file Frage Hallo! Ablaßventil oder Beutel?

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3 Wochen 6 Tage her #53884 von lunetta
Hallo! Ablaßventil oder Beutel? wurde erstellt von lunetta
Hallo!

Möchte mich kurz vorstellen:
Bin lunetta, 60, und habe mich wegen meinem Mann,69,  hier angemeldet.
Unser Problem:
Er hatte vor 8 Tagen plötzlich Harnverhalt. 1 Woche davor hatte er trüben Urin, Brennen beim Harnlassen, und fühlte sich etwas krank.
Harn habe ich erst zuhause gestickst, weil ich selbst chronisch BE habe, und dann haben wir den Harn vom Hausarzt anschauen lassen - BE, und er bekam für 7 Tage Furadantin.
Am letzten AB Tag kam der Harnverhalt.
Wir sind in die Notaufnahme, wo er einen DK gelegt bekam und 1 Liter Harn abgeleitet wurde.
Nieren, Entzündungswerte etc. war alles ok.
Wir wurden mit gar keinen Informationen entlassen, nur dass alles Weitere beim Urologen in der Praxis besprochen werden muß.
Händeringend habe ich am nächsten Tag, einem Freitag versucht einen Termin beim Urologen zu bekommen, was nahezu unmöglich ist bei uns. Über den Hausarzt bekamen wir einen Einschubtermin.
Diagnose: vergrößerte Prostata, und Entlastung durch DK.
Er steckte meinem Mann dann ein Ablaßventil dran und meinte damit wäre er unabhängiger, und die Blase hätte weiterhin was zu tun.
Anmeldung für eine TURP OP wurde von ihm an die urologische Klinik weitergeleitet. PSA Wert abgenommen.
Montag bekamen wir die Mitteilung dass PSA wert vollkommen ok ist (0,58).
Mein Mann hielt sich penibel an die Hygienvorschriften, vor jedem Ablassen die Hände zu waschen und zu desinfizieren, und nach dem Ablassen, das Ablassventil mit Octenisept abzuwischen.
Eichel 2x tgl. mit klarem Wasser gut reinigen.
Nachts sollte der Beutel draufgesteckt werden, um immer auch längere Entlastungszeit zu haben.

Schon am Montag begannen bei meinem Mann Leistenschmerzen, brennender Harnröhreneingang und allgemein ein unwohles Blasengefühl.
Anruf in der urologischen Praxis: das darf alles sein, ist ja ein Fremdkörper. Ballon kann in der Blase reiben, Katheter kann Harnröhreneingang reizen.
Er soll weiterhin viel trinken, und bei Fieber und/oder Flankenschmerzen in die Klinik.

Dienstag hatte er dann richtig starke Blasenschmerzen, und ein Combur-Test zuhause aus frisch abgelassenem Mittelstrahlharn zeigte alles positiv an: Nitrit, Leukos, Blut und Protein.
Urologe hatte keine Ordination an dem Tag, Hausarzt verschrieb Clavamox, schickte aber keinen Uricult ein, da er meinte - mit Katheter ist immer bakterielle Besiedlung.

Mit dem AB war es Mittwoch kurz etwas besser, aber nicht richtig gut.

Am Donnerstag, also gestern, hatte mein Mann in der Nacht kaum geschlafen, er fühlte sich einfach nur krank.
Morgens hatte er erhöhte Temperatur, HA meinte, das AB muß erst noch richtig greifen.

Zu Mittag hatte er 38,7 Temperatur, und war komplett schlapp.
Wir sind in die Notaufnahme gefahren, und dort wurde sofort der DK gezogen, und ein neuer gelegt. Der alte DK war also nur 7 Tage drin.
Labor zeigte erhöhte Entzündungswerte.
Er wurde wieder entlassen mit der Info den Beutel als geschlossenes System zu lassen, und kein Ablassventil mehr zu vewenden, da damit die Keimgefahr viel höher wäre.
AB wurde auf 10 Tage verlängert, ein Uricult eingeschickt, wir bekommen am kommenden Montag Bescheid, falls ein anderes AB notwendig wäre.

Danke dass ihr bis dahin so lange mitgelesen habt!

