Frage Drang-Inkontinenz
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9 Monate 1 Tag her #51593 von martinK
martinK antwortete auf Drang-Inkontinenz
Hallo Ratlose
Ich möchte mich den Beiträgen von Matti und Michael anschliessen. Von allein verschwindet Dein Problem ziemlich sicher nicht, und wenn Du jetzt schon Harn verlierst, würde ich die Organisation einer urologische Untersuchung nicht hinauszögern. Wie oben geschrieben wurde, ist es wichtig, mögliche Ursachen für die Inkontinenz zu finden. Zudem wird in Deinem Stadium als erstes kein operativer Eingriff indiziert sein. Bei Verdacht auf Dranginkontinenz wird vermutlich versucht werden, die Blase mit Medikamenten zu beruhigen, allenfalls in Verbindung mit einem Toilettentraining und möglicherweise Beckenbodenphysiotherapie. Liegt der Verdacht für einen schwachen Blasenschliessmuskel vor, so wird ziemlich sicher eine Beckenbodenphysiotherapie für die Stärkung des Beckenbodens verordnet werden. Nur wenn von Anfang an ein klare Diagnose vorliegt, welche einen Eingriff rechtfertigt, wird bei einer vernünftigen Vorgehensweise eine operative Behandlung in Betracht gezogen werden. Neben der Aussicht auf Verbesserung birgt jede Operation auch das Risiko, dass sie nichts bringt oder gar zu einer Verschlechterung führt. Insofern würde ich für den Fall, dass die Situation nicht glasklar sein sollte, eine Zweitmeinung einholen. Der Eingriff ins Entleerungssystem ist deshalb heikel, weil die Steuerung der Entleerung sehr komplex ist. Es ist ein Zusammenspiel zwischen unbewusster (autonomer) und bewusster Nervensteuerung, welches auf einer nahezu perfekten Koordination beruht; aus meiner Sicht hat die Natur da keine gute Arbeit geleistet
. Insofern ist zum Beispiel die Implantation eines künstlichen Schliessmuskels nicht vergleichbar mit der Implantation eines künstlichen Hüftgelenks. Aber so weit bist Du zum Glück nicht...
Ich bin wie Matti und Michael kein Arzt, so dass die folgende Aussage mit Vorsicht zu geniessen ist. Wenn sich der Beckenboden so verspannt, dass Du den Tonus im Blasenschliessmuskel nicht aufrecht halten kannst, könnte es sein, dass Dein Beckenboden insgesamt verspannt ist. Für eine gute Kontrolle des Schliessmuskels ist es wichtig, dass Du diesen gut anspannen, aber auch gut entspannen kannst. Wenn schon im Ruhezustand eine erhöhte Anspannung im Beckenboden vorliegt, ist es schwieriger, auf Drang zu reagieren und im Extremfall den für die Kontrolle nötigen Tonus im Schliessmuskel zu erstellen (ähnlich wie ein Hochspringer mit gestrecktem Anlauf keine grosse Höhe überwinden kann...). Aus diesem Grund geht es in der Beckenbodenphysiotherapie nicht nur darum, den Beckenboden zu stärken, sondern auch darum, die bewusste Entspannung zu üben. Ich kenne das bei mir beim Stuhlgang, wo ich derzeit in einer ähnlichen Lage bin wie Du bei der Blase. Wenn ich unterwegs Stuhlgang spüre und in die Situation komme, dass sich mein Beckenboden vollständig verspannt, habe ich keine Chance mehr, den Verlust zu vermeiden (und ja, je näher die Toilette um so grösser das Problem...). Ich übe zwar jeden Abend vor dem Schlafengehen das An- und Entspannen, aber wegen meiner Gefühlsstörungen im Lumbosakralbereich geht das derzeit nicht berauschend gut. Da wir normalerweise nicht mehrmals am Tag Stuhldrang haben, habe ich die Situation derzeit aber recht gut im Griff...
Vielleicht helfen Dir kurzfristig die folgenden Tipps: Mir hat zu Beginn meiner Inkontinenz eine Physiotherapeutin, welche mich bei den Beckenbodenübungen begleitete, empfohlen, bei Harndrang 2-3 Mal kurz hintereinander den Beckenboden anzuspannen, dies können die Blase beruhigen. Bei mir hat's nichts gebracht, aber Du kannst es ja mal versuchen. Der zweite Tipp tönt vielleicht blöd, aber es ist keine Schande, sich bei drohendem Harnverlust mit Inkontinenzhilfsmitteln zu versorgen: Als ich einsah, dass ich gegen den Harnverlust nicht ankam, besorgte ich mir Pants, so dass ich im Notfall geschützt war. Das brauchte etwas Überwindung, aber schlussendlich war es eine grosse Erleichterung.
