Frage Kiesel sagt Hallo
- Kiesel_Stein
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3 Wochen 3 Tage her #53684 von Kiesel_Stein
Kiesel sagt Hallo wurde erstellt von Kiesel_Stein
Hallo zusammen!
Nachdem ich mich schon in den ersten Thread gemogelt habe, möchte ich mich noch kurz vorstellen
Ich bin Kiesel, in meinen 40ern und lebe seit meiner Kindheit mit einer kombinierten Drang- und Belastungsinkontinenz. Seit ca. 4 Wochen beschäftige ich mich intensiver damit als zuvor, da ich zunehmend mit meiner Hilfsmittelversorgung unzufrieden war.
Die Frage, warum ich erst seit vier Wochen ein Rezept für Hilfsmittel besitze, lässt sich einfach erklären. In meiner Kindheit wurden keine organischen Ursachen gefunden. Dies führte dazu, dass mein Verhalten als Trotz, Faulheit oder bewusste Entscheidung missinterpretiert, und sanktioniert, wurde. Ich habe mir dann lange (zu lange!) mit Provisorien oder mit Produkten aus der Drogerie geholfen. Jetzt möchte ich einfach nicht mehr so gestresst durchs Leben laufen - den Einkauf abbrechen, weil keine Toilette in der Nähe ist. Geschwitzt & genervt durchs Einkaufszentrum rennen, damit ich die Toilette noch erreiche. Danach ist die Laune im Keller
Beim Urologen war ich zuletzt vor 9 Jahren. Eine Beratung zu Hilfsmitteln fand hier garnicht statt - Tabletten und tschüss.
Auf meiner Suche nach Alternativen bin ich auf die einschlägigen Seiten gestoßen und habe mir zunächst verschiedene Muster schicken lassen. Dann Einlagen auf eigene Kosten gekauft. Schließlich bin ich darauf gestoßen, dass ich mit einer Diagnose auch ein Rezept bekommen kann. Mein Hausarzt kennt mich zum Glück schon sehr lange und war sehr verständnisvoll.
Tja und jetzt bin ich hier und bin auf Erfahrungen & Austausch gespannt!
Liebe Grüße, Kiesel
Nachdem ich mich schon in den ersten Thread gemogelt habe, möchte ich mich noch kurz vorstellen
Ich bin Kiesel, in meinen 40ern und lebe seit meiner Kindheit mit einer kombinierten Drang- und Belastungsinkontinenz. Seit ca. 4 Wochen beschäftige ich mich intensiver damit als zuvor, da ich zunehmend mit meiner Hilfsmittelversorgung unzufrieden war.
Die Frage, warum ich erst seit vier Wochen ein Rezept für Hilfsmittel besitze, lässt sich einfach erklären. In meiner Kindheit wurden keine organischen Ursachen gefunden. Dies führte dazu, dass mein Verhalten als Trotz, Faulheit oder bewusste Entscheidung missinterpretiert, und sanktioniert, wurde. Ich habe mir dann lange (zu lange!) mit Provisorien oder mit Produkten aus der Drogerie geholfen. Jetzt möchte ich einfach nicht mehr so gestresst durchs Leben laufen - den Einkauf abbrechen, weil keine Toilette in der Nähe ist. Geschwitzt & genervt durchs Einkaufszentrum rennen, damit ich die Toilette noch erreiche. Danach ist die Laune im Keller
Beim Urologen war ich zuletzt vor 9 Jahren. Eine Beratung zu Hilfsmitteln fand hier garnicht statt - Tabletten und tschüss.
Auf meiner Suche nach Alternativen bin ich auf die einschlägigen Seiten gestoßen und habe mir zunächst verschiedene Muster schicken lassen. Dann Einlagen auf eigene Kosten gekauft. Schließlich bin ich darauf gestoßen, dass ich mit einer Diagnose auch ein Rezept bekommen kann. Mein Hausarzt kennt mich zum Glück schon sehr lange und war sehr verständnisvoll.
Tja und jetzt bin ich hier und bin auf Erfahrungen & Austausch gespannt!
Liebe Grüße, Kiesel
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- mich
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3 Wochen 2 Tage her #53687 von mich
mich antwortete auf Kiesel sagt Hallo
Hallo Kiesel
Als ich nach OP schwer Inkontinent war habe ich mir vom Urologen ein Rezept ausstellen lassen, dort stand nur "aufsaugende Hilfsmittel" und bin damit in ein Sanitätshaus gegangen. Es wurde mir ein Hausbesuch vorgeschlagen und es kam eine Mitarbeiterin zu mir mit einer Tasche voll verschiedener Hilfsmittel. Sie hatte sogar Urinalkondome dabei und sie bei mir angepasst. Ich war damit fast 2 Jahre sehr zufrieden damit.
Michael
Als ich nach OP schwer Inkontinent war habe ich mir vom Urologen ein Rezept ausstellen lassen, dort stand nur "aufsaugende Hilfsmittel" und bin damit in ein Sanitätshaus gegangen. Es wurde mir ein Hausbesuch vorgeschlagen und es kam eine Mitarbeiterin zu mir mit einer Tasche voll verschiedener Hilfsmittel. Sie hatte sogar Urinalkondome dabei und sie bei mir angepasst. Ich war damit fast 2 Jahre sehr zufrieden damit.
Michael
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3 Wochen 2 Tage her #53688 von Helmut 60
Helmut 60 antwortete auf Kiesel sagt Hallo
Hallo Kiesel,
herzlichen willkommen im Forum - schön dass du den Weg hierhin gefunden hast! Ich kopiere mal eben etwas über mich aus einem anderen Thread heraus:
Ich (M, 65J) lebe seit nunmehr fast 4 Jahren mit einer kombinierten Tröpfel- und Dranginkontinenz. Harndrang habe ich im Schnitt 10-15 mal am Tag, 5 mal in der Nacht - ziemlich unabhängig vom Füllstand der Blase, ob mit oder ohne Anlass und dann sehr dringend und mit sehr geringem Zeitrahmen bis es ggf. zu einem schmerzhaften Krampf kommt, bei dem nichts mehr aufzuhalten ist. Entleerungsstörung habe ich nicht, die Blase läuft auch oft genug komplett leer.
Auch ich kann nicht ohne Schutz ein vernünftiges Leben führen. OK, wenn ein Drang kommt und ich bin nahe an einer Toilette, nutze ich sie auch (für's große Geschäft sowieso - hier habe ich keinerlei Probleme). Wenn nicht, benutze ich einfach mein Hilfsmittel.
