Frage Erhöhtes Blasenkrebsrisiko bei Selbstkathetern?
- katheterolli
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2 Tage 16 Stunden her #53329 von katheterolli
Erhöhtes Blasenkrebsrisiko bei Selbstkathetern? wurde erstellt von katheterolli
Hallo,
seit über einem Jahr muß ich mich selbst kathetern. Anfangs mit einigen HWIs aber seit fast einem Jahr stabil, ohne Infektionen. Meine Frage ist: besteht, durch die selbst- Katheterei, eine erhöhte Blasenkrebs- Gefahr?
seit über einem Jahr muß ich mich selbst kathetern. Anfangs mit einigen HWIs aber seit fast einem Jahr stabil, ohne Infektionen. Meine Frage ist: besteht, durch die selbst- Katheterei, eine erhöhte Blasenkrebs- Gefahr?
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- MichaelDah
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2 Tage 15 Stunden her - 2 Tage 15 Stunden her #53330 von MichaelDah
MichaelDah antwortete auf Erhöhtes Blasenkrebsrisiko bei Selbstkathetern?
Hallo Katheterrolli,
ich meine - ich kann ja die Sorge verstehen, aber ich weiß nicht... Einer der größten Risikofaktoren für Blasenkrebs ist - man glaubt es kaum - Tätära und Tusch: das Rauchen...
Viele Gifte, die mit dem Rauch (auch der E-Zigarette) aufgenommen werden, gelangen über den Blutkreislauf und die Nieren in die Blase. In der Blase können sie dann noch mal schön konzentriert auf das Gewebe einwirken, bis sie - in das Klärwerk entlassen, im Grundwasser versickern (wie war das noch gleich - eine Kippe in die Landschaft geschnipst, verunreinigt ca. 1000 L Grundwasser)...
Platz zwei nehmen Chemikalien ein, die in Farben und Kunstoffen und Gummis vorkommen - daher wird z.B. bei bestimmten Berufsgruppen Blasenkrebs als Berufskrankheit anerkannt.
Ja - wenn man Dr. Google bemüht, findet man zuweilen auch Aussagen zum Thema Dauerkatheter. Die sind ungefähr genauso gefährlich wie Blasensteine oder laufende Blasenentzündungen. Gemessen an den beiden anderen Faktoren (Kippen & chemischen Giften) aber eher zu vernachlässigen.
Von daher: Ich denke, du kannst da beruhigt sein. Wenn du nicht gerade jahrelang permanente Blasenentzündungen hast, gibt es da kaum ein Risiko. Selbst mit vielen Blasenentzündungen bedeutet das nicht, dass man gleich Krebs bekommt - es erhöht halt nur das Risiko - aber wer dann noch raucht und Maler, Lackierer oder Frisör ist und vielleicht noch erbliche Faktoren hat... naja...
Die gute Nachricht dabei - 2023 sind nur 31.000 Menschen in Deutschland daran erkrankt (die Zahlen vom RKI sind noch niedriger, aber älter). Bei ca. 365.000 durch Verkehrsunfälle verletzten Personen ist die Teilnahme am Straßenverkehr deutlich riskanter. Dabei ist da Risiko an Blasenkrebs zu sterben in der Summe ungefähr genau so hoch wie durch einem Verkehrsunfall das zeitliche zu segnen...
Viele Grüße
Michael
ich meine - ich kann ja die Sorge verstehen, aber ich weiß nicht... Einer der größten Risikofaktoren für Blasenkrebs ist - man glaubt es kaum - Tätära und Tusch: das Rauchen...
Viele Gifte, die mit dem Rauch (auch der E-Zigarette) aufgenommen werden, gelangen über den Blutkreislauf und die Nieren in die Blase. In der Blase können sie dann noch mal schön konzentriert auf das Gewebe einwirken, bis sie - in das Klärwerk entlassen, im Grundwasser versickern (wie war das noch gleich - eine Kippe in die Landschaft geschnipst, verunreinigt ca. 1000 L Grundwasser)...
Platz zwei nehmen Chemikalien ein, die in Farben und Kunstoffen und Gummis vorkommen - daher wird z.B. bei bestimmten Berufsgruppen Blasenkrebs als Berufskrankheit anerkannt.
Ja - wenn man Dr. Google bemüht, findet man zuweilen auch Aussagen zum Thema Dauerkatheter. Die sind ungefähr genauso gefährlich wie Blasensteine oder laufende Blasenentzündungen. Gemessen an den beiden anderen Faktoren (Kippen & chemischen Giften) aber eher zu vernachlässigen.