Zu guter Letzt möchte ich folgendes schreiben: Ich empfinde meine Harninkontinenz als unangenehm und muss sie ernst nehmen. Aber ich kann damit sehr gut leben. Vergiss wegen der Probleme die schönen Seiten des Lebens nicht!
Herzliche Grüsse
Martin
Ich möchte mich den Beiträgen von Matti und Michael anschliessen. Von allein verschwindet Dein Problem ziemlich sicher nicht, und wenn Du jetzt schon Harn verlierst, würde ich die Organisation einer urologische Untersuchung nicht hinauszögern. Wie oben geschrieben wurde, ist es wichtig, mögliche Ursachen für die Inkontinenz zu finden. Zudem wird in Deinem Stadium als erstes kein operativer Eingriff indiziert sein. Bei Verdacht auf Dranginkontinenz wird vermutlich versucht werden, die Blase mit Medikamenten zu beruhigen, allenfalls in Verbindung mit einem Toilettentraining und möglicherweise Beckenbodenphysiotherapie. Liegt der Verdacht für einen schwachen Blasenschliessmuskel vor, so wird ziemlich sicher eine Beckenbodenphysiotherapie für die Stärkung des Beckenbodens verordnet werden. Nur wenn von Anfang an ein klare Diagnose vorliegt, welche einen Eingriff rechtfertigt, wird bei einer vernünftigen Vorgehensweise eine operative Behandlung in Betracht gezogen werden. Neben der Aussicht auf Verbesserung birgt jede Operation auch das Risiko, dass sie nichts bringt oder gar zu einer Verschlechterung führt. Insofern würde ich für den Fall, dass die Situation nicht glasklar sein sollte, eine Zweitmeinung einholen. Der Eingriff ins Entleerungssystem ist deshalb heikel, weil die Steuerung der Entleerung sehr komplex ist. Es ist ein Zusammenspiel zwischen unbewusster (autonomer) und bewusster Nervensteuerung, welches auf einer nahezu perfekten Koordination beruht; aus meiner Sicht hat die Natur da keine gute Arbeit geleistet
Ich bin wie Matti und Michael kein Arzt, so dass die folgende Aussage mit Vorsicht zu geniessen ist. Wenn sich der Beckenboden so verspannt, dass Du den Tonus im Blasenschliessmuskel nicht aufrecht halten kannst, könnte es sein, dass Dein Beckenboden insgesamt verspannt ist. Für eine gute Kontrolle des Schliessmuskels ist es wichtig, dass Du diesen gut anspannen, aber auch gut entspannen kannst. Wenn schon im Ruhezustand eine erhöhte Anspannung im Beckenboden vorliegt, ist es schwieriger, auf Drang zu reagieren und im Extremfall den für die Kontrolle nötigen Tonus im Schliessmuskel zu erstellen (ähnlich wie ein Hochspringer mit gestrecktem Anlauf keine grosse Höhe überwinden kann...). Aus diesem Grund geht es in der Beckenbodenphysiotherapie nicht nur darum, den Beckenboden zu stärken, sondern auch darum, die bewusste Entspannung zu üben. Ich kenne das bei mir beim Stuhlgang, wo ich derzeit in einer ähnlichen Lage bin wie Du bei der Blase. Wenn ich unterwegs Stuhlgang spüre und in die Situation komme, dass sich mein Beckenboden vollständig verspannt, habe ich keine Chance mehr, den Verlust zu vermeiden (und ja, je näher die Toilette um so grösser das Problem...). Ich übe zwar jeden Abend vor dem Schlafengehen das An- und Entspannen, aber wegen meiner Gefühlsstörungen im Lumbosakralbereich geht das derzeit nicht berauschend gut. Da wir normalerweise nicht mehrmals am Tag Stuhldrang haben, habe ich die Situation derzeit aber recht gut im Griff...
