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Änderung Passform bei der Abri Form X-Plus air?

29 Apr 2013 11:32 - 29 Apr 2013 11:34 #21 von eckhard11 ✝
....über eines müssen wir uns klar sein :
Der männliche “mobile” Inkontinente steht bei den Herstellern von entsprechenden Hilfsmitteln ganz sicher nicht im Fokus.
Für eine Massenfertigung und den damit verbundenen Änderungen sind die Mobilen ganz einfach zu wenige.
Dabei wäre eine entsprechende Änderung der Vorlagen so einfach......

Die Hersteller legen ihren Fokus eindeutig auf die Bewohner von Alters-und Pflegeheimen sowie auf die Krankenhauspatienten.
Dort wird richtig Umsatz gemacht, dort können die Hersteller ihre Gier befriedigen.
Erbärmlich primitive Produkte dranklatschen, kurzfristig entsorgen, neue, wiederum erbärmlich primitive Vorlagen drangeklatscht, fertig.
Für diese “Hilfsmittel” gibt es - je nach Schwere der Inkontinenz - unterschiedliche Farbkennzeichnungen, damit das sogenannte Pflegepersonal nicht erst lange suchen muss.
Ob dieses Hilfsmittel ausreicht, steht auf einem ganz anderen Blatt, es wurde durch die Pflegeleitung in Absprache mit Onkel Doktor festgelegt und damit hat es sich.
Ratsch, abgerissen, klatsch, neue Vorlage drangepappt, “in zwei Tagen sehen wir uns wieder.”
Und glaubt man nicht, dass ich übertreibe, manche Senioren/ Pflegebedürftige werden drei/vier Tage in ihren Ausscheidungen liegengelassen.
( Die Hilferufe verzweifelter Abgehöriger in entsprechenden Foren sprechen Bände.... )

Dies wiederum entspricht nicht der Mentalität der Hersteller, welche - natürlich - gern hätten, dass jeder Bewohner mehrfach täglich eine neue Vorlage bekommt. Nur dies steigert Umsatz und Gewinn.
Dafür aber reicht das Pflegepersonal nicht. Zu teuer, zu aufwändig, ergo Gewinnminderung.
Hier beisst sich die Katze in den Schwanz.....

Ich jedenfalls habe mir vorgenommen :
Bevor ich in ein deutsches Pflegeheim, ( da sei Gott vor ), zwangseingewiesen werden sollte, werde ich mich umbringen.

Hinsichtlich Hartmann :
Ich war mit Matti da.
Aufnahmefähigkeitsprüfung einer Vorlage :
Die Vorlage wird trocken gewogen.
Dann wird sie für einige Sekunden in eine “Ersatzflüssigkeit” getaucht, herausgezogen und zum Abtropfen aufgehängt.
Wenn kein Tropfen mehr herunterfällt, wird die Vorlage wieder gewogen.
Klatschnass, aber tropfenfrei.
Der Gewichtsunterschied ergibt die Aufnahmefähigkeit.
Einfach, komplikationslos und äusserst schwachsinnig.
Aber so schaffen es die Hersteller, eine Vorlage, die max. eine Volumenaufnahme von - sagen wir - 600 ml hat, mit 2.000 ml anzupreisen und entsprechend zu verkaufen.
( Wer läuft schon mit einer derartig vollgeschifften Vorlage herum ? )
Erbärmlich.
Wir hatten Hartmann seinerzeit darauf hingewiesen.
Man sah uns an, als wären wir etwas beschränkt und ging nicht weiter darauf ein.

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29 Apr 2013 12:41 - 29 Apr 2013 13:10 #22 von matti
Hallo Eckhard,

Die Hersteller legen ihren Fokus eindeutig auf die Bewohner von Alters-und Pflegeheimen sowie auf die Krankenhauspatienten.


Dies würde ich für die Deutsche Situation nicht mehr uneingeschränkt unterschreiben. Vielmehr legen die Firmen mittlerweile ihren Produktschwerpunkt auf Selbstzahler bzw. Zuzahler.

Schau dir doch mal die Werbung für Inkontinenzhilfsmittel an. Schau dich in den Regalen der Supermärkte oder in den Auslagen der Apotheken um.

