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Welche Behandlungsmethoden gibt es bei Blasenhalsenge?

11 Jan 2020 03:34 #1 von Maxiqld
Hallo Forenmitglieder,

Ich möchte im Voraus sagen, dass ich dieses Forum aufsuche, da ich im Moment aufgrund eines Auflandsaufenthaltes nicht wirklich die Möglichkeit habe ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Zu meiner Erkrankungsgeschichte:

Ich bin 31 Jahre alt und Leide eigentlich schon seit ich mich erinnern kann an erhöhtem Blasendrang und einem abgeschwächten Urinstrahl. Ich benötige die Bauchpresse also dementsprechend druckausübung durch den Unterleib um meine Blase zu entleeren.
Ein paar mal schon habe ich versucht diese Problem anzugehen, jedoch leider immer eher mit großem Widerwillen. Ich habe schon immer Arztbesuche gescheut, zum einen aus eigenen traumatischen Kindheitserfahrungen und zum anderen aus beobachtenden Erfahrungen durch die Krebserkrankungen und daraus folgenden Fehlbehandungen meiner Mutter. Ich habe seither sowohl eine große skepsis bzw. fehlendes Vertrauen in die meisten Ärzte, als auch schlichtweg psychisch bedingte Angstzustände bis hin zum Kollaps bei Arztbesuchen.
Nichtsdestotrotz habe ich mich vor zwei jahren zu einer Blasenspiegelung und einer Röngenuntersuchung mit Kontrastmittel aufringen können und bekam dadurch die Diagnose einer Blasenhalsenge. Wie sicher diese Diagnose ist, wage ich nicht zu beurteilen, das ich bei der Blasenspiegelung schon nach wenigen Sekunden kollabierte und der behandelnde Arzt abbrechen musste. Er teilte mir jedoch mit, dass er einen Blick erhaschen konnte, welcher ihn zu dieser Diagnose verleitete.
Er verschrieb mir den Alphablocker Tamsulin und wir machten aus, dass wir uns von da an regelmäßig über ein weiteres Vorgehen austauschen.

Leider bin ich mit den Nebenwirkungen dieses Medikamentes nicht zurecht gekommen, ich hatte quasi keine Libido mehr und häufig schwindelanfälle, die es mir unmöglich machten meiner Arbeit nachzugehen.
Da ich zu dem Zeitpunkt in Prüfungsphasen meiner Ausbildung steckte, habe ich meine Arztbesuche vernachlässigt und ich hatte auch sehr große Ängste bezüglich weiterer Behandlungsschritte, welche dabei eine Rolle spielten.
Fast Forward: Ich hatte für mich beschlossen vorerst mit meinen Beschwerden leben zu können und hatte außerdem große Reisepläne, die ich endlich in die Tat umsetzen wollte.
Ich befinde mich aktuell auch aus diesem Grund im Ausland, nachdem ich bereits letztes Jahr viel von der Welt gesehen habe. Ich habe diesen Lebensstil für mich entdeckt. Arbeiten, bis ich genug Geld zum Reisen habe, dann Reisen, bis ich wieder arbeiten möchte. Allerdings merke ich, dass ich mitlerweile bei beidem sehr eingeschränkt bin. Ich kann keine langen Auto- und Busfahrten angehen, ohne das Potential zu einer Höllenfahrt zu werden. Das ist sowohl beruflich, als auch beim Reisen ein immer größer werdendes Problem.
Da ich nun aber erst in einem Jahr zurück nach Deutschland komme und ich nicht glaube, dass meine Reiseversicherung die kosten dieser Arztbesuche tragen würde, bleibt mir nur bis dahin genug Mut zu fassen das Problem endgültig anzugehen.

Nun also abschließend zu meiner Frage:
Welche alternativen Behandlungsmöglichkeinten gibt es bei meiner Diagnose? Da ich zumindest nicht die Medikamentöse Behandlung mit Tamsulin fortsetzen kann, muss ich zwangsweise anders an das Problem herangehen.
Kann mir jemand sagen, was mich bei meiner Heimkehr beim Arzt erwarten könnte?
Gibt es Dinge, die ich auch hier ohne ärztliche Begleitung ausprobieren könnte, die mir den Alltag erleichtern?

Ich danke euch schonmal, dass ihr euch die Zeit genommen habt, bis hierhin zu lesen. Ih weiß, dass vieles in meinem Text nicht "notwendig" für meine Fragen ist. Ich glaube ich musste das einfach mal von der Seele schreiben.
Wenn ihr weitere Fragen habt, fragt sie gerne, ich werde so ehrlich zu euch sein, wie ich es zu mir sein kann.

Beste Grüße,
Max


ps.: Ich weiß nich, ob es "hilft", aber hier sind ein paar Eckdaten meiner Untersuchungen:
-Blasenwanddicke 12mm
-Uroflowmetrie 240ml mit max Urinstrahl 6,4ml/s, mittlerer flow 4,3ml/s in 55sek. uroflow zeigt plateau
-Harnröhrenenge konnte ausgeschlossen werden (Urethrographie)
-keine Restharnbildung
-leichte mengen Blut im Urin ohne weiteren befund. Gleiches bei meiner ärztlichen Untersuchung 1,5 Jahre später für mein Visum.
- Prostata und Nieren okay

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13 Jan 2020 18:53 #2 von martinK
Lieber Max

Herzlich willkommen erstmal!

