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Bin im Moment total frustriert und weiss nicht weiter

08 Mär 2007 13:19 #1 von Bobby
Hallo zusammen,
eigentlich hätte ich nie gedacht, mal diese Zeilen schreiben zu müssen. Aber im Moment weiss ich nicht weiter.
Ich habe seit 1992 MS und bin seit einiger Zeit zeitweise stuhlinkontinent. Es macht mich wahnsinnig und ich fühle mich total hilflos und ausgeliefert. Meistens bekomme ich es noch irgendwie hin, aber gestern gabs dann doch kein Halten mehr. Es passiert meist beim Autofahren und dann relativ schnell. Ich denke, dass ich mittlerweile einen Psycho-Knacks in der Richtung weghabe. Von psychologischer Betreuung verspreche ich mir keine Lösung, schon gar nicht eine sofortige. Die bräuchte ich aber. Sonst drehe ich durch. Ein Problem bei mir ist auch noch, dass ich ohne " Animation" schlecht auf die Toilette gehen kann. Und dann wieder das krasse Gegenteil, dass es so extrem schnell geht.

Gibt es eigentlich eine medikamentöse Behandlung analog der Harninkontinenz????

LG BB

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08 Mär 2007 14:35 #2 von klaro ✝
Grüss dich, BB

Erst mal begrüsse ich dich an dieser Stelle recht herzlich.

Dass du in deiner Situation völlig verzweifelt bist, ist auch sehr gut zu verstehen. Selber ist MS eine Schwachstelle in meinem Wissen im Allgemeinen.

Dennoch weiss ich, dass einige sehr gut mit der Irriganions Methode sich sehr gut zurechtfinden. Einen dazu erklärenden Bericht hier zu findest du auf unserer Homepage,
siehe link. http://www.inkontinenz-selbsthilfe.com/ ... ation.html


Eine Variante die mir damals geholfen hat, als ich chronischen Durchfall hatte, wo ich wirklich nicht mehr aus dem Haus konnte deswegen, war dann die Einnahme des Metamucil Pulvers ( ugs. Flohsamen). Dies wird zwar eher und fast nur zur abführenden Wirkung verordnet, wirkt aber, wenn es mit weniger Wasser eingenommen wird, bindend, Stuhl Konsistenz bindend. Dies war vor rund 3 Jahren meine aller erste Chance. ( wirkt bei Verstopfung und bei zu dünnem Stuhl, könnte ich mir bei dir vorstellen, weil du mal eher dünn, mal eher zu Verstopfung neigst)

Frage ist nun, wie den die Stuhlbeschaffenheit bei dir ist? Ob eher dünn, nehme ich mal an, wenn’s beim Autofahren beim sitzen , dir auch passiert.

Ich weiss halt auch nicht, wie neu du dich hier bei uns am mitlesen beteiligst, oder ob du dich mit dem Thema schon häufiger auseinandergesetzt hast oder nicht, daher verschiedene Varianten.


Zusätzlich zur analen Irrigation verwenden Anwender dieser Methode etwa mal noch Analtampons. Hier auf diesem link der Firma Coloplast, kannst du drüber nachlesen.

http://www.coloplast.de/ECompany/DEMed/ ... EWDOCSBYID )/174349F2980D3D92C1256F3900288C39

Weitere Idee, ich weiss ja nicht, WIE du noch was für Medikamente sonst noch nehmen musst.
Mir half dann zusätzlich ein Schmerzmittel z. B das ich benutzte, und in seiner Nebenwirkung sehr stark Stuhl stopfend wirkt. Diese Erfahrung habe ich nun auch mit einem weiteren Medikament erlebt, was ich als Stuhl Inkontinente als sehr tollen Nebeneffekt finde. Mir zu einer tollen Hilfe dient und ich grossenteils so Stuhlkontinent sein kann.
Auch dies würde sich lohnen, mal mit dem Arzt drüber zu reden.

Ich weiss nicht, es spielen oder helfen auch ernährungs- technisch einige Faktoren mit rein.


