file Frage Überlaufblase 3 Liter ISK

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3 Tage 22 Stunden her #53512 von Usch
Überlaufblase 3 Liter ISK wurde erstellt von Usch
Hallo zusammen, 

Ich bin 51 Jahre männlich,
 
hatte bis letzten Sommer ein normales geselliges Leben mit Sport und Feiern.
In den letzten  Jahren hat sich meine Blase unbemerkt und langsam auf ein Volumen von über 3 Liter vergrössert, was ich nur am Ende durch ein Völlegefühl und Sodbrennen nach dem Essen bemerkbar gemacht hat. Ich erzählte meinem Hausarzt, dass ich Probleme beim Urinieren habe, da ich auch sehr selten auf Toilette musste. Daraufhin hat er mich zum Urologen überwiesen der beim Ultraschall den Urin im Bauchraum gesehen hat und über einen Katheter über 3 Liter Urin abgelassen hat. Ich hatte bis dahin nie eine Blasenentzündung oder Nieren Probleme. Meine Blasenwände sind nicht verdickt und haben keine Ausstülpungen. 
Im August hatte ich eine Turp OP und seitdem trage ich einen Bauchkatheter. Da sich der Blasenmuskel nicht annähernd zu erholen scheint und ich mit dem Bauchkatheter nicht leben will, möchte ich auf jeden Fall auf ISK umsteigen, um wieder ein normaleres, freieres Leben mit Sport, Schwimmen Badeurlaub führen zu können.
Dazu will ich bin euch mal einige Erfahrungen hören, wie ihr damit klar kommt. 

MfG

Usch

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3 Tage 18 Stunden her #53517 von Matti
Matti antwortete auf Überlaufblase 3 Liter ISK
Hallo Usch,

wow, da hast du ja wirklich was erlebt – eine Blase mit so einem Fassungsvermögen ist schon rekordverdächtig! Damit könntest du vermutlich ganze medizinische Lehrbücher füllen, so außergewöhnlich ist das.

Was den Umstieg auf ISK angeht: Viele berichten, dass sie dadurch wieder deutlich mehr Lebensqualität zurückbekommen haben – gerade, wenn es um Sport, Schwimmen oder Reisen geht. Letztlich geht es aber um Selbstbestimmung im Alltag. Anfangs ist es sicher ungewohnt, aber mit etwas Routine wird das für die meisten zur Normalität. Die Freiheit, nicht ständig einen Katheter tragen zu müssen, empfinden viele als großen Gewinn.

Was ich dir noch besonders ans Herz legen möchte: Ich halte es für immens wichtig, beim ISK einen festen Ansprechpartner aus dem Homecare-Bereich zu haben. Es können immer mal wieder Fragen oder Veränderungen auftreten, und dann ist es einfach Gold wert, jemanden zu haben, den man direkt ansprechen kann. Außerdem steht dir so jemand bei der Anleitung zur Seite – etwas, das Ärzte im Alltag leider oft gar nicht leisten können.

Viele Grüße
Matti

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3 Tage 11 Stunden her #53519 von Vallie
Vallie antwortete auf Überlaufblase 3 Liter ISK
Hallo Usch,

wow, drei Liter kaum zu merken, das ist wirklich beeindruckend. Als es bei mir zum kompletten Harnverhalt kam, wurde ich Stunde um Stunde in der Notaufnahme vertröstet. Als mir dann endlich ein Katheter gelegt wurde, kamen auch drei Liter raus. Die Stunden davor waren aber der absolute Horror für mich, ich hatte neben übelsten Schmerzen auch echt die Befürchtung, daß meine Blase platzt.
ISK praktizierte ich jetzt im dritten Jahr und mit dieser Anfangserfahrung achte ich immer sehr darauf, einen ordentlichen Vorrat an Kathetern zu haben, um nie wieder in diese Situation zu kommen.

Zum ISK: Wie viele andere es berichten, wird es auch für mich mit der Zeit immer selbstverständlicher. Eine Umstellung, die Aufmerksamkeit bedarf, ist sicherlich das Kathetisieren nach Uhr, wenn man keinen Harndrang mehr verspürt. Das mache ich tatsächlich bis heute mit Unterstützung einer App, um es nicht zu vebaseln.
Wie Matti schon geschrieben hat, ist die Unterstützung durch einen Homecareanbieter sehr zu empfehlen, man hat dort immer einen Ansprechpartner und wird darüber mit dem Material versorgt.
Auch wird dort die hygienische Vorgehensweise genau erklärt, da mögliche Harnwegsinfekte das größte Risiko darstellen. Ich habe diesbezüglich Glück und konnte im Laufe der Zeit das Vorgehen einfachen, aber das habe ich erst nach über einem Jahr ohne Komplikationen langsam ausprobiert.
Es gibt viele verschiedene Katheter und es kann sich lohnen, anfangs auszuprobieren, mit welchem man am besten zu recht kommt.
Vielleicht noch ein Hinweis, da hier im Forum teils zu lesen ist, daß einige es selbst zahlen: Sowohl die zum Desinfizieren benötigen sterilen Kompressen, als auch das Octenisept werden beim ISK über Rezept von der Krankenkasse bezahlt.
Spezifische Anwendungserfahrungen können Dir bestimmt besser männliche Betroffene geben.
Den Vorteil vom SBK zum ISK würde ich darin sehen, daß es unkomplizierter ist, im Freien seine Blase zu entleeren. Mein großes Thema, da ich viel und lange in der Natur unterwegs bin, aber das geht letztlich auch mit ISK.
Wenn man Routine erlangt, das benötigte Equipment für sich gut organisiert hat, bekommt es, anders als man anfangs denkt, eine weitgehende Normalität.
Ich hoffe, daß es bei Dir auch gut klappt.