Premiumprodukte, welche die Benutzer möglichst selbst kaufen sollen. Dies kommt dem Benutzer, wie wir auch hier feststellen, doch sogar sehr entgegen, muss der Benutzer doch den Weg zum Arzt gar nicht mehr gehen. Diskret lässt sich die Problematik kaschieren, verheimlichen und vertuschen.

Tja, und wenn der Leidendruck dann doch zu hoch wird, "schlagen" die verzweifelten Menschen hier auf. Erfahren erstmals von Therapieoptionen und Hilfsmittelalternativen.

Die Versorgung von Pflegeheimpatienten bringt evtl. noch durch die Masse Umsatz, aber bei Ausschreibungssummen von unter 20 Euro dürften hier Gewinnbegrenzungen greifen. Gerade deshalb sind ja die mobilen Selbstzahler so attraktiv.

Der von dir beschriebene Test findet immer noch statt. Allerdings geht es nicht mehr um die 4 Liter Windel, sondern um 1,5 Liter Windel. Die würde ja für 2 Blasenentleerungen ausreichen und hätte evtl. noch Reserven. Nur zeigte bereits sich bei der 4 Liter Windel (was eh völlig absurd ist, weil dies 6-8 Blasenentleerungen entspräche und für die Praxis daher schon immer völliger Unfug wahr), dass die Volumenangabe mindestens 60-80% über den Praxisbedingungen lag.
Das gleiche Problem tritt jetzt bei der 1,5 Liter Windel auf. Sie hält in der Praxis nicht einmal einer 500ml Entleerung stand ist aber von den Kassen und Herstellern als 1,5 Liter Windel eingestuft.

Ich war erst im März wieder in einer Pflegeeinrichtung. Jeden Tag stand eine schwer geistig eingeschränkte Bewohnerin aus ihrer Hollywoodschaukel (wirkte sehr beruhigend, wurde aber auch ein wenig als "Abstellmöglichkeit" genutzt) auf und fast immer war ihre Hose klitschnass oder von mir aus auch klatschnass.

Ich habe mal nachgefragt und mir wurde gesagt, dass die Kasse ausschließlich Vorlagen zahlen würde, weil der Arzt ein Toilettentraining für sinnvoll halten würde und ein grundsätzlicher Toilettengang möglich wäre.

Ja, wäre schon, aber 2-3 Pflegekräfte für 25 Bewohner, sagt schon aus, wie häufig der durchaus geplant durchgeführte Toilettenbesuch häufig zu spät kam.

Mehrmals wöchentlich waren die Therapeuten mit Sitzungen und unendlichen Palaver beschäftigt, natürlich alles zum Wohle der Bewohner. Das die Arbeit am Bewohner in Wirklichkeit das beste Handeln wäre, wird todbürokratisiert. Dies lag nur im sehr geringen Teil an verpflichtender Bürokratie und/oder Dokumentation.

Die Bewohner wurden in dieser Zeit durch Auszubildende oder FSJler "betreut". Nachdem der ausgebildete Therapeut wieder in der Gruppen- oder Einzelbetreuung anwesend war, wurde sich natürlich über die Sitzungen untereinander ausgetauscht. Glaubt mir, in 90% der Fälle waren diese völlig überflüssige und in die Länge gezogene Prabelstunden, bei denen die Anwesenheit der Therapeuten nicht im geringsten (zumindest nicht über den kompletten Zeitraum der Sitzungen) nötig gewesen wäre.

Natürlich wurde das "Brainstorming" ausgiebig begrüßt, ist ja auch wesentlich angenehmer als sich mit dem eigentlichen Arbeitsauftrag, dem behinderten Menschen, auseinander zu setzen oder zumindest zu beschäftigen.

Über allem steht die Diakonie, welche es alle 14 Tage Sonntags natürlich nicht versäumt, die Bewohner alle im Rollstuhl in einem Kreis zu parken, um sich vom lieben Gott berichten zu lassen.

Davor und danach werden die Leute entweder im Bett gelassen, um 11 Uhr am Vormittag mit viel Glück gewaschen, oder sie stehen ohne jegliche Betreuung abgestellt im Foyer.

