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Blasenentleerungsstörung und ISK

16 Okt 2020 14:38 #1 von Nanu
Hallo ihr lieben,

ich hab eine Blasenentleerungsstörung, wo im Moment keiner wirklich weiß wo sie her kommt. Die Blase an sich ist ok. Der Neurologe vermutet dass der Rücken schuld ist. Seit der Op vor 3 Monaten hat sich nicht so viel getan, ausser, dass der Harndrang wieder vorhanden ist. Die Restharnwerte sind ziemlich konstant bei 250ml, es sei denn ich habe meine Tage, dann sind das meist 500-600 ml wenn überhaupt was geht. Der Urologe sagt, mehr wie ISK kann man eh nicht tun, da Tamsulosin auch nur minimal was gebessert hatte. Damit kann ich mich jedoch so überhaupt nicht anfreunden. Das tut auch nach mittlerweile 5 Monaten jedes mal total weh, und spätestens nach drei Tagen mit 2mal katheterisieren muss ich mindestens ne Woche komplett pausieren, da alles so gereizt ist und nur noch brennt. Dabei ist es egal, ob ich den Intimbereich regelmäßig eincreme und ob ich Desinfektionsmittel verwende oder nicht. Die Technik an sich ist so ok, wurde mir von 2 verschiedenen Personen versichert.

Hat irgendwer von euch vielleicht noch nen ultimativen Tipp wie es besser gehen könnte und weniger Probleme macht? Oder ob man irgendwas anderes tun kann? Im Moment mache ich es nur, wenn ich Bauchschmerzen von der Blase bekomme und sonst nicht, was die Woche beim Urologen zu nem ziemlichen "anschiss" geführt hatte. Andererseits frage ich mich, ob das wirklich notwendig ist, wenn man (bevor man anfing zu katheterisieren) nie eine Blasenentzündung hatte, oder ob es vielleicht doch ausreicht nur auf Katheter zurück zu greifen wenn es gerade unumgänglich ist.

Ist das mit dem ISK bei euch auch so ein Drama oder habt ihr damit keine Probleme?

Liebe Grüße
Nanu

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17 Okt 2020 10:49 - 17 Okt 2020 11:02 #2 von AngelikaS
Liebe Nanu,

auch ich hatte am Anfang großen Respekt vor dem ISK. Ich habe auch eine Blasenentleerungsstörung, das heißt spontan Wasser lassen geht gar nicht.
Mein Restharn belief sich auf 700 ml und ich hatte nicht mal ein Dranggefühl.
Dieses Problem wurde bei einer Routineuntersuchung bei meiner Gynäkologin festgestellt.

Obwohl ich vor der Untersuchung auf der Toilette war, konnte sie wegen der prall gefüllten Blase beim Ultraschall nichts sehen.

Sie schickte mich am gleichen Tag noch zum Urologen, was ich auch tat.
Die Urologin wollte mir erst gar nicht glauben, dass meine Blase so voll sein sollte. Sie meinte, bei einer so vollen Blase, könnte ich gar nicht so ruhig vor dem Tresen stehen.

Um so mehr staunte die Ärztin, dass es tatsächlich so war. Sie konnte es beim Ultraschall sehen.
Ich bekam erst Tabletten, half aber nicht.
Mir wurde dringend angeraten, den ISK anzuwenden, um meine Nieren nicht zu schädigen.

Ich war wie vor den Kopf geschlagen, dachte nie im Leben daran, dass ich das selbst hinkriegen würde.
Mir hat es dann eine Fachkraft der Sanifirma beigebracht ... es klappte gleich beim ersten mal. Allerdings zitterten meine Hände und ich war danach fix und fertig.

Inzwischen wende ich den ISK seit über zwei Jahren an, gehe viel entspannter vor und habe keine Probleme bzw. keine Angst mehr.

Allerdings habe ich seit kurzem ein anderes Produkt.
Ich hatte zwei Jahre lang den Simplycath von Uromed. Der funktionierte auch erst recht gut. Aber dann ... warum auch immer ... bekam ich ihn nicht mehr so leicht in die Harnröhre.
Er war mir zu weich und zu biegsam.

Ich probierte dann verschiedene andere Katheter aus und habe mich für den Infina Chic von Hollister entschieden. Der ist etwas fester und mit dem komme ich bestens klar.