Tagsüber verwende ich in der Regel Attends Flex Hüftgurtwindeln, es reichen normalerweise zwei Stück über den Tag. Nachts nehme ich einen Tena Proskin Slip Maxi, der nimmt zuverlässig alles ohne Leckage bis zum Aufstehen auf. Auch tagsüber sind Undichtigkeiten meiner Windel äußerst selten - ich kenne die Produkte gut und kann gut einschätzen, wann es Zeit zum Wechsel ist und zudem sind meine Miktionsmengen nicht so riesengroß, das können Windeln sehr gut verkraften. Für sportliche Aktivitäten oder wenn ich einfach mal "leicht" rumlaufen möchte, nehme ich eine Tena Men Premium Pant; die sind hauptsächlich vorne und nicht zwischen den Beinen gepolstert und fühlen sich eher an (und sehen aus) wie eine Unterhose; reicht mir für bis zu 4 Stunden.
Trinken tue ich ganz normal, also so 1,5 - 2 l (hauptsächlich Wasser) verteilt am Tag. Natürlich morgens und nach dem Essen Espresso, am Abend auch ab und an etwas Wein - wenn man schon da wohnt, wo so ein hervorragender Tropfen wächst und gekeltert wird, muss man das auch nutzen!
Ich habe mir schon relativ früh abgewöhnt, mich wegen meiner Blase zu stressen. Ich wollte schon seit Beginn meiner Inkontinenz keinesfalls mein Leben von ihr diktieren lassen und mich bzw. meine Aktivitäten nicht um das stete Vorhandensein von erreichbaren Toiletten richten zu wollen. Ich habe Hilfsmittel gesucht (und gefunden), die mir komfortabel und diskret sitzen, sich auch nach mehrmaliger Benutzung noch größtenteils trocken und angenehm anfühlen und mit ausreichender Aufnahmefähigkeit, um mein gewohntes Leben mit allen Aktivitäten, die ich auch vorher hatte, nahezu ohne Einschränkung weiterführen zu können. Und das geht und funktioniert einwandfrei für mich!
Auch ich hatte zu Beginn meiner Inko vom Arzt ein Dauerrezept zur "Versorgung mit aufsaugenden Hilfsmitteln" bekommen und mich damit an mehrere (Online-)Versender gewandt. Nach der obligatorischen telefonischen "Beratung", in der es insbesondere um Stärke und Häufigkeit meiner Miktionen ging, bekam ich eine Box mit Mustern verschiedener Art (Vorlagen, Windeln) zugesendet - einige (unzureichende) ohne Zuzahlung, andere, bessere Produkte mit Zuzahlung. Als ich dann feststellen musste, dass die Zuzahlung mit Rezept bei den besseren Produkten höher war als wenn ich exakt das gleiche Produkt einfach selber beim günstigsten Online-Anbieter ohne Rezept beziehe, und ich keine einfache Möglichkeit habe, an gute, komfortable, saugfähige und diskrete Windeln ohne Zuzahlung zu kommen, beschloss ich, mich einfach selber zu versorgen - was mich persönlich letztlich auch nicht arm macht, meine Inkontinenzversorgung kostet mich monatlich zwischen 60 und 70 Euro und ich habe in meinem früheren Leben schon erheblich höhere Summen für wesentlich blödsinnigere Dinge (z.B. Tabakwaren) ausgegeben...
Vom Preis/Leistungsverhältnis sind Drogerie/Supermarktprodukte eher schlecht. Du bekommst Windeln mit wesentlich höherer Saugleistung - insbesondere wenn du Online-Shops wählst - preiswerter. Ich bezahle z.B. für meine Attends Flex 73 ct./Stück, für die Tena Slip Proskin Maxi 70 ct./Stück - und die nehmen die 5-fache Flüssigkeitsmenge auf wie Drogeriemarkt-Standard-Pants.
Pants empfinde ich als extrem unpraktisch - merkst du spätestens, wenn du irgendwann unterwegs mal wechseln musst und nur eine nicht ganz saubere öffentlich Toilette aufsuchen kannst wo der Boden nass und schmutzig ist, du aber zum Anziehen einer neuen Pant erst die Jeans ausziehen musst, die du aber nur ausziehen kannst, wenn du die Schuhe ausziehst, und dann versuchst, mit einem Bein in den offenen Schuhe zu balancieren, um das andere Hosenbein auszufädeln, ohne mit den Socken auf den nassen, dreckigen Boden zu kommen...
Ich habe so 3 - 4 Monate gebraucht, bis ich durch "trial and error" die Art und Marken der Hilfsmittel gefunden habe, die mir perfekt, komfortabel und diskret sitzen und auf die ich mich verlassen kann - und ich denke, da musst auch du durch. Was für mich perfekt sitzt und optimal ist, kann für dich mittelmäßig und für den nächsten eine Katastrophe sein - und umgekehrt genauso. Aber wenn du unsicher bist, stell ruhig deine Fragen hier im Forum - jeder teilt gerne seien Erfahrungen und Überlegungen!
Viele Grüße
Helmut
herzlichen willkommen im Forum - schön dass du den Weg hierhin gefunden hast! Ich kopiere mal eben etwas über mich aus einem anderen Thread heraus:
Ich (M, 65J) lebe seit nunmehr fast 4 Jahren mit einer kombinierten Tröpfel- und Dranginkontinenz. Harndrang habe ich im Schnitt 10-15 mal am Tag, 5 mal in der Nacht - ziemlich unabhängig vom Füllstand der Blase, ob mit oder ohne Anlass und dann sehr dringend und mit sehr geringem Zeitrahmen bis es ggf. zu einem schmerzhaften Krampf kommt, bei dem nichts mehr aufzuhalten ist. Entleerungsstörung habe ich nicht, die Blase läuft auch oft genug komplett leer.
Auch ich kann nicht ohne Schutz ein vernünftiges Leben führen. OK, wenn ein Drang kommt und ich bin nahe an einer Toilette, nutze ich sie auch (für's große Geschäft sowieso - hier habe ich keinerlei Probleme). Wenn nicht, benutze ich einfach mein Hilfsmittel.
Tagsüber verwende ich in der Regel Attends Flex Hüftgurtwindeln, es reichen normalerweise zwei Stück über den Tag. Nachts nehme ich einen Tena Proskin Slip Maxi, der nimmt zuverlässig alles ohne Leckage bis zum Aufstehen auf. Auch tagsüber sind Undichtigkeiten meiner Windel äußerst selten - ich kenne die Produkte gut und kann gut einschätzen, wann es Zeit zum Wechsel ist und zudem sind meine Miktionsmengen nicht so riesengroß, das können Windeln sehr gut verkraften. Für sportliche Aktivitäten oder wenn ich einfach mal "leicht" rumlaufen möchte, nehme ich eine Tena Men Premium Pant; die sind hauptsächlich vorne und nicht zwischen den Beinen gepolstert und fühlen sich eher an (und sehen aus) wie eine Unterhose; reicht mir für bis zu 4 Stunden.