Weil ich selber auch sehr variabel bin im Stuhlgang Problem, es mal so mal so ist, habe ich zur *Sicherheit* auch immer clissiers zu Hause. Die sind zwar vom Arzt verordnet, muss ich aber dennoch selber bezahlen- Aber wenn die Verstopfung zu arg ist, bin ich krass froh für die kleinen Einläufchen, die dann sehr schnell und schmerzlos den Kloss lösen und den Darm entleeren.


Matti hat eben eine sehr gute Seite eingestellt unter der Rubrik Pflege. Den solltest du dir mal durchlesen, dort ist auch über die Ernährung geschrieben, was eher stopfend und was für dein Problem eher gemieden werden könnte.

Toll , dass du hier Mut gefasst hast, mal nachzufragen. Ich hoffe, es kann dir hier bei uns etwas geholfen werden.

Es gibt sicher sehr viele Möglichkeiten, das schwierigst ist aber jeweils, für sich selber, das RICHTIGE zu finden.

Da hilft meist nur eins... ausprobieren...

Zur 2.Frage „analog Harn Inkontinenz „ wissen andere wohl treffender Bescheid als ich.

Ich verbleibe mal mit internetten Grüssen, klaro :roll:

Ps: falls du noch weitere Angaben machen könntest, kann dir sicher effektiver geholfen werden. Je mehr wir hier wissen und vernehmen, je grösser ist die Chance, die passendere Beratung oder Hilfe zu erhalten.

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08 Mär 2007 17:21 #3 von Günni
Herzliche Grüsse BB

Erst einmal viele Grüsse auch von mir. Es ist doch schon einmal sehr gut das Du dich hier im Forum angemeldet hast. Das ist doch ein großer Schritt aus der Isolation heraus. Hier bist Du gut aufgehoben, es gibt viele ähnliche Krankheitsbilder, die sich bestimmt auch noch zu Worte melden.

klaro ist wie immer die fleißigste, unser guter Geist, die sich immer kleiner Macht als sie ist. Aber sie macht sehr sehr viel für die "Neuankömmlinge" und gibt ihnen Mut sich hier dem Forum anzuvertrauen!
Dies macht sie auch besonders im Chat!

:wink:

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09 Mär 2007 21:05 #4 von Bobby
Guten Abend,

ich möchte mich ganz herzlich bei Euch für die schnellen Antworten bedanken. Ich habe im Moment ganz wenig Zeit. Werde mich aber nächste Woche nochmal melden.
Bis dahin LG
BB

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09 Mär 2007 21:50 #5 von klaro ✝
bitte Bobby, gern geschehen

wenn du wenig Zeit hast ist das ein sehr gutes Zeichen, dann hat Frust dann eher wenig (er) :P Platz.

Danke auch für dein kurzes Feedback.

Viel Kraft , Mut und lass dich nicht entmutigen.

Es gibt für alles Mittel und Wege.. nur muss man sie finden.

wünsche dir eine aufgestellte Zeit, klaro :?

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24 Mär 2007 16:05 #6 von Bobby
Hi,

ich wollte mich ja nochmal melden. Im Moment habe ich die Sach so leidlich im Griff, da ich mit allen Mitteln versuche, den Darm zu entleeren bevor ich das Haus verlasse. Gerade unter Zeitdruck fällt mir das unheimlich schwer..... Die Geschichte mit dem "Einlauf" würde die Sache sicher vereinfachen, allerdings nimmt man doch so dem Körper die letzte Möglichkeit, es allein zu schaffen und irgendwann geht dann gar nix mehr ohne Hilfe, oder???? Es ist wie bei Kompressionsstrümpfen. Irgendwann ist das Bindegewebe ganz verschwunden, da es ja keine Aufgabe mehr zu erfüllen hatte.....Und dann? Ich schätze die Situation bei mir nicht ganz hoffnungslos ein. Deshalb will ich im Moment noch nicht zu solchen Dingen greifen. Ich muss nur meine Angst und meine Panik irgendwie in den Griff kriegen. Und da liegt das Problem. Sobald ich das Haus verlasse und vorher nicht auf der Toilette war, begint das Drama. Und die Panik forciert das Ganze so, dass es wohl wieder passieren würde, auch wenn ich eigentlich noch gar nicht gemußt hätte. Tja, hier stehe ich nun mit meinem Talent und weiss eben nicht weiter....
Hat noch jemand eine Idee???

