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Hilfsmittelversorgung bei Auslands Fernreisen

21 Feb 2020 12:07 #1 von Docmobile
Hallo mal hier an alle Betroffenen,

Bin SIK -Patient seit 2012 und will nun seit langem mal wieder eine Fernreise ins Ausland unternehmen. Vielleicht erhalte ich ja hier interessante Informationen, Ideen oder Erfahrungswerte zum Thema bzw. Problem. Immerhin muss ich den Restharn meiner Blase 4 mal täglich mittels eines einmal Katheders entleeren. Das bedeutet wenn ich eine Fernreise unternehme z.Bsp. in den Asiatischen Raum (wo man nicht davon ausgehen kann das dort diese Katheder erhältlich sind) die ca. 22 Tage umfasst mind. 88 einmal Katheder (ohne Reserve) + Zubehör und Desinfektionsmittel sicher mitführen muss.
Unter Umständen kann z.Bsp. das Gepäck auf so einer Reise auch mal verloren gehen oder ähnliches?

Wer von Euch hat hierzu Anregungen wie man dieses Problem sicher lösen kann.

MFG. Andreas

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21 Feb 2020 20:30 - 21 Feb 2020 20:31 #2 von Dina
Hallo Andreas


Für mich ist ISK auch was neues. Aber da ich viel unterwegs, bin frage ich mich auch, wie das am besten gehen soll?
Ich plane dieses Jahr auch noch eine Auslandsreise, aber in ein fortschrittliches Land, deshalb geh
ich mal davon aus, dass die Materialbeschaffung dort kein Problem sein wird.

An Deiner Stelle, würde ich echt über einen Dauerkatheter nachdenken. Die Beutel können ja am Bein festgemacht werden.
Zumindest wäre es eine Lösung, an den Tagen, wo Du nicht baden gehst, um Material einzusparen.
Auch hygienisch würde ich das vorziehen, wenn man unterwegs ist und es keine saubere Toiletten gibt.

Ansonsten, kann man sich auch bei den Katheter-Herstellern informieren, welche kompakten Sets es für Männer gibt.
Anstatt Desinfektionsmitteln in Flaschen, solltest Du Tücher verwenden. Größere Gebinde Flüssigkeiten sind beim fliegen nicht zulässig.

Wenn Du ein Hotel gebucht hast, kannst Du dort auch anfragen, ob Du ein Paket im voraus hinschicken kannst, das wäre bestimmt die beste Lösung;
und vor Abflug nachfragen, ob alles gut angekommen ist.

Alles Gute

Viele Grüße
Dina

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21 Feb 2020 23:30 #3 von matti
Hallo Andreas,

Reisen mit medizinischem Gepäck stellt kein größeres Problem da.

Medinisches Sondergepäck wird von den Airlines befördert, wenn entsprechende Nachweise über die Notwendigkeit erbracht werden. Gleiches gilt für den Transport, wenn aufgrund des Volumens ein zusätzliches Gepäckstück notwendig ist. Dies wird nach vorheriger Anmeldung und Nachweis ebenfalls kostenfrei befördert.

Diverse Hersteller bietet bereits Vordrucke und Dokumente zum bestellen oder als Download an.

Wellspect Zolldeklaration:
www.wellspect.de/-/media/m3-media/wellsp...31D4EC89E17AB6C0083B

Coloplast - Komplettes Paket mit vielen Infos zum Reisen mit Kathetern und ein ausfüllbarer Hilfsmittelpass:
www.coloplast.de/ueber_uns/servicewelt/alltagshilfen/

Die European Association of Urology Nurses (EAUN) hat einen entsprechenden Vordruck für ein Medical Travel Certificate entworfen, das dem Flughafen- bzw. dem Zollpersonal erleichtert die Situation des Reisenden einzuschätzen.

nurses.uroweb.org/wp-content/uploads/201...ificate_def_zndr.pdf

Grüße
Matti

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22 Feb 2020 07:47 #4 von Thias
Hallo allerseits

Ich habe meine Inkontinenz-Slips auch schon mal voraus geschickt (Zugreisen) und mal per medizinisches Sondergepäck kostenfrei aufgegeben (Flugreisen).
Das hat prima geklappt.

Trotzdem war ich immer leicht nervös, könnte es ja mal z.B. auch ganz natürlich dazu kommen, dass ein Gepäckstück verloren geht.
Geringe Wahrscheinlichkeit, ja, aber sich mal schlau zu machen, ob und wo es am Ziel benötigte Hilfsmittel geben wird, kann nur gut sein. ;-)

Viele Grüße
Thias

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24 Feb 2020 12:13 - 24 Feb 2020 12:34 #5 von stephanw
Hallo,

ich habe gerade eine knapp 3-monatige Weltreise hinter mir und kann hier von meinen Erfahrungen berichten, die in der Gesamtschau positiv war. Um es vorweg zu nehmen, ich leide an einer Dranginkontinenz und verwende als Hilfsmittel Windeln, davon benötige ich zwischen 1-5 am Tag. Ich verwende Produkte mit hoher Saugstärke, da meine Inkontinenz sehr stark ausgeprägt ist und ich schwallartige Urinverluste bis ca. 250-300ml habe. Wenn ich zu Hause bin und ein Klo greifbar habe ("Gammelsonntag"), reicht mir nachts eine Windel aus, wenn ich viel unterwegs bin und kein Klo erreichen kann (z.B. Sightseeing), dann der höhere Wert.