Trinken tue ich ganz normal, also so 1,5 - 2 l (hauptsächlich Wasser) verteilt am Tag. Natürlich morgens und nach dem Essen Espresso, am Abend auch ab und an etwas Wein - wenn man schon da wohnt, wo so ein hervorragender Tropfen wächst und gekeltert wird, muss man das auch nutzen!
Ich habe mir schon relativ früh abgewöhnt, mich wegen meiner Blase zu stressen. Ich wollte schon seit Beginn meiner Inkontinenz keinesfalls mein Leben von ihr diktieren lassen und mich bzw. meine Aktivitäten nicht um das stete Vorhandensein von erreichbaren Toiletten richten zu wollen. Ich habe Hilfsmittel gesucht (und gefunden), die mir komfortabel und diskret sitzen, sich auch nach mehrmaliger Benutzung noch größtenteils trocken und angenehm anfühlen und mit ausreichender Aufnahmefähigkeit, um mein gewohntes Leben mit allen Aktivitäten, die ich auch vorher hatte, nahezu ohne Einschränkung weiterführen zu können. Und das geht und funktioniert einwandfrei für mich!
Auch ich hatte zu Beginn meiner Inko vom Arzt ein Dauerrezept zur "Versorgung mit aufsaugenden Hilfsmitteln" bekommen und mich damit an mehrere (Online-)Versender gewandt. Nach der obligatorischen telefonischen "Beratung", in der es insbesondere um Stärke und Häufigkeit meiner Miktionen ging, bekam ich eine Box mit Mustern verschiedener Art (Vorlagen, Windeln) zugesendet - einige (unzureichende) ohne Zuzahlung, andere, bessere Produkte mit Zuzahlung. Als ich dann feststellen musste, dass die Zuzahlung mit Rezept bei den besseren Produkten höher war als wenn ich exakt das gleiche Produkt einfach selber beim günstigsten Online-Anbieter ohne Rezept beziehe, und ich keine einfache Möglichkeit habe, an gute, komfortable, saugfähige und diskrete Windeln ohne Zuzahlung zu kommen, beschloss ich, mich einfach selber zu versorgen - was mich persönlich letztlich auch nicht arm macht, meine Inkontinenzversorgung kostet mich monatlich zwischen 60 und 70 Euro und ich habe in meinem früheren Leben schon erheblich höhere Summen für wesentlich blödsinnigere Dinge (z.B. Tabakwaren) ausgegeben...
Vom Preis/Leistungsverhältnis sind Drogerie/Supermarktprodukte eher schlecht. Du bekommst Windeln mit wesentlich höherer Saugleistung - insbesondere wenn du Online-Shops wählst - preiswerter. Ich bezahle z.B. für meine Attends Flex 73 ct./Stück, für die Tena Slip Proskin Maxi 70 ct./Stück - und die nehmen die 5-fache Flüssigkeitsmenge auf wie Drogeriemarkt-Standard-Pants.
Pants empfinde ich als extrem unpraktisch - merkst du spätestens, wenn du irgendwann unterwegs mal wechseln musst und nur eine nicht ganz saubere öffentlich Toilette aufsuchen kannst wo der Boden nass und schmutzig ist, du aber zum Anziehen einer neuen Pant erst die Jeans ausziehen musst, die du aber nur ausziehen kannst, wenn du die Schuhe ausziehst, und dann versuchst, mit einem Bein in den offenen Schuhe zu balancieren, um das andere Hosenbein auszufädeln, ohne mit den Socken auf den nassen, dreckigen Boden zu kommen...
Ich habe so 3 - 4 Monate gebraucht, bis ich durch "trial and error" die Art und Marken der Hilfsmittel gefunden habe, die mir perfekt, komfortabel und diskret sitzen und auf die ich mich verlassen kann - und ich denke, da musst auch du durch. Was für mich perfekt sitzt und optimal ist, kann für dich mittelmäßig und für den nächsten eine Katastrophe sein - und umgekehrt genauso. Aber wenn du unsicher bist, stell ruhig deine Fragen hier im Forum - jeder teilt gerne seien Erfahrungen und Überlegungen!
Viele Grüße
Helmut
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3 Wochen 2 Tage her - 3 Wochen 2 Tage her #53690 von Inkontinenz Selbsthilfe e.V.
Inkontinenz Selbsthilfe e.V. antwortete auf Kiesel sagt Hallo
Wofür die Inkontinenz Selbsthilfe e.V. steht
Wir möchten an dieser Stelle noch einmal grundsätzlich klarstellen, wofür die Inkontinenz Selbsthilfe e.V. steht und welches gemeinsame Ziel uns als Verein leitet.
Als Selbsthilfeverein setzen wir uns – getragen und hoffentlich auch weiterhin gemeinsam von unseren Mitgliedern – seit Jahrzehnten dafür ein, dass Betroffene die Hilfsmittel erhalten, die ihnen gesetzlich zustehen: bedarfsgerecht, qualitativ hochwertig und ohne unnötige finanzielle Belastung. Dieses Ziel ist für uns zwingend und bildet die Grundlage unseres Engagements.
Die gesetzliche Versorgung muss dem Sachleistungsprinzip folgen. Das bedeutet: Wer auf Hilfsmittel angewiesen ist, hat Anspruch darauf, diese im notwendigen Umfang und in angemessener Qualität ohne ungerechtfertigte wirtschaftliche Aufzahlungen zu erhalten. Forderungen nach überhöhten Zuzahlungen oder das Verweigern bedarfsgerechter Versorgung widersprechen klar der deutschen Gesetzgebung.
Um das zu verdeutlichen, ein bildliches Beispiel:
Niemand würde akzeptieren, wenn die Krankenkasse bei einer notwendigen Operation sagt: „Wir zahlen nur das Billigste, alles andere müssen Sie privat draufzahlen – oder Sie besorgen sich die Operation einfach komplett selbst.“ Ebenso wenig würde man hinnehmen, dass ein Kind in der Schule nur ein halbes Buch bekommt und für die andere Hälfte privat zahlen soll, weil die Schule angeblich genug getan hat. Im Alltag würden wir uns solche offensichtlichen Gesetzesverstöße nicht gefallen lassen – und genauso wenig sollten wir das bei der Inkontinenzversorgung tun.
Gerade aktuell stehen wir als Betroffene vor neuen Herausforderungen: Eine Expertenkommission der Bundesregierung hat Gesetzesänderungen vorgeschlagen, die eine deutliche Verschlechterung der Hilfsmittelversorgung bedeuten würden. Die Inkontinenz Selbsthilfe e.V. engagiert sich mit sehr viel Zeit, Energie und Fachwissen dafür, das Schlechteste für die Betroffenen abzuwenden und ihre Rechte zu verteidigen. Vielen ist vielleicht gar nicht bewusst, wie viel Einsatz und Engagement hier gerade im Hintergrund geleistet wird.