Jetzt zu meiner Frage: ist die Verwendung eines Ablassventils wirklich mit einer so viel höheren Gefahr einer Verkeimung behaftet, als nur mit Beutel?
Hab die letzten Tage viel im Internet recherchiert, und da gibt es widersprüchliche Meinungen:
einerseits soll es besser sein, weil die Blasenmuskulatur aktiv bleibt, und man vertritt die Meinung dass die Gefahr der bakteriellen Besiedlung immer hoch ist, egal ob nur Beutel oder Ablassventil und Beutel zur Nacht.

Andere Meinung: nur Beutel ist besser, da das System geschlossen bleibt.
Naja fast, denn zum Entleeren muß ja auch ein Ablassventil betätigt werden...

Hat irgendjemand damit Erfahrung und kann uns damit sehr helfen?

Mein Mann ist dzt handlungsunfähig, also er liest dazu nichts im Internet, der ist noch so geschockt, dass er jetzt noch wochenlang mit DK rumlaufen muß, und die OP Termine bei uns 8-12 Wochen dauern, und das ist schon mit Dringlichkeitscode.
Mit Ablassventil ging es mental noch, da er noch raus ging, mit dem Beutel verkriecht er sich.
Und mein Mann, der nie Ängste hat, hat nun Angst nun wochenlang ständig mit BE zu kämpfen, AB nehmen zu müssen, und Dauergast in der Notaufnahme zu sein.

Ich danke euch schon mal im voraus!

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  • liborius65
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3 Wochen 6 Tage her #53886 von liborius65
liborius65 antwortete auf Hallo! Ablaßventil oder Beutel?
hallo lunetta,
willkommen im Forum.

Ich kann nur aus meiner Erfahrung mit verschiedenen Urologen und Operateuren berichten, das bei einer laufenden Antibiose mit DK (egal ob Ureter oder Bauch) ein Beutel angelegt und die Trinkmenge erhöht sein sollte, um die Keime aus der Blase zu spülen.

Auf das Ergebnis mit dem Urikult bin ich mal gespannt, wenn das Clavimox schon vorher im Einsatz war.
Ein auf den Erreger abgestimmtes Antibiogramm geht eigentlich nur, wenn man 5-7 Tage vorher clean (ohne Antibiotika) war.
Bei mir hat es mehrmals schon kein richtiges Ergebnis geliefert und mein Urologe lässt dann ohne diese Vorgabe, auch keinen Urikult mehr anlegen.

Der Meinung des Hausarzt möchte ich in gewissen Teilen widersprechen. Es ist richtig das eine Katheter mit der Verweildauer besiedelt wird aber dann nicht grundsätzlich mit Erregern, die dann für einen Infekt verantwortlich sind.
Bei Katheterurin sind Keimzahlen im Gegensatz zum Mittelstrahlurin schon mit 10 hoch 4 schon relevant für einen Infekt.
Ob dieser behandelt gehört liegt am Beschwerdebild, was bei deinem Mann ja eindeutig gegeben ist.

Katheterwechsel in kurzen Abständen ist nicht unbedingt bedenklich. 
Es ist eher zu begrüßen weil die entsprechenden Keime ja auch am Verweilkatheter haften können und so unter Umständen ein Kreislauf entsteht. Zumal Harnröhrenkatheter eine kürzere Verweildauer haben.
Es gilt jedoch zu bedenken, das durch einen Wechsel erneut Keime in die Blase eingeschleppt werden können. Der Facharzt wird das Nutzen/Risiko Potential auch in Hinsicht der BPS und des Infekts besser beurteilen können.

Ich habe auch schon 3 neue in einer Woche bekommen, das hatte aber auch teilweise andere Ursachen.

Beim Beutel (beim Infekt Verweildauer 2-3 Tage) fahre ich mit einem Cystobag 750ml am Unterschenkel mit Beinbeutelhalter und einem Band oben tagsüber sehr gut. 
Im Rahmen der längeren Wartezeit auf die OP solltest du da den Facharzt auf die Verordnung über den Versorger ansprechen.
Für die Erstversorgung ist die Praxis zuständig.

Sollte der Infekt ausgestanden sein, kann man wieder auf das Ventil umsatteln.
Gegebenenfalls wird dann ein neuer Urikult notwendig, ob die Behandlung erfolgreich war.
Eine Schrumpfblase (ohne Vorgeschichte) entsteht nicht bei 4-6 Wochen Beutel tragen.

