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Häufiger Harndrang und keine Hilfe...

30 Sep 2019 21:23 #1 von bmwsucks
Hallo Forum,

ich bin männlich, 33 Jahre alt und leide seit etwa acht Jahren an häufigem Harndrang. Nach mehreren Besuchen bei Urologen und nachdem eine Urodynamik-Messung durchgeführt wurde, war der Verdacht der Urologin auf eine Harnröhrenverengung naheliegend.

Daraufhin wurde eine Blasenspiegelung in Vollnarkose angeordnet, um bei der Narkose eine eventuell bestehende Harnröhrenverengung gleich zu schlitzen.

Meine Symptome sind nahezu identisch zu denen einer Harnröhrenverengung, jedoch wurde bei der Operation unter Narkose keine Harnröhrenverengung festgestellt, meine Harnröhrenweite sei sogar sehr gut (Harnröhre sei bis zu 22 Ch frei passierbar). Man hat mir daraufhin geraten das Medikament Tamsolusin auszuprobieren. Es wurde aber ebenfalls noch nie Restharn diagnostiziert.

Diagnose vorl. Entlassungsbrief lautet wie folgt:
Ausschluss Hanröhrenstriktur
Kontrakter Blasenhals DD neurologische DD funktionelle Blasenentleerungsstörung
Z.n. Urodynamik
Restharnmengen bis 200 ml
Z.n. Chlamydien-Infekt vor ca 1,5 Jahren

Es wird eine weitere neurologische Abklärung angeraten, bevor Medikamentöse Therapie erfolgt.

Die Werte der Flowmetrie-Auswertung waren folgende:
Max. Flow = 11.2 ml/s
Mittlerer Flow = 6.2 ml/s
Miktionsvolumen = 280 ml
Flowzeit = 45 s
Miktionszeit = 49 s
Zeit bis max. Flow = 14.5 s
Beschleunigung = 0.8 ml/s/s^2
Verzögerung = 31.3 s

Ich habe auch über drei Tage ein Miktionsprotokoll angefertigt, dieses sieht wie folgt aus:
Tag 1:
Trinkmenge: 2800 ml
Harnmenge: 1800 ml
Toilettengänge: 16
Abgegebene Menge pro Einheit: 80 ml bis max. 150 ml

Tag 2:
Trinkmenge: 2200 ml
Harnmenge:1700 ml
Toilettengänge: 14
Abgegebene Menge pro Einheit: 60 ml bis max. 150 ml

Tag 3:
Trinkmenge = 1450 ml
Harnmenge = 1900 ml
Toilettengänge: 16
Abgegebene Menge pro Einheit: 75 ml bis max. 175 ml

Meistens beträgt die abgegebene Harnmenge pro Toilettengang etwa 100 ml bis 125 ml. Ich habe bereits eigeninitiativ das Medikament Betmiga über 6 Wochen getestet, dieses Medikament hatte keinerlei Wirkung bzw. keine Besserung der Symptome (ich hatte nur Nebenwirkungen). Auch habe ich früher schon Versuche mit Vesikur sowie Spasmex unternommen, ebenfalls ohne jegliche Wirkung/Besserung. Lediglich einen trockenen Mund habe ich bekommen.

Wenn eine größere Trinkmenge getrunken wird, muss ich alle 5-10 Minuten auf die Toilette, was ziemlich belastend ist. Meistens muss ich dann innerhalb von einer Stunde ca. fünf mal auf die Toilette um 500 ml auszuscheiden.

Ich habe hier in einem Beitrag gelesen, dass Chlamydien daran schuld sein könnten, diese wurden auch in der Schwangerschaft von meiner Lebensgefährtin diagnostiziert und wir wurden beide mit Doxycyclin behandelt. Ich habe es über 10 Tage genommen und meine Partnerin drei Tage. Das ist jetzt etwa eineinhalb Jahre her, es gab keine Besserung meiner überaktiven Blase.

Ebenfalls habe ich schon über eine Woche probiert meine Blase zu trainieren und so die Harnmengen zu steigern und die Toilettengänge zu reduzieren. Dies klappte auch, ich konnte bis zu 350 ml zurückhalten, das Training hatte aber keinen Lerneffekt, da die darauffolgenden Harnmengen immer wieder abnahmen bis zum nächsten Tag.