Grüße von Valerie

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3 Tage 7 Stunden her #53521 von martinK
martinK antwortete auf Überlaufblase 3 Liter ISK
Hallo Usch

Valerie und Matti haben ja schon vieles geschrieben. Bei mir klappt das ISK wegen Harnweginfekten nicht gut, dennoch möchte ich Dich ermutigen, den Schritt zu machen. Mit etwas Gewöhnung wirst Du sehen, dass das Katheterisieren einfach geht und wenig Zeit in Anspruch nimmt. Als Mann wirst Du es auch einfacher haben, unterwegs zu katheterisieren. Wie Matti schrieb ist eine gute Einweisung in die Handhabung wichtig und verschiedene Katheter testen ist sicher keine schlechte Idee. Die Pflegefachfrau empfahl mir damals, einen grösseren Katheterdurchmesser (CH14) zu wählen, da sei das Einführung einfacher und verursache weniger Reizungen. Das kann aber bei Dir aber anders sein.

Ich wünsche Dir, dass Du gut mir dem ISK zurecht kommst und sich Deine Blase mit der Zeit erholt!

Herzliche Grüsse
Martin

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2 Tage 22 Stunden her #53526 von Usch
Usch antwortete auf Überlaufblase 3 Liter ISK
Vielen dank für eure Antworten. Daß in mir was nicht ganz alltägliches herangewachsen ist, weiß ich jetzt! 😊 Es war wohl ein jahrelanger stetiger langsamer Prozess ohne kompletten Harnverhalt. Im Krankenhaus sagte man mir unspezifische Ursache, da auch meine Prostata nicht ungewöhnlich groß war. Mich hat es nur gewundert, daß ich trotz einiges an Cardio Training den Bauch nicht mehr wegbekommen habe.  Man schiebt es dann auf das Feierabendbier oder die Lust auf Süsses. Mein Körper hat wohl auch größere Trink engen verstoffwechselt, da ich bei jetzige Nachdenken kaum auf Toilette musste (auch nachts nicht) 
Ich habe mich jetzt schon einige Male selbst kathetisiert und damit keine Berührungsängste. Eine sehr nette Homecareberaterin, war schon bei mir zu Hause und hat jetzt die erste Monatspackung an Kathetern für mich bestellt. Wenn alles glatt läuft, bin ich gut 2 Wochen den SPK los. Was mich gerade besonders stört sind die ständigen üblen Keime, die ich auf normalem Wege nicht mehr los werde. Ich habe jetzt schon zum 5. Mal Antibiotika genommen seit der OP. Ich reinige 2mal täglich die Eintrittsstelle mit Wasser und Seife oder auch Desinfektionsmittel. 
Ich merke meine Blase schon ab einer gewissen Füllmenge und kann dann auch durch leichtes Anspannen der Bauchmuskeln auch urinieren. Es bleibt halt so viel Restharn, bei dem andere ne prall gefüllte Blase hätten. Kontraktion der Blase funktioniert nach der langen Überdehnung gefühlt gar nicht. 
Der grosse Blaseninhalt wird beim kathetisieren wohl auch ein Segen sein, wenn man doch mal 2-3 Bierchen trinken will. 😉 

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2 Tage 11 Stunden her #53531 von Usch
Usch antwortete auf Überlaufblase 3 Liter ISK
Hallo Martin, ich habe schon gehört, dass manche  trotz hygienischer Arbeitsweise HWI bekommen. Woher kommt das? Ich habe seit dem SPK ständig Keime in der Blase. Und hoffe daß es durch das Kathetisieren besser wird. 

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1 Tag 9 Stunden her #53543 von martinK
martinK antwortete auf Überlaufblase 3 Liter ISK
Hallo Usch

Ich kann Dir dazu keine abschliessende Antwort geben. Mein Verständnis ist das folgende: Bakterien sind ja überall im Körper und selbst bei richtiger Anwendung werden beim ISK Bakterien in die Blase transportiert. Wenn Du aber regelmässig katheterisierst, sollte die kein Problem sein, auch weil unser Körper in der Lage ist, eine gewisse Bakterienkonzentration zu handhaben.