Vielleicht solltest du auch mal ein anderes Produkt probieren, die Firmen schicken dir auf Anfrage kostenlose Proben zu.

Ich wünsche dir viel Glück und suche für dich den passenden Katheter aus. Wenn du den gefunden hast ... ist das wie ein Sechser im Lotto.

Liebe Grüße und nicht die Geduld verlieren !
Angelika

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17 Okt 2020 12:00 #3 von Jens Schriever
Hallo Nanu

Dauerhaft hohe Restharnwerte wie bei Dir können die Nieren schädigen und schlimmsten Falls zur Dialyse führen. Durch den ISK sollen die Nieren geschont werden. Umso wichtiger ist ein regelmäßiger ISK. Normalerweise ist der ISK schmerzlos. Wurdes du mit der Handhabung vom ISK angeleitet? Viele Sanitätshäuser haben einen Homecare wo Fachkräfte Dir den ISK beibringen. Wichtig ist vor allen dass du entspannt an die Sache gehst, denn wenn du dich verspannst treten Schmerzen auf. Zum leichteren Einführen gibt es spezielle Spiegel die am Oberschenkel oder der Toilettenbrille befestigt werden. Die kannst du Dir auch verordnen lassen. Weiter solltest du dir von verschiedenen Anbieter Muster schicken lassen. Auch hier gibt es große Unterschiede. Der eine kommt mit Hydrophile beschichtete der andere mit Gel beschichtete zurecht. Daher beide ausprobieren. Auch muss du ausprobieren ob weiche oder härtere für dich besser sind. Und nicht zuletzt spielt auch die Größe eine Rolle. Versuch es mal mit einer Nummer größer oder einer Nummer kleiner.
Die großen Katheter Hersteller haben alle eine Hotline wo du Dir weitere Informationen zur Anwendung holen kannst.
Sollte es mit dem ISK weiter nicht klappen, wäre die Anlage eines Bauchdecken Katheter noch eine Option.


Ich wünsche Dir alles Gute und hoffe es gelingt Dir doch noch erfolgreich und schmerzlos den ISK anzuwenden.



Gruß Jens

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19 Okt 2020 13:20 #4 von ForrestGump
Hallo Nanu,
auch ich habe eine Blasenentleerungsstörung und betreibe seit 7 Monaten ISK. Meine Restharnmenge ist normalerweise bei 400-500ml.
Grundsätzlich bekomme ich das techn. ganz gut hin, kann Dir als Mann da aber auch keinen Tipp geben, wie es besser klappt.
Allerdings schleppe ich mich schon seit dem Sommer so mehr oder weniger von einer Infektion zur anderen, das ist sehr nervig. Mein Hauptproblem dabei ist halt auch, dass ich die Situation wohl für den Rest meines Lebens haben werde. Mit der Tatsache habe ich mich noch nicht wirklich abgefunden.

Ich kann Dir aber nur dringend raten, das Kathetern auch wirklich regelmäßig zu betreiben. Ich denke mir, dass es ansonsten irgendwann auf die Nieren geht und zum Dialysepatienten will ich dann doch beim besten Willen nicht werden.

Gruß Udo

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20 Okt 2020 15:12 #5 von Nanu
Hallo ihr lieben,

danke für eure Antworten. Es tut echt gut zu wissen, dass man mit dem Problem nicht ganz alleine ist. Das mit den Nieren ist natürlich ein Argument, sich irgendwann vorzuwerfen, dass man Folgeschäden hätte verhindern können ist natürlich auch nicht das Ziel. Wobei ich immer noch vermute, dass man sowas rechtzeitig merken würde, denn das tut ja vermutlich auch weh...

AngelikaS, in deinem Beitrag finde ich mich gerade teilweise wieder. Ich wurde während nem MRT aufs Klo geschickt, da der Bedienende Mensch meinte, die Blase sei so voll, da könnte ja kein Mensch so lange still halten. Ich konnte trotzdem nicht. Daher durfte ich mir hinterher noch ein paar andere Bilder von leeren/normal vollen Blasen anschauen. Das war schon echt interessant, aber sowas schiebt man ja ganz schnell wieder von sich weg, solange nicht gerade wieder akut, gar nix mehr geht. Die Simplycath hab ich im Moment auch. Die Harnröhre zu treffen ist nicht das Problem. Aber (verletzungsfrei) durch den Schliessmuskel zu kommen gelingt mir kaum. Vielleicht sollte ich mich wirklich mal durch die Sortimente testen.