Uns ist bewusst, dass sich einzelne Betroffene im konkreten Fall für den Selbstkauf entscheiden, wenn die gesetzliche Versorgung nicht ausreicht. Das ist im Einzelfall nachvollziehbar und niemandem vorzuwerfen.
Es darf jedoch nicht dazu führen, dass der Selbstkauf als generelle Lösung oder gar als Empfehlung ausgesprochen wird. Solche scheinbar einfachen Auswege entlasten vor allem den Gesetzgeber und die Krankenkassen (GKV), weil dadurch Probleme in der Versorgung nicht sichtbar werden. Wenn viele Betroffene sich still privat versorgen, entsteht nach außen der Eindruck, es gäbe kaum oder gar keine Schwierigkeiten – und die eigentlichen Versorgungsdefizite bleiben verborgen. So können Leistungsträger und Gesetzgeber behaupten, „alles läuft problemlos“, obwohl die Realität anders aussieht.
Unser Ziel ist es, als starke Gemeinschaft Missstände sichtbar zu machen und für eine gerechte Versorgung einzutreten. Damit echte Verbesserungen möglich werden, ist es wichtig, dass wir den Selbstkauf nicht als normale oder empfohlene Lösung darstellen. Wir laden alle Mitglieder ein, unser gemeinsames Ziel zu unterstützen und sich weiterhin für Transparenz und eine gesetzeskonforme Versorgung einzusetzen.
Abschließend möchten wir betonen, dass wir es selbstverständlich nicht verhindern können, wenn sich einzelne Betroffene selbst versorgen. Wir bitten jedoch darum, den Selbstkauf zukünftig nicht mehr als Empfehlung darzustellen, da dies fundamental unserer Zielsetzung als Verein widerspricht – gerade in einer Zeit, in der unser gemeinsames Engagement wichtiger ist denn je.
Wir möchten an dieser Stelle noch einmal grundsätzlich klarstellen, wofür die Inkontinenz Selbsthilfe e.V. steht und welches gemeinsame Ziel uns als Verein leitet.
Als Selbsthilfeverein setzen wir uns – getragen und hoffentlich auch weiterhin gemeinsam von unseren Mitgliedern – seit Jahrzehnten dafür ein, dass Betroffene die Hilfsmittel erhalten, die ihnen gesetzlich zustehen: bedarfsgerecht, qualitativ hochwertig und ohne unnötige finanzielle Belastung. Dieses Ziel ist für uns zwingend und bildet die Grundlage unseres Engagements.
Die gesetzliche Versorgung muss dem Sachleistungsprinzip folgen. Das bedeutet: Wer auf Hilfsmittel angewiesen ist, hat Anspruch darauf, diese im notwendigen Umfang und in angemessener Qualität ohne ungerechtfertigte wirtschaftliche Aufzahlungen zu erhalten. Forderungen nach überhöhten Zuzahlungen oder das Verweigern bedarfsgerechter Versorgung widersprechen klar der deutschen Gesetzgebung.
Um das zu verdeutlichen, ein bildliches Beispiel:
Niemand würde akzeptieren, wenn die Krankenkasse bei einer notwendigen Operation sagt: „Wir zahlen nur das Billigste, alles andere müssen Sie privat draufzahlen – oder Sie besorgen sich die Operation einfach komplett selbst.“ Ebenso wenig würde man hinnehmen, dass ein Kind in der Schule nur ein halbes Buch bekommt und für die andere Hälfte privat zahlen soll, weil die Schule angeblich genug getan hat. Im Alltag würden wir uns solche offensichtlichen Gesetzesverstöße nicht gefallen lassen – und genauso wenig sollten wir das bei der Inkontinenzversorgung tun.
Gerade aktuell stehen wir als Betroffene vor neuen Herausforderungen: Eine Expertenkommission der Bundesregierung hat Gesetzesänderungen vorgeschlagen, die eine deutliche Verschlechterung der Hilfsmittelversorgung bedeuten würden. Die Inkontinenz Selbsthilfe e.V. engagiert sich mit sehr viel Zeit, Energie und Fachwissen dafür, das Schlechteste für die Betroffenen abzuwenden und ihre Rechte zu verteidigen. Vielen ist vielleicht gar nicht bewusst, wie viel Einsatz und Engagement hier gerade im Hintergrund geleistet wird.
Uns ist bewusst, dass sich einzelne Betroffene im konkreten Fall für den Selbstkauf entscheiden, wenn die gesetzliche Versorgung nicht ausreicht. Das ist im Einzelfall nachvollziehbar und niemandem vorzuwerfen.
Es darf jedoch nicht dazu führen, dass der Selbstkauf als generelle Lösung oder gar als Empfehlung ausgesprochen wird. Solche scheinbar einfachen Auswege entlasten vor allem den Gesetzgeber und die Krankenkassen (GKV), weil dadurch Probleme in der Versorgung nicht sichtbar werden. Wenn viele Betroffene sich still privat versorgen, entsteht nach außen der Eindruck, es gäbe kaum oder gar keine Schwierigkeiten – und die eigentlichen Versorgungsdefizite bleiben verborgen. So können Leistungsträger und Gesetzgeber behaupten, „alles läuft problemlos“, obwohl die Realität anders aussieht.
Unser Ziel ist es, als starke Gemeinschaft Missstände sichtbar zu machen und für eine gerechte Versorgung einzutreten. Damit echte Verbesserungen möglich werden, ist es wichtig, dass wir den Selbstkauf nicht als normale oder empfohlene Lösung darstellen. Wir laden alle Mitglieder ein, unser gemeinsames Ziel zu unterstützen und sich weiterhin für Transparenz und eine gesetzeskonforme Versorgung einzusetzen.
Abschließend möchten wir betonen, dass wir es selbstverständlich nicht verhindern können, wenn sich einzelne Betroffene selbst versorgen. Wir bitten jedoch darum, den Selbstkauf zukünftig nicht mehr als Empfehlung darzustellen, da dies fundamental unserer Zielsetzung als Verein widerspricht – gerade in einer Zeit, in der unser gemeinsames Engagement wichtiger ist denn je.
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3 Wochen 2 Tage her #53692 von martinK
martinK antwortete auf Kiesel sagt Hallo
Hallo Kiesel
Vielen Dank für Deine Vorstellung. Mir ging es als Kind ähnlich, meine Eltern waren überfordert mit meiner Inkontinenz und medizinisch wurde nichts herausgefunden (es wurde aber ausser dem Urin nichts untersucht). Es war für meine Eltern aber auch schwierig. Ich verlor beides Harn und Stuhl, dies aber bei weitem nicht jeden Tag. Im Nachhinein glaube ich, dass ich damals schon eine Reizblase hatte und zudem falsch entleerte, so dass ich in gewissen Situationen oft Harndrang hatte und es dann manchmal einfach nicht schaffte, weil die Toilette zu weit weg war.
