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Smartphones als Keimschleudern: Mehr Bakterien als auf der Toilette

Smartphones begleiten uns überallhin – ob im Bus, beim Essen oder sogar auf der Toilette. Doch was viele nicht wissen: Die kleinen Alltagshelfer sind wahre Brutstätten für Bakterien und Keime. Studien zeigen, dass sich auf der Oberfläche von Smartphones oft mehr Keime befinden als auf einer öffentlichen Toilettensitzbrille.

Warum sind Smartphones so stark belastet?

  • Häufiger Hautkontakt: Das Smartphone wird ständig mit den Händen berührt, die wiederum mit verschiedenen Oberflächen in Kontakt kommen.
  • Seltene Reinigung: Während Toiletten regelmäßig geputzt werden, reinigen die wenigsten ihr Handy konsequent.
  • Feuchte Umgebungen: Besonders im Badezimmer, wo viele ihr Smartphone nutzen, fühlen sich Keime besonders wohl. Bakterien aus dem Darm oder von der Haut landen schnell auf dem Display, vor allem, wenn nach dem Toilettengang die Hände nicht gründlich gewaschen werden[2].

 

„Wer würde schon mit dem Finger unter den Toilettenrand einer öffentlichen Toilette streichen, danach genüsslich eine Bratwurst im Brötchen essen und sich anschließend die Finger ablecken? Doch beim Streichen über das Smartphone sind wir da bedeutend leichtsinniger – obwohl sich auf den meisten Smartphones deutlich mehr Bakterien und Keime befinden.“

Matthias Zeisberger, 1. Vorsitzender der Inkontinenz Selbsthilfe e.V.

Vergleich: Smartphone vs. öffentliche Toilette

Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen der letzten Jahre zeigen eindrucksvoll, dass Smartphones in Sachen Keimbelastung oft sogar die Oberflächen öffentlicher Toiletten übertreffen. Während eine öffentliche Toilettensitzbrille regelmäßig gereinigt und desinfiziert wird, bleibt das Smartphone meist unbeachtet und wird selten gesäubert. Dadurch können sich auf dem Display, dem Gehäuse und in den Zwischenräumen des Geräts zahlreiche Mikroorganismen ansiedeln und vermehren.

Besonders alarmierend ist, dass auf Smartphones nicht nur harmlose Hautbakterien, sondern auch potenziell krankmachende Keime wie Escherichia coli (Darmbakterien), Staphylokokken oder sogar Schimmelpilze nachgewiesen wurden. Studien berichten, dass auf einem einzigen Smartphone bis zu zehnmal mehr Bakterien pro Quadratzentimeter gefunden werden können als auf einer durchschnittlichen Toilettensitzbrille[1][3]. Das liegt vor allem daran, dass das Handy im Alltag ständig mit den Händen in Kontakt kommt, die wiederum alles Mögliche berühren – von Türgriffen über Geldscheine bis hin zu Einkaufswagen.

Experten warnen daher ausdrücklich vor einer sorglosen Nutzung des Smartphones, vor allem in sensiblen Umgebungen wie Krankenhäusern, Küchen oder während des Essens. Während wir bei Toiletten automatisch an Hygiene denken und entsprechende Maßnahmen ergreifen, wird das Smartphone oft als „sauber“ wahrgenommen und überallhin mitgenommen – selbst ins Badezimmer oder auf die Toilette. Dieses Verhalten macht das Handy zu einem regelrechten Hotspot für Keime, der das Risiko für Infektionen deutlich erhöhen kann, besonders für Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder kleine Kinder.

Die Sauberkeit von Toiletten wird gesellschaftlich viel stärker beachtet als die Hygiene von Smartphones. Dabei zeigt die Forschung, dass gerade unsere ständigen Begleiter im Alltag zu den größten Keimschleudern überhaupt gehören können. Regelmäßige Reinigung und ein bewusster Umgang sind daher wichtig, um die unsichtbare Gefahr zu minimieren.