Vielleicht helfen Dir kurzfristig die folgenden Tipps: Mir hat zu Beginn meiner Inkontinenz eine Physiotherapeutin, welche mich bei den Beckenbodenübungen begleitete, empfohlen, bei Harndrang 2-3 Mal kurz hintereinander den Beckenboden anzuspannen, dies können die Blase beruhigen. Bei mir hat's nichts gebracht, aber Du kannst es ja mal versuchen. Der zweite Tipp tönt vielleicht blöd, aber es ist keine Schande, sich bei drohendem Harnverlust mit Inkontinenzhilfsmitteln zu versorgen: Als ich einsah, dass ich gegen den Harnverlust nicht ankam, besorgte ich mir Pants, so dass ich im Notfall geschützt war. Das brauchte etwas Überwindung, aber schlussendlich war es eine grosse Erleichterung.
Zu guter Letzt möchte ich folgendes schreiben: Ich empfinde meine Harninkontinenz als unangenehm und muss sie ernst nehmen. Aber ich kann damit sehr gut leben. Vergiss wegen der Probleme die schönen Seiten des Lebens nicht!
Herzliche Grüsse
Martin
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9 Monate 1 Tag her #51594 von Matti
Matti antwortete auf Drang-Inkontinenz
Lieber Mich,
du bist keineswegs der Einzige, der die Möglichkeit eines künstlichen Schließmuskels als Therapie kennt und nutzt. Eines der aktivsten Themen hier im Forum, mit hunderten Beiträgen beschäftigt sich genau mit diesem Thema. Was sich jedoch wie ein roter Faden durch viele deiner Beiträge zieht, ist deineausschließlich persönliche Sichtweise, durch die du den Eindruck vermittelst, dass dies die einzig mögliche Behandlungsmethode sei.
Dabei gibt es zahlreiche unterschiedliche Ursachen für Inkontinenz sowie verschiedene Formen davon. Die meisten Betroffenen benötigen ganz unterschiedliche Therapieansätze, gerade weil Inkontinenz nicht gleich Inkontinenz ist.
So kann beispielsweise nach einer Prostataoperation der Haltemechanismus geschädigt sein, was aufgrund der operativen Entfernung des inneren Schließmuskels zu Harninkontinenz führt. In solchen Fällen kann die Implantation eines künstlichen Schließmuskels sinnvoll sein, da dieser den Verschlussmechanismus unterstützt und somit den Harnverlust ausgleicht.
Es gibt aber auch Patienten, die an anderen Inkontinenzarten leiden, wie etwa Dranginkontinenz oder Reflexinkontinenz. Charakteristisch für diese Formen ist ein starker Druckaufbau in der Blase. Würde man bei diesen Fällen einen künstlichen Schließmuskel einsetzen, könnte zwar unwillkürlicher Harnverlust verhindert werden, jedoch sucht sich der hohe Druck in der Blase andere Wege – meist über die Harnleiter, also die Verbindung zwischen Nieren und Blase. Das wäre absolut kontraproduktiv und gefährlich, da dadurch Nieren und Harnleiter schnell Schaden nehmen könnten.
Du bist schon lange hier im Forum aktiv, doch es scheint unmöglich, dich davon zu überzeugen, dass es eben nicht nur deine Inkontinenzform gibt, sondern viele verschiedene. Es existiert keine einzige Therapie – auch kein künstlicher Schließmuskel –, die für alle Inkontinenzarten gleichermaßen geeignet ist, weil Ursachen und Auswirkungen eben sehr unterschiedlich sind.
Ich kann es leider nicht anders erklären. Da es dir offensichtlich schwerfällt, dies nachzuvollziehen, werde ich weiterhin deine Beiträge kommentieren und korrigieren, wenn deine Informationen kontraproduktiv sind. Denn sie mögen zwar zu deinen persönlichen Erfahrungen und deiner speziellen Inkontinenzform passen, dürfen aber nicht allgemein gültig dargestellt werden und müssen die unterschiedlichen Formen von Inkontinenz berücksichtigen.
Gruß
Matti
du bist keineswegs der Einzige, der die Möglichkeit eines künstlichen Schließmuskels als Therapie kennt und nutzt. Eines der aktivsten Themen hier im Forum, mit hunderten Beiträgen beschäftigt sich genau mit diesem Thema. Was sich jedoch wie ein roter Faden durch viele deiner Beiträge zieht, ist deineausschließlich persönliche Sichtweise, durch die du den Eindruck vermittelst, dass dies die einzig mögliche Behandlungsmethode sei.
