file Frage Plötzlich extrem häufiger Harndrang mit sehr kleinen Urinmengen – Reizblase?

  • JanNord
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2 Wochen 3 Tage her #53263 von JanNord
Hallo zusammen,

mein Name ist Jan. Im November 2024 lag ich im Krankenhaus. Als ich danach wieder zu Hause war, wollte ich unbedingt abnehmen. Anfang Januar habe ich mit Keto begonnen, danach zwei Wochen Heilfasten gemacht und bin anschließend wieder zu Keto zurückgekehrt.

Während des Heilfastens musste ich sehr häufig zur Toilette. Mitte 2025 machte meine Frau eine liebevolle Bemerkung darüber, dass ich ziemlich oft aufs Klo gehe. Daraufhin habe ich es testweise getrackt und kam zunächst auf etwa 7 Toilettengänge pro Tag, darunter einmal nachts. Der Durchschnitt über mehrere Wochen lag aber eher bei etwa 9 Mal täglich.

Ich habe zusätzlich das Urinvolumen gemessen. Morgens waren es teilweise 500 bis 600 ml, tagsüber meist um die 300 ml pro Toilettengang. Interessanterweise hat mich die Häufigkeit damals überhaupt nicht gestört – es fühlte sich für mich normal an.

Seit etwa einem Monat hat sich das jedoch deutlich verändert. Auf 300 ml komme ich gar nicht mehr. Meist liegt das Volumen bei maximal 180 ml, dann ist der Harndrang schon sehr stark. Auch der Morgenurin ist nicht mehr so hoch, da ich inzwischen zwei- bis dreimal pro Nacht aufstehen muss (Nykturie). Ich gehe gegen 22 Uhr ins Bett und stehe meist gegen 0 Uhr, gegen 3 Uhr und gegen 5 Uhr auf – das variiert etwas.

Zusätzlich hat sich das Gefühl beim Harndrang verändert. Es ist weniger ein Druck in der Blase, sondern eher ein Ziehen oder Brennen in der Harnröhre, schwer zu beschreiben. Ich spüre außerdem eine Art „Wellen“:

Welle 1: Ich muss bald zur Toilette

Welle 2: Es wird dringend

Welle 3: Jetzt sofort

Diese Wellen liegen inzwischen sehr dicht beieinander – oft kommt fast direkt Welle 3.

Aus Unsicherheit habe ich wieder gemessen und festgestellt, dass ich pro Toilettengang häufig nur noch zwischen etwa 30 und 120 ml lasse, tagsüber meist um die 80 ml. Dafür gehe ich inzwischen nicht mehr 9–10 Mal täglich, sondern eher um die 20 Mal. Da ich aktuell krankgeschrieben bin und viel zu Hause bin, fällt mir das besonders stark auf.

Neu dazugekommen ist, dass es nach dem Wasserlassen in der Harnröhre brennt. Wenn ich aufstehe, habe ich oft sofort wieder das Gefühl, dringend zur Toilette zu müssen.

Beim Wasserlassen selbst brauche ich mittlerweile meist ein bis zwei Minuten, bis es überhaupt von alleine losläuft. Dann kommt erst ein Rinnsal, es hört wieder auf, dann kommt erneut ein Rinnsal und am Ende noch ein paar Tropfen. Das Ganze fühlt sich sehr diffus an, sodass ich oft nicht sicher bin, ob ich nun wirklich fertig bin oder nicht.

Vielleicht noch ein paar ergänzende Infos:

Ich trinke täglich etwa gleichbleibend zwischen 2,5 und 2,7 Liter. Morgens einen Cappuccino, ansonsten hauptsächlich Wasser mit ZeroUp sowie Cola Zero (ohne Zucker und ohne Koffein). Alkohol trinke ich nicht.

Schmerzen in der Blase oder in den Nieren habe ich keine – nur dieses Brennen bzw. Ziehen in der Harnröhre nach dem Wasserlassen. Nach dem Toilettengang fühle ich mich eigentlich immer leer, also nicht so, als wäre noch Urin in der Blase.

Ich arbeite normalerweise im Büro und sitze viel. Im Sitzen ist der Harndrang eher moderat, im Stehen oder Gehen wird er deutlich stärker.

Bei einer Vorsorgeuntersuchung im Jahr 2024 wurde meine Prostata untersucht und war dabei vollkommen unauffällig.

Bisher war ich noch nicht wegen der aktuellen Beschwerden beim Arzt, daher gibt es auch noch keine Urinuntersuchung auf Entzündungen oder Bakterien. Ob Stress einen Einfluss hat, kann ich aktuell nicht wirklich einschätzen.

