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Extreme Inkontinenz

17 Mär 2019 16:34 #11 von hippo80
Nur mal so am Rande. Es ist sicher sehr schwer für deine Mutti und dich. Einen Pflegegrad nur mit der Beeinträchtigungbeim Laufen wird schwierig. Zumal wahrscheinlich 80% der Menschen in dem Alter eine Hilfe beim Gehen brauchen. Aber natürlich kenne ich die Besonderheiten bei deiner Mutti nicht. Wenn es jetzt bei Gericht liegt, wird es da auch entschieden. Aber bitte stellt euch auf eine längere Zeit bis zum Urteil ein (bei uns momentan 16-34Monate). Ist blöd aber leider üblich. Ich wünsche euch viel Erfolg.

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17 Mär 2019 17:42 - 18 Mär 2019 12:38 #12 von Elkide
Hallo lieber Tom,

es tut mir sehr leid, wie da mit deiner Mutter umgegangen wird. Bezüglich des "betreuten Wohnens" solltest du dich nochmal genau erkundigen. Der Begriff ist nicht gesetzlich geschützt und jede Einrichtung verfährt anders. Bei uns in Südniedersachsen kenne ich es nur so, dass man bei Unterbringung im Seniorenheim einen Pflegegrad voraussetzt oder sie dann dort gleich beantragt.

Beim "betreuten Wohnen" hingegen ist kein Pflegegrad erforderlich. Mein Mann und ich wohnen in solch einer Anlage und haben beide keinen Pflegegrad. Unsere Anlage verfügt über 140 Wohnungen zwischen 40 - 100 qm. Die Betreuung besteht in einer 24stündigen Rufbereitschaft, einer Sozialpädagogin, die unterschiedliche Angebote wie zum Beispiel Gedächtnistraining, Sport, Ausflüge usw. anbietet. Dafür bezahlen wir im Monat 73,00 € zusätzlich zur Miete. Außerdem können wir im benachbarten Pflegeheim am Mittagstisch teilnehmen oder uns das Essen in die Wohnung bringen lassen.

Erkundige dich doch auch mal beim Gesundheitsamt, Sozialamt, Caritas, Diakonie oder deiner Krankenkasse, ob man dir da vielleicht helfen kann. Manchmal ist entscheidend, wie man um Hilfe bittet.

Finde es wirklich toll, wie du dich für deine Mama einsetzt und wünsche euch von ganzem Herzen, dass bald eine befriedigende Lösung gefunden wird.

Liebe Grüße
Elke

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17 Mär 2019 18:06 #13 von hippo80
Eine kleine Bitte: es gibt seit über 2 Jahren keine Pflegestufen mehr sondern Pflegegrade. Das mag hier nicht so eine große Rolle spielen, aber beim Auftreten gegenüber dem MDK und wie hier eventuell, vor Gericht schon. Darüber hinaus spielt es auch eine Rolle, wenn man nach den Vorraussetzungen sucht. Die Grundsätze unterscheiden sich doch erheblich. Ging es früher eher um die Einschränkungen und dabei nötige Hilfe besonders bei Körperbehinderungen, geht es jetzt eher um die Selbstständigkeit wobei auch die mentalen Probleme eine größere Dichtung haben.

Kurz noch an dich Elke: ich finde die Aussage "...wie mit deiner Mutter umgegangen wird..." gesagt. Wir alle kennen weder die Mutter noch wären wir bei den Begutachtungen dabei. Ich persönlich finde es schön erstaunlich, wenn bei einer Frau mit 88 Jahren, schwerer Inkontinenz und großen Gehproblemen in 4 Begutachtungen immer ein ähnliches Ergebnis herauskommt. Natürlich gibt es beim MDK viele Fehleinschätzungen, aber bei 4 verschiedenen...

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17 Mär 2019 18:14 #14 von Tomdb
Danke für die ermunternden Worte, ausgenommen Mal den Hinweis, bis zu 36 Monate auf den Gerichtsbeschluss warten zu müssen ... haarsträubend. Und letztendlich menschenverachtend, sry aber ich sehe das nunmal so.

Leider scheint hier in Berlin manches anders zu sein, denn ich war mit mam ein paar Häuser anschauen, wo eine Pflegestufe als Vorraussetzung zum mieten gilt.

Zum Glück bekommt sie einigermaßen Rente, denn sie kann ihren Haushalt nicht mehr alleine bestreiten. Sie kann nicht alleine duschen, sich kaum alleine pflegen. Sie hat Kompressionsstrümpfe, muss deshalb jeden Tag um 7 aufstehen, damit sie einigermaßen angezogen ist, wenn die *Strumpfleute* um 9 Uhr kommen. Jeden Tag, jeden Abend. Essen machen ist anstrengend, deshalb 80% Tiefkühlkost. Einkaufen gehen zzt. unmöglich.

Also ich bestehe auf einer Pflegestufe, zumal die bezahlt wurde, schon lange

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17 Mär 2019 19:35 #15 von hippo80
Hallo.
Zu deinem letzten Beitrag mit den Kompressionsstrümpfen. Du schreibst, dass sie um 7 aufsteht um um 9 fertig zu sein. Die Kompressionsstrümpfe müssen VOR dem Aufstehen angezogen werden. Ansonsten ist die Flüssigkeit bereits wieder in die Beine gesackt. Das würde einen Teil der Probleme beim Laufen erklären. Kann der Pflegedienst nicht 6.30Uhr oder 7Uhr können und sie macht sich dann fertig? Ansonsten könnt ihr euch die Kompressionsbehandlung schenken. Eigentlich sollte so was von Arzt und Pflegedienst kommuniziert werden. Ich kann nur von meinem Pflegedienstsprechen, aber die würden keine Strümpfe anziehen, wenn der Patient schon 2h gelaufen ist. Kann dir nur raten da nochmal nachzuhaken.