Sicherlich gibt es gegensätzliche Meinungen hier.
Daher möchte ich betonen, dass ich nur aus meiner Erfahrung heraus berichte und keine medizinische Ausbildung habe!

Bei weiteren Fragen, gerne dann eine private Nachricht an mich.
gruß liborius

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  • lunetta
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3 Wochen 5 Tage her #53887 von lunetta
lunetta antwortete auf Hallo! Ablaßventil oder Beutel?
Danke für die Antwort!
Wie steckt ihr den Beutel um, wenn bei Infekt alle 2 bis 3 Tage gewechselt werden soll?
Abstoppeln den alten, Katheter mit Octenisept abwischen, neuen anstoppeln?
Im KH hat man uns gesagt jedes An - und Abstoppeln erhöht die Infektionsgefahr... 1x wöchentlicher Wechsel wurde uns gesagt...
Ich fühle mich auch sicherer wenn wir öfter einen frischen dran machen... man weiß echt nicht was tun...
Heute sind auch so kleine Blutfäden im Beutel...
Man kann ja nicht jeden Tag in die Notaufnahme ...
Ist das normal dass das Blut drin sein kann? Ist hellrot  und nur ganz winzige Fädchen...

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  • liborius65
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3 Wochen 5 Tage her #53890 von liborius65
liborius65 antwortete auf Hallo! Ablaßventil oder Beutel?
Hallo lunetta,
dann halte dich an die Vorgaben. 
Denke ihr hab sicherlich noch ein weiteres Gespräch mit dem Urologen und könnt euere Fragen stellen.

Octenisept ist schleimhautfreundlich, enthält keinen alkohol und ist fast gleichwertig viruszid.
Ich fühle mich aber mit dem Kodan aus der Apo oder Versender wohler, brennt aber an der falschen Stelle bei Hautkontakt ziemlich böse…. 

Hände desinfizieren, zum Beispiel mit Desderman.
Immer Einweghandschuhe, (Discounter) benützen. Zur Not einmal mit dem Mund aufblasen damit man besser reinkommt.
Nicht die Außenseite der Handschuhe mit den Händen berühren. Aber ich denke das braucht man ja keinem erzählen.

Verbunden Katheter desinfizieren besprühen und 30 Sekunden einwirken lassen.
Meinetwegen auch den neuen Beutelkonus, der mit den Katheter verbunden wird. 
Mit Handschuhen ist das lösen des Beutels oft Fummelei. Vielleicht gibst du Hilfestellung.

Nach dem Entfernen des alten Beutel aus dem offenen Katheter den eventuellen Resturin noch abfließen lassen dann unter Umständen den Katheter eine Handbreit hinter dem Verbindungselement abknicken, sollte immer Urin fließen. 
So spart man sich eine Kleme.

Gegebenenfalls auch das offene Katheterauge desinfizieren. Einwirken lassen und danach zusammen stecken.
Mein Urologe verbindet die beim Katheterwechsel ohne Desinfektion.

Da sieht man, was für unterschiedliche Vorgehensweisen in den Kliniken üblich sind. In meinen wurde spätestens alle 3-4 Tage gewechselt. Ein Krankenhaushygieniker erzählt dann wieder etwas anderes.

Blutige Fäden können durch das Katheterauge, der bleibt ja nicht in der Blase ruhig liegen, abgeschälte Blasenschleimhaut sein.
Spricht für den Entzündungsprozeß und sollte wenn sie nicht in Massen auftauchen, nicht weiter beunruhigen.

Bevor ich hier gesteinigt werde, ich habe keine medizinische Kenntnisse und geben nur meine Erfahrungen weiter.

liebe grüße und gute Besserung an deinen Mann.

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3 Wochen 5 Tage her - 3 Wochen 5 Tage her #53892 von MichaelDah
MichaelDah antwortete auf Hallo! Ablaßventil oder Beutel?
Hallo liborius,

Keine Sorge - so schnell wird man hier nicht gesteinigt :-)… Vielleicht noch zwei Ergänzungen zu dem was du schon geschrieben hast: 

- Bei der langen Wartezeit würde ich den Urologen fragen ob ein Bauchdeckenkatheter nicht sinnvoller wäre - auch wegen der Infektionsgefahr.
- Das ein paar Wochen ohne Ventil nicht schlimm sind sehe ich auch so - bei 12 Wochen würde ich da aber schon nachdenken. 
- Das mit dem Stixen ist so eine Sache. Wenn Fieber oder Schmerzen da sind gehört da eigentlich immer eine Kultur angelegt und das ganze behandelt. Wenn das nicht der Fall ist würde ich mich von dem Stick aber nicht verrückt machen lassen - der zeigt gerade bei Katheterurin gerne mal was an, auch wenn keine Entzündung vorhanden ist.

