Frage Bauchdeckenkather
- heyko6030
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3 Wochen 1 Tag her #53905 von heyko6030
Bauchdeckenkather wurde erstellt von heyko6030
Hallo,
aufgrund einer Blasenentleerungsstörung bei einer seit Jahren bestehende MS führe ich seit 2014 das Selbstkatheterisieren mit vielen Harnwegsinfekten durch und komme seit einigen Wochen mit dem Einmalkatheter oder auch anderen Kathetern nicht mehr durch den Schließmuskel/Prostata. Folge ist ich habe einen Dauerkatheter.
Der Urologe empfiehlt eine Schlitzung der Harnröhre kombiniert mit dem zeitweiligen Setzen eines Bauchdeckenkatheters.
Eine weitere Urologen-Meinung lautet den Bauchdeckenkatheter dauerhaft zu nutzen.
Zumindest hat der Dauerkatheter den Vorteil, dass ich nachts nicht zur Toilette muss.
Wie sind Ihre Erfahrungen mit einem Bauchdeckenkatheter oder ist das Schlitzen der Harnröhre doch zu bevorzugen ?
Vielen Dank für Ihre Antworten.
Tschüss
Heyko6030
aufgrund einer Blasenentleerungsstörung bei einer seit Jahren bestehende MS führe ich seit 2014 das Selbstkatheterisieren mit vielen Harnwegsinfekten durch und komme seit einigen Wochen mit dem Einmalkatheter oder auch anderen Kathetern nicht mehr durch den Schließmuskel/Prostata. Folge ist ich habe einen Dauerkatheter.
Der Urologe empfiehlt eine Schlitzung der Harnröhre kombiniert mit dem zeitweiligen Setzen eines Bauchdeckenkatheters.
Eine weitere Urologen-Meinung lautet den Bauchdeckenkatheter dauerhaft zu nutzen.
Zumindest hat der Dauerkatheter den Vorteil, dass ich nachts nicht zur Toilette muss.
Wie sind Ihre Erfahrungen mit einem Bauchdeckenkatheter oder ist das Schlitzen der Harnröhre doch zu bevorzugen ?
Vielen Dank für Ihre Antworten.
Tschüss
Heyko6030
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3 Wochen 13 Stunden her #53911 von Matti
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Matti antwortete auf Bauchdeckenkather
Hallo Heyko6030,
viele Betroffene berichten, dass ein suprapubischer Katheter (Bauchdeckenkatheter) im Alltag oft angenehmer ist als ein Dauerkatheter durch die Harnröhre. Er kann das Risiko von Harnwegsinfekten und Harnröhrenverletzungen senken und bietet meist eine größere Bewegungsfreiheit. Auch die Pflege ist meist unkomplizierter. Einige nutzen den Katheter dauerhaft, andere nur zeitweise – das hängt stark von den individuellen Bedürfnissen und der Lebensqualität ab.
Zur Schlitzung der Harnröhre („Urethrotomie“):
Dieser Eingriff kann kurzfristig eine Erleichterung bringen, allerdings besteht das Risiko, dass sich die Engstelle wieder bildet und der Eingriff wiederholt werden muss.
Ein wichtiger Aspekt, der oft übersehen wird: Wird die Schlitzung im Bereich des Schließmuskels oder der Prostata durchgeführt, kann es zu einer sogenannten retrograden Ejakulation kommen. Das bedeutet, dass das Ejakulat beim Samenerguss in die Blase gelangt, anstatt nach außen. Das ist medizinisch meistens unproblematisch, kann aber die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und auch als unangenehm empfunden werden. Es ist daher sinnvoll, diese Frage vor dem Eingriff gezielt mit dem Urologen zu besprechen. Ich kenne Fälle – und ich gehöre dazu –, bei denen dies zu handfesten psychischen Problemen geführt hat.
Sexualität und Katheter:
Gerade ein Harnröhrenkatheter schränkt die Sexualität häufig stark ein – sowohl beim Geschlechtsverkehr als auch bei der Selbstbefriedigung. Viele berichten von einem deutlichen Verlust an Lebensqualität in diesem Bereich. Ein suprapubischer Katheter (Bauchdeckenkatheter) ist hier oft die deutlich bessere Alternative, da er die Sexualfunktion weniger beeinträchtigt und im Alltag weniger störend ist. Wer sexuell aktiv ist, sollte diesen Punkt unbedingt in die Entscheidung mit einbeziehen.
