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Verzweifelt! Atone Blase und wieder HWI

25 Sep 2018 12:21 #1 von Luna59
Liebe Alle,

im Moment bin ich einfach nur verzweifelt. Seit Mitte August muss ich wegen atoner Blase (macht gar nix mehr) 5 Mal pro Tag selbst katheterisieren. Erst Samstag vor einer Woche habe ich das letzte Antibiotika genommen, letzten Mittwoch Urinkontrolle und seit gestern habe ich schon wieder jede Menge Bakterien im Urin. Ich bin bei Hygiene und Desinfektion sehr, sehr penibel und kann mir das nicht erklären. Bisher war es immer wieder das Klebsiella-Bakterium und ich habe den Verdacht, dass die Bakterien nie ganz weg waren, da dies für mich nun schon die 4. Antibiotika- Runde in kurzer Zeit ist. Praktisch immer nach 1 bis 1 1\2 Wochen lagen wieder Bakterien vor.

Durch stöbern in eurem Forum habe ich ja schon geahnt, dass dies bei einigen ISKlern der Fall sein kann. Nun weiß ich nicht mehr wie ich weitermachen soll.

Vermutlich wird meine atone Blase durch spinale Läsionen ausgelöst. Vor 40 Jahren Autounfall, bei dem Dornfortsätze und Deckplatten der Steißwirbel ein- und abgebrochen waren, 4 Jahre später dann einen Bandscheibenvorfall L4/L5, OP erfolgte nach langer erfolgloser konservativen Behandlung. Bei dieser OP wurden Nerven "geschädigt", sodass eine Lähmung abwärts, einschließlich Blase, vorlag. Durch Cortisongaben über einige Wochen wurde die Lähmung zurückgedrängt. Tja, so genau kann ich mich auch an die Zeit danach nicht mehr erinnern.

Eine Enddiagnose liegt bei mir noch nicht vor, da ich erst am 2. November einen Termin für ein MRT in der Neuroradiologie an der Universitätsklinik in Gießen erhalten habe. Nun denke ich, ob es in meinem Fall nicht mehr Sinn macht einen Termin in einer Neuro-Urologie zu machen. Nun suche ich Empfehlungen, insbesondere würde mich interessieren ob schon jemand Erfahrungen mit den Wicker-Kliniken, Neuro-Urologie, in Bad Wildungen gemacht hat. Bitte schreibt mir aber auch gerne eure Erfahrungen zu anderen Neuro-Urologien.

Liebe Grüße
Luna

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26 Sep 2018 08:55 #2 von Maulwurf
Hallo Luna,
Leider kann ich dir zu Wildungen nichts sagen, außer dass es insgesamt ganz guten Ruf hat.

Zu den Infekten: welche begleitenden Medikamente nimmst du (pflanzliche)?
Und wurde bereits über ein dauerantibiotikum gesprochen?

Wie ist deine trinkmenge?
Und wurde jedesmal ein antibiogramm erstellt?

Gruß Maulwurf

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26 Sep 2018 11:18 #3 von Luna59
Lieber Maulwurf,
herzlichen Dank für Deine Antwort.
Bisher nehme ich nur Vitamin D3 begleitend um mein Immunsystem wieder aufzubauen aber wenn ich ständig Infekte habe, scheint dies ja auch nichts zu bewirken. Femanose hilft ja nur bei E-Coli Bakterien, das hatte mir der Urologe gesagt. Bei meinen Infekten ist es jedesmal das Klebsiella Bakterium. Antibiogramme wurden auch immer angelegt.
Dauerantibiotikum steht auch im Raum, muss aber warten bis mein Urologe wieder aus dem Urlaub zurück ist. Im Forum wurde ja auch das Methionin genannt, dies dient ja zur Harnansäuerung. Mein Urin hat aber schon einen PH-Wert von 5, das scheint mir dann auch nicht sinnvoll, oder? Auf jeden Fall habe ich mir jetzt das Angocin bestellt. Kann man das auch schon während der Einnahme von Antibiotika nehmen? Oder erst danach?
Meine Trinkmenge bewegt sich so zwischen 2 und 2,5 l. Ich weiß nicht was ich sonst noch tun kann. Bin jetzt schon die 6. Woche krankgeschrieben und hatte eigentlich die Hoffnung ab nächster Woche zumindest über homeoffice zu starten. Das wird nix, weil ich viel zu sehr mit mir beschäftigt bin. Kann auch nicht lange sitzen, da sich noch weitere neurogene Ausfälle angebahnt haben. Kribbeln im Beckenboden mit Ausstrahlung ins Bein bis zum Fuß. 5 Wochen immer noch bis zum MRT, ich weiß nicht, wie ich das aushalten soll, fühle mich sowas von alleine gelassen und das nur weil man Kassenpatient ist. Privatversicherte hätten schon gestern einen MRT Termin bekommen. Aber alles jammern hilft nicht.
Vielen Dank für Eure unermüdlichen Antworten und Hilfen in diesem Forum.
Luna

