file Frage Harnverhalt postpartal

  • Flor
  • Flors Avatar Autor
Mehr
3 Monate 1 Woche her - 3 Monate 1 Woche her #52795 von Flor
Harnverhalt postpartal wurde erstellt von Flor
Hallo Zusammen 

Ich habe vor gut 3.5 Monaten eine gesunde Tochter zur Welt gebracht. Leider hatte ich danach einen Harnverhalt, der nicht ernstgenommen wurde und es wurden 1.8l Urin abgelassen. Zuerst konnte ich gar kein Wasser lassen und mittlerweile habe ich eine Blasenentleerungsstörung (Detrusor-Sphynkter-Dissynergie und einen schwachen Blasenmuskel). Ich bin zurzeit mit einem SPK versorgt aber die Situation belastet mich enorm. 
Gibt es Jemand mit Ähnlichem? 

Liebe Grüsse 

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Petra 69
  • Petra 69s Avatar
  • Vereinsmitglied
Mehr
3 Monate 1 Woche her #52799 von Petra 69
Petra 69 antwortete auf Harnverhalt postpartal
Hallo Flor!

Oh je, fast 2 Liter??? Wahnsinn! Bei mir war es knapp über 1 Liter und das war schon enorm viel.
Ich bin, ebenso wie du, auch mit der Diagnose "schwacher bis gar kein Blasenmuskel" und Dauerkatheter nach akutem Harnverhalt entlassen worden. Allerdings hatte ich zuvor keine Geburt.
Das tut mir soooo leid für dich! Psychisch rutscht man in ein Loch, das noch unter dem Loch liegt.
Ich war dann vor vier Tagen so froh, dieses Forum gefunden zu haben.
Hier bekommst du unendlich tolle Tipps, die dich wieder aufbauen und du siehst, dass du nicht alleine bist.
Ich bin in deinem Fall nicht gerade die hilfreiche Ansprechpartnerin, da ich selber noch zu "neu" in diesem Bereich bin.
Aber ich möchte dir wenigstens ein bisschen Mut machen, dass du versuchst, positiv nach vorne zu gucken.
Wahrscheinlich kannst du nachts nicht schlafen (also natürlich auch wenig Schlaf wegen deiner kleinen Tochter), weil sich alles um deine Einschränkung dreht. Das hatte ich ebenfalls. Gedanken, Gedanken, Gedanken... das macht einen mürbe. 
Mein Harnverhalt liegt nun etwa 7 Wochen zurück und ich betreibe ISK, also, ich katheterisiere mich 5 Mal am Tag selber. 
Ich weiß nicht, ob das bei dir überhaupt nach der Geburt möglich ist.
Aber damit hast du wieder Freiheit zurück.
Und was für mich neben diesem Forum extrem wichtig war: sofort eine Psychotherapie beginnen, dass du nicht in eine Depression verfällst! 
Ich hoffe, dass du hier noch bessere und auf deine spezielle Situation bezogene Tipps erhältst.
Ich drücke dir ganz fest die Daumen!

Liebe Grüße
Petra

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Flor
  • Flors Avatar Autor
Mehr
3 Monate 6 Tage her #52826 von Flor
Flor antwortete auf Harnverhalt postpartal
Hi Petra 

Vielen Dank für deine aufmunternden Worte und die liebe Nachricht. Du hast ja auch viel hinter dir. 
Ja, ich bin mir mittlerweile auch am überlegen auf ISK umzustellen.. habe jedoch etwas Respekt davor.. 

Liebe Grüsse 

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • MichaelDah
  • MichaelDahs Avatar
  • Vereinsmitglied
Mehr
3 Monate 6 Tage her #52827 von MichaelDah
MichaelDah antwortete auf Harnverhalt postpartal
Hallo Flor,

Ich würde da gerne mal nachfragen. Der Begriff Detrusor Sphinkter Dsyssynergie wird eigentlich nur bei neurologisch indizierten Problemen verwendet. Es kann natürlich sein, das bei der Geburt Nerven beschädigt wurden, die zu diesem Problem führen. 

Es könnte allerdings auch sein, das die Hypothone Blase eine Folge der Blasenüberdehnung ist und möglicherweise eher eine Dyskoordination vorliegt. In dem Fall wäre die Prognose vermutlich deutlich besser.

Wie arbeitest du denn mit dem SBK - sperrst du den tagsüber und entleerst nur den Restharn oder lässt du das Ventil offen?

Viele Grüße 
Michael

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • kleines-engelchen
  • kleines-engelchens Avatar
Mehr
3 Monate 6 Tage her #52829 von kleines-engelchen
kleines-engelchen antwortete auf Harnverhalt postpartal
Liebe Flor,