An den Wochenenden treten dort Aggressionen unter dem Bewohner auf, die man sich nicht vorstellen kann. Nicht wenige können sich aus eigener Kraft, von der Stelle an der sie morgens abgestellt wurden, nicht selbstständig entfernen. Kein Mensch ist für sie da und so starren sie den ganzen Tag an die Wand, oder "reiben" sich gegenseitig, mit wachsender Aggression, an den anderen Bewohnern.

Betreuungen am Wochenende werden nur sehr unregelmäßig angeboten und das pflegende Personal ist noch stärker reduziert. Baden oder Duschen (eh nur einmal die Woche möglich) findet am Wochenende nicht statt. stark mobilitätseingeschränkte oder geistig Behinderte erhalten einen "erholsamen" Tag im Bett.

Normalerweise sollte man tatsächlich nach Eckhards Vorhaben handeln, wenn es den einmal dauerhaft soweit kommt.

Alternativ wollte ich einmal ein anderes Pflegeheim nutzen. Auf meine E-Mail Anfrage, in dieser der gewünschte Zeitraum und der Wunsch nach einem Einzelzimmer mitgeteilt wurde, erhielt ich die Rückantwort: "Haben wir nicht, fertig".
Nicht so nach dem Muster "Vilen Dank für Ihre Anfrage. Mit Bedauern müssen wir Ihnen mitteilen...“

An was liegt eine so leidenschaftslose Antwort? An der Tatsache das es sich im Bereich der Jungen Pflege sozusagen um einen Monopolisten in unserer Region handelt. Die Zu- und Einweisungen bzw. der Bedarf ist Höher als die Kapazität. Man muss also niemanden hinterherlaufen, das Haus wird auch so voll.

Würde man dort als Kurzzeitpflegebewohner unterkommen, müsste ein dort dauerhaft Wohnender Platz in SEINEM Zimmer machen.

Man stelle sich dies einmal vor. Du warst selbstständig, beruflich erfolgreich, hattest vielleicht Haus, Frau und Kind.
Dann kommt der Schlaganfall oder ein Unfall. Du musst den Rest deines Lebens auf 20qm verbringen, hast so gut wie keine Privatsphäre und sollst dann auch noch mit einem Kurzzeitgepflegten 14 Tage das einzig kleine Reich was dir noch verbleibt teilen.

Alleine aufgrund dieser Tatsache würde ich niemals auch nur einen Fuß in dieses "Ensemble" setzen. Dies ist Menschenverachtend, zumindest wenn nicht der Wunsch vom Bewohner ausgeht. Am Ende des Jahres werden dann von der Betreiber gruppe Milliardengewinne veröffentlicht und wegen des "guten" Wirtschaftens den Aktionären dicke Dividenden gezahlt.

Verkehrte und verdrehte Welt, auf dennoch hohem Niveau.

Matti

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29 Apr 2013 15:47 - 29 Apr 2013 15:51 #23 von Sebald
Hallo,

ich möchte die berechtigen Klagen und Ängste jetzt nicht einfach übergehen, wollte aber nochmal was zur Ausgangsbeobachtung sagen: Ich bin, da hat Chris etwas missverstanden, 'Fußgänger', habe also ähnliche Anforderungen und kenne auch vergleichbare Inkontinenzsituationen. (Wobei ich keine Irrigation mache,sondern mit Lecicarbon über die Runden komme.)

Meine Neuro-Urologin weiss das. Aber auch bei ihr erlebe ich den Gedanken der 'Überversorgung'. Auch für sie gilt eben 'mobil braucht leichte Versorgung' - und ansonsten ISK. Wobei offiziell - also im Internetauftritt der Praxis - auch nochmal das Müllvermeidungsargument kommt. Aber das gilt für die dort zu behandelnde Inkontinenz allgemein.

Ich gebe zu, dass setzt mich seitens der Ärztin schon ein bisschen unter Druck. Und wenn ich Termine bei ihr habe, ziehe ich lieber die 'leichten Sachen' an. Geht dann auch, aber wenn unterwegs dahin etwas passiert, bin ich schnell am Anschlag und irgendwie unentspannt.