Wäre es nicht sinnvoll, sich regelmässig urologisch untersuchen zu lassen? Was Du schreibst macht auf mich den Eindruck, dass Du mit dem Urologen (oder der Urologin) nicht zufrieden warst. Ich erwarte von einem Arzt eigentlich nicht, dass er mich in Sachen Hilfsmittel beraten kann, wie Du inzwischen selber herausgefunden hast, muss man selber testen und schauen, womit man am besten zurecht kommt. Dass Ärzte es bei einer Dranginkontinenz erstmal mit Tabletten, welche die Blase beruhigen sollen (Anticholinergika), versuchen, ist durchaus üblich. Unter Umständen ist dies eine sehr einfache und wirksame Lösung. Leider klappt es bei einigen dann nicht, wie zum Beispiel auch bei mir, und dann muss man weiterschauen. Auch wenn ich aktiv derzeit nichts gegen meine Inkontinenz unternehme, lasse ich mich dennoch 1-2 Mal im Jahr urologisch untersuchen, zumal die Inkontinenz sich ja auch auf die Gesundheit von zum Beispiel Blase oder der Nieren auswirken kann.
Für mich ist die richtige Wahl des Inkontinenzhilfsmittels essentiell. Dass Du nun ein Rezept hast und nach dem Schutz der Dir am besten zusagt ist der beste Weg. Wie im Beitrag oben geschrieben, sollte die Krankenkasse auch sicherstellen, dass das Hilfsmittel, welches Dich sicher durch den Tag bringt auch vergütet wird.
Herzliche Grüsse
Martin
Vielen Dank für Deine Vorstellung. Mir ging es als Kind ähnlich, meine Eltern waren überfordert mit meiner Inkontinenz und medizinisch wurde nichts herausgefunden (es wurde aber ausser dem Urin nichts untersucht). Es war für meine Eltern aber auch schwierig. Ich verlor beides Harn und Stuhl, dies aber bei weitem nicht jeden Tag. Im Nachhinein glaube ich, dass ich damals schon eine Reizblase hatte und zudem falsch entleerte, so dass ich in gewissen Situationen oft Harndrang hatte und es dann manchmal einfach nicht schaffte, weil die Toilette zu weit weg war.
Wäre es nicht sinnvoll, sich regelmässig urologisch untersuchen zu lassen? Was Du schreibst macht auf mich den Eindruck, dass Du mit dem Urologen (oder der Urologin) nicht zufrieden warst. Ich erwarte von einem Arzt eigentlich nicht, dass er mich in Sachen Hilfsmittel beraten kann, wie Du inzwischen selber herausgefunden hast, muss man selber testen und schauen, womit man am besten zurecht kommt. Dass Ärzte es bei einer Dranginkontinenz erstmal mit Tabletten, welche die Blase beruhigen sollen (Anticholinergika), versuchen, ist durchaus üblich. Unter Umständen ist dies eine sehr einfache und wirksame Lösung. Leider klappt es bei einigen dann nicht, wie zum Beispiel auch bei mir, und dann muss man weiterschauen. Auch wenn ich aktiv derzeit nichts gegen meine Inkontinenz unternehme, lasse ich mich dennoch 1-2 Mal im Jahr urologisch untersuchen, zumal die Inkontinenz sich ja auch auf die Gesundheit von zum Beispiel Blase oder der Nieren auswirken kann.
Für mich ist die richtige Wahl des Inkontinenzhilfsmittels essentiell. Dass Du nun ein Rezept hast und nach dem Schutz der Dir am besten zusagt ist der beste Weg. Wie im Beitrag oben geschrieben, sollte die Krankenkasse auch sicherstellen, dass das Hilfsmittel, welches Dich sicher durch den Tag bringt auch vergütet wird.
Herzliche Grüsse
Martin
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3 Wochen 1 Tag her #53695 von Fliegenfänger
Fliegenfänger antwortete auf Kiesel sagt Hallo
Hallo Kiesel
Martin schreibt davon, dass es allenfalls sinnvoll sein kann, sich regelmässig urologisch untersuchen zu lassen, was er offenbar regelmässig tut. Ich selber lebe seit vielen Jahren mit einer Dranginkontinenz und mein letzter urologischer Untersuch ist schon ein paar Jahre her. Wie Martin unternehme ich derzeit aktiv nichts gegen meine Inkonzinenz.
Vor einigen Monaten fragte ich bei meiner Hausärztin nach, ob vielleicht eine urologische Untersuchung einmal notwendig wäre. Sie fragte nach meinem Leidensdruck, der in der Tat nicht mehr sonderlich gross ist, da ich mich unterdessen an ein Leben mit Hilfsmitteln gewöhnt habe. Aus diesen Gründen, da ich einerseits derzeit aktiv nichts gegen meine Inkontinenz zu tun beabsichtige und andererseits mein Leidensdruck tief ist, meinte sie, dass eine urologische Untersuchung nicht notwendig sei. Ich persönlich kann nicht beurteilen, was nun besser ist, regelmässige Untersuchungen oder nicht, vertraue aber meiner Hausärztin, welche mich, bzw. meinen Gesundheitszustand sehr gut kennt.
Was die Hilfsmittelversorgung angeht, bin ich froh, in der Schweiz zu leben, wo man je nach Inkontinenzgrad von der Krankenkasse einen Betrag pro Jahr zur Verfügung hat, mit dem man bei einem Versorger die Hilfsmittel beziehen kann, die man benötigt und die am besten passen. Sollte der gesetzte Betrag einmal nicht ausreichen, kann der Hausarzt ein begründetes Gesuch über den Versorger bei der Krankenkasse für eine Erhöhung des Betrags einreichen, was bei mir auch schon der Fall war und von der Kasse anstandslos bewilligt wurde.
Die für einen richtigen Hilfsmittel zu finden braucht etwas Zeit. Ich selber richte mein Leben nicht mehr nach Toiletten, verwende je nachdem verschiedene Hilfsmittel und benutze diese auch, wenn gerade keine Toilette verfügbar ist oder es die Situation nicht zulässt.
Liebe Grüsse
Markus
Martin schreibt davon, dass es allenfalls sinnvoll sein kann, sich regelmässig urologisch untersuchen zu lassen, was er offenbar regelmässig tut. Ich selber lebe seit vielen Jahren mit einer Dranginkontinenz und mein letzter urologischer Untersuch ist schon ein paar Jahre her. Wie Martin unternehme ich derzeit aktiv nichts gegen meine Inkonzinenz.
Vor einigen Monaten fragte ich bei meiner Hausärztin nach, ob vielleicht eine urologische Untersuchung einmal notwendig wäre. Sie fragte nach meinem Leidensdruck, der in der Tat nicht mehr sonderlich gross ist, da ich mich unterdessen an ein Leben mit Hilfsmitteln gewöhnt habe. Aus diesen Gründen, da ich einerseits derzeit aktiv nichts gegen meine Inkontinenz zu tun beabsichtige und andererseits mein Leidensdruck tief ist, meinte sie, dass eine urologische Untersuchung nicht notwendig sei. Ich persönlich kann nicht beurteilen, was nun besser ist, regelmässige Untersuchungen oder nicht, vertraue aber meiner Hausärztin, welche mich, bzw. meinen Gesundheitszustand sehr gut kennt.