Dabei gibt es zahlreiche unterschiedliche Ursachen für Inkontinenz sowie verschiedene Formen davon. Die meisten Betroffenen benötigen ganz unterschiedliche Therapieansätze, gerade weil Inkontinenz nicht gleich Inkontinenz ist.
So kann beispielsweise nach einer Prostataoperation der Haltemechanismus geschädigt sein, was aufgrund der operativen Entfernung des inneren Schließmuskels zu Harninkontinenz führt. In solchen Fällen kann die Implantation eines künstlichen Schließmuskels sinnvoll sein, da dieser den Verschlussmechanismus unterstützt und somit den Harnverlust ausgleicht.
Es gibt aber auch Patienten, die an anderen Inkontinenzarten leiden, wie etwa Dranginkontinenz oder Reflexinkontinenz. Charakteristisch für diese Formen ist ein starker Druckaufbau in der Blase. Würde man bei diesen Fällen einen künstlichen Schließmuskel einsetzen, könnte zwar unwillkürlicher Harnverlust verhindert werden, jedoch sucht sich der hohe Druck in der Blase andere Wege – meist über die Harnleiter, also die Verbindung zwischen Nieren und Blase. Das wäre absolut kontraproduktiv und gefährlich, da dadurch Nieren und Harnleiter schnell Schaden nehmen könnten.
Du bist schon lange hier im Forum aktiv, doch es scheint unmöglich, dich davon zu überzeugen, dass es eben nicht nur deine Inkontinenzform gibt, sondern viele verschiedene. Es existiert keine einzige Therapie – auch kein künstlicher Schließmuskel –, die für alle Inkontinenzarten gleichermaßen geeignet ist, weil Ursachen und Auswirkungen eben sehr unterschiedlich sind.
Ich kann es leider nicht anders erklären. Da es dir offensichtlich schwerfällt, dies nachzuvollziehen, werde ich weiterhin deine Beiträge kommentieren und korrigieren, wenn deine Informationen kontraproduktiv sind. Denn sie mögen zwar zu deinen persönlichen Erfahrungen und deiner speziellen Inkontinenzform passen, dürfen aber nicht allgemein gültig dargestellt werden und müssen die unterschiedlichen Formen von Inkontinenz berücksichtigen.
Gruß
Matti
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9 Monate 1 Tag her #51596 von mich
mich antwortete auf Drang-Inkontinenz
Matti
Ich habe hier mit der Suchfunktion nach "künstlichen Schließmuskel" oder nach "HSE 800" gesucht und nichts gefunden. Könntest du mir bitte einen Tipp geben, wie ich zu solchen Beiträgen komme?
Mich
Ich habe hier mit der Suchfunktion nach "künstlichen Schließmuskel" oder nach "HSE 800" gesucht und nichts gefunden. Könntest du mir bitte einen Tipp geben, wie ich zu solchen Beiträgen komme?
Mich
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9 Monate 1 Tag her #51597 von MichaelDah
MichaelDah antwortete auf Drang-Inkontinenz
Hallo Namensvetter,
auch wenn das hier nicht wirklich hin passt: Am einfachsten geht das mit der Foren Suche... Schau mal hier:
www.inkontinenz-selbsthilfe.com/forum/su...%20800&childforums=1
Sonst kannst du natürlich auch auf unserer Seite einen Beitrag zu dem Thema finden:
www.inkontinenz-selbsthilfe.com/operative-behandlung
da einfach mal etwas nach unten scrollen...
Grüße
Michael
auch wenn das hier nicht wirklich hin passt: Am einfachsten geht das mit der Foren Suche... Schau mal hier:
www.inkontinenz-selbsthilfe.com/forum/su...%20800&childforums=1
Sonst kannst du natürlich auch auf unserer Seite einen Beitrag zu dem Thema finden:
www.inkontinenz-selbsthilfe.com/operative-behandlung
da einfach mal etwas nach unten scrollen...
Grüße
Michael
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9 Monate 21 Stunden her #51600 von mich
mich antwortete auf Drang-Inkontinenz
Matti
Warum kann ich dann das lesen?
"Der künstliche Schließmuskel ist eine elegante Lösung bei kompletter Harninkontinenz und kann bei fast jeder Form der Harninkontinenz eingebaut werden."
Mich
Warum kann ich dann das lesen?
