilweise auch mehrere Wochen, bis die Geschmacksnerven zurückkommen, daher der Gedanke (... und wegen des zeitlich nahen Zusammenhangs).

Grüße
Stephan

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20 Jun 2022 20:20 #4 von Matthias1965
Guten Abend Stephan,

Corona kann heftigen Durchfall verursachen, das ist von Anfang an bekannt.
Wenn es richtig flüssiger Durchfall ist, dann besteht immer die Gefahr, das bei einem Pupps etwas mehr kommt als nur Luft.
Mach Dich bitte nicht verrückt puncto MS o. ä..
Wenn es ganz schlimm ist, kannst Dir in der Apotheke Immodeum Kapseln holen, ansonsten Flohsamenschalen, Naturjoghurt und paar Tage Schonkost.
Solltest Du nächste Woche zum Arzttermin weiterhin Durchfall habe, kannst ja gleich in einem Schraubgefäss etwas Stuhlprobe in die Praxis mitnehmen.

Gute Besserung
Matthias

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29 Aug 2022 08:38 - 29 Aug 2022 08:48 #5 von stephanw
Hallo zusammen,

ich wollte mal ein Update zum Thema geben. Mittlerweile ist eine Darmspiegelung erfolgt, bei welcher 4 kleinere Darmpolypen gefunden und entfernt wurden. Außerdem wurde ein Hämorrhoid verödet. Beides ist aber laut dem Gastroenterologen nicht ursächlich für meine Stuhlinkontinenzprobleme und den Durchfall.

Auch meine Hausärztin tappt weiter im Dunkeln und wollte jetzt noch einen Lactoseintoleranztest machen, den ich aber ziemlich abwegig finde und erst einmal nicht machen werde. Es gibt aus meiner Sicht keinen klaren Zusammenhang zwischen Milchproduktkonsum und Durchfall und außerdem erklärt es nicht die sensorischen Störungen im Enddarm (Unterscheidungsfähigkeit zwischen Luft und Stuhl), die erst seit (wie der Durchfall) der Coronainfektion auftreten. Stuhlprobe war unauffällig. Flohsamen / Hausmittel haben übrigens keine Verbesserung gebracht.

Ein Termin beim Proktologen ist für Oktober gebucht und hoffe, dass es da bessere Erkenntnisse zur Ursache gibt. Es bestehen weiterhin ca. 1-2x pro Woche Stuhlunfälle, die völlig willkürlich passieren, mal nachts oder auch tagsüber, mal nach dem Essen oder manchmal auch längere Zeit danach.

Habe übrigens einen aktuellen Artikel über eine Studie gefunden, die 62 bisher teils vorher unbekannte Long Covid Symptome auflistet, darunter Durchfall und Stuhlinkontinenz: www.zm-online.de/news/gesellschaft/studi...long-covid-symptome/

Grüße
Stephan

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29 Aug 2022 12:21 #6 von hippo80
Hallo Stephan.
Ich würde den Lactoseintoleranztest unbedingt machen. Zum einen nimmt die Verträglichkeit im Laufe des Lebens physiologisch ab. Zum anderen können schwere Infektionen und/oder Antibiotikaeinnahme die Laktaseproduktion (zur Spaltung der Laktose) vorübergehend oder dauerhaft verhindern. Insofern wäre ein Zusammenhang mit deiner Corona-Infektion nicht abwegig.
Probleme müssen auch nicht unmittelbar nach dem Essen auftreten. Manchmal ist es die Summe der Laktase über den Tag verteilt, so dass es dann abends/nachts zu Problemen kommt.
Liebe Grüße

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30 Aug 2022 10:42 #7 von stephanw
Hallo Hippo,

danke für die Infos, das war mir so nicht bewusst. Ok, dann werde ich den machen!

Grüße
Stephan

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18 Okt 2022 14:28 - 18 Okt 2022 14:51 #8 von stephanw
Hallo zusammen,

mittlerweile habe ich noch eine Magenspiegelung (unauffällig) und einen Laktosetest machen lassen. So wie es sich aussieht, scheint es bzgl. der Durchfälle einen Zusammenhang zum Laktosethema zu geben. Ca. 2h nach Testbeginn hatte ich wieder heftigen Durchfall, der auch wieder in die Hose gegangen ist. Der nüchterne Glucosewert war 97.7mg/dl und der Wert nach 30 Minuten war "nur" 118. Also eine Differenz von 20.3mg/dl, nach 60 Minuten 104mg/dl, d.h. Differenz 6.3mg/dl. Laut dem Text ist der zu erwartende Glucose-Wert bei normaler Lactaseaktivität mit einem Anstieg von > 20mg/dl, d.h. ich bin da ziemlich an der Grenze. Da es zum Durchfall kam, ist für mich klar, dass ich wohl zumindestens eine leichte Laktoseintoleranz habe bzw. bei größeren Mengen. Muss nochmal mit der Hausärztin sprechen, aber es deutet vieles auf eine Laktoseintoleranz hin.

Das erklärt zwar noch nicht die Sensibilitätsstörung im Enddarm, aber da ist natürlich der Zusammenhang mit Corona definitiv naheliegend. Interessant: Meine Urologin hat mir berichtet, dass sie bzgl. der Blase auch eine Zunahme der Funktionsstörungen durch Coronainfektionen festgestellt hat.