ein herzliches Willkommen auch von mir und Gratulation, nachträglich zur gesunden Tochter.
Das sich durch die Geburt ein Harnverhalt ergeben hat, ist natürlich weniger schön und dass dies nicht ernst genommen wurde umso schlimmer. Dies erinnert mich an meine Vorgeschicht. Ich hatte nach einer Unterleibsop über 1.5 l in der Blase und danach ging auch gar nichts mehr. Ich konnte es gar nicht glauben. Es kam nichts mehr, nicht mal ein Tropfen. Genau wie du, bin ich aus dem Krankenhaus mit einem SPK entlassen worden. Ich war total damit überfordert und wenn ich denke, wenn da noch ein kleiner Mensch ist, wo versorgt werden muss/darf wie bei dir, ist dies natürlich eine doppelte Belastung. (Hier treffen Glück & Traurigkeit aufeinander). Kommst du soweit zu Recht mit dem SPK. Ich hatte den SPK ca. 3 Monate, bis ich die passende Ärztin gefunden habe, die meinte, dass dieser sofort weg musste.(zuvor kam ich mich nur alleingelassen, hilflos vor) Umso dankbarer war ich, als Sie hat sich gleich darum gekümmert, dass ich den ISk erlerne und hierzu hatte Sie Kontakt mit Coloplast aufgenommen. Dann ging es echt schnell und ich erhielte einen Anruf zur Terminabsprache und zwei Tage später kam schon eine Dame von Coloplast zu mir nach Hause. Sie zeigte mir alles in aller Ruhe. Natürlich war ich unendlich aufgeregt und hatte auch Angst/Scham. Es war alles Neuland und es rollten auch immer und immer wieder die Tränen. Aber die Dame war so lieb, Fürsorglich und die anfängliche Angst verschwand dadurch nach wenigen Minuten. Dies war der erste Schritt. Ich war echt froh, diesen "Beutel" nicht mehr bei mir zu haben. Ich würde alles in Ruhe mit deinem Arzt/Ärztin besprechen. (Bist du da gut aufgehoben?, dies ist auch immer so wichtig).Vielleicht ist es  bei dir auch noch zu früh,  durch die Geburt. Versuche dir und deinem Körper Zeit zu geben und versuche dennoch positiv zu bleiben(dies hast du bestimmt auch schon öfters gehört und bestimmt gedacht, na toll, wie soll das gehen?) Du schaffst das. Wichtig ist es, dass du einen guten Arzt/Ärztin hast, wo dich auch ernst nimmt und sich dir annimmt. Hier im Forum gibt es auch einen Klinikfinder. Bestimmt hast du es schon gesehen.
Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles, alles Liebe & Gute. (und du bist nicht alleine)

Ganz liebe Grüße Simone 

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Petra 69
  • Petra 69s Avatar
  • Vereinsmitglied
Mehr
3 Monate 6 Tage her #52830 von Petra 69
Petra 69 antwortete auf Harnverhalt postpartal
Guten Abend Flor!

Ja, es ist wirklich anfänglich eine Riesenumstellung, nicht mal eben schnell die Toilette aufsuchen zu können, sondern sich alle benötigten Gegenstände zusammenzusuchen (bei mir sind es ein winziges Tischchen, auf dem Spiegel - 3x Vergrößerung - , eine kleine Stirnlampe, Dessie und ein Schnapsglas stehen, in das ich den halb geöffneten Katheter griffbereit reinstelle), um dann endlich ablassen zu können.
Das kleine Tischchen steht immer neben der Toilette und ich schiebe es zum ISK an die Frontseite. Dann so lange Hände waschen, bis du dich steril genug fühlst und dann ganz normal auf die Toilette setzen, vielleicht ein bisschen breitbeiniger, als du es sonst gewohnt warst.
Im Idealfall ab und an unten rum rasieren, dann sind keine Haare, die natürlich auch mit Bakterien behaftet sein können, im Weg.

Und natürlich ist es schon sehr merkwürdig, dann den Katheter selber in seine Harnröhre einzuführen.
Aber das ist für mich jetzt nach sieben Wochen schon fast zur Routine geworden. Zumindest in meinem eigenen Haus.
Von außerhalb kann ich noch nichts sagen, weil ich dafür noch übe, weil da kein praktischer Tisch als Ablage vorhanden sein wird.

Aber du wirst hier im Forum noch weitere sehr gute Tipps bekommen, und es werden so viele unterschiedliche Strategien erklärt, dass du dann für dich selber entscheiden kannst, wie du am besten arbeiten kannst.

Es gibt viele Firmen, die entsprechende Katheter vertreiben. Frag deine Urologin, oder schau mal im Internet. 
Du hast die Möglichkeit, geschulte Mitarbeiterinnen zu dir nach Hause kommen zu lassen, die dich dann entsprechend anlernen.

Meiner Meinung bietet der ISK viel mehr Freiheit, als dein SPK, der aber im Moment medizinisch wohl noch notwendig ist.
Ich kann dich nur ermuntern, den ISK auszuprobieren. Du bist fast 24/7 wieder in einem "normalen" Zustand, nur die 5 - 6 Mal, die du für einige Minuten auf dem Klo verbringst, sind dann neu und ungewohnt in deinem Leben.

Schreib gerne später mal, wie du dich entschieden hast, aber vielleicht normalisiert oder verbessert sich ja noch etwas.
Michael schrieb ja, dass vielleicht noch eine andere Diagnose gestellt werden könnte.

Für dich muss diese Situation im Moment ja wirklich eine extreme Herausforderung darstellen, denn du bist Mama einer noch sehr kleinen Tochter, der du natürlich in jeder Sekunde gerecht werden möchtest, und dann kommt diese körperliche Einschränkung dazu.
Ich hoffe, dass du einen starken Partner / Mann an deiner Seite hast, der dich mit auffängt und gut unterstützen kann.

Und immer, wenn deine kleine Maus schläft, in diesem Forum nach neuen Infos gucken!!!

Sei stark!!!

LG
Petra 

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Moderatoren: MichaelDah
Ladezeit der Seite: 0.378 Sekunden

Sie sind nicht allein! Besucher: Heute 1.920 | Gestern 4.109 | Monat 96.005 | Insgesamt 11.807.723