"Der künstliche Schließmuskel ist eine elegante Lösung bei kompletter Harninkontinenz und kann bei fast jeder Form der Harninkontinenz eingebaut werden."
Mich
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9 Monate 19 Stunden her - 8 Monate 3 Wochen her #51601 von Matti
Matti antwortete auf Drang-Inkontinenz
Mich,
ich stimme dir zu, dass der Satz, den du zitiert hast und der auf unserer Webseite zu finden war, tatsächlich missverständlich formuliert war, vor allem wenn man diesen nicht im Kontext betrachtet. Ich habe den Text inzwischen überarbeitet. Danke für den Hinweis.
Dennoch sollten wir die Diskussion, die sich allmählich in eine Debatte darüber entwickelt, „wer im Recht ist“, nun beenden, da es sich hierbei ursprünglich um das Anliegen einer dritten Person handelt und das ursprüngliche Thema nicht die Fragen zu einem künstlichen Schließmuskel betraf.
Gruß
Matti
ich stimme dir zu, dass der Satz, den du zitiert hast und der auf unserer Webseite zu finden war, tatsächlich missverständlich formuliert war, vor allem wenn man diesen nicht im Kontext betrachtet. Ich habe den Text inzwischen überarbeitet. Danke für den Hinweis.
Dennoch sollten wir die Diskussion, die sich allmählich in eine Debatte darüber entwickelt, „wer im Recht ist“, nun beenden, da es sich hierbei ursprünglich um das Anliegen einer dritten Person handelt und das ursprüngliche Thema nicht die Fragen zu einem künstlichen Schließmuskel betraf.
Gruß
Matti
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- martinK
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9 Monate 7 Stunden her - 9 Monate 6 Stunden her #51608 von martinK
martinK antwortete auf Drang-Inkontinenz
Hallo zusammen
Michi, ich möchte hier etwas dazu schreiben, weil ich genau der Fall bin bei welchen ein künstlicher Schliessmuskel möglicherweise indiziert wäre, aber,…
1. Neben der fehlenden Kontrolle über den Schliessmuskel ist meine Blase überaktiv, und es besteht die Gefahr, dass bei einem geschlossenen Sphinkter zu Rückstau die Niere belastet. Dies insbesondere, weil ich wenig Harndrang spüre. Bei neurogenen Entleerungsstörungen wird deshalb der künstliche Schliessmuskel ausschliesslich für den Fall des hypoaktiven Sphinkters (unteraktiver Schliessmuskel) als Therapieoption empfohlen (siehe register.awmf.org/assets/guidelines/030-...oerungen_2020-06.pdf , Kapitel 4.4).
2. Auch wenn der Schliessmuskel eine Option für mich wäre, würde ich mir zuerst überlegen, ob so einem Ding für mich überhaupt in Frage kommt. Ich verstehe, dass Du damit sehr gut lebst, das ist super, und ich gönne Dir dies von Herzen. Doch ist diese Lösung, wie übrigens sehr viele andere Lösungen auch, eine reine Symptombekämpfung. Nicht jeder fühlt sich gleich wohl mit der Vorstellung, mit einem künstlichen Schliessmuskel zu existieren.
Ich habe die Option mit meiner Neurourologin besprochen, und beide Aspekte waren entscheidend dafür, dass in meinem Fall ein künstlicher Schliessmuskel nicht in Frage kommt.
Ich fände es schön, wenn Du dies in Deinen Beiträgen berücksichtigen würdest, dann wären sie nämlich sehr bereichernd für die Diskussion hier. So wie Du schreibst, kommen für mich Deine Aussagen ziemlich missionarisch rüber.
Im von Dir zitierten Artikel ( www.leading-medicine-guide.com/de/behand...blasenschliessmuskel ) steht am Ende
„ Goldstandard bei schwerer Belastungsinkontinenz ist der künstliche Schließmuskel (artifizieller Sphinkter). Er wird seit ca. 1980 in immer wieder modifizierter und verbesserter Form implantiert.“
Nun ist die Autorin dieses Threads weder schwer inkontinent noch ist klar, dass eine Belastungsinkontinenz vorliegt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in ihrem Fall im nächsten Schritt ein künstlicher Blasenschliessmuskel indiziert wäre. Erstens würde man es zuerst mit konservativen Therapien versuchen, und zweitens bräuchte es für eine Rechtfertigung des Eingriffs weitere Untersuchungen und eine Abschätzung von Benefit und Risiko. Nicht bei allen Betroffenen führt der Eingriff zu einer Verbesserung. Im von Dir erwähnten Artikel, der notabene den künstlichen Schliessmuskel propagiert, wird auf die Risiken hingewiesen.