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26 Sep 2018 13:08 #4 von cat
Hallo Luna,
was mir geholfen hat ist Darmaufbau über längere zeit mindestens 6 Monate. Bei dem ganzen Antibiotika fehlen die guten Bakterien die dem Immunsystem helfen. Ich kenne die Probleme. Habe immer noch oft Bakterien aber hab auch schon 4 mal 3-4 Monate Ruhe gehabt. Klebsiellen sind hartnäckig. Nehme momentan vorbeugend D Mannose (Pulver), Canephron, Chanca Piedra von(Amazon). Dachte bis April lezten Jahres auch noch, dass nie was hilft. Muss ebenfalls 5-7 mal am Kathetern am Tag. Wollte auch mal nach Bad Wildungen aber das hieß es sie nehmen nur Querschnittsgelähmte Patienten. Bin in der Uni Klinik in Göttingen aber so richtig wissen sie auch nicht wieso ich gar nicht mehr über den natürlich Weg Urin lassen kann. Ein anderer Urologe meint ich hätte ein Beckenschmerzsyndrom und dadurch Verspannungen im Becken.
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27 Sep 2018 14:36 #5 von Maulwurf
Hallo Luna,

Ich glaube theoretisch kannst du das Angocin Direkt nehmen, da es ja ein rein pflanzliches Präparat ist. Ich halte aber nicht viel davon, zu viel zu mischen. Würde das Antibiotikum fertig nehmen und direkt danach mit dem Angocin starten. Ein gutes Mittel mmn.
Das mit dem Dauer- Antibiotikum würde ich nach Rückkehr deines Arztes unbedingt noch einmal ansprechen. So kann man etwas Ruhe rein bekommen.
Den Darm etwas auf zu päppeln kann auch nicht schaden. Ich nehme nach solchen Phasen enterobact protect und orthomol.
Methionin Hat mir persönlich nicht geholfen, ich hatte sogar den Eindruck eher geschadet. Aber da hat jeder andere Erfahrungen. Im Endeeffekt gibt es eine Vielzahl an Mittel und man muss das passende für sich herausfinden.
Neben angocin und canephron nehme ich d-mannose und cystinol Long.

Bei ständig neu hinzukommenden Symptomen und neurologischen Ausfällen würde ich mir an deiner Stelle überlegen, in die Notfallambulanz zu gehen. Dafür sind diese ja da. Damit sollte man auch nicht spaßen.

Viele Grüße Maulwurf

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08 Okt 2018 10:45 #6 von Luna59
Hallo Maulwurf,

so, gestern den letzten Tag Antibiotika und jetzt geht es an die Prophylaxe. Habe jetzt mit dem Angocin begonnen. Welche Menge nehmt ihr zur Vorbeugung ein? 3x4 Tabletten oder weniger? Für den Darm nehme ich das enterobact. Auch D-Mannose habe ich da, bin aber verunsichert ob ich dies auch vorbeugend nehmen soll.

Ich würde mich über Feedback von euch sehr freuen.

Viele Grüße
Luna

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08 Okt 2018 11:44 #7 von matti
Hallo Luna,

ich stelle mir bei solchen Diskussionen immer die Frage, wie diese Bakterien überhaupt in den Körper gelangen. Nur wenn man dies weiß, kann man vielleicht künftig eine Infektion vermeiden.

