file Frage Dysbalance Neurotransmitter und überaktive Blase

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1 Woche 3 Tage her #53472 von martinK
Hallo zusammen

Ich habe vor einigen Monaten über meine Darmuntersuchungen im Zentrum für Darmgesundheit "Nutricum" in Luzern geschrieben:

www.inkontinenz-selbsthilfe.com/forum/64...-der-darmflora#52820

Nun wurden als weitere Untersuchungen ein Laktulose Atemtest und eine Urinuntersuchung, in welcher die Balance der Neurotransmitter im Körper untersucht wurde, durchgeführt. Beide Untersuchungen deuten darauf hin, dass ein signifikantes Ungleichgewicht vorliegt, im Sinn, dass im vegetativen Nervensystem die Aktivität des Sympathikus stärker angeregt wird als jene des Parasympathikus. Konkret heisst dies, dass der "antreibende" Teil des vegetativen Nervensystem bei mir aktiver ist als der "beruhigende" Teil.

Es gibt nun natürlich erstmal keine schlüssige Erklärung für diese Beobachtung, ebenfalls passt die Diagnose nicht uneingeschränkt zu meinen Erfahrungen im Alltag. Ich fühle mich nicht überdurchschnittlich gestresst, schlafe eigentlich gut und achte darauf, dass ich mich dazwischen etwas erhole. Die Ärztin, welche mich am Nutricum betreut, meinte, dass diese Dysbalance der Neurotransmitter durch die Nervenentzündung oder - reizung verursacht werden könnte, welche mit meiner Autoimmunkrankheit zusammenhängt.

Auch wenn noch vieles unklar ist und ich die Resultate mit meiner Neurologin besprechen möchte, könnte dieses Ungleichgewicht der Grund für meine überaktive Blase mit ungehemmten Detrusorkontraktionen und überhöhtem Blasendruck sein. Bis anhin hatte ich den Eindruck, dass meine Neuropathie sich vor allem im sakralen Bereich manifestiert, was erklärt, dass ich keine Kontrolle über den Blasenschliessmuskel habe, aber nicht, weshalb meine Blase "spinnt". Es gab in der Vergangenheit immer wieder mal Anzeichen dafür, dass mein vegetatives Nervensystem durcheinander ist, zum Beispiel weil die Verdauung eine Achterbahn durchlief, ich den Puls beim Sport nicht hochbrachte oder der Blutdruck in den Keller fiel und mir schwindlig wurde. Aber nun scheint es eine zumindest plausible Erklärung für diese Phänomene und die überaktive Blase zu geben.

Die Ärztin schreibt in ihrem Bericht von "oxidativen und nitrosativen Stress" und empfiehlt neben einigen Nahrungsergänzungsmitteln (5 HTP 50 mg für die Erhöhung des Neurotransmitters Serotonin, L Lysin und Sandopal für die Stärkung des Immunsystems) eine Ozon Therapie, von welcher sie sich eine Reduktion des oxidativen und nitrosativen Stresses verspricht. Mit der Einnahme der Nahrungsergänzungsmittel habe ich vor einigen Wochen begonnen, merke abgesehen von einer möglichen Stabilisierung meiner Verdauung weder einen positiven noch einen negativen Effekt. Die Ozon Therapie möchte ich mit der Neurologin besprechen und dann allenfalls versuchen. Die Wirkung der Methode ist umstritten, meines Wissens nach gibt es keinen klaren klinischen Beweis, dass sie etwas bringt und mögliche Risiken möchte ich verstehen, bevor ich mich auf so etwas einlasse.

Insgesamt geht es mir derzeit aber gut. Die Blase ist so wie in den letzten 11 Jahren unkontrollierbar, aber immerhin kann ich gut entleeren und kämpfe nicht mit Harnverhalt oder Blasenkrämpfen. Die Stuhlkontrolle ist derzeit wieder mal sehr gut, keine Unfälle und kaum Stuhlschmieren. Ich muss zwar gleich reagieren, wenn ich Stuhldrang spüre, aber derzeit ist das kein Problem, weil ich nur einmal pro Tag Stuhldrang spüre und dies meistens am Morgen zu Hause geschieht.

Ich weiss noch nicht, wohin diese Reise mit der Untersuchung der Neurotransmitter und vorgeschlagenen Behandlung führen wird, wollte die Ergebnisse aber mit Euch teilen. Es gibt immer wieder Leute, welche hier von einer überaktiven Blase schreiben, deren Ursache nicht klar ist. Vielleicht gibt mein Beitrag neue Impulse, dass die Untersuchung einer überaktiven Blase sich nicht auf die (Neuro)-Urologie beschränken muss. 

Auf alle Fälle werde ich mit der Immunglobulintherapie (Privigen) weitermachen. Dort ist der positive Effekt auf meine Neuropathie erwiesen, im Sinn, dass ich weniger neurologische Schübe habe und mich schneller und besser von den Schüben erhole als in der Zeit vor der Therapie. Verglichen zu früher sind meine Empfindungsstörungen viel geringer. Nur der Blasenschliessmuskel ist komplett taub, und es es für mich unklar, weshalb die Therapie da bis anhin gar keine spürbare Verbesserung gebracht hat. Grosser Nachteil dieser Therapie sind die hohen Kosten.

Herzliche Grüsse
Martin

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