Von daher: Ich denke, du kannst da beruhigt sein. Wenn du nicht gerade jahrelang permanente Blasenentzündungen hast, gibt es da kaum ein Risiko. Selbst mit vielen Blasenentzündungen bedeutet das nicht, dass man gleich Krebs bekommt - es erhöht halt nur das Risiko - aber wer dann noch raucht und Maler, Lackierer oder Frisör ist und vielleicht noch erbliche Faktoren hat... naja...
Die gute Nachricht dabei - 2023 sind nur 31.000 Menschen in Deutschland daran erkrankt (die Zahlen vom RKI sind noch niedriger, aber älter). Bei ca. 365.000 durch Verkehrsunfälle verletzten Personen ist die Teilnahme am Straßenverkehr deutlich riskanter. Dabei ist da Risiko an Blasenkrebs zu sterben in der Summe ungefähr genau so hoch wie durch einem Verkehrsunfall das zeitliche zu segnen...
Viele Grüße
Michael
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2 Tage 15 Stunden her #53331 von Matti
Matti antwortete auf Erhöhtes Blasenkrebsrisiko bei Selbstkathetern?
Hallo,
aus meiner Sicht ist es wichtig, Folgendes darzustellen: Das langfristige Selbstkatheterisieren kann das Risiko für Blasenkrebs leicht erhöhen – aber vor allem dann, wenn es immer wieder zu Harnwegsinfektionen (HWIs) und chronischen Entzündungen der Blasenschleimhaut kommt. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft stehen der Katheter selbst sowie das verwendete Material nicht im Verdacht, Blasenkrebs zu fördern. Das eigentliche Risiko entsteht durch wiederholte Infektionen und die ständige Reizung der Blase, nicht durch den Katheter oder das Material an sich.
Der intermittierende Selbstkatheterismus wird ja nicht ohne Grund durchgeführt, sondern meist, weil die Blase sich nicht mehr (vollständig) entleert (Restharn). Gerade dieser Restharn ist ein starker Risikofaktor für Harnwegsinfektionen, da sich Bakterien im verbliebenen Urin besonders leicht vermehren. Studien und medizinische Leitlinien zeigen, dass das Risiko für Infektionen und deren Komplikationen, einschließlich Blasenkrebs, bei unvollständiger Blasenentleerung um ein Vielfaches höher liegt als beim regelmäßigen und hygienischen Selbstkatheterismus[1][2].
Aus meiner Sicht wäre das Risiko ohne Selbstkatheterismus sogar noch höher, da Infektionen maßgeblich zu den Risikofaktoren gehören. Wer auf den Selbstkatheterismus verzichtet, nimmt nicht nur ein deutlich erhöhtes Risiko für Harnwegsinfektionen in Kauf, sondern auch für weitere, teils schwerwiegende Folgen wie Nierenschäden, Blasensteine oder eine Verschlechterung der Lebensqualität.
Als Alternative zum intermittierenden Selbstkatheterismus käme – falls eine Entleerungsstörung der Blase vorliegt – in manchen Fällen ein Dauerkatheter infrage. Allerdings zeigen wissenschaftliche Erkenntnisse, dass das Risiko für Infektionen bei einem dauerhaft liegenden Katheter im Allgemeinen noch höher ist als beim intermittierenden Selbstkatheterismus. Entscheidend ist immer die individuelle Situation und eine enge ärztliche Begleitung, um das Risiko für Infektionen und Folgeerkrankungen so gering wie möglich zu halten.
Wissenschaftliche Evidenz (Nachweis):
Die Nationale VersorgungsLeitlinie Harnwegsinfektionen (DEGAM, 2025) betont, dass Restharn ein bedeutender Risikofaktor für Harnwegsinfektionen ist – sowohl bei Patienten mit als auch ohne Katheter. Die vollständige Entleerung der Blase durch Katheterismus senkt das Infektionsrisiko deutlich[1].
Auch Coloplast Professional hebt hervor, dass Restharn bei Anwender:innen von Einmalkathetern ein häufiger und wichtiger Risikofaktor für Infektionen ist[2].
Der intermittierende Selbstkatheterismus ist in der Regel die sicherere und infektionsärmere Alternative, wenn die Blase sich nicht mehr vollständig entleert. Das eigentliche Risiko entsteht durch chronische Infektionen und nicht durch den Katheter selbst. Bei guter Hygiene und infektionsfreiem Verlauf ist das Blasenkrebsrisiko meiner Meinung nach nicht erhöht.
