file Frage Kiesel sagt Hallo

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3 Wochen 7 Stunden her #53700 von Vallie
Vallie antwortete auf Kiesel sagt Hallo
Hallo Kiesel,

über ein Sanitätshaus mit Mustern versorgt zu werden, das klingt doch sehr vielversprechend.
Mir geht es wie manchem Vorredner und wohl auch Dir so, daß ich situationsabhängig unterschiedliche Hilfsmittel bevorzuge.
Mit meiner Belastungsinkontinenz versuche ich in gewissen Situationen mit der Kombi Kontinenztampon und Einlage auszukommen. Bei den Einlagen habe ich auch noch nicht die eierlegende Wollmilchsau gefunden. Von der Qualität des schnellaufsagenden Materials moderner Produkte bin ich prinzipiell sehr angetan.
Aber wie Du schreibst: zu breit, zu schmal,etc. Wenn sie zwischen den Beinen zu breit sind, finde ich das sehr unangenehm. Sind sie insgesamt zu schmal, knüddeln sie sich ganz schnell unvorteilhaft im hinteren Bereich.
Da sind anatomisch geformte Einlagen sehr von Vorteil. Obwohl sie hinten viel breiter sind, liegen sie bei mir dennoch viel flacher an, da sie sich nicht falten. Der breite Bereich vorne ist auch sehr gut, bei mir landet dort das meiste. Die letztlich getesteten Produkte von Seni Lady haben mir von der Form durchaus zugesagt, der Wäscheschutz war bei mir leider suboptimal.
Also, wenn Du ein gutes Produkt gefunden hast, teile gerne Deine Erfahrungen hier. Du hast garantiert dankbare LeserInnen.

Grüße von Valerie
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2 Wochen 6 Tage her #53701 von Fliegenfänger
Fliegenfänger antwortete auf Kiesel sagt Hallo
Hallo Kiesel

Bei Einlagen hat Helmut schon recht. Ich trage diese oft als «leichte Variante» zu Hause und auch die Saugstarken muss ich nach einer Blasenentleerung wechseln, wenn es mir nicht auf die Toilette reicht. Vorlagen hingegen benutze ich zum Wechseln, wenn ich längere Zeit unterwegs bin und vorher Pants trage. Da ich darüber jeweils eine dünne Fixierhose trage, ist es ein leichtes, einen Wechsel vorzunehmen. Ich reisse die Pants auf der Seite auf, ziehe sie zwischen den Beinen durch und wechsle mit der Vorlage, welche ich dann mit der Fixierhose am Körper fixiere. So brauche ich jeweils nur die Hose etwas herunterzuziehen und mich untenrum nicht vollständig auszuziehen.

Anders als Einlagen nehmen einigermassen saugstarke, gut passende Vorlagen aber einiges mehr an Flüssigkeit auf, was bei mir sicher zwei bis drei Blasenentleerungen oder mehr sind (je nach Drangintervall) und 500 bis 700 ml entsprechen. Über diese Füllmenge hinaus wird es für mich sowieso unangenehm, mit einem immer grösser werdenden «Klumpen» zwischen den Beinen unterwegs zu sein und wechsle schon deshalb das Hilfsmittel, welches auch immer ich trage.

Liebe Grüsse
Markus

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2 Wochen 5 Tage her #53706 von martinK
martinK antwortete auf Kiesel sagt Hallo
Hallo Kiesel

Betreffend der Hilfsmittel drücke ich Dir die Daumen, dass Du eine gute Lösung finden wirst, die auch von der Krankenkasse ohne Diskussion übernommen wird.

Mein Eindruck bei Harninkontinenz ist, dass man mit den Ärzten etwas Geduld haben und allenfalls mehrere Ärzte konsultieren muss, bis man zufrieden ist. Zum einem ist die Blasenentleerung ein sehr komplexer Vorgang und entsprechend gibt es viele mögliche Ursachen dafür, dass jemand Harn verliert. Insbesondere, wenn keine andere offensichtliche Beschädigung im Harntrakt oder im für die Entleerung verantwortlichen Nervensystem vorliegt, kann es sehr lange dauern, bis eine Ursache gefunden wird. Meine Vermutung ist, dass die Ärzte deshalb oft beim Verdacht einer Dranginkontinenz erstmal "ins Blaue schiessen" und mit Medikamenten versuchen, die Blase ruhig zu stellen.