Und ja - wir sind alle medizinische Laien :-)


Viele Grüße 
Michael

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3 Wochen 1 Tag her #53903 von Dasch
Dasch antwortete auf Hallo! Ablaßventil oder Beutel?
Hallo Lunetta,
ich kann deinen Mann sehr gut verstehen. Es ist zunächst nicht einfach, sich an einen Katheter und gegebenenfalls auch an einen Urinbeutel zu gewöhnen.
Aus meiner Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass dies anderen Menschen in der Regel nicht auffällt. Außerdem gibt es kleinere Beinbeutel, die sich problemlos und unauffällig unter der Hose tragen lassen.
Zur Wechselhäufigkeit des Katheters kommt es unter anderem auf das Material an. Ein Vollsilikonkatheter kann normalerweise länger liegen bleiben (bis zu sechs Wochen) als ein Latexkatheter (etwa sechs Tage).
Sollte es tatsächlich bis zu 13 Wochen dauern, bis die Operation stattfinden kann, sollte der Katheter nicht dauerhaft an einen Beutel angeschlossen sein. Andernfalls könnte sich die Blase mit der Zeit verkleinern.
Ich denke ebenfalls, wie Michael bereits geschrieben hat, dass bei einem so langen Zeitraum ein Bauchdeckenkatheter für deinen Mann wahrscheinlich die angenehmere Lösung wäre.
Liebe Grüße 
Daniela

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  • lunetta
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2 Wochen 5 Tage her #53918 von lunetta
lunetta antwortete auf Hallo! Ablaßventil oder Beutel?
Danke erstmal für eure Antworten!
Wir waren heute wieder mal in der Notaufnahme:(
Morgens floß kein Urin mehr ab im Beutel, und man sah im langen Katheterschlauch lange Stellen, die mit weißen Fetzen voll waren. Der Urin floß an diesen Stellen zwar drüber, aber diese Ablagerungen flossen nicht mit ab. Und scheinbar hat sich davon was auch in diesem runden Durchfußventil abgesetzt und es verstopft.
Im KH hat man dann erstmal die Blase bzw. den Katheter mit Kochsalzlösung gespült, der Katheter war lt. Schwester gut durchgängig.
Mein Mann bekam einen neuen Beutel angesteckt, und es wurde ein Uricult abgenommen.
Anfang nächster Woche bekommen wir Bescheid, wenn ein anderes AB notwendig ist.
Der erste Harntest im Labor war lt. Ärztin "gar nicht schön".
Labor: CRP leicht erhöht. Genaue Werte hat man uns nicht gesagt.
Das neue AB heißt Selexid und er soll es nur 2x tgl. nehmen. Dosierung ist 200mg.
Ich kenne dieses AB schon, weil ich es auch schon mehrmals wegen BE nehmen mußte, aber ich mußte es entweder 3x tgl mit 200 mg einnehmen, oder 2x2, also 2x 400 mg.
Mein Mann ist 1,96 groß und wiegt 104 kg. 
Mir kommt diese Dosierung so niedrig vor....

Frage: Was sind diese Ablagerungen?
Dieser neue Katheter liegt jetzt seit 10 Tagen, und das hatten wir noch nie.
Der Harn ist trüb und auch jetzt den ganzen Tag, hängen in den Schleifen des Katheterschlauchs ständig diese Ablagerungen, die immer in diese Schlaufen bleiben.
Ich warte schon drauf dass es wieder alles verstopft.

Leute, das ist doch kein Leben.... wir kontrollieren den ganzen Tag nur mehr diese Katheter:(
Wie soll man sowas noch Monate aushalten bis zur OP?

Haben nur wir diese Probleme oder kennt ihr das auch?