In meinem Fall vermute ich, dass die folgenden beiden Einschränkungen eine Rolle spielen könnten. Erstens lieg bei mir eine Autoimmunkrankheit vor, so dass ich anfälliger auf Infekte bin und Infekte bei mir zu einer Überreaktion des Körpers führen. Zweitens habe ich eine starke sensorische Neuropathie im Beckenboden und spüre beim Einführen des Katheters nur wenig. Es kann sein, dass ich deswegen den Harnleiter beim Einführen reize, was zu Entzündungen führt, die den Infekt fördern. Es kann aber natürlich auch andere Gründe geben, die ich nicht kenne.

Für mich ist das sehr frustrierend, weil ich bereits nach 2-3 Tagen regelmässigem ISK einen HWI mit hohem Fieber kriege. In den letzten Jahren habe ich es oftmals versucht, musste aber immer wieder abbrechen. Mit der Handhabung habe ich aber gar keine Probleme und fühle mich eigentlich wohl mit der Methode. Es ist aber auch so, dass ich zumindest derzeit ohne ISK oder SPK auskomme. Mein Problem ist schwere Harninkontinenz, zudem kann ich zuweilen maximal 200-300 ml Restharn haben, und es wurde ein zu hoher Blasendruck registriert. Als Therapie würde die Blase stillgelegt, dann müsste ich aber entweder ISK durchführen oder einen Bauchdeckenkatheter tragen. Ich habe beschlossen, wegen meiner Probleme mit dem ISK bis auf weiteres nichts zu tun und die Gesundheit der Nieren und der Blase regelmässig überprüfen zu lassen.

Für mich ist wichtig zu betonen, dass mein Fall nicht repräsentativ ist, und ich Dich keinesfalls entmutigen möchte, ISK zu machen, im Gegenteil! Wir hatten hier im Forum vor einigen Monaten eine intensive Diskussion zu diesem Thema, bei welcher ich den Eindruck hatte, missverstanden zu werden. Wenn immer es bei Harnverhalt mit ISK geht, ist dies die Methode der Wahl. Bei mir klappt es leider einfach nicht :-(.

Ich wünsche Dir alles Gute
Martin

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1 Tag 8 Stunden her #53544 von Birgit1
Birgit1 antwortete auf Überlaufblase 3 Liter ISK
Hallo Usch,

Zum ISK kann ich nichts beitragen weil ich seit 10Jahren meine atone Blase ausschließlich per SPK entleere und damit ein ganz 'normales' Leben führe.

Nur kurz zu den Keimen....
Machen dir die Keime denn Beschwerden? 

Ich habe seitdem ich den SPK habe immer Keime in der Blase, was bei Katheterträger*innen absolut nichts Ungewöhnliches ist  und wenn sie keine Beschwerden verursachen zu vernachlässigen sind.
Blasenentzündungen hatte ich seit vielen Jahren nicht mehr und somit müssen die Keime bei mir auch nicht mit Antibiotika bekämpft werden.

Viel Erfolg beim Umstieg auf den ISK!

Birgit

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1 Tag 3 Stunden her #53545 von Usch
Usch antwortete auf Überlaufblase 3 Liter ISK
Danke Martin für Deine ausführliche Erklärung Martin. Ich werde es auf jeden Fall versuchen und so sauber und schonend wie möglich arbeiten. Ich hoffe mit etwas Übung werde ich damit sicher und relativ beschwerdefrei Leben und klar kommen. 

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1 Tag 3 Stunden her #53546 von Usch
Usch antwortete auf Überlaufblase 3 Liter ISK
Hallo Birgit, ich habe sehr trüben stark riechenden Urin bekommen, hatte aber kein Fieber und keine Schmerzen. Gefühlt wird es dann von Tag zu Tag schlimmer. Habe mich dann dazu entschieden Antibiotika zu nehmen. Beim letzten Mal, was aber nach 3 Wochen nach der 2. OP war, bei der sie die Harnröhre von einer Vernarbung befreit hatten, kam dann auch von Tag zu Tag mehr Blut dazu.
Generell schränkt mich persönlich der SPK sehr ein, da ich zuvor ein relativ aktives und sportliches Leben geführt habe und das mit dem Dauerkatheter im Körper nicht mehr kann u nd der Kopf nicht bereit ist das anzunehmen. Das gibt mir dann auch den riesigen Ansporn das mit dem ISK gut umzusetzen und zu probieren. Es wird zwar nicht mehr ganz das Leben sein wie zuvor, aber wenn es klappt bestimmt ein ganzes Stück näher dran. 

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