file Frage Seit Entbindung äußerer Schließmuskel nicht anspannbar ohne Muskelverletzung

  • Sabine124
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1 Woche 3 Tage her #53790 von Sabine124
Hallo zusammen, 

vielen Dank für die Aufnahme. Ich bin neu in diesem Forum :)

Ich habe vor ca. 6 Monaten mein Kind spontan entbunden (Hebamme hat übersehen, dass Fruchtblase im Weg war, daher unheimlich lange Entbindung, Fruchtblasensprengung, PDA, Immer mal wieder Blasen Katheter, Kristeller Handgriff, Saugglocke, Dammschnitt, Dammriss Grad 2-3 ohne Muskelverletzung). 

Seit der Entbindung kann ich meinen äußeren Schließmuskel nicht mehr schließen. Mein innerer ist dafür "gut Tonisiert" laut Proktologe. 
Mein Steißbein ist seit Entbindung eingerollt, sticht weiter nach vorne links. 

Ich habe leider noch keine Anlaufstelle gefunden, die mir wirklich helfen kann. Ich war naiv und dachte, meine Hebamme würde mir dazu zur richtigen Zeit eine Anlaufstelle nennen. Die ersten Monate nach Entbindung sind Pupse einfach immer aus mir raus gekommen, ohne dass ich sie halten konnte. Jetzt merke ich innerlich, gleich müsste ein Pups kommen, und dann kommt er aber nicht mehr raus. Das ist seit dem ich vom Physio Beckenbodenübungen mache und hat das Problem ehr verschlimmert als verbessert. 

Meine bisherigen Anlaufstellen:
- Hebamme: Konnte mir gar nicht helfen
- Gyn: Sagte, ich solle trainieren, aber nicht wie
- Hausarzt: Überweisung an Physio
- Physio: Beim 2. Gespräch sagten sie, ohne bekannte Ursache machen sie da nichts
- KI: Lass eine Pudendusmessung durchführen bei Proktologen oder Neurologen
- Alle Proktologen und Neurologen im weiten Umkreis am Telefon: Sowas machen wir nicht
- Beckenbodenzentren angerufen: Sowas machen wir nicht 
- Hausarzt: Geh zum Proktologen
- Proktologe: Geh zum AGGG UP Physio
- AGGG UP Physio: Der Beckenboden spannt kaum an bei vaginaler Untersuchung. Ich soll immer wieder als Übung Urin anhalten + Reißverschluss zu machen + Muskelkorsett schließen >> Seit dem ich die Übung mache, kann ich nicht mehr Pupse raus lassen und habe tagesformabhängig das Problem, dass ein paar tröpfchen Urin abgehen je nach Bewegung
- AGGG UP Physio 2: Seit 2 Wochen gehe ich zu einem Pelvica Physio, den ich selbst zahle, da es einfach nicht besser wird sondern schlechter. Befund: Blasensenkung Grad 1
- Hausarzt: Gefragt, ob er mich in eine Klinik einweisen kann, wo mal wirklich die Ursache gefunden wird: Sie hat gelacht und meinte, das wäre nicht so einfach. Ich wäre schließlich die einzige Patientin, die sie je mit sowas gehabt hätte und ich soll einfach Physio machen dann wieder zum Proktologen
- Gyn Ostheopath: Von einer Freundin, die ein ähnliches Problem nach Entbindung hatte, wurde mir eine Gyn. Ostheopathin empfohlen. Sie sagte, ich sei bei ihr und der Physio in guten Händen und müsse nicht noch irgendwo anders hin. Das Steißbein kann aber leider nur innerhalb der ersten 3 Wochen nach Entbindung gerichtet werden und könne daher dafür nichts tun. Sie sieht das aber auch nicht als Ursache für das Stuhlinkontinenz-Problem. Sie hat beim Steißbein Triggerpunkte ausgelöst und mir mehrmals auf dem Bauch gedrückt, um die Muskeln zu lockern. Sie hatte mich vor der Behandlung vaginal untersucht und ebenfalls die Blasensenkung festgestellt und eine Rektozele ausgeschlossen
- Als mein Mann Abends ein Foto von meinem Intimbereich gemacht hat, ist nun aber eine Rektozele zu sehen und nun habe ich die Beführchtung, dass diese durch die Behandlung ausgelöst wurde - da diese ja direkt vor Untersuchung ausgeschlossen wurde. 
Alle Physios und die Ostheopathin haben festgestellt, dass ich den Beckenboden so gut wie gar nicht anspannen kann. Vorne konnte ich das aber auch vor Entbindung fast gar nicht. Der äußere Schließmuskel ließ sich vor Entbindung aber richtig gut steuern und seit der Entbindung gar nicht mehr. Beide Physios meinten, ich brauche nicht in ein Beckenbodenzentrum und sagen, es braucht Zeit und sollte täglich durch wärme und kälte REize setzen. Ich habe aber das Gefühl, dass die innere Anatomie nicht mehr stimmt. 