Ebenfalls wird erwähnt, dass bis zu 95 % der Patienten mit künstlichem Harnblasenschliessmuskel zufrieden mit dem Resultat seien. Auf der einen Seite ist das eine schöne Quote, auf der anderen Seite sind die 5%, die unzufrieden sind, nicht zu vernachlässigen. Dies insbesondere, wenn man bedenkt, dass es klare Fälle gibt, wo der künstliche Schliessmuskel eindeutig indiziert ist, und Fälle, bei welchen eine alternative Behandlung möglicherweise zielführender gewesen wäre. Zudem stellt sich die Frage, wie es den 5% Unzufriedenen geht. Ist die Inkontinenz bloss nicht weniger geworden, oder haben sie wegen einer möglicherweise ungelungenen Operation gröbere gesundheitliche Probleme oder Schmerzen? Zudem, in einigen Fällen gibt es à priori gar keine bessere Alternative („Goldstandard“), und da werden die Betroffenen mit jeder Verbesserung happy sein, in anderen Fällen, wo die Situation weniger klar ist, wird die Beurteilung des Therapieerfolgs komplexer sein. Es gibt vermutlich einen guten Grund, weshalb der künstliche Schliessmuskel erst bei schwerer Inkontinenz in Betracht gezogen wird…
Denke doch mal darüber nach, wie Du den künstlichen Blasenschliessmuskel in diesem Forum in einem positiven Licht zeigen kannst, ohne dabei bei Anderen, welche die Blasenentleerungsstörungen ganzheitlicher betrachten, Kopfschütteln auszulösen. Wenn Du es hinkriegst, das Ganze differenzierter zu betrachten, werden Deine Beiträge sehr wertvoll, weil Du einen wichtigen Aspekt der Inkontinenzbehandlung abdeckst ohne dabei unglaubhaft zu wirken.
Herzliche Grüsse
Martin
Michi, ich möchte hier etwas dazu schreiben, weil ich genau der Fall bin bei welchen ein künstlicher Schliessmuskel möglicherweise indiziert wäre, aber,…
1. Neben der fehlenden Kontrolle über den Schliessmuskel ist meine Blase überaktiv, und es besteht die Gefahr, dass bei einem geschlossenen Sphinkter zu Rückstau die Niere belastet. Dies insbesondere, weil ich wenig Harndrang spüre. Bei neurogenen Entleerungsstörungen wird deshalb der künstliche Schliessmuskel ausschliesslich für den Fall des hypoaktiven Sphinkters (unteraktiver Schliessmuskel) als Therapieoption empfohlen (siehe register.awmf.org/assets/guidelines/030-...oerungen_2020-06.pdf , Kapitel 4.4).
2. Auch wenn der Schliessmuskel eine Option für mich wäre, würde ich mir zuerst überlegen, ob so einem Ding für mich überhaupt in Frage kommt. Ich verstehe, dass Du damit sehr gut lebst, das ist super, und ich gönne Dir dies von Herzen. Doch ist diese Lösung, wie übrigens sehr viele andere Lösungen auch, eine reine Symptombekämpfung. Nicht jeder fühlt sich gleich wohl mit der Vorstellung, mit einem künstlichen Schliessmuskel zu existieren.
Ich habe die Option mit meiner Neurourologin besprochen, und beide Aspekte waren entscheidend dafür, dass in meinem Fall ein künstlicher Schliessmuskel nicht in Frage kommt.
Ich fände es schön, wenn Du dies in Deinen Beiträgen berücksichtigen würdest, dann wären sie nämlich sehr bereichernd für die Diskussion hier. So wie Du schreibst, kommen für mich Deine Aussagen ziemlich missionarisch rüber.
