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Entleerungsstörung ohne Befund

05 Jan 2024 12:14 #1 von Läuftnicht
Hallo zusammen,

ich (m, 39) möchte meine Beschwerden hier auch mal zum Besten geben, da ich mittlerweile etwas ratlos und verzweifelt bin...

Eine kurze Geschichte: Alles begann ca. 2010/11, ohne eindeutigen Auslöser (dazu gleich mehr). Soweit ich mich erinnere, konnte ich seit dieser Zeit immer schlechter Wasser lassen, es lief nur noch langsam an, und es blieb immer ein Druckgefühl in der Blase zurück, also nicht richtig entleert.
Ich war dann wohl so 2012 mal beim Urologen, da wurde die Harnröhe per Kontrastmittel auf Verengung untersucht, negativ. Die Behandlung war leider sehr schmerzhaft, so dass ich mir die anschließend geplante Blasenspiegelung gespart habe...

Ich konnte mich dann viele Jahre vor dem Urologen drücken, und mehr oder weniger gut mit diesem ständigen Druck leben. Auf dem Klo hab ich dann immer zusätzlich auf den Bauch gedrückt um den Miktionsreflex auszulösen, dann lief immer ein bisschen und gut wars. Die Beschwerden wurden aber nicht schlimmer im Laufe der Zeit, soweit meine Beurteilung.

Ich hab in den letzten Jahren hin und wieder mal eine Woche oder länger Heilfasten betrieben, dabei ist mir aufgefallen, dass das Wasserlassen in dieser Zeit immer noch schlechter ging. Sobald ich wieder anfing zu essen, war es manchmal ein bis zwei Tage fast symptomfrei, ich hatte das Gefühl, die Blase mal endlich wieder komplett leeren zu können. Ein Arzt meinte, es wären einfach "glückliche Zufälle" gewesen, die dafür sorgten, dass es dann mal wieder lief...

Ende 2022 habe ich dann wieder gefastet und da wurde es dann so kritisch, dass fast überhaupt nichts mehr kam. Also in die Notaufnahme. Dauerkatheter wurde gelegt, 1300 ml Urin abgelassen (schmerzfrei!). Und seitdem geht fast gar nichts mehr... Seit Sommer ISK und Bio-Feedback / Reizstrom.

Folgende Untersuchungen wurden in diesem Jahr gemacht:
- MRT Schädel und gesamte Wirbelsäule: ohne Befund
- Blasenspiegelung: Alles normal, Beckenbodenmuskel vergrößert
- 2x Urodynamik: Blase hat genug Druck, trotz 800ml Füllung keine Miktion, keine Anzeichen auf DSD, Befund: neurogene Blase, Empfehlung: Tamsulosin, Ubretid + Blasenschrittmacher
- Protstata wurde mittels normalem Ultraschall bzw. bei der Blasenspiegelung begutachtet, keine Vergrößerung
- MRT Becken nicht gemacht, die Ärzte sahen keinen Grund dazu

Meine Urologin meint, es liegt am Beckenboden, dieser ist verspannt, was auch erklären würde, dass ich mit Kathetern schlecht durchkomme, mich öfter auch verletzte und es schmerzhaft ist. Dort ist auf jeden Fall, mal mehr, mal weniger, ein Widerstand zu spüren, so dass ich manchmal 15 Minuten und mehr brauche, bis ich den Katheter drin habe.

Meine Gedanken/Fragen dazu:
Ich glaube, dass es bei mir einen psychosomatischen Grund geben könnte. Ich habe dazu mal zum Thema Paruresis / Schüchterne Blase recherchiert... ist es vielleicht möglich, sich selbst so unter Druck zu setzen, dass man nicht mehr Wasser lassen kann? Dass ich also nicht mal mehr andere Personen als Auslöser brauche?
Verstehe ich es richtig, dass der Befund "neurogene Blase" eine Art Ausschlussbefund ist, da ja kein neurologischer Grund festgestellt wurde?
Außerdem gab es damals, als das angefangen hat, viel Stress, ich habe auch viel Cannabis konsumiert, was teilweise den gegenteiligen Effekt hatte, nämlich nicht entspannend. Kann so etwas eine Art psychisches Trauma auslösen?
Was ist mit Diabetes, Borreliose u.ä.? Wie wahrscheinlich ist so etwas?
Was sagt die Ejakulation über mögliche Verengungen/Verspannungen aus? Die ist nämlich größtenteils normal.
Ist es vielleicht sinnvoll, in eine Psychosomatische Klinik zu gehen? Hat jemand Erfahrungen?