Hat einer von euch einen Tipp für mich, wohin ich mit meinem Problem gehen kann? Hat jemand von euch vielleicht auch so ein Problem? 
Ich habe im "Beckenbodenzentrum" Dortmund 2 Termine. Einen in der Gyn und einen in der Chirurgie - Man muss wohl vorher selbst wissen, wo man da hin muss - was ich auch nicht weiß und mir am Telefon auch nicht beantwortet werden kann. War jemand von euch schon mal da? Leider weiß ich nicht, ob ich da überhaupt richtig bin... Mit meinem Problem fühle ich mich sehr alleine gelassen. Ich möchte gerne für mein Baby fit werden :(. Beim Proktologen bin ich nächsten Monat wieder, habe aber die Befürchtung, dass der nichts unternehmen wird außer den Muskel zu sonografieren, was eigentlich schon mal gemacht wurde. Habt Ihr zudem einen Tipp bzgl. der Pupse, damit die wieder raus kommen? 


Entschuldigt bitte den langen Text. Ich bin nur sehr traurig und verzweifelt, weil ich einfach nicht weiß, wo und ob mir geholfen werden kann. Seit einiger Zeit bin ich auch in psychologischer Behandlung, um mit meinem Thema emotional besser umzugehen. Von Ihm wurde mir dieses Forum empfohlen :).


Liebe Grüße,
Sabine

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1 Woche 18 Stunden her #53802 von Dasch
Liebe Sabine,

es tut mir sehr leid zu lesen, was du gerade durchmachst. 
Schade, dass sich bisher noch niemand zum Thema gemeldet hat. 

Ich kann dir leider auch keine konkrete Hilfe geben, aber ich kann sehr gut nachvollziehen, wie verloren und allein man sich mit solchen Problemen fühlen kann.
Bei mir ging es zwar um eine Harninkontinenz, aber ich habe mich damals ganz ähnlich gefühlt wie du. Ich wusste überhaupt nicht, welche Anlaufstelle eigentlich die richtige ist, und hatte oft das Gefühl, nicht wirklich ernst genommen zu werden. Mein damaliger Gynäkologe meinte auch nur, ich solle eben täglich Beckenbodentraining machen, ohne weitere Erklärung oder richtige Unterstützung. Ich habe dann mehrere Jahre gar nichts mehr gesagt und die Beschwerden leider einfach als „normal nach einer Geburt“ hingenommen.

Erst als es schlimmmer wurde und ich mir eine neue Gynäkologin gesucht habe, wurde ich ernst genommen. Sie hat mich schließlich in ein Inkontinenzzentrum und eine urogynäkologische Klinik überwiesen. Ich hatte eine Gebärmuttersenkung III°, Blasensenkung II° und eine Rectocele II°. Ich wurde dann operiert.

Inzwischen fühle ich mich allerdings wieder etwas ähnlich wie du: Die Urogynäkologie kann mir aktuell auch nicht mehr richtig weiterhelfen, der Urologe hat ebenfalls keine eindeutige Ursache gefunden und mir wegen meiner Blasenentleerungsstörung ISK verordnet. 
Eine Ursache ist noch nicht bekannt, und ich bin noch nicht zufrieden mit der ganzen Situation. 
Ich weiß momentan selbst nicht so genau, an wen ich mich noch wenden soll.

Deshalb kann ich sehr gut verstehen, wie frustrierend es ist, ständig zwischen verschiedenen Ärzten und Fachrichtungen hin- und hergeschickt zu werden. Man hat oft das Gefühl, jeder schaut nur auf seinen kleinen Bereich und niemand sieht das Gesamtbild.

Ich finde es trotzdem gut, dass du weiter nach Hilfe suchst und dich nicht abspeisen lässt. Und ich glaube, dass die Termine im Beckenbodenzentrum auf jeden Fall sinnvoll sein können, gerade weil dort verschiedene Fachrichtungen zusammenarbeiten. Du bist mit deinen Beschwerden jedenfalls nicht allein, auch wenn es sich leider oft so anfühlt.

Ich wünsche dir sehr, dass du endlich jemanden findest, der dich ernst nimmt und gemeinsam mit dir nach Ursachen und Lösungen sucht. 

Herzliche Grüße
Daniela

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