Welche Bakterien lauern auf dem Smartphone

 

Auf Smartphones wurden in verschiedenen Studien zahlreiche Bakterienarten nachgewiesen, darunter vor allem Darmbakterien wie Escherichia coli (E. coli) und Staphylokokken. Auch andere potenziell krankmachende Keime können sich auf der Oberfläche ansiedeln.

Escherichia coli (E. coli):

Diese Bakterien stammen aus dem Darm und gelangen meist durch mangelnde Handhygiene auf das Smartphone. E. coli kann verschiedene Infektionen verursachen, zum Beispiel:

  • Harnwegsinfektionen
  • Magen-Darm-Infekte (z. B. Durchfall)
  • In seltenen Fällen auch Wundinfektionen

Staphylokokken (z. B. Staphylococcus aureus):

Diese Bakterien kommen auf der Haut und den Schleimhäuten vieler Menschen vor. Sie können jedoch krank machen, wenn sie in den Körper gelangen, etwa durch kleine Verletzungen. Mögliche Infektionen sind:

  • Hautinfektionen (Pickel, Abszesse)
  • Wundinfektionen
  • Bei geschwächtem Immunsystem auch Lungenentzündung oder Blutvergiftung (Sepsis)

Weitere Keime:

Neben E. coli und Staphylokokken wurden auf Smartphones auch andere Bakterien wie Streptokokken oder Pseudomonas gefunden. Diese können ebenfalls unterschiedliche Infektionen auslösen, zum Beispiel:

  • Mandelentzündung (Streptokokken)
  • Harnwegsinfekte und Wundinfektionen (Pseudomonas)

Gerade für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem – etwa ältere Personen, chronisch Kranke oder kleine Kinder – besteht ein erhöhtes Risiko, dass diese Keime zu Infektionen führen.

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Wie kann man sich schützen? 

Checkliste: Infektionsschutz beim Smartphone-Gebrauch

  • Hände regelmäßig und gründlich waschen, besonders nach dem Toilettengang und vor dem Griff zum Handy.
  • Smartphone mindestens einmal täglich mit einem geeigneten Desinfektionstuch reinigen.
  • Spezielle Reinigungstücher oder Desinfektionsmittel verwenden, die für Elektronik geeignet sind (keine aggressiven Haushaltsreiniger!).Smartphones Desinfektion
  • Das Handy möglichst nicht im Badezimmer oder auf der Toilette benutzen.
  • Smartphone nicht beim Essen oder in der Küche verwenden.
  • Handy nicht mit anderen Personen teilen, besonders in der Erkältungs- und Grippezeit.
  • Nach Kontakt mit öffentlichen Oberflächen (z. B. Türklinken, Haltestangen) erst Hände waschen, bevor das Handy benutzt wird.
  • Handyhülle regelmäßig abnehmen und separat reinigen.
  • Bei Krankheit (z. B. Grippe, Magen-Darm) besonders auf Hygiene achten und das Smartphone häufiger reinigen.
  • Für Kinder und Personen mit geschwächtem Immunsystem: Smartphone-Kontakt möglichst einschränken oder besonders auf Sauberkeit achten.

Mit diesen einfachen Maßnahmen kannst du das Risiko, krankmachende Keime über das Smartphone aufzunehmen, deutlich minimieren.

Das Smartphone ist tatsächlich eine der unterschätzten Quellen für Keime und kann – je nach Nutzungsverhalten – sogar stärker belastet sein als eine öffentliche Toilette. Regelmäßige Reinigung und gute Handhygiene sind deshalb unerlässlich, um Infektionen zu vermeiden.

Quellen:

  1. elixavita — Die unterschätzte Gefahr: Bakterien auf Smartphones und Touchscreens (2026) — https://elixavita.ch/
  1. Computer Bild — Darum gehört Ihr Smartphone nicht ins Badezimmer (2026) — https://www.computerbild.de
  1. CHIP — Toilette nicht auf Platz 1: Diese Gegenstände im Haus sind wahre Keimschleudern (2026) — https://www.chip.de
  1. NDR — Bakterienschleuder Smartphone: So schützt ihr euch (2026) — https://www.ndr.de/