Mittlerweile habe ich mir außerdem ein sogenanntes „Sicherheitspipi“ angewöhnt:
Bevor ich irgendwo hinfahre, gehe ich auf die Toilette, wenn ich angekommen bin wieder, und bevor ich zurückfahre ebenfalls.

Bisher habe ich keinen ungewollten Urinverlust – es ist „nur“ der sehr starke Harndrang.

Beim Urologen war ich bisher noch nicht – das ist für mich aktuell die letzte Option.

Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder eine Einschätzung dazu.

Viele Grüße
Jan

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2 Wochen 3 Tage her #53264 von mich
Hallo Jan
Hast du schon mal probiert, die ganzen Zuckeraustauschstoffe wegzulassen. Es wird immer gewarnt davor. 

Mich

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  • JanNord
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2 Wochen 3 Tage her #53268 von JanNord
Nachtrag:

Mir ist noch etwas aufgefallen, das ich ergänzen möchte. Ab und zu ist es aktuell so, dass ich mich auf die Toilette setze, dort 5–10 Minuten warte und es kommt kein Tropfen Urin. Wenn ich dann wieder aufstehe, habe ich jedoch erneut starken Harndrang und das Gefühl, direkt wieder zur Toilette zu müssen.

Außerdem ist es mittlerweile so, dass ich beim Drang hauptsächlich ein Brennen bzw. Ziehen in der Harnröhre verspüre. Einen eigentlichen Druck in der Blase selbst nehme ich kaum oder gar nicht wahr.

Ergänzend noch zu meinem Alter: Ich bin 48 Jahre alt.

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2 Wochen 3 Tage her #53269 von JanNord

mich schrieb: Hallo Jan
Hast du schon mal probiert, die ganzen Zuckeraustauschstoffe wegzulassen. Es wird immer gewarnt davor. 

Mich

Danke für den Hinweis!

Ich habe die Getränke mit Zuckeraustauschstoffen bereits testweise über mehrere Wochen komplett weggelassen und in der Zeit nur Wasser (und morgens meinen Cappuccino) getrunken. Leider hat das bei mir keine spürbare Veränderung der Symptome gebracht.

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  • MichaelDah
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2 Wochen 3 Tage her #53272 von MichaelDah
Hallo Jan,

ich würde dir raten damit zum Urologen zu gehen. Die Miktionsfrequenz ist zu hoch und die Harnmenge zu gering - da muss der Urologe ran, denn das kann alles mögliche sein - von Blasenentzündung bis Prostata. Ohne gründliche Untersuchung wirst du da nicht weiter kommen.

Und keine Sorge - die Urologen beißen nicht... 

Viele Grüße
Michael 

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2 Wochen 1 Stunde her #53292 von Xammi
Das war ja schon eine deutliche Antwort. Ich würde sogar soweit gehen, zu sagen: 2 Urologen! :)

Meine Erfahrung mit Urologen ist, dass man ihnen oft alles aus der Nase ziehen muss und sie sich oft mit neurourologischen Erkrankungen nur bedingt auskennen. Bspw. hat mir der erste Urologe (ein ehem. Chefarzt der Urologie eines Krankenhauses) von einee Urodynamik abgeraten ("unangenehmer Eingriff... und es ist ja sehr eindeutig, dass Sie eine überaktive Blase haben, da bringt das keinen Mehrwert.... Nehmen Sie mal das Solifenacin und schauen Sie, wie Sie damit zurecht kommen...").
Er hätte mich warnen müssen, dass der hohe Druck in der Blase unbedingt runter muss wegen Gefahr der Pseudodivertikel, also anatomischer Veränderungen der Blase, die langfristig das Risiko Niereninsuffizienz usw. mit sich bringen. In diesem Forum gibt es zu den Risiken genug nachzulesen. Ich wurde nicht angemessen begleitet, setzte auf Blasentraining (2. Urologe: "das kann nicht schaden, wenn Sie es so weit hinauszögern wie möglich... je länger Sie es aushalten, umso mehr füllt sich die Blase und umso mehr gewöhnt sie sich wieder an die normale Kapazität) und habe mir im letzten Jahr offenbar selbst geschadet. Zustand der Blase - wie man jetzt durch die Urodynamik weiß - viel kritischer als erwartet.
Ich bin 38, btw.
Kurzum: Suche dir Urologen und befass dich mit der Thematik, insb. im Forum. Häufigkeit des Wasserlassens und die Harnmengen bei dir sind nicht normal.

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  • Xammi
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1 Woche 6 Tage her #53293 von Xammi
Warum ist der Urologe eigentlich die letzte Option, wie du schreibst? Was befürchtest du denn da?

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