Empfehlung:
Gruß
Matti
Quellen:
[1] DEGAM (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin) — Harnwegsinfektionen, Leitlinie 2025 (PDF): www.degam.de/files/Inhalte/Leitlinien-In...-anwender-251025.pdf
[2] Coloplast Professional — Zusammenhang zwischen Restharn & Harnwegsinfekt (2026): www.coloplastprofessional.at/ressourcen/...uer-harnwegsinfekte/
aus meiner Sicht ist es wichtig, Folgendes darzustellen: Das langfristige Selbstkatheterisieren kann das Risiko für Blasenkrebs leicht erhöhen – aber vor allem dann, wenn es immer wieder zu Harnwegsinfektionen (HWIs) und chronischen Entzündungen der Blasenschleimhaut kommt. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft stehen der Katheter selbst sowie das verwendete Material nicht im Verdacht, Blasenkrebs zu fördern. Das eigentliche Risiko entsteht durch wiederholte Infektionen und die ständige Reizung der Blase, nicht durch den Katheter oder das Material an sich.
Der intermittierende Selbstkatheterismus wird ja nicht ohne Grund durchgeführt, sondern meist, weil die Blase sich nicht mehr (vollständig) entleert (Restharn). Gerade dieser Restharn ist ein starker Risikofaktor für Harnwegsinfektionen, da sich Bakterien im verbliebenen Urin besonders leicht vermehren. Studien und medizinische Leitlinien zeigen, dass das Risiko für Infektionen und deren Komplikationen, einschließlich Blasenkrebs, bei unvollständiger Blasenentleerung um ein Vielfaches höher liegt als beim regelmäßigen und hygienischen Selbstkatheterismus[1][2].
Aus meiner Sicht wäre das Risiko ohne Selbstkatheterismus sogar noch höher, da Infektionen maßgeblich zu den Risikofaktoren gehören. Wer auf den Selbstkatheterismus verzichtet, nimmt nicht nur ein deutlich erhöhtes Risiko für Harnwegsinfektionen in Kauf, sondern auch für weitere, teils schwerwiegende Folgen wie Nierenschäden, Blasensteine oder eine Verschlechterung der Lebensqualität.
Als Alternative zum intermittierenden Selbstkatheterismus käme – falls eine Entleerungsstörung der Blase vorliegt – in manchen Fällen ein Dauerkatheter infrage. Allerdings zeigen wissenschaftliche Erkenntnisse, dass das Risiko für Infektionen bei einem dauerhaft liegenden Katheter im Allgemeinen noch höher ist als beim intermittierenden Selbstkatheterismus. Entscheidend ist immer die individuelle Situation und eine enge ärztliche Begleitung, um das Risiko für Infektionen und Folgeerkrankungen so gering wie möglich zu halten.
Wissenschaftliche Evidenz (Nachweis):
Die Nationale VersorgungsLeitlinie Harnwegsinfektionen (DEGAM, 2025) betont, dass Restharn ein bedeutender Risikofaktor für Harnwegsinfektionen ist – sowohl bei Patienten mit als auch ohne Katheter. Die vollständige Entleerung der Blase durch Katheterismus senkt das Infektionsrisiko deutlich[1].
Auch Coloplast Professional hebt hervor, dass Restharn bei Anwender:innen von Einmalkathetern ein häufiger und wichtiger Risikofaktor für Infektionen ist[2].
Der intermittierende Selbstkatheterismus ist in der Regel die sicherere und infektionsärmere Alternative, wenn die Blase sich nicht mehr vollständig entleert. Das eigentliche Risiko entsteht durch chronische Infektionen und nicht durch den Katheter selbst. Bei guter Hygiene und infektionsfreiem Verlauf ist das Blasenkrebsrisiko meiner Meinung nach nicht erhöht.
Empfehlung:
- Weiterhin auf Hygiene achten und Infektionen vermeiden.
- Regelmäßige ärztliche Kontrolle.
- Bei Blut im Urin oder Beschwerden immer ärztlich abklären lassen.
Gruß
Matti
Quellen:
[1] DEGAM (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin) — Harnwegsinfektionen, Leitlinie 2025 (PDF): www.degam.de/files/Inhalte/Leitlinien-In...-anwender-251025.pdf
[2] Coloplast Professional — Zusammenhang zwischen Restharn & Harnwegsinfekt (2026): www.coloplastprofessional.at/ressourcen/...uer-harnwegsinfekte/
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- katheterolli
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Autor
Weniger Mehr
- Beiträge: 10
- Dank erhalten: 0
1 Tag 19 Stunden her #53333 von katheterolli
katheterolli antwortete auf Erhöhtes Blasenkrebsrisiko bei Selbstkathetern?
Vielen Dank für Eure ausführlichen Antworten! Ich habe ja offensichtlich das Glück, dass ich (für mich) die beste Kombination gefunden habe und seit 1 Jahr frei bin von HWIs. Ich benutze die SpeediCath von Coloplast, mit Verbindung von 1x tägl. Acimol, um den Keimen keine Chance zu geben. Bei mir funktioniert es.
Viele Grüße
Oliver
Viele Grüße
Oliver
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