Seit gestern nehme ich Tamsulosion, meine Urologin meint allerdings, dass das wohl nichts bewirken würde, aber aufgrund der guten Verträglichkeit wäre es einen Versuch wert.

Ich freue mich über jeden Hinweis und Gedanken...

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05 Jan 2024 13:25 #2 von matti
Hallo,

vielen Dank für deine Fragen und das Teilen deiner Erfahrungen. Es tut mir leid zu hören, dass du dich ratlos und verzweifelt fühlst. Ich kann verstehen, wie belastend es sein kann, mit solchen Beschwerden umzugehen.

Es ist gut zu wissen, dass du bereits einen Urologen aufgesucht hast. Obwohl die Untersuchung der Harnröhre keine Verengungen ergeben hat, scheint dein Druckgefühl in der Blase weiterhin bestehen zu bleiben.
Eine Möglichkeit könnte eine überaktive Blase sein, bei der die Blasenmuskulatur unkontrolliert zusammenzieht und dadurch ein ständiger Harndrang entsteht. Eine weitere Möglichkeit wäre eine Entleerungsstörung der Blase oder sogar eine Prostatavergrößerung, obwohl diese ja ausgeschlossen scheint.

Basierend auf den Untersuchungen, die du angegeben hast, scheint es so, als ob deine Urologin bereits einige mögliche Ursachen für deine Schwierigkeiten identifiziert hat. Es ist möglich, dass eine Verspannung des Beckenbodens tatsächlich der Grund für deine Probleme mit dem Katheter sein könnte. Eine neurogene Basis kann viele Ursachen haben und durchaus auch durch hirnstrukturelle Veränderungen /Schädigungen durch Cannabiskonsum bedingt sein, gerade wenn dieser exzessiv war, aber natürlich auch ganz andere Ursachen.

Eine neurogene Blase bezieht sich auf eine Störung der normalen Blasenfunktion aufgrund einer Schädigung oder Störung des Nervensystems, das für die Kontrolle der Harnblase verantwortlich ist.
Das Nervensystem kann durch verschiedene Ursachen beeinträchtigt sein, wie beispielsweise durch eine Rückenmarksverletzung oder Schädigung, Multiple Sklerose, Schlaganfall, Parkinson-Krankheit oder bestimmte angeborene Erkrankungen.
Bei einer neurogenen Blase kann es zu einer Beeinträchtigung der Blasenkontrolle kommen, wodurch es zu zwei Haupttypen von Problemen kommt:

Überaktive Blase: Hierbei kommt es zu unwillkürlichem und übermäßigem Krampf der Blasenmuskulatur, was zu häufigem Wasserlassen, starkem Drang und Inkontinenz führen kann.

Schlaffe Blase: In diesem Fall funktioniert die Blasenmuskulatur nicht richtig und es fehlt der normale Muskeltonus, was zu Schwierigkeiten beim Entleeren der Blase führen kann. Dies kann zu Harnverhaltung, unvollständiger Entleerung der Blase und wiederkehrenden Harnwegsinfektionen führen.

Die Behandlung einer neurogenen Blase kann je nach Ursache und Schweregrad der Erkrankung variieren. Sie kann Medikamente, kathetergestützte Blasenentleerungstechniken, Veränderungen des Lebensstils und in einigen Fällen auch chirurgische Eingriffe umfassen. Eine enge Zusammenarbeit mit einem qualifizierten Arzt oder Urologen ist wichtig, um die beste Behandlungsstrategie zu finden und mögliche Komplikationen zu vermeiden.