LG und ein sonniges Woe
BB

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26 Mär 2007 01:10 #7 von Gudrun
Hallo Bobby,

ich mache seit 4 Jahren Irrigation und mein Darm hat noch nicht verlernt, selbständig zu arbeiten (leider, denn wenn ich ihn alleine machen lasse, besteht die Gefahr, daß die Entleerung genau dann passiert, wenn ich es nicht gebrauchen kann). Durch das Einbringen des Wassers wird ein Dehnungsreiz hervorgerufen, der den Darm anregt, sich zu entleeren. Dadurch entsteht keine Gewöhnung, jedenfalls bei mir nicht.

Ich muss nur meine Angst und meine Panik irgendwie in den Griff kriegen. Und da liegt das Problem. Sobald ich das Haus verlasse und vorher nicht auf der Toilette war, begint das Drama. Und die Panik forciert das Ganze so, dass es wohl wieder passieren würde, auch wenn ich eigentlich noch gar nicht gemußt hätte. Tja, hier stehe ich nun mit meinem Talent und weiss eben nicht weiter....


Genau das kenne ich auch. Jahrelang habe ich jeden Tag, bevor ich das Haus verlassen konnte, Ewigkeiten auf der Toilette verbracht. Am Morgen vor der Arbeit 5 – 6 mal aufs Klo war normal. Aber sicher war ich dann immer noch nicht. Spontane Unternehmungen waren unmöglich. Die Unsicherheit und Angst vor einem „Unfall“ führten dann dazu, dass sich die Darmtätigkeit genau dann verstärkte, sobald ich aus dem Haus war. Ohne Irrigation geht es mir eigentlich immer noch so, aber mit Irrigation habe ich tagsüber meistens „frei“.

Ein Nachteil der Irrigation ist der hohe Zeitaufwand, ca. 45 bis 60 Minuten.

Eine andere Möglichkeit wäre für Dich vielleicht auch die Benutzung von Analtampons.

Viele Grüße
Gudrun

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26 Mär 2007 20:40 #8 von klaro ✝
Doppelt genäht hält besser :wink:

hallo BB.. ist evtl DOCH eine überlegung wert , was meinst??

--
Gudrun hat richtig geschrieben.
**Durch das Einbringen des Wassers wird ein Dehnungsreiz hervorgerufen, der den Darm anregt, sich zu entleeren. Dadurch entsteht keine Gewöhnung**

„Irgendwo zwischen dem Haus verlassen und vorher nicht auf der Toilette war, beginnt das Drama“
andererseits siehst du nur schwarz, dass sich Irrigation dann für IMMER und EWIG beibehalten muss.

Ich würde dir gerne raten, den Hausbesuch eines Mitarbeitenden von der Firma Coloplast bei dir vorbeikommen zu lassen.

Denn als ich am Patientenschulungstag in Nottwil war, am 4.Dezember, haben Firma Coloplast Mitarbeiter GENAU das Gegenteil gesagt. ( Siehe oben Gudruns Aussage, sie sagt dasselbe aus, wie die Firma auch bestätigt)

DASS eben MIT der Irrigation,dem Einlauffen lassen von bestimmter Wassermengen die Darm Peristaltik (Dehnen, Zusammenziehen) angeregt und gefördert werden sogar. Es also NICHT zu einem inaktiven Darm führt.

Hier würde ich dir raten, dich besser, fachlicher beraten zu lassen.

Du kannst dich entscheiden, zwischen ständiger Unsicherheit oder

Mehr Zeitaufwand mit Irrigation, dafür völlige Sicherheit den ganzen Tag.