Tipp: Unterschiedliche Katheterarten ausprobieren
Es gibt ganz unterschiedliche Katheterformen und -spitzen, die speziell dafür entwickelt wurden, verschiedene Schwierigkeiten beim Einführen zu überwinden (z. B. Tiemann-, Nelaton- oder gebogene Spitzen). Hier kann eine individuelle Beratung durch den Leistungserbringer (z. B. Homecare-Unternehmen oder Sanitätshaus) sehr sinnvoll sein. Oft lohnt es sich, verschiedene Katheter auszuprobieren, bevor man sich für einen invasiven Eingriff entscheidet – manchmal findet sich doch noch eine praktikable Lösung.
Jede Lösung hat Vor- und Nachteile, und was für den einen gut funktioniert, passt für den anderen vielleicht weniger. Wichtig ist, alle Aspekte – auch die Auswirkungen auf Sexualität und Lebensqualität – mit dem behandelnden Urologen zu besprechen und sich ggf. noch eine weitere Meinung einzuholen.
Alles Gute für dich und viel Kraft bei deiner Entscheidung!
Viele Grüße
Matti
viele Betroffene berichten, dass ein suprapubischer Katheter (Bauchdeckenkatheter) im Alltag oft angenehmer ist als ein Dauerkatheter durch die Harnröhre. Er kann das Risiko von Harnwegsinfekten und Harnröhrenverletzungen senken und bietet meist eine größere Bewegungsfreiheit. Auch die Pflege ist meist unkomplizierter. Einige nutzen den Katheter dauerhaft, andere nur zeitweise – das hängt stark von den individuellen Bedürfnissen und der Lebensqualität ab.
Zur Schlitzung der Harnröhre („Urethrotomie“):
Dieser Eingriff kann kurzfristig eine Erleichterung bringen, allerdings besteht das Risiko, dass sich die Engstelle wieder bildet und der Eingriff wiederholt werden muss.
Ein wichtiger Aspekt, der oft übersehen wird: Wird die Schlitzung im Bereich des Schließmuskels oder der Prostata durchgeführt, kann es zu einer sogenannten retrograden Ejakulation kommen. Das bedeutet, dass das Ejakulat beim Samenerguss in die Blase gelangt, anstatt nach außen. Das ist medizinisch meistens unproblematisch, kann aber die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und auch als unangenehm empfunden werden. Es ist daher sinnvoll, diese Frage vor dem Eingriff gezielt mit dem Urologen zu besprechen. Ich kenne Fälle – und ich gehöre dazu –, bei denen dies zu handfesten psychischen Problemen geführt hat.
Sexualität und Katheter:
Gerade ein Harnröhrenkatheter schränkt die Sexualität häufig stark ein – sowohl beim Geschlechtsverkehr als auch bei der Selbstbefriedigung. Viele berichten von einem deutlichen Verlust an Lebensqualität in diesem Bereich. Ein suprapubischer Katheter (Bauchdeckenkatheter) ist hier oft die deutlich bessere Alternative, da er die Sexualfunktion weniger beeinträchtigt und im Alltag weniger störend ist. Wer sexuell aktiv ist, sollte diesen Punkt unbedingt in die Entscheidung mit einbeziehen.
Tipp: Unterschiedliche Katheterarten ausprobieren
Es gibt ganz unterschiedliche Katheterformen und -spitzen, die speziell dafür entwickelt wurden, verschiedene Schwierigkeiten beim Einführen zu überwinden (z. B. Tiemann-, Nelaton- oder gebogene Spitzen). Hier kann eine individuelle Beratung durch den Leistungserbringer (z. B. Homecare-Unternehmen oder Sanitätshaus) sehr sinnvoll sein. Oft lohnt es sich, verschiedene Katheter auszuprobieren, bevor man sich für einen invasiven Eingriff entscheidet – manchmal findet sich doch noch eine praktikable Lösung.
Jede Lösung hat Vor- und Nachteile, und was für den einen gut funktioniert, passt für den anderen vielleicht weniger. Wichtig ist, alle Aspekte – auch die Auswirkungen auf Sexualität und Lebensqualität – mit dem behandelnden Urologen zu besprechen und sich ggf. noch eine weitere Meinung einzuholen.
Alles Gute für dich und viel Kraft bei deiner Entscheidung!
Viele Grüße
Matti
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3 Wochen 6 Stunden her #53915 von heyko6030
heyko6030 antwortete auf Bauchdeckenkather
Hallo Matti,
Vielen Dank für die umfangreiche und detaillierte Antwort, die bei meiner anstehenden Entscheidung auf jeden Fall eine echte Hilfe ist.
Dankeschön.
Tschüss
heyko6030
Vielen Dank für die umfangreiche und detaillierte Antwort, die bei meiner anstehenden Entscheidung auf jeden Fall eine echte Hilfe ist.
Dankeschön.
Tschüss
heyko6030
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