Wikipedia sagt:
Klebsiella-Arten leben im Boden, in Gewässern und auf Getreide. Von den Klebsiella-Arten sind Klebsiella granulomatis als Erreger des Granuloma inguinale, Klebsiella pneumoniae und Klebsiella aerogenes als Bewohner des Magen-Darm-Traktes medizinisch relevant. Alle Arten sind unempfindlich (resistent) gegen Penicillin. Als Erreger von im Krankenhaus erworbenen Infektionen – nosokomialen Infektionen – ist v. a. K. pneumoniae, neben K. aerogenes von Bedeutung, vor allem wenn es sich um multiresistente Bakterienstämme handelt.

Frauen sind aufgrund ihrer Anatomie von Infekten durch Darmbakterien häufiger betroffen wie Männer. Dabei spielt Hygiene nur eine untergeordnete Rolle. Trotzdem sollte man Prüfen, ob die Ursache dadurch bedingt oder eine Infektion gefördert wird. Einfachste Ursache ist die falsche Wischrichtung mit Toilettenpapier. Toilettenpapier auf öffentlichen Toiletten ist häufig Bakterien- und Keimbesiedelt. Dies liegt zum Einen an Spritzwasser, aber auch daran das das Papier vor dem Händewaschen vom Vorgänger benutzt bzw. angefasst wird. Es ist sinnvoll, eigenes Toilettenpapier zu nutzen!

Interessant fand ich im Wikipedia Artikel auch, dass Boden, Gewässer und Getreide genannt werden. Auch dies würde ich einmal hinterfragen. Boden und Gewässer beispielsweise durch Badebesuche in Seen oder öffentlichen Gewässern, bei Getreide?

Therapie ist das Eine, aber immer auch die Ursache suchen, sonst wird dies ein unendlicher Kreislauf.

Gruß

Matti

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08 Okt 2018 12:40 #8 von Luna59
Hallo Matti,

vielen Dank für eine Antwort und Recherche. Dieser Keim wurde mir mit ziemlicher Sicherheit in einer Urologie-Praxis bei der Entnahme von Katheterurin und Restharnmessung, vor ca. 12 Wochen "eingepflanzt". Trotz Antibiogram und gezielte Einnahme von Antibiotika wurde ich immer nur 5 Tage behandelt und nach ein paar Tagen blühte die Infektion wieder auf. Nun habe ich diesmal 12 Tage Antibiotika genommen und hoffe sehr, sehr, dass der Keim besiegt wurde. Auf jeden Fall fühle ich mich zur Zeit gegenüber den letzten Wochen, richtig gut.

Natürlich habe ich so was von Panik, dass ich wieder eine HWI bekomme und möchte deshalb vorsorgen. Deshalb meine Frage nach Vorbeugungsmöglichkeiten.

Viele Grüße
Luna

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08 Okt 2018 12:45 #9 von Maulwurf
Hallo Luna,
Matti hat natürlich recht, allerdings bin ich davon ausgegangen, dass die Ursachenforschung erfolglos abgeschlossen wurde. So war es jedenfalls damals bei mir. Die Ärzte sagten mir dann auch, dass es individuell unterschiedlich ist und beim ISK auch nie ganz zu vermeiden ist, dass Bakterien in die Blase gelangen . Nichtsdestotrotz solltest du alle Tipps von Matti beherzigen. Ich persönlich dusche auch gründlich nach dem abführen und katheter NIE nach dem abführen ohne duschen. Auch beim katheter Typ kann man viel vermeiden, zb durch einen mit Schutzhülle und einführschutz. Die sanitätshäuser beraten.

Zu deinen Fragen: angocin nehme ich 3x3, hier musst du ausprobieren wieviel du verträgst. Im akutfall kann man bis 5x5 nehmen.
D-mannose kann man vorbeugend nehmen, wirkt aber nur bei e-coli und nicht klebsiella.

Bei weiteren Fragen jederzeit gerne, alles gute,
Maulwurf

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08 Okt 2018 12:47 #10 von Maulwurf
Ergänzung da die Antworten sich überschnitten haben: bei Untersuchungen wie Urodynamik oder Spiegelung oder auch bei Botox Injektionen lass ich mir immer einen one shot Antibiotika geben.

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