Jens, einen Spiegel habe ich, wobei es ohne fast leichter geht die Harnröhre zu treffen. Die Dame der Katheterfirma hatte es mir beigebracht. Und anschliessend haben wir versucht eine Lösung für das Problem zu finden. Aber das war eher wenig erfolgreich. Die Damen vom Urologen die drüber geguckt haben meinten, die Technik passt. Das mit dem entspannen klappt dabei einfach gar nicht mehr. Da kann ich Musik hören, mir Zeit lassen so viel ich will, spätestens beim rausziehen zieht sich das so krampfhaft zusammen. Bauchdeckenkatheter ist eigentlich keine Option. Ich denke damit ist man irgendwie richtig eingeschränkt, und beruflich ist sowas mit Sicherheit ein absolutes No-go, da sowas ja doch immer unhygienisch ist, und ich da echt sorgen um die Gesundheit unserer Kunden hätte.

Udo, ich glaube das ist auch mein aller größtes Problem, sich damit abzufinden. Das kann ich so gut verstehen, denn es scheint bei mir auch zu Dauerzustand zu werden, da der Urologe meinte, da hätte sich in der Zeit mehr tun müssen, wenn es nur vom Rücken käme. Zumal ich Mitte 20 bin, wenn Corona nicht wäre, eigentlich längst auf Weltreise sein wollte, evtl noch etwas berufliche Erfahrung im Ausland sammeln wollte um anschliessend auf einem Kreuzfahrtschiff anzuheuern. Aber mit dem Problem kann man das natürlich komplett vergessen. Ne Seetauglichkeit stellt einem damit kein Arzt der Welt aus. Klar, Plan B, erst den Meister zu machen und hoffen dass es sich doch noch legt ist nun die erste Wahl, im Moment sicher nicht verkehrt, aber auch keine Aussicht, die mich auf Dauer befriedigt.

Liebe Grüße
Nanu

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20 Okt 2020 18:08 #6 von martinK
Hallo Nanu

Zur Technik kann ich Dir auch keine Tipps geben. Bei mir besteht das Risiko, dass sich mein Blasenschliessmuskel/Beckenboden verspannt. Aus diesem Grund wurde mir empfohlen, für das ISK einen Grösseren Katheterdurchmesser (Speed Cath ch14 von Coloplast) zu verwenden. Vielleicht kann Dir das auch helfen. Seit ich regelmässig Entspannungsübungen mache, sind geht es mir betreffend Verkrampfung wieder viel besser (mein Restharn ist auch nun wieder in einem akzeptablen Bereich, so dass ich mit dem ISK aufgehört habe).

Ich wünsche Dir alles Gute, lass Dir Deine Ziele und Träume nicht nehmen!

Herzliche Grüsse
Martin

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21 Okt 2020 08:27 #7 von Jens Schriever
Hallo Nanu

Das Entspannen ist sehr wichtig. Das kannst du vielleicht auch mit Yoga erreichen. Auch findest du im Internet viele Bücher über Entspannungstechniken und Atemübungen.
Was den Bauchdeckenkatheter angeht irrst du dich. Ich besitze schon seit mehr als 10 Jahre einen und kann alles machen. Auch ist er nicht unhygienisch.
Er ist pflegeleicht und es hat den Vorteil beim Urinieren muss du dich nicht auf fremde und dreckige WC setzen. Da der Katheter 2-3 Fingerbreit über dem Schambein gesetzt wird ist er auch nicht beim Schwimmen nicht zu sehen da er im Slip/ Badehose liegt. Natürlich sollte der ISK wenn es geht den Vorrang haben.
Auch irrst du dich dass man was merkt wenn man seine Nieren schädigt. Das mit dem hohen Restharnwerte ist wie mit einen zu hohen Blutdruck. Den merkst du auch nicht erst wenn der Schlaganfall da war.

Weiter alles Gute und viel Erfolg beim ISK.


Gruß Jens

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