Ich habe die Reise mit Frau und Tochter gemacht und bei der Buchung ging es gerade mit meiner Inkontinenz so richtig los. Ich hatte damals viel hin- und her überlegt und mich dann meiner Familie zu Liebe doch durchgerungen, die Reise zu machen. Es ging dabei hauptsächlich in dünn besiedelte Regionen der Erde, d.h. Australien, Neuseeland, Französisch Polynesien und die USA. Vieles wurde mit Auto und Camper zurückgelegt. Nach einer ersten Recherche war klar, dass eine Versorgung "nach Bedarf" vor Ort nicht sichergestellt ist und meine verwendeten Produkte (Betterdry für nachts, Tena Slip Maxi für tags) in den Ländern nicht oder nur in komischen Varianten verfügbar waren. Ich musste meine Hilfsmittel also mitnehmen. Schwierig war es, meinen Bedarf abzuschätzen. Am Ende habe ich mich auf 2 zusätzliche Gepäckstücke mit insgesamt ca. 50kg festgelegt, das entsprach ca. 200 Windeln (oder rechnerisch ca. 2,5 Windeln am Tag). Andere Hilfsmittel hatte ich kurz evaluiert (Kondomurinal), aber da es Regionen waren bei denen es auch mal 40°C hat, wollte ich auf meine Shorts nicht verzichten (wegen Beinbeutel) und habe lieber die schwitzige "Unterhose" in Kauf genommen.

Mit den Airlines hab ich absolut positive Erfahrung gemacht, lediglich Air Tahiti hat mir für das Übergepäck 60 Euro pro Wegstrecke abgeknöpft (was zu dem Zeitpunkt dann eh nur noch eine Windeltasche war) . Alle anderen Airlines (Emirates, Qantas, Air New Zealand, Air Tahiti Nui, Delta und TAP Portugal) haben die Hilfsmittel kostenfrei transportiert. Ich hatte alle vorher beim jeweiligen "Medical Team" angemeldet und die Bestätigung dann mit zum Airport genommen. Wichtig ist, ein ärztliches Attest zu haben, über die benötigte Menge.

Einzig die vielen Gepäckstücke (wir hatten in der Spitze 5 schwere Taschen) hat unsere Geduld manchmal sehr gefordert, insbesondere in Situationen in denen die Kofferräume bei den gemieteten Autos zu klein waren. Zum Schluss hatte ich noch 10 Betterdry und 15 Tena Slip Maxi über und war ziemlich stolz auf meine tolle Abschätzung! Muss aber dazu sagen, dass ich trocken gebliebene Windeln abends nicht weggeschmissen habe sondern am nächsten Tag nochmal angezogen habe, sonst hätte es nicht gereicht.

Fazit: alles ist möglich, man muss nur an sich glauben und sich etwas zutrauen. Springt über euren Schatten und lasst nicht zu, das eure Inkontinenz über euer Leben bestimmt! Und psychisch hat mir die Reise auch viel gebracht, ich weiß jetzt das meine Frau mich wirklich liebt und meine Inkontinenz uns nicht entzweiht B) Ganz im Gegenteil, es ist schön einer Person so vertrauen zu können, vorallem auf engsten Raum wo man sich nicht immer zurückziehen kann und der Partner doch mehr mitkriegt/sieht von den eigenen Problemen, als man ihm unter normalen Umständen zumuten möchte (Stichwort "Steh mal bitte Schmiere und ich wechsel hinterm Busch meine Windel")

Grüße
Stephan

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26 Feb 2020 13:19 #6 von Jens Schriever
Hallo Andreas

Das anmelden von Med. Übergepäck wurde ja schon gesagt. Was mir noch einfällt ist: du solltest auf deiner Reise wenn es geht Katheter mit Urinbeutel verwenden denn der Hygienestandart ist nicht sehr hoch und du findest oft Toiletten wo du nur ein Loch hast um dein Geschäft zu verrichten. Desinfektionsmittel kannst du auch ins Handgepäck mitführen wenn eine Bescheinigung vorhanden ist. Noch ein Tipp: teile deine Katheter auf zwei Koffer auf. Bei Verlust oder Verspätung eines Koffers hast du noch genügend Katheter zum handeln.

Gruß Jens

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