In Bezug auf deine Vermutung eines psychosomatischen Grunds möchte ich darauf hinweisen, dass dies durchaus möglich ist. Der menschliche Körper und Geist sind eng miteinander verbunden, und emotionale Belastungen können sich auf körperlicher Ebene manifestieren. Wenn du Bedenken in dieser Hinsicht hast, empfehle ich dir, einen Psychologen aufzusuchen.
Es ist möglich, dass sowohl Diabetes als auch Borreliose zu Inkontinenz führen können. Bei Diabetes kann eine Schädigung der Nerven im Beckenbereich dazu führen, dass die Blasenfunktion beeinträchtigt wird. Borreliose hingegen kann das Nervensystem angreifen und ebenfalls zu einer Beeinträchtigung der Blasenfunktion führen.

Um festzustellen, ob eine dieser Erkrankungen für deine Inkontinenz verantwortlich ist, empfehle ich dir , einen Termin bei deinem Arzt oder deiner Ärztin zu vereinbaren. Ein professionelles medizinisches Urteil ist unerlässlich, um die genaue Ursache deiner Symptome festzustellen und eine angemessene Behandlung zu empfehlen.

Gruß
Matti

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05 Jan 2024 13:29 #3 von Michael Franke
Ich habe seit längerem auch ein Problem mit dem Harndrang bzw Inkontinenz
Nehme Schutzhosen ( pants ) von DM
Habe 3 Monate auf einen Bericht vom Krankenhaus warten müssen
Mache zur Zeit eine spezielle Physiotherapie bzw Beckenbodentraining .
Habe auch zwei verschiedene Medikamente genommen.
Leider nix gebracht .
Habe eine Blasenentleerungsstörung
Oder eine beckenrelaxionsstoerung
Psychosomatische Gründe sind möglich .
Belastet dich was im Unterbewusstsein ?

Bin auch zusätzlich bei einer neurologin.
Vielleicht ist es bei dir was neurologisches
Vielleicht eine Nervenschädigung?!

Bin auf die Neuro- Urologie in Mönchengladbach aufmerksam geworden. Maria Hilf

Da braucht man eine Überweisung vom Urologen.

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05 Jan 2024 13:32 #4 von Michael Franke
Borreliose ; MS; Zucker und Krebs waren es bei mir zum Glück nicht

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05 Jan 2024 13:38 - 05 Jan 2024 14:02 #5 von matti
Hallo Michael,
könntest du bitte darauf achten, ein paar Umgangsformen im Forum einzuhalten? Es schadet auf jeden Fall nicht, am Anfang und Ende eines Beitrags eine Grußformel zu verwenden. Schließlich ist das hier kein Chat. Danke.

Gruß
Matti

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05 Jan 2024 14:00 #6 von Michael Franke
Verzeiht wenn ich unfreundlich wirkte.
Das bin ich definitiv nicht .


Hallo zusammen
Heisse Michael bin 43 Jahre aus koeln
Habe eine wie ich schon erwähnt habe eine Blasenentleerungsstörung
Ich bedaure sehr das einige sehr stark eingeschränkt sind im Leben durch die Inkontinenz
Und ich verstehe das ihr verzweifelt seid
Mir geht es genauso .
Aber wir dürfen nicht aufgeben . Die Medizin ist zum Glück sehr fortgeschritten mit neuen modernen Methoden sowohl in Sachen Medikamenten als auch in Sachen Ops.
Leider ist es ein langer Weg bis man zum Erfolg kommt.

Und wir haben gute Ärzte .


Zur Zeit mache ich eine spezielle Physiotherapie bzw Beckenbodentraining.
Auch mit meiner Neurologin bin ich gut in Kontakt .
Ich bedaure sehr das Sie bei dir nix gefunden haben.
Bin mir aber sicher das dein Problem erkannt wird bzw die Ursache gefunden wird.
Vielleicht ist es eine Neurologische Sache .
Mit der Psyche ist durchaus möglich .
Belastet dich was im Unterbewusstsein.
Hast du ein bestimmtes Ereignis oder Erlebnis gehabt, welches dich belastet ?
Würde ich auf jeden Fall versuchen mit dem Neurologen oder Neurologin .
Vielleicht kann dir auch ein Blasenschrittmacher helfen?