Was die Hilfsmittelversorgung angeht, bin ich froh, in der Schweiz zu leben, wo man je nach Inkontinenzgrad von der Krankenkasse einen Betrag pro Jahr zur Verfügung hat, mit dem man bei einem Versorger die Hilfsmittel beziehen kann, die man benötigt und die am besten passen. Sollte der gesetzte Betrag einmal nicht ausreichen, kann der Hausarzt ein begründetes Gesuch über den Versorger bei der Krankenkasse für eine Erhöhung des Betrags einreichen, was bei mir auch schon der Fall war und von der Kasse anstandslos bewilligt wurde.
Die für einen richtigen Hilfsmittel zu finden braucht etwas Zeit. Ich selber richte mein Leben nicht mehr nach Toiletten, verwende je nachdem verschiedene Hilfsmittel und benutze diese auch, wenn gerade keine Toilette verfügbar ist oder es die Situation nicht zulässt.
Liebe Grüsse
Markus
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- Helmut 60
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Helmut 60 antwortete auf Kiesel sagt Hallo
Liebes Admin-Team,
ich wollte die Beschreibung meiner persönlichen Erfahrungen mit dem "Hilfsmittel-Versorgungssystem" der GKV und Versorger und meine persönliche Reaktion darauf (=Selbstversorgung) nicht als generelle Handlungsempfehlung verstanden wissen sondern als Zustandsbeschreibung - und damit dem Thread-Ersteller vielleicht ein wenig durch die Blume nahebringen, nicht allzu viel von der Ausstellung eines Rezeptes zur Hilfsmittelversorgung zu erwarten.
Soweit mir seitens der Versorger erklärt wurde, ist ein Inkontinenzhilfsmittel, welches mich (bzw. meine Kleidung) für 4 Stunden trocken hält, absolut ausreichend und auf mehr hätte ich auch keinen Anspruch. Dies würden die mir bemusterten Windeln "Nona Maxi" (Nona = No Name) erfüllen; taten sie, auch wenn sie sich bereits nach der ersten Benutzung wie ein feuchter Lappen zwischen den Beinen anfühlten...
Bin ich zufrieden mit dieser Art der (kostenlosen) Hilfsmittelversorgung? Ganz sicher nicht! Würde ich mir etwas anderes wünschen? Selbstverständlich!
Gerne hätte ich auch in Deutschland ein ähnliches System wie in der Schweiz - ich als Betroffener versorge mich quasi selber mit den Produkten (gerne ausschließlich solche mit PZN-Nummer), die mir optimal passen und meinen Bedürfnissen entsprechen und könnte dann - bis zu einem definierten monatlichen/jährlichen Höchstbetrag, der abhängig von der ärztlichen Einstufung meiner Inkontinenz wäre, die Rechnungen einreichen und erstatten lassen. Das gäbe mir auch die Motivation, möglichst preiswert einzukaufen. Ich selber weiss am besten und am ehesten und kann es am eigenen Leib erspüren, welche Hilfsmittel mir am besten passen und helfen. Ich finde es ein Unding, dass der Berater eines Versorgers, der wahrscheinlich noch nie im Leben eine Erwachsenenwindel getragen, geschweige denn benutzt hat, mir empfehlen soll, welches Produkt mir persönlich eine "ausreichende" Inkontinenzversorgung gewähren soll!
Ich habe einfach keine Lust und Energie, mich mit Versorger und/oder Krankenkasse herumzustreiten und nachzuweisen, warum das angebotene Hilfsmittel eben nicht hinreichend ist und ich ein anderes bräuchte - zudem dieses Intervall "4 Stunden sind ausreichend" nicht meiner Lebenswirklichkeit und meinen Ansprüchen genügt. Mir ist z.B. mein ungestörter Schlaf immens wichtig und mir dann 2 x Nachts den Wecker zu stellen um das Hilfsmittel zu wechseln kommt nicht in Frage. Ich erwarte (was mit guten Produkten ohne weiteres geht), die ganze Nacht ohne Wechsel durchschlafen zu können! Tagsüber hingegen bevorzuge ich dünnere, diskretere und trotzdem halbwegs saugfähige Produkte, für sportliche Aktivitäten trage ich gerne wieder etwas anderes - so, wie es auch Markus und Martin handhaben. Und eben diese Flexibilität bietet mir das jetzige System der GKV / Versorger keinesfalls, und das ist der Grund, warum ich persönlich mich lieber selber versorge. Natürlich unterstütze ich gerne auch die Inkontinenz Selbsthilfe e.V. mit der Mitgliedschaft, um hoffentlich irgendwann diese Situation zu ändern!
Ich habe aber leider zur Zeit keine große Hoffnung, dass unsere jetzige Regierung irgendeiner Reform im Gesundheitswesen zustimmen würde, die nicht Leistungskürzung mit Beitrags/Zuzahlungserhöhungen kombiniert. Eher wird die Hölle einfrieren oder der amerikanische Präsident zum Nachfolger des Dalai Lama mutieren....
Eigentlich gehe ich davon aus, dass es in einem Selbsthilfeforum durchaus diverse Meinungen und Herangehensweisen geben kann, die ganz offen (und respektvoll), aber auch ohne Verbote diskutiert werden können. Sollte dies nicht der Fall sein, könnt ihr gerne meine beiden Posts hier löschen und ich werde zukünftig hier nur noch als stilles Mitglied meine Tastatur beiseite legen...
Liebe Grüße
Helmut
ich wollte die Beschreibung meiner persönlichen Erfahrungen mit dem "Hilfsmittel-Versorgungssystem" der GKV und Versorger und meine persönliche Reaktion darauf (=Selbstversorgung) nicht als generelle Handlungsempfehlung verstanden wissen sondern als Zustandsbeschreibung - und damit dem Thread-Ersteller vielleicht ein wenig durch die Blume nahebringen, nicht allzu viel von der Ausstellung eines Rezeptes zur Hilfsmittelversorgung zu erwarten.
Soweit mir seitens der Versorger erklärt wurde, ist ein Inkontinenzhilfsmittel, welches mich (bzw. meine Kleidung) für 4 Stunden trocken hält, absolut ausreichend und auf mehr hätte ich auch keinen Anspruch. Dies würden die mir bemusterten Windeln "Nona Maxi" (Nona = No Name) erfüllen; taten sie, auch wenn sie sich bereits nach der ersten Benutzung wie ein feuchter Lappen zwischen den Beinen anfühlten...