Falls bei Dir wirklich eine Blasenenge vorliegt, so lässt sich diese operativ behandeln (siehe Blasenhalsinzision). Es wäre gut, wenn Du Deine Skepsis gegenüber Ärzten überwinden und Dich einer Fachperson anvertrauen könntest. Ich weiss, dass neben guten Ärzten auch Pfeifen gibt, aber es gibt ja auch die Möglichkeit, sich eine Zweitmeinung einzuholen. Schlussendlich ist es so, dass gewisse Beschwerden nur mit ärztlicher Hilfe gelindert oder geheilt werden können.

Mir hat gezielte Physiotherapie geholfen, meinen verspannten Beckenboden etwas zu lockern; vielleicht könnte dies Dir auch weiterhelfen. Aber auch da würde ich mich zuerst an eine Fachperson wenden.

Herzliche Grüsse
Martin

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14 Jan 2020 10:45 #3 von matti
Hallo Max,

wenn es zu den von dir beschriebenen Problemen kommt und sogar Blut im Urin nachweisbar ist, solltest du dich wirklich überwinden eine eine gezielte ärztliche Therapie nicht scheuen. Gesundheit haben wir alle nur einmal.

In Anbetracht deines jungen Lebensalters ist eine Blasenhalsinzision zwar eine mögliche Option, allerdings in vielen Fällen auch nicht ohne Nebenwirkung. Sehr häufig kommt es in deren Folge zu einer retrograden Ejakulation. Dieses bedeutet, dass dein Sperma beim Orgasmus direkt in der Blase landet. Damit ist die Zeugungsfähigkeit nicht mehr auf natürlichen Weg gegeben. Dies sollte auf jeden Fall sehr ausführlich mit dem Arzt besprochen und von dir überlegt werden.

Die Art deiner jetztigen Entleerung (Bauchpresse) ist nicht gesund und kann schwerwiegende Folgen haben. Die Blasenwandverdickung könnte auch hier bereits eine Folge von sein. Viel gefährlicher ist jedoch ein Rückstau von Harn in die Nieren und Nierenkelche. Diese Gefahr besteht durch den erhöhten Druck, welchen du bei der Bauchpressee erzeugst. Damit ist nicht zu Spaßen und deshalb solltest du deine ärztliche Begleitung nicht aufschieben.

Vielleicht bittet sich bei dir der intermitierende Selbstkathterismus an. Auch dies solltest du mit deinen Ärzten besprechen.

Warte nicht ein ganzes Jahr. Es gibt immer Möglichkeiten, auch wenn diese eine Herausforderung darstellen.

Gruß
Matti

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23 Feb 2020 11:05 - 23 Feb 2020 11:06 #4 von geleb
Hallo,

schau mal in meinen Beitrag - dein Text hat mich das ein oder andere Mal an mich erinnert. Bei mir ist alles gut geworden, insofern kann dir das Mut machen. In der Tat solltest du allerdings nicht zu lange warten, bis das Problem von selber drängender wird und sich die Blase z.B. weiter krankhaft verändert. Ich hatte gegen Ende 400 ml Restharn und habe mit Windeln geschlafen.

Noch eine Anmerkung: Mich hatte das alles damals auch sehr mitgenommen psychisch und die Untersuchungen waren teilweise sehr unangenehm und mit hohem Druck verbunden. Hilfreich in diesem Zusammenhang ist für mich die Tatsache, dass man das meiste auch unter Narkosen durchführen lassen kann. Insb. Blasenspiegelungen, Blasendruckmessungen, u.a. Wenn es nicht anders geht, weil die kollabierst, warum denn nicht unter (kurzer) Narkose? Das wird mittlerweile sehr gut und angemessen dosiert.

Vor einer Schlitzung hätte ich aufgrund meiner eigenen Erfahrungen keine pauschale Angst. Aber natürlich liegt das daran, dass es bei mir einfach gut gelaufen ist. Insofern würde ich mich da jetzt erstmnal vollumfänglich untersuchen und beraten lassen. Such dir einen Urologen, dem du vertraust und bei dem du ein gutes Gefühl hast. Und dann geht das zusammen an.

Viel Gesundheit!
Jens

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23 Feb 2020 20:14 #5 von Annikan
Hey danke für die Antwort :) ich habe deinen Beitrag gelesen und fand ihn sehr interessant . Allerdings ist das bei mir doch etwas anders denn, seit der Geburt meiner Tochter ist es auf jeden Fall was die Inkontinenz betrifft relativ schlimm geworden ich verliere schwallartig bis zu 300ml und gehe eigentlich selten ungeschützt irgendwohin denn das führt zu sehr unangenehmen Situationen.
Die Ärzte waren auch relativ ratlos denn dieser Grad der blasen und Gebärmuttersenkung ist in dem Alter von 27 sehr selten.
Ich war beim Frauenarzt bei einem sehr guten Urologen und in einer Spezialklinik die alle nicht wussten was man am besten tun soll.
Nun gibt es die Möglichkeit eine Operation eine Aufhängung zu machen ohne die Festigung eines Netzes aber wie hilfreich das ist weiß man halt leider nicht so genau.
Liebe grüße

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