Mit freundlichen Grüßen

Michael

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05 Jan 2024 22:24 #7 von Michael Franke
Unter ami.at ist eine gute Beschreibung von einer ATOMS OP

Sehr gut beschrieben

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06 Jan 2024 11:31 - 06 Jan 2024 11:34 #8 von MichaelDah
Hallo Michael,

willkommen hier im Forum. Matti hat ja schon viel dazu geschrieben ich versmal noch ein paar Sachen dazu zu sagen die mir eingefallen. Auch ich denke das deine Urologin mit dem verspannten Beckenboden recht hat. Dieses Problem ist eigentlich nicht so ungewöhnlich und kann vielen Dingen geschuldet sein - unter anderem z.B Übergewicht bestimmten Sportarten und häufigem schweres Heben.

Immer dann wenn starke vertikal Kräfte auftreten die der Beckenboden abgefedert werden muss wird er natürlich trainiert. Das ist erstmal nichts schlechtes - allerdings sollte man ihm auch die notwendige Entspannung gönnen. Wenn man das nicht tut wird die Sache irgendwann zum Problem. Stress und psychische Anspannung sind besonders in dieser Kombination schlecht, denn sie fördern das Problem und der Muskel bekommt nicht mehr die notwendigen Entspannungsphasen.

Wenn so eine Verspannungen über Jahre besteht lässt trotz des im Prinzip starken Muskels irgendwann die Kraft nach. Das liegt daran, das sich Muskelfasern bei längerer Überbeanspruchung manchmal verdrehen und dann nicht mehr effizient arbeiten können. Das kann dann neben Miktionsproblemen die dem verdickten Muskel geschuldet sind auch zu Kontinenzproblemen führen, da sich der Muskel nicht mehr richtig zusammen ziehen kann. Wenn man versucht einen so geschädigten Muskel z.B. mit „normalen“ Beckenbodentraining weiter zu trainieren macht man die Sache oft nur schlimmer.

Du sagst du machst ja schon eine spezielle Physiotherapie. Trotzdem würde ich dir empfehlen da nochmal nachzufragen.

Um so ein Problem zu lösen braucht man einen guten Physiotherapeut, einen Osteopathen und ggf. einen Orthopäden der sich mit dem Problem tatsächlich auskennt und einen ganzheitlichen Ansatz. Oft ist in so einem Fall nicht nur der Beckenboden sondern auch die Hüft- und die untere Rückenmuskulatur betroffen denn all diese Muskel arbeitet in der Bewegung zusammen. Wenn ein Muskel ein Problem hat, dann wirkt sich das auch auf die anderen aus die dann zu kompensieren versuchen. Das ganze ist halt ein hoch dynamisches System und selbst eine Fußfehlstellung kann über den Rücken und die Hüfte auf den Beckenboden zurück wirken.

Meine Empfehlung wäre mal einen Termin bei einem Osteopathen zu machen. Der kann genau solche Zusammenhänge oft erkennen und daraus auch passende PT Vorschläge ableiten kann, die du dir dann von der Urologin verschreiben lassen kannst. Oft gibt es auch PT Praxen die beides anbieten - von daher wäre eine Nachfrage in der Praxis in der du in Behandlung bist vielleicht eine Idee.

Ob die Krankenkasse auch die Osteopathische Untersuchung übernimmt hängt von der Krankenkasse ab - mache tun das.

Viele Grüße
Michael

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06 Jan 2024 12:26 #9 von Michael Franke
Moin Moin
Sehr gute Tips hier

Werde mich schlau machen
Michael

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06 Jan 2024 12:48 #10 von Michael Franke
Moin Moin

Es gibt spezielle Physiotherapeuten die auch ostheopatie machen auf Inkontinenz
Die Krankenkasse bezahlt 20 Minuten Behandlung Physiotherapie Beckenbodentraining oder ostheopatie

Du kannst 6,50 zusätzlich bezahlen dann kannst du 30 Minuten trainieren .

Das ist das Maximum und wenn der eine Arzt an einen anderen überweist oder Physiotherapeuten oder ostheopatie muss man nochmal ca 27 Euro bezahlen .

Mit freundlichen Grüßen

Michael Franke

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