Bin ich zufrieden mit dieser Art der (kostenlosen) Hilfsmittelversorgung? Ganz sicher nicht! Würde ich mir etwas anderes wünschen? Selbstverständlich!
Gerne hätte ich auch in Deutschland ein ähnliches System wie in der Schweiz - ich als Betroffener versorge mich quasi selber mit den Produkten (gerne ausschließlich solche mit PZN-Nummer), die mir optimal passen und meinen Bedürfnissen entsprechen und könnte dann - bis zu einem definierten monatlichen/jährlichen Höchstbetrag, der abhängig von der ärztlichen Einstufung meiner Inkontinenz wäre, die Rechnungen einreichen und erstatten lassen. Das gäbe mir auch die Motivation, möglichst preiswert einzukaufen. Ich selber weiss am besten und am ehesten und kann es am eigenen Leib erspüren, welche Hilfsmittel mir am besten passen und helfen. Ich finde es ein Unding, dass der Berater eines Versorgers, der wahrscheinlich noch nie im Leben eine Erwachsenenwindel getragen, geschweige denn benutzt hat, mir empfehlen soll, welches Produkt mir persönlich eine "ausreichende" Inkontinenzversorgung gewähren soll!
Ich habe einfach keine Lust und Energie, mich mit Versorger und/oder Krankenkasse herumzustreiten und nachzuweisen, warum das angebotene Hilfsmittel eben nicht hinreichend ist und ich ein anderes bräuchte - zudem dieses Intervall "4 Stunden sind ausreichend" nicht meiner Lebenswirklichkeit und meinen Ansprüchen genügt. Mir ist z.B. mein ungestörter Schlaf immens wichtig und mir dann 2 x Nachts den Wecker zu stellen um das Hilfsmittel zu wechseln kommt nicht in Frage. Ich erwarte (was mit guten Produkten ohne weiteres geht), die ganze Nacht ohne Wechsel durchschlafen zu können! Tagsüber hingegen bevorzuge ich dünnere, diskretere und trotzdem halbwegs saugfähige Produkte, für sportliche Aktivitäten trage ich gerne wieder etwas anderes - so, wie es auch Markus und Martin handhaben. Und eben diese Flexibilität bietet mir das jetzige System der GKV / Versorger keinesfalls, und das ist der Grund, warum ich persönlich mich lieber selber versorge. Natürlich unterstütze ich gerne auch die Inkontinenz Selbsthilfe e.V. mit der Mitgliedschaft, um hoffentlich irgendwann diese Situation zu ändern!
Ich habe aber leider zur Zeit keine große Hoffnung, dass unsere jetzige Regierung irgendeiner Reform im Gesundheitswesen zustimmen würde, die nicht Leistungskürzung mit Beitrags/Zuzahlungserhöhungen kombiniert. Eher wird die Hölle einfrieren oder der amerikanische Präsident zum Nachfolger des Dalai Lama mutieren....
Eigentlich gehe ich davon aus, dass es in einem Selbsthilfeforum durchaus diverse Meinungen und Herangehensweisen geben kann, die ganz offen (und respektvoll), aber auch ohne Verbote diskutiert werden können. Sollte dies nicht der Fall sein, könnt ihr gerne meine beiden Posts hier löschen und ich werde zukünftig hier nur noch als stilles Mitglied meine Tastatur beiseite legen...
Liebe Grüße
Helmut
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3 Wochen 1 Tag her #53697 von Inkontinenz Selbsthilfe e.V.
Inkontinenz Selbsthilfe e.V. antwortete auf Kiesel sagt Hallo
Liebe Forumsmitglieder und insbesondere Vereinsmitglieder, lieber Helmut,
unsere Position als Inkontinenz Selbsthilfe e.V. ist klar und sollte gerade für Vereinsmitglieder verständlich sein: Der Selbstkauf ist nachvollziehbar, aber eine Darstellung, die dies als Empfehlung erscheinen lässt, entspricht nicht unserem Vereinsziel.
Wir bitten um Verständnis, dass Diskussionen dazu nicht öffentlich, insbesondere nicht in Vorstellungsthreads Dritter, weitergeführt werden; unsere Position haben wir Helmut zudem ausführlich per Mail erläutert.
Gerade von Vereinsmitglieder wünschen wir uns, dass die gemeinsamen Ziele im Mittelpunkt stehen und persönliche Einzelmeinungen nicht über das Vereinsinteresse gestellt oder als Anlass für einen Rückzug betrachtet werden.
In den nächsten Tagen starten wir gemeinsam mit weiteren Selbsthilfeorganisationen und Fachgesellschaften (u.a. Stoma-Welt e.V., Fachgesellschaft Stoma, Kontinenz und Wunde e.V., Initiative FaktorLebensqualität/BVMed) verschiedene Maßnahmen wie eine Petition, ein Positionspapier, Formulierungshilfen für Betroffene, Zusammenarbeit mit Influencern, Social Media Aktivitäten und Gespräche mit Mitgliedern des Gesundheitsausschusses im Bundestag, um die Versorgung zu verbessern und Verschlechterungen zu verhindern - diese stehen bereits im Gesetzentwurf.
Über unseren Einsatz für eure Interessen informieren wir zeitnah und veröffentlichen die Aktivitäten hier im Forum und auf der Webseite.
Mit herzlichen Grüßen
Vereinsvorstand der Inkontinenz Sebsthilfe e.V.
unsere Position als Inkontinenz Selbsthilfe e.V. ist klar und sollte gerade für Vereinsmitglieder verständlich sein: Der Selbstkauf ist nachvollziehbar, aber eine Darstellung, die dies als Empfehlung erscheinen lässt, entspricht nicht unserem Vereinsziel.
Wir bitten um Verständnis, dass Diskussionen dazu nicht öffentlich, insbesondere nicht in Vorstellungsthreads Dritter, weitergeführt werden; unsere Position haben wir Helmut zudem ausführlich per Mail erläutert.
Gerade von Vereinsmitglieder wünschen wir uns, dass die gemeinsamen Ziele im Mittelpunkt stehen und persönliche Einzelmeinungen nicht über das Vereinsinteresse gestellt oder als Anlass für einen Rückzug betrachtet werden.
In den nächsten Tagen starten wir gemeinsam mit weiteren Selbsthilfeorganisationen und Fachgesellschaften (u.a. Stoma-Welt e.V., Fachgesellschaft Stoma, Kontinenz und Wunde e.V., Initiative FaktorLebensqualität/BVMed) verschiedene Maßnahmen wie eine Petition, ein Positionspapier, Formulierungshilfen für Betroffene, Zusammenarbeit mit Influencern, Social Media Aktivitäten und Gespräche mit Mitgliedern des Gesundheitsausschusses im Bundestag, um die Versorgung zu verbessern und Verschlechterungen zu verhindern - diese stehen bereits im Gesetzentwurf.