Im von Dir zitierten Artikel ( www.leading-medicine-guide.com/de/behand...blasenschliessmuskel ) steht am Ende
„ Goldstandard bei schwerer Belastungsinkontinenz ist der künstliche Schließmuskel (artifizieller Sphinkter). Er wird seit ca. 1980 in immer wieder modifizierter und verbesserter Form implantiert.“
Nun ist die Autorin dieses Threads weder schwer inkontinent noch ist klar, dass eine Belastungsinkontinenz vorliegt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in ihrem Fall im nächsten Schritt ein künstlicher Blasenschliessmuskel indiziert wäre. Erstens würde man es zuerst mit konservativen Therapien versuchen, und zweitens bräuchte es für eine Rechtfertigung des Eingriffs weitere Untersuchungen und eine Abschätzung von Benefit und Risiko. Nicht bei allen Betroffenen führt der Eingriff zu einer Verbesserung. Im von Dir erwähnten Artikel, der notabene den künstlichen Schliessmuskel propagiert, wird auf die Risiken hingewiesen.
Ebenfalls wird erwähnt, dass bis zu 95 % der Patienten mit künstlichem Harnblasenschliessmuskel zufrieden mit dem Resultat seien. Auf der einen Seite ist das eine schöne Quote, auf der anderen Seite sind die 5%, die unzufrieden sind, nicht zu vernachlässigen. Dies insbesondere, wenn man bedenkt, dass es klare Fälle gibt, wo der künstliche Schliessmuskel eindeutig indiziert ist, und Fälle, bei welchen eine alternative Behandlung möglicherweise zielführender gewesen wäre. Zudem stellt sich die Frage, wie es den 5% Unzufriedenen geht. Ist die Inkontinenz bloss nicht weniger geworden, oder haben sie wegen einer möglicherweise ungelungenen Operation gröbere gesundheitliche Probleme oder Schmerzen? Zudem, in einigen Fällen gibt es à priori gar keine bessere Alternative („Goldstandard“), und da werden die Betroffenen mit jeder Verbesserung happy sein, in anderen Fällen, wo die Situation weniger klar ist, wird die Beurteilung des Therapieerfolgs komplexer sein. Es gibt vermutlich einen guten Grund, weshalb der künstliche Schliessmuskel erst bei schwerer Inkontinenz in Betracht gezogen wird…
Denke doch mal darüber nach, wie Du den künstlichen Blasenschliessmuskel in diesem Forum in einem positiven Licht zeigen kannst, ohne dabei bei Anderen, welche die Blasenentleerungsstörungen ganzheitlicher betrachten, Kopfschütteln auszulösen. Wenn Du es hinkriegst, das Ganze differenzierter zu betrachten, werden Deine Beiträge sehr wertvoll, weil Du einen wichtigen Aspekt der Inkontinenzbehandlung abdeckst ohne dabei unglaubhaft zu wirken.
Herzliche Grüsse
Martin
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- Helmut 60
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8 Monate 3 Wochen her - 8 Monate 3 Wochen her #51633 von Helmut 60
Helmut 60 antwortete auf Drang-Inkontinenz
Liebes "ratlose Weib",
1. lass dich nicht erschrecken! Zunächst: Kontinenzprobleme sind nichts seltenes oder ungewöhnliches. Mein Arzt sagte mir (M, 64J.), als ich mit meiner kombinierten Tröpfel- und Dranginkontinenz bei ihm vorstellig wurde, dass in seiner Praxis in meiner Altersgruppe Ü60 ca 15% der Patienten (+ einige, die das nie zugeben würden, wo er aber davon wusste) von irgendeiner Art von Kontinenzproblemen betroffen seien - man ist sicher nicht alleine damit!
2. Inkontinenz ist keine eigene Krankheit, sondern in der Regel ein Symptom irgendeines anderen Problems - organisch, neurologisch, psychisch, was auch immer. Von daher wird es seltenst so sein, dass du zum Arzt gehst, einfach ein Medikament verordnest bekommst welches du einnimmst uns in Kürze ist das Problem dauerhaft und komplett gelöst.
3. Es braucht Zeit. Zeit, um eine korrekte Diagnose zu bekommen, oft über mehrere Ärzte/Disziplinen, Zeit, dann eine mögliche effektive Therapie zu finden, die maximal hilft. Rechne auch damit, dass oftmals zunächst auch nur eine Linderung der Inkontinenz möglich ist und nicht direkt eine komplette Heilung!