Wie geschrieben, kenne ich die Molicare plus. Ebenso das von Matti beschriebene Ablösen des Fadenbündchens. Auch alles etwas komisch, wenn man bedenkt, wie teuer dieser Slip ist. Also sowohl im 'freien Verkauf' oder aber mit Zuzahlung wenn man ohnehin von Hartmann beliefert wird.

Ich hatte diesen Slip nachts genutzt. Und wenn ich wirklich sicher gehen wollte, auch mal tagsüber. Sitzen tut er sehr bequem - aber ich kann ihn halt schlecht mit meinem Alltag in Übereinstimmung bringen. Da kommt dann schon der Gedanke, dass meine Versorgung aufträgt.

Übrigens rieten mir die Mitarbeiter von Hartmann fast vehement von diesem Slip ab. Nicht anders bei Attends, die mit dem Regular Plus über ein ähnliches Produkt verfügen. Man gab mir hier das Gefühl, als würden diese Slips mehr so als Traditionsgut der Anfänge noch mitgeschleppt. Hingewiesen wurde dabei auf den fehlenden Gelkern... Q.e.d.

Beste Grüße,
Sebald

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03 Mai 2013 20:25 #24 von Chris08
Hallo Sebald, Hallo @All

sorry Sebald, wenn ich da etwas falsch mitbekommen habe, wollte dir nicht zu nahe treten oder etwas unterstellen.

Wo ich allerdings ein Problem habe ist folgendes - was eine Überversorgung ist, kann doch letztendlich nur die/der Betroffene entscheiden. Wenn da der Einfluss der Hersteller und der übrigen doch im allgemeinen Nichbetroffenen so groß wird, dass Betroffene so weit gehen, dass sie dann im Zweifel einen Arztbesuch "unentspannt" erleben, dann ist etwas gründlich falsch gelaufen. Nach meiner festen Überzeugung bestimme immer noch nur und ausschließlich ich selbst, was für mich richtig ist und wenn ichmich in einer etwas "dickeren Verpackung" wohler fühle, weil ich eben die Reserven habe, die mich entspannt ads Leben genießen lassen, dann ist das ausschließlich meine eigene Sache, der Arzt hat ja im Zweifel auch nicht die Zeit und/oder die Kenntnisse, damit ich mir ihr/m ggf. besprechen kann, wie ich in einer bestimmten Situation besser klar kommen kann!! - insofern - selbstbestimmt ist immer noch SELBST bestimmt und eben nicht von Außen beeinflusst.

Ich sehe es übrigens keineswegs so, dass die wirtschaftlich relevanten Umsätze mit Großeinrichtungen gemacht werden - sicher tragen auch diese an der Wirtschaftlichkeitsgrenze betriebenen Umsätze zum Deckungsbeitrag bei, aber .. - Ecki weiß schon, was ich meine. Die von Matti genannten privaten Zu- und Aufzahler, die bringen die Gewinne und warum bekommen die objektiv immer schlechtere Produkte ?? Fertigungsfehler mal ganz außen vor - die Qualität wird generell schlechter oder am Verbraucer vor bei produziert!! - s.o.

Wenn ich mir die hier dargestellten Realitäten noch einmalvor Augen führe - insbesondere, was Matti "aus dem Pflegealltag" berichtet, dann gaust es mir, dann ist "EXIT" möglicherweise wirklich der einzig richtige Weg, aber...

Da kommen wir in einen ethisch/philosophischen Bereich, es ist sicher interessant das zu diskutieren, aber dann sind wir weit weg von der Ursprungsfrage und die war nun mal was hat sich geändert und ggf. wieso.

Ich denke, was das angeht ist mittlerweile klar, dass den Informationen von offizieller Seite kaum zu trauen ist, weil gezielte Desinformation betrieben wird, oder bei den Herstellern die "Kommunikatoren" auch nicht wissen, was tatsächlich vor sich geht. Wie gut das es die Foren gibt, wo sich aus der Breite der Anwender dann doch ein einigermaßen objektives Bild rekonstruieren läßt.

Für mich bestes Beispiel für das Chaos ist Attends mit der Active und der Bezeichnung der Saugstufe M10.