Über unseren Einsatz für eure Interessen informieren wir zeitnah und veröffentlichen die Aktivitäten hier im Forum und auf der Webseite.
Mit herzlichen Grüßen
Vereinsvorstand der Inkontinenz Sebsthilfe e.V.
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- Kiesel_Stein
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3 Wochen 1 Tag her #53698 von Kiesel_Stein
Kiesel_Stein antwortete auf Kiesel sagt Hallo
Vielen Dank für eure Erfahrungen!
Ich befinde mich mitten in der Trial-and-Error-Phase
Erfreulicherweise habe ich einen Versorger vor Ort, der mich mit vielen Mustern unterstützt und mich auch persönlich beraten kann. Aktuell lerne ich bei jedem Produkt, was bereits gut funktioniert und wo noch Anpassungsbedarf besteht.
Besonders für den normalen Alltag suche ich nach der idealen Ein- oder Vorlage. Bisher waren die getesteten Modelle entweder zu dünn, zu schmal, zu breit, nicht dicht usw. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass sich noch eine passende Lösung findet
Martin hat recht: Mit der damaligen urologischen Betreuung war ich unzufrieden. Ich fühlte mich dort eher abgespeist; auch die medikamentöse Therapie blieb ohne Erfolg. Wie Fliegenfänger richtig anmerkt, habe ich mich mit der Inkontinenz arrangiert. Mein Fokus liegt aktuell darauf, die Lebensqualität durch bessere Hilfsmittel zu sichern.
Wie sich die Situation, auch im Hinblick auf die kommenden Wechseljahre, entwickelt, bleibt abzuwarten – gegebenenfalls werde ich dann einen neuen medizinischen Anlauf nehmen.
Allen einen schönen Abend,
Kiesel
Ich befinde mich mitten in der Trial-and-Error-Phase
Besonders für den normalen Alltag suche ich nach der idealen Ein- oder Vorlage. Bisher waren die getesteten Modelle entweder zu dünn, zu schmal, zu breit, nicht dicht usw. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass sich noch eine passende Lösung findet
Martin hat recht: Mit der damaligen urologischen Betreuung war ich unzufrieden. Ich fühlte mich dort eher abgespeist; auch die medikamentöse Therapie blieb ohne Erfolg. Wie Fliegenfänger richtig anmerkt, habe ich mich mit der Inkontinenz arrangiert. Mein Fokus liegt aktuell darauf, die Lebensqualität durch bessere Hilfsmittel zu sichern.
Wie sich die Situation, auch im Hinblick auf die kommenden Wechseljahre, entwickelt, bleibt abzuwarten – gegebenenfalls werde ich dann einen neuen medizinischen Anlauf nehmen.
Allen einen schönen Abend,
Kiesel
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- Helmut 60
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3 Wochen 9 Stunden her #53699 von Helmut 60
Helmut 60 antwortete auf Kiesel sagt Hallo
Hallo Kiesel,
du hast noch nicht geschrieben, wie stark deine Miktionen sind, aber ich käme bei meinen eigenen Drangereignissen sicher nicht mit Einlagen oder Vorlage zurecht. Es können bei mir durchaus auch schon mal 300ml oder gar mehr auf eine Schub rauskommen, und damit wären Vorlagen überfordert - zumal man dann sofort nach dem Vorfall wechseln müsste, weil keinerlei Reserve mehr für den nächsten Drang vorhanden wäre.
Ich selber bin - nachdem ich bei Beginn meiner Inko noch mit Pants "experimentiert" hatte, relativ schnell auf das Konzept "Hüftgurtwindel" gestoßen. Es gibt sie von Attends (Attends Flex), von Tena (Tena Flex) und Seni (Seni Optima), ich glaube auch Molicare und vielleicht auch andere Hersteller haben sie inzwischen im Sortiment - jeweils in verschiedenen Größen und Saugstärken. Mein Favorit sind die Attends Flex (M9), die mir sehr komfortabel sitzen und alle Flüssigkeit, die mein Körper binnen 6 Stunden so produziert, aufnehmen können.
Hüftgurtwindeln sind immer und überall und ganz einfach anzulegen, ohne sich "untenrum" entkleiden zu müssen, geben durch die nahezu unbedeckten Oberschenkel/Hüft-Außenseiten ganz viel Bewegungsfreiheit, lassen sich beliebig oft und schnell öffnen und wieder verschließen, so dass die Toilettenbenutzung zwischendrin auch ganz einfach ist. Zudem sind sie - obwohl sie reell bei mir bis zu 1.000ml aufnehmen können - ziemlich dünn und fallen unter regulärer Kleidung überhaupt nicht auf. Ich bezahle bei einem der beiden Online-Versender, die ich häufig nutze, momentan 73 ct./Stück - macht bei zwei Stück am Tag, mit denen ich auskomme, 45,-/Monat für die Tagesversorgung..
Viele Grüße
Helmut
du hast noch nicht geschrieben, wie stark deine Miktionen sind, aber ich käme bei meinen eigenen Drangereignissen sicher nicht mit Einlagen oder Vorlage zurecht. Es können bei mir durchaus auch schon mal 300ml oder gar mehr auf eine Schub rauskommen, und damit wären Vorlagen überfordert - zumal man dann sofort nach dem Vorfall wechseln müsste, weil keinerlei Reserve mehr für den nächsten Drang vorhanden wäre.
Ich selber bin - nachdem ich bei Beginn meiner Inko noch mit Pants "experimentiert" hatte, relativ schnell auf das Konzept "Hüftgurtwindel" gestoßen. Es gibt sie von Attends (Attends Flex), von Tena (Tena Flex) und Seni (Seni Optima), ich glaube auch Molicare und vielleicht auch andere Hersteller haben sie inzwischen im Sortiment - jeweils in verschiedenen Größen und Saugstärken. Mein Favorit sind die Attends Flex (M9), die mir sehr komfortabel sitzen und alle Flüssigkeit, die mein Körper binnen 6 Stunden so produziert, aufnehmen können.
Hüftgurtwindeln sind immer und überall und ganz einfach anzulegen, ohne sich "untenrum" entkleiden zu müssen, geben durch die nahezu unbedeckten Oberschenkel/Hüft-Außenseiten ganz viel Bewegungsfreiheit, lassen sich beliebig oft und schnell öffnen und wieder verschließen, so dass die Toilettenbenutzung zwischendrin auch ganz einfach ist. Zudem sind sie - obwohl sie reell bei mir bis zu 1.000ml aufnehmen können - ziemlich dünn und fallen unter regulärer Kleidung überhaupt nicht auf. Ich bezahle bei einem der beiden Online-Versender, die ich häufig nutze, momentan 73 ct./Stück - macht bei zwei Stück am Tag, mit denen ich auskomme, 45,-/Monat für die Tagesversorgung..
Viele Grüße
Helmut
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