Das heisst am nächsten Tag hatte ich wieder ab einer Füllmenge von etwa 100 Milliliter Harndrang und hätte das Training von vorne beginnen müssen. Nach einer Woche gab ich auf, da das Gefühl des Zurückhaltens wirklich unangenehm ist.

Das Medikament Tamsolusin habe ich probeweise mal für einen Tag genommen. Ich hatte keine Besserung bzw. Steigerung der Harnmenge feststellen können, aber hatte als Nebenwirkung sofort einen trockenen Samenerguss sowie eine verstopfte Nase. Ich will vorerst die Finger davon lassen, da ich kein gutes Gefühl bei diesem Hammer-Medikament habe.

So langsam bin ich der Meinung, dass mir bei meinem Problem nicht geholfen werden kann. Hat jemand aus dem Forum einen Rat? Was könnte noch versucht werden?

Beste Grüße

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18 Okt 2019 18:19 #2 von bmwsucks
Schade dass keiner antwortet oder was weis. Könnte ev. ein Reizdarm in Frage kommen, da ich auch stark unter Blähbauch sowie Blähungen leide. Mir ist aufgefallen, sobald ich Kaffee trinke, muss ich mehrmals innerhalb kurzer Zeit auf die Toilette, sowohl für Großes als auch kleines Geschäft. Auch der Urologin ist es aufgefallen, dass ich viel Luft im Bauch habe. Will es jetzt mal mit kijimea Tabletten versuchen, ob es besser wird.

Momentan trinke ich ca. 1,5 Liter auf ca 6-7 Stunden verteilt, von 12.00 Uhr bis 19.00 Uhr, ausserhalb dieser Zeitspanne so gut wie nichts, dann lässt es sich eigentlich ganz gut mit der Reizblase leben, da ich dann Nachts nur ca. 1 mal muss und unterm Tag alle 1-2 Stunden. Ist ein besseres Gefühl, als wenn viel trinkt und dann alle 10 Minuten gehen muss...

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19 Okt 2019 13:44 #3 von Andreas15
Warum keine Antwort?

Ich denke Dein Problem ist zu komplex, oder mindestens wie Du es darstellst. Mit dem Miktionsprotokoll ist nichts anzufangen, wie Du selber schreibst, ist es relativ (Blasentraining und Rückhaltekapazität).

Medizin ist keine exakte Wissenschaft, und die Natur macht einfach ihre Sprünge. Du kannst schauen, woher die Kraft für den Sprung kommt, aber Du kannst nicht die Sprungkraft in deren Entstehung behindern.

Das Ausprobieren von Medikamenten ist tückisch, und die momentanen Eindrücke sind oft nicht zielführend.

Wenn die fachärztlichen Empfehlungen nicht weiterführen, würde ich es für ein paar Tage ruhen lassen. Vielleicht bekommst Du plötzlich von anderswoher einen Entscheidenden Impuls. Gehe vor allem nicht von einem Doktor zum anderen.

Viel Glück!

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19 Okt 2019 16:50 #4 von Elkide
Hallo lieber bmwsucks,

herzlich Willkommen in unserem Forum der Inkontinenz-Selbsthilfe e.V.

Leider kann ich dir auch keine zielführende Antwort geben. Gerade bei Blasenentleerungsstörungen ist die Ursachenfindung oft sehr schwierig und man braucht viel Geduld. Du schreibst, dass du schon über eine Woche Blasentraining gemacht hast und Tramsolusin für einige wenige Tage ausprobiert hast. Nach so kurzer Zeit kann sich unmöglich ein Erfolg einstellen. Das Training musst du sicherlich mehrere Monate beibehalten und viele Medikamente wirken erst nach einer mehrtägigen Einnahme.

Auch finde ich es sehr problematisch, dass du Medikamente aus Eigeninitiative nimmst, wobei ich es mir nicht vorstellen kann, dass du Betmiga ohne Rezept bekommen hast.

Selbstverständlich ist es dein gutes Recht, Dir eine Zweit- oder auch Drittmeinung einzuholen. Nach meiner Erfahrung ist es aber auch sehr hilfreich, wenn die behandelnden Ärzte einen kennen bzw. über die Krankengeschichte gut Bescheid wissen. Von daher kann ich dir nur empfehlen, dich an ein Kontinenzzentrum zu wenden, in dem Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammen arbeiten und die Behandlungen miteinander abstimmen.

Liebe Grüße
Elke

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