Mein Mann trinkt schon 3-4 Liter täglich, wir desinfizieren alles ständig, wir haben schon Panik wenn es ans Duschen geht, nur damit man den Katheter nicht zuviel bewegt und wie soll man sonst duschen wenn einer den Beutel hält, und der andere abbraust..
Wir sind mit den Nerven schon ziemlich unten...
seit 3 Wochen DK und schon 3x in der Notaufnahme, 2x beim Urologen, und sicher bals auch reif für die Psychiatrie:(

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  • Matti
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2 Wochen 5 Tage her #53919 von Matti
Matti antwortete auf Hallo! Ablaßventil oder Beutel?
Hallo Lunetta,

viele der Dinge, die du beim Katheter deines Mannes beobachtest – wie Ablagerungen, trüben Urin oder kleinere „Verstopfungen“ – kommen bei Langzeitkatheter-Trägern tatsächlich häufig vor und sind meist kein Grund zur Sorge. Es ist absolut verständlich, dass dich solche Veränderungen beunruhigen, aber nicht jede Auffälligkeit bedeutet gleich einen Notfall oder erfordert sofort einen Besuch in der Notaufnahme.

Ablagerungen im Katheter entstehen oft durch harmlose Ursachen wie Schleim, Zellreste, Kristalle oder Bakterien, die sich im Schlauch absetzen. Besonders wenn der Urin nicht kontinuierlich abfließt – zum Beispiel weil der Beutel zu hoch hängt, der Schlauch geknickt ist oder der verwendete Tropfkammerbeutel generell einen langsameren Ablauf hat – können solche Ablagerungen sichtbarer werden. 
Was sonst unauffällig mit dem Urin abgehen würde, bleibt dann im Schlauch hängen und fällt stärker auf. Das sieht manchmal unschön aus, ist aber in den meisten Fällen ungefährlich – solange keine akuten Beschwerden wie starke Schmerzen, Fieber, Schüttelfrost, komplette Blockade oder Blut im Urin auftreten. Dann sollte natürlich sofort ärztliche Hilfe geholt werden.

Kleinere Auffälligkeiten wie Ablagerungen, trüber Urin oder ein etwas langsamerer Ablauf lassen sich oft erst einmal beobachten.

Wichtig zu wissen: Ein Uricult oder Bakteriennachweis im Urin ist bei einem liegenden transurethralen Katheter in der Regel gar nicht aussagekräftig, da der Nachweis von Bakterien praktisch immer erfolgt. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass eine Infektion vorliegt, die behandelt werden muss. Erst wenn tatsächlich Symptome wie Schmerzen, Fieber oder Unwohlsein auftreten, ist eine Therapie notwendig. Ansonsten würde man „mit Kanonen auf Spatzen schießen“ und unnötige Antibiotika geben.

Deine Sorgen sind absolut nachvollziehbar. Trotzdem hilft es oft, etwas mehr Gelassenheit zu entwickeln und sich nicht von jedem kleinen Problem direkt aus der Ruhe bringen zu lassen. Das spart Nerven – und meistens auch unnötige Wege ins Krankenhaus.

Gruß
Matti

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  • lunetta
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2 Wochen 2 Tage her #53926 von lunetta
lunetta antwortete auf Hallo! Ablaßventil oder Beutel?
Noch eine Frage:
Wenn der Nachtbeutel abgestoppelt wird und am Tag nur mit Ablassventil gearbeitet wird, wie bewahrt ihr den Beutel bis zur nächsten Nacht auf? 
Reicht es das Endstück mit Octenisept zu reinigen, trocken zu wischen, Schutzkappe wieder drauf, und dann am nächsten Abend wieder dranstoppeln?
Man kann ja nicht jeden Abend einen neuen dranmachen...
Wir kriegen von der Kasse nur 12 Stk im Quartal.

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2 Wochen 2 Tage her - 2 Wochen 2 Tage her #53927 von Birgit1
Birgit1 antwortete auf Hallo! Ablaßventil oder Beutel?
Guten Morgen lunetta,

Genau so wie du es beschreibst handhabe ich es seit 10Jahren mit dem abgestöpselten Nachtbeutel!
Nur dass ich nach Einsprühen mit Octenisept nichts trocken wische sondern einfach die Schutzkappe drauf mache.

Liebe Grüße, 
Birgit

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