Nun denn, wer die Wahl hat, hat die Qual, die 3.Variante ... ändere nichts. Aber ärger dich dann auch nicht.

Eine weitere Variante ergibt sich je nach je durch Anal Tampons, welche wiederum aber NICHT für alle Stuhlinkontinenzformen gleich gut wirken, auch da muss man sich durchtesten.

Oft muss man was wagen, denn erst DANACH kann man selber sich ein Bild machen und urteilen. W¨ünsche dir viel Mut, denn Sicherheit ist ein wesentlicher Bestandteil für Inkontinenz Betroffene.

Suche, versuche, erprobe und finde deinen gangbaren Weg. Viel Mut und Kraft dabei

klaro :wink:

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27 Mär 2007 09:19 #9 von Chris08
Hallo BB,

schön dass du hier "angekommen" bist.

Ich bin seit einem Unfall 2001 Harn und Stuhlinko. Durch Akupunktur habe ich die Sache so einigermaßen "im Griff". Was ich völlig anders als du sehe, ist die Sache mit dem Psychologen. Wie du schon gemerkt hast - es ist offensichtlich ein psychologische Problem. Auch ich kannte das, dass ich vor dem Verlassen des Hauses erst noch mal auf das Toi bin etc. Das alles hat sich gelegt, seit ich für mich akzeptiert habe, dass sich eben meine Gesundheit verändert hat und ich damit leben muss, dass es so ist, wie es ist. Dabei hat mir ein Psych sehr weitergeholfen.

Was hat sich denn verändert ?? - bin ich ein Anderer Mensch geworden - haben sich meine Eigenschaften verändert - nein - es hat sich eine "Kleinigkeit" in meinen Nerven verändert - weiter nichts.

Sieh es doch einmal so - wenn du einen Sehfehler entwickelst, dann gehst du zum Augenarzt oder Optiker und bekommst eine Brille - fertig. Du hast MS und die wird sicher nicht mehr entscheidend besser, also - je eher du dich innerlich mit der "neuen Situation" anfreundest, um so besser. Da kann ein Psychologe entscheidende Hilfestellung geben.

Übrigens noch so ein kleiner Trick am Rande - das Gefühl durch meine "besondere Unterwäsche" geschützt zu sein, hat erheblich dazu beigetragen, dass ich in der Öffentlichkeit wieder sehr sicher auftreten kann und glaube mir - es sieht niemand und wenn doch einmal etwas "passiert" - auch das bekommt normalerweise nur meine Frau mit.

Ich hoffe, dir ein paar Anregungen gegeben zu haben

Chris

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27 Mär 2007 21:37 #10 von Bobby
Hallo Klaro, hallo Gudrun, hallo Chris,
danke für Eure Antworten.

Wenn so eine Irrigation fast eine Stunde dauert, dann fällt sie für mich aus. Stehe so schon früh um 04 Uhr auf, habe ausserdem eine kleines Kind zu betreuen und eben nicht die Masse Zeit. Meine Panik tritt übrigens nur dann auf, wenn ich irgendwo pünktlich sein und dort auch wirklich erscheinen muss. Auf dem Rückweg von der Arbeit oder wenn ich so unterwegs bin und bei einem Unfall sofort nach Hause fahren könnte, ist auch alles gut. Mit Psychologen habe ich bisher noch nie so richtig gute Erfahrungen gemacht. Deswegen schiebe ich die Suche nach dem passenden auch so weit von mir. Wer hat Dir Deinen empfohlen, Chris ? Mein nächstes Problem ist, dass ich immer noch inkognito mit der MS unterwegs bin. So viele Erklärungen wie ich manchmal bräuchte, gibt es einfach nicht. Wenn es so richtig sichtbare Zeichen geben würde, müsste ich mich wohl outen, aber bis jetzt klappt das Theaterspielen doch noch ganz gut. :wink:

Seid lieb gegrüßt
BB

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