Nächste Woche ist dann endlich der Termin beim Proktologen. Die Puzzleteile setzen sich zusammen :unsure:

Viele Grüße
Stephan

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18 Okt 2022 19:22 #9 von MichaelDah
Hi Stefan,

mal unabhängig von Corona können generell Virus Infektionen Nervenentzündungen auslösen und auch Ursache für eine Polyneuropathie werden. Bei mir war das z.B. so, das ich vor langer Zeit immer wieder Empfindungsstörungen in den Beinen hatte (ich schätze das waren die ersten „Warnsignale“ für eine damals vermutlich entgleiste Diabetes…) - die allerdings auch wieder weg gegangen sind. Dann hatte ich mal eine üble Grippe und seit dem ist es so, dass ich dauerhaft Missempfingungen in einem Bein habe (fühlt sich „Pelzig“ an).

Die Grippe war da sicher nicht die Ursache für das Problem (ich schätze mal die Nervenschäden waren in meinem Fall auch schon vorher da) aber sie hat halt dafür gesorgt, dass sich das Problem irgendwie ausweiten konnte. Diese Probleme haben sich bei mir über die Jahre verschlechtert und inzwischen ist es so, das ich nur noch wenig Gefühl für der den Blasenfüllstand habe und auch dünnen Stuhl von Darmwinden nicht mehr unterscheiden kann.

Bei Corona ist in meinem Fall zum Glück nichts schlechter geworden. Ich hatte „nur“ - als es mit Husten und Fieber anfing auch Durchfall bekommen. Es ging mir zwar nur 3 Tage schlecht, aber die waren richtig übel. So was hatte ich noch nie erlebt Husten und Durchfall ist eine saublöde Kombination…

Aber um auf das Thema zurück zu kommen - wie gesagt - Corona kann sicher (wie viele andere Viruserkrankungen auch) eine mögliche Ursache sein. In dem Fall muss man dann nach Polyneuropathien suchen. In dem Zusammenhang würde ich auch mal den Vitamin-B Status überprüfen lassen. Ein Wechsel des Vitamin-B Status im Körper kann so etwas nämlich auch auslösen / begünstigen.

VG
Michael

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05 Nov 2022 12:28 - 05 Nov 2022 12:47 #10 von stephanw
Hallo zusammen,

wollte mal wieder einen aktuellen Stand geben. Die Stuhlunfälle setzen sich mehr oder weniger fort. Ich versuche Laktose einzuschränken, aber das Zeug ist ja so gut wie überall drinnen :blink: Bin da eher weniger erfolgreich mit...

Den Termin beim Proktologen hatte ich letzte Woche und war nicht sehr erkenntnisreich, leider. Es wurden verschiedene kürzere Tests gemacht, u.a. ein Ballon im Rektum aufgepumpt. Ergebnis ist, dass ich an der von außen sichtbaren Haut vom After Fingertasten fühlen kann, im Kanal des Schließmuskels wird das empfinden schlechter und im Enddarm ist dann so gut wie gar nichts mehr an Gefühl da. Das erklärt jedenfalls die Problematik der Erkennung von Stuhl/Luft.

Etwas hellhörig wurde der Proktologe als ich von meiner Harninkontinenz und der erektilen Dysfunktion berichtete, welche aus meiner Sicht eigentlich nachvollziehbare Ursachen haben (benigne Prostatavergrößerung sowie Schrumpfhoden einschließlich Testosteronmangel). Ich hatte 2018, vor Beginn der Harninko, einen Sekundenschlafunfall. Ich habe im Zuge der damaligen Untersuchungen ein LWS MRT machen lassen, die Wirbelsäule war aber laut Radiologen damals unauffällig. Interessanterweise tritt die Harninko seit dem Unfall auf - bin damals von der Landstraße abgekommen, ca. 1m Höhenunterschied in ein Feld geschanzt und dort zum stehen gekommen. Auto war minimalst beschädigt und den Insassen einschließlich mir gings eigentlich körperlich gut. Aber wer weiß, ob beim Aufschlag irgendeine Nervenschädigung entstanden ist, die im MRT nicht gut ersichtlich ist. Da ich früher immer mal mit Bettnässen zu kämpfen hatte und ich seit dem Unfall wegen einer PTBS/Depression in Behandlung bin, zusammen mit der Prostatavergrößerung, wurde das von meinem Urologen als wahrscheinliche Ursache für die Inko festgehalten. Andere Möglichkeit ist natürlich eine MS, die mich in meinem Ängsten schon die ganze Zeit beschäftigt... Dafür habe ich aber sonst keine wirklichen Symptome, die abseits der Beckenbodenproblemen darauf hindeuten.

Versorgung ist jetzt erstmal symptomatisch mit Mikrolax Klistieren, die ich benutzen soll bevor ich das Haus verlasse und ich soll Analtampons ausprobieren, ob die mir helfen um Unfälle zu vermeiden. Bekomme demnächst noch ein Elektrostimulationsgerät, um die Nerven im Enddarm zu trainieren und so hoffentlich das empfinden zurückkehren zu lassen. Die Möglichkeit für einen Schrittmacher wurde auch angesprochen.

In 4 Wochen gibt es einen Folgetermin und er will sich auch nochmal mit einem Beckenbodenzentrum kurzschließen, und meinen Fall besprechen.

Wegen einer Neuropathie-/ Vitamin-B Thematik hatte ich vergessen anzusprechen und mache ich das nächste Mal.

Grüße
Stephan

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