4. Gerade mit einer Dranginkontinenz: setze dich mit dem Gedanken auseinander, wie du damit umgehen möchtest, bis eine Lösung gefunden wurde; willst du dein Leben nach deiner (oft umkalkulierbaren) Blase ausrichten, dich kaum noch von zu Hause und dem Badezimmer zu entfernen, bei jeder Aktivität fragen, wie weit es bis zur nächsten Toilette ist, ob und wie du überhaupt bestimmte Dinge noch tun kannst oder aber ob du bereit bist, dich mit dem Thema "aufsaugende Inkontinenzhilfen" und deren Anwendung zu beschäftigen und auseinanderzusetzen und zu akzeptieren, dass es keine Schande ist, diese zu verwenden (und zu benutzen), um dein ganz normales Leben weiterlaufen lassen zu können!
Dein nächster Schritt sollte also auf jeden Fall sein, zunächst zum Arzt deines Vertrauens (Hausarzt oder Gynäkologin) zu gehen und dort offen und ehrlich über deine Probleme zu sprechen. Dann wird es schon weitergehen! Mit Sicherheit wird garantiert nicht direkt ein Schließmuskelimplantat als Lösung empfohlen, wahrscheinlicher kommt es bei einer Dranginkontinenz - neben Untersuchungen - im ersten Schritt zu einer Medikation mit Mitteln, die den Harndrang dämpfen sollen.
Nur Mut und immer positiv denken, selbst im schlimmsten Fall ist ein schönes, erfülltes Leben auch mit einer Harninkontinenz dank existierender guter Hilfsmittel ohne weiteres möglich!
Alles Gute - Helmut
1. lass dich nicht erschrecken! Zunächst: Kontinenzprobleme sind nichts seltenes oder ungewöhnliches. Mein Arzt sagte mir (M, 64J.), als ich mit meiner kombinierten Tröpfel- und Dranginkontinenz bei ihm vorstellig wurde, dass in seiner Praxis in meiner Altersgruppe Ü60 ca 15% der Patienten (+ einige, die das nie zugeben würden, wo er aber davon wusste) von irgendeiner Art von Kontinenzproblemen betroffen seien - man ist sicher nicht alleine damit!
2. Inkontinenz ist keine eigene Krankheit, sondern in der Regel ein Symptom irgendeines anderen Problems - organisch, neurologisch, psychisch, was auch immer. Von daher wird es seltenst so sein, dass du zum Arzt gehst, einfach ein Medikament verordnest bekommst welches du einnimmst uns in Kürze ist das Problem dauerhaft und komplett gelöst.
3. Es braucht Zeit. Zeit, um eine korrekte Diagnose zu bekommen, oft über mehrere Ärzte/Disziplinen, Zeit, dann eine mögliche effektive Therapie zu finden, die maximal hilft. Rechne auch damit, dass oftmals zunächst auch nur eine Linderung der Inkontinenz möglich ist und nicht direkt eine komplette Heilung!
4. Gerade mit einer Dranginkontinenz: setze dich mit dem Gedanken auseinander, wie du damit umgehen möchtest, bis eine Lösung gefunden wurde; willst du dein Leben nach deiner (oft umkalkulierbaren) Blase ausrichten, dich kaum noch von zu Hause und dem Badezimmer zu entfernen, bei jeder Aktivität fragen, wie weit es bis zur nächsten Toilette ist, ob und wie du überhaupt bestimmte Dinge noch tun kannst oder aber ob du bereit bist, dich mit dem Thema "aufsaugende Inkontinenzhilfen" und deren Anwendung zu beschäftigen und auseinanderzusetzen und zu akzeptieren, dass es keine Schande ist, diese zu verwenden (und zu benutzen), um dein ganz normales Leben weiterlaufen lassen zu können!
Dein nächster Schritt sollte also auf jeden Fall sein, zunächst zum Arzt deines Vertrauens (Hausarzt oder Gynäkologin) zu gehen und dort offen und ehrlich über deine Probleme zu sprechen. Dann wird es schon weitergehen! Mit Sicherheit wird garantiert nicht direkt ein Schließmuskelimplantat als Lösung empfohlen, wahrscheinlicher kommt es bei einer Dranginkontinenz - neben Untersuchungen - im ersten Schritt zu einer Medikation mit Mitteln, die den Harndrang dämpfen sollen.
Nur Mut und immer positiv denken, selbst im schlimmsten Fall ist ein schönes, erfülltes Leben auch mit einer Harninkontinenz dank existierender guter Hilfsmittel ohne weiteres möglich!
Alles Gute - Helmut
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