Liebe Grüße.

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17 Mär 2019 19:39 #16 von herirein
Hallo Tom,

ich kenne mich in Berlin zwar nicht aus, weiß aber, dass Berlin so wie einige Großstädte mit der Überalterung zu kämpfen hat. Damit werden Genehmigungen von Pflegegraden immer schwieriger.
beide auch mit Hausbesuch möglich

Hilfe würde ich am ehesten dort erwarten.
Gruß Heribert

Menschen sind wie Engel mit nur einem Flügel,
um fliegen zu können müssen wir uns umarmen
(Luciano de Crescenzo)

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17 Mär 2019 20:13 #17 von hippo80
Naja mit Überalterung in Berlin zu argumentieren ist schwierig. Je nach Studie ist das Durchschnittsalter in Berlin bei 44-46Jahren. Wir in Sachsen-Anhalt haben da ca53Jahre.
Das größere Problem sehe ich in den neuen Modulen nach denen sich die Pflegegrade richten. Die 2 Jahre Erfahrung zeigen, dass mittlerweile die seelisch Erkrankten Vorteile haben. Im Gegensatz zu früher ist es für körperlich Erkrankte deutlich schwieriger einen (höheren) Pflegegrad zu erhalten. Leider sind die Einstufungen in den Modulen auch eher ungünstig.
Als Beispiel: ich bin von Pflegestufe 3 mit egal in Pflegegrad 5 übergeleitet. Nach neuer Regelung würde ich mit viel gutem Willen Grad 4 erreichen, da das Körperlich wenig Einfluss hat und sich meine psychische Situation in den letzten 2 Monaten sehr verbessert hat. So wird es nach meiner Reha wahrscheinlicheher Pflegegrad 3. Mein Glück ist der gesetzliche Besitzstandsschuzz.

Liebe Grüße.

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17 Mär 2019 22:33 #18 von herirein

hippo80 schrieb: Naja mit Überalterung in Berlin zu argumentieren ist schwierig. Je nach Studie ist das Durchschnittsalter in Berlin bei 44-46Jahren. Wir in Sachsen-Anhalt haben da ca53Jahre.


Wobei ca. 17% der Berliner Bevölkerung 65 Jahre und älter sind. - Davon ist jeder fünfte auf fremde Hilfe angewiesen. Dramatisch zunehmend, wenn älter als 75 Jahre.
Düsseldorf ca. 19%, Hamburg ca. 18,6%, München ca. 17,5%, Köln 16,8%, Frankfurt 15,8%

Bei klammen Haushalten spielt das schon eine Rolle, da ein großer Teil der Betroffenen mit Zuschüssen aus den Sozialkassen versorgt werden muss.

Liebe Grüße
Heribert

Menschen sind wie Engel mit nur einem Flügel,
um fliegen zu können müssen wir uns umarmen
(Luciano de Crescenzo)

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18 Mär 2019 13:00 #19 von Elkide
Hallo lieber Hippo,

danke für deinen Hinweis, dass es keine Pflegestufen mehr gibt. Habe meinen Text diesbezüglich geändert.

Zu deiner Anmerkung, dass es nicht sehr wahrscheinlich ist dass sich vier Begutachter irren, kann ich dir nur aus meiner beruflichen Erfahrung widersprechen. Habe jahrelang als Betreuerin für psychisch Erkrankte gearbeitet und es war keine Seltenheit, dass nach mehrmaligen ablehnenden Bescheiden das Sozialgericht letzten Endes die Entscheidung fällen musste.

Könnte ein Buch über die Willkür mancher Behörden im Umgang mit Patienten schreiben! - es ist wirklich manchmal richtig unmenschlich!

Liebe Grüße
Elke

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18 Mär 2019 13:12 #20 von hippo80
Hallo Elke.
Ja diese Willkür ist mir sehr bekannt und auch ich habe sie oft genug erlebt. Gerade mit psychischen Erkrankungen war es vor dem PSG2 sehr schwierig. Aber allein bei der Darstellung des Threaderstellers würde es mich wundern. Dazu kommt, dass ich selbst im Rahmen meiner ehrenamtlichen Tätigkeit oft genug erlebt habe, was die älteren Damen und Herren plötzlich beim MDLK-Termin "konnten". Waschen... Kann ich.. Das derjenige mit Mühe noch Gesicht und vorderen Intimbereich geschafft hat wurde dann nicht gesagt. Hilfe beim Putzen... nee, dauert zwar, aber ich kriege das allein hin. Das dann der Abwasch weder kognitiv noch physisch machbar war... Insofern bin ich bei sowas eher zurückhaltend. Sicher gibt es viele Fehlurteile, aber manchmal erkennt man das es keine sind, wenn man dahinter geschaut hat.
Beispiel von mir: Neurologin füllt den Reha-Antrag aus und schickt ihn weg, bevor ich ihn gelesen habe. MDK wird eingeschalten und lehnt ab. Ich fordere die Unterlagen von der Krankenkasse UND von meiner Neurologin an. Als ich letzteres gelesen habe, war klar dass das Problem der mangelhafte Antrag war. Da wurden relevante Diagnosen vergessen. Da fehlten Kreuzchen oder waren so gesetzt, dass es völlig widersprüchlich war. Habe dann selbst einen Widerspruch verfasst, der innerhalb von 1,5Wochen bewilligt wurde (Ich fahre dann auch schon demnächst).

Ich wünsche der Mutti trotzdem alles Gute und das sie zu ihrem Recht kommt.

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