Bei mir war das zu Beginn nicht anders. Erst als es mit den Medikamenten nicht klappte und schliesslich mehr Untersuchungen angestossen wurden, konnten nach und nach Erkenntnisse gewonnen werden. Schon in der ersten Video-Urodynamikuntersuchung fiel ein zu hoher Blasendruck auf, und in der Blasenspiegelung sah man eine trabekulierte Blase mit verdickter Blasenwand. Vermutlich habe ich mein ganzes Leben lang "falsch" entleert, was zu einer  - zum Glück verhältnismässig kleinen -  Beschädigung der Blase führte. Das CT ergab eine ausgeprägte Spina bifida occulta im Kreuzbeinbereich, einen Geburtsfehler also, von dem 48 Jahre lang niemand wusste, der aber vermutlich meine Inkontinenz und andere Auffälligkeiten während meiner Kindheit erklärt. Heute achte ich sehr auf Entspannung im Unterleib, weil die Trabekulierung und die dicke Blasenwand vermutlich davon kommt, dass ich meinen Blasenschliessmuskel nie ganz im Griff hatte, dieser sich verkrampfte und die Blase zwischendurch immer wieder mal überfüllt war. Später kamen neurologische Untersuchungen dazu, aufgrund derer eine Autoimmunkrankheit und eine Neuropathie mit Schwerpunkt im lumbosakralen Bereich diagnostiziert wurde. Die Neuropathie ist wohl für das Wiederauftreten der Inkontinenz nach über 30 Jahren mehr oder weniger Ruhe verantwortlich. Diese Erkenntnis war enorm wichtig für mich, weil basierend darauf eine Immunglubulintherapie eingeführt wurde, die ich monatlich erhalte, und welche meinen neurologischen Zustand stabilisiert und sogar etwas verbessert hat. Ich weiss heute ziemlich gut, in welchem Zustand mein Harntrakt ist und welche Gesundheitsrisiken mit meiner Inkontinenz zusammenhängen. Aus diesem Grund erachte ich es als sehr wichtig, dass ich mich regelmässig (d.h. 1-2 Mal im Jahr) untersuchen lasse.

Ich möchte Dir damit keine Angst machen, es kann gut sein, dass Du "einfach nur" inkontinent bist, und sonst alles bei Dir in Ordnung ist. Nur weisst Du es nicht, und die Inkontinenz ist zumindest ein Warnzeichen, dass gesundheitlich etwas fundamental nicht stimmen könnte (und Du bist mit 40+ Jahren verhältnismässig jung und brauchst noch lange einen funktionierenden Harntrakt). Aus diesem Grund empfehle ich, unabhängig davon, ob man sich mit der Inkontinenz arrangiert hat oder nicht, sich regelmässig untersuchen zu lassen. Du musst dafür einen Arzt oder eine Ärztin finden, wo Du Dich wohl fühlst und Vertrauen hast. Das kostet etwas Zeit und man muss - wie oben geschrieben - Geduld üben, und den Ärzten auch etwas Zeit geben, um sich einzuarbeiten. Das beste Beispiel dafür ist meine Neurologin. Zu Beginn war sie verloren. Wegen der Schubhaftigkeit meiner Krankheit waren die Nervenleitwerte sehr schwankend, im MRT sah man keine Nervenbeschädigungen, und da ich sportlich und koordinativ überdurchschnittlich gut bin, war mein Verhaltensmuster in den neurologischen Tests widersprüchlich. Mittlerweile kann sie die Untersuchungsergebnisse bei mir sehr gut einschätzen und ich verdanke ihr extrem viel. Sie hat sogar einen zweiten Geburtsfehler bei mir erkannt (einen Herzfehler), der sehr gefährlich hätte werden können, aber einfach behoben werden konnte.

Herzliche Grüsse
Martin
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