Machts gut

Chris

P.S. wir waren ein paar Tage unterwegs, ohne Netz!!! - daher erst jetzt die Reaktion

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04 Mai 2013 08:24 - 04 Mai 2013 08:25 #25 von Sebald
Hallo Chris,

und von meiner Seite schnell noch ein paar Bemerkungen:


- die 'Entspanntheit' erkauft man sich dann aber eben durch jene privaten Zuzahlungskosten, die die Kohle reinbringen. Den von Dir genannten Slip hätte ich bei Hartmann für etwa 50€ den Monat erstehen müssen. War mir auf Dauer irgendwie zuviel.

- ich kann mir sicher meinen eigenen 'Versorgungsstandpunkt' schaffen - und bin dort auch unabhängig davon, was die Hersteller mir erzählen. Gegen die Arztmeinung bin ich da aber nicht so ganz immun: a) will man ja weiterhin in der Ärztegunst bleiben: man braucht ihn/sie schließlich; b) ist es der Arzt, der die Rezepte ausstellt (okay, hier übernimmt die Urologin die Katheter und der Hausarzt die Slips); c) sind diese Hinweise auf Überversorgung zwar immer nett gemeint und vorgebracht, sie sind dadurch aber nicht weniger konkret. Meistens kommt das so: "Ach, Sie haben einen Slip an. Das bräuchten Sie doch eigentlich nicht. Gerade als Mann. Da gibt es doch viel kleinere Sachen. Viele meiner Patienten halten sehr an ihrer Windelversorgung fest, obwohl sie die gar nicht so bräuchten. Das verstehe ich immer nicht..."usw. - Gut, dass mag jetzt meine spezielle Situation sein.

Beste Grüße,
Sebald

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04 Mai 2013 10:52 - 04 Mai 2013 10:55 #26 von matti
hmm Sebald,

dann möchte ich doch einmal meinen Standpunkt darstellen:

zu Punkt a)

will man ja weiterhin in der Ärztegunst bleiben: man braucht ihn/sie schließlich


Für mich zählt in einem Arzt/Patientenverhältnis immer eines ganz besonders: Vertrauen, und zwar auf Gegenseitigkeit bezogen. Ganz sicher werde ich nicht die Gunst des Arztes mir damit "erkaufen", dass ich ihm unwidersprochen gefallen möchte. Dann würde etwas in der "Beziehung" nicht stimmen.

Das Erstgespräch mit meiner Hausärztin lief vor ca. 4 Jahren in etwa so: Vorstellung meiner Person und meines Krankheitsbildes. Kurze Darstellung meiner persönlichen Lebenssituation und meines Umfeldes.
Klarer Hinweis an meine Ärztin, dass ich zu keiner Zeit eine Diskussion mit ihr führen werde, dass beispielsweise eine Verordnung von 2-4 mal Physiotherapie/Woche ihr Budget belasten würde oder der dritte, vierte Besuch in einem Quartal sich wirtschaftlich für sie nicht mehr rechnen würde.
Danach waren die Fronten und die Geschäftsbeziehung geklärt und es funktioniert seit dem ausgezeichnet.

zu Punkt b) ist es der Arzt, der die Rezepte ausstellt

Sind weder Katheter noch saugende Produkte budgetrelevant, weil sie unter Hilfsmittel fallen.

zu Punkt c)

sind diese Hinweise auf Überversorgung zwar immer nett gemeint und vorgebracht, sie sind dadurch aber nicht weniger konkret.


Gehe ich einmal davon aus, dass der behandelnde Arzt in der Regel keine persönlichen Erfahrungen mit der Verwendung von Inkontinenzhilfsmitteln hat. Wenn ich Zeit und Lust hätte würde ich ihm meine Situation darstellen, warum und wieso ich gerade diese Versorgung verwende (verwenden möchte/muss). Aus Punkt a) ergibt sich diese Situation aber zumeist erst gar nicht. Ansonsten würde ich Chris zustimmen:

der Arzt hat ja im Zweifel auch nicht die Zeit und/oder die Kenntnisse, damit ich mir ihr/m ggf. besprechen kann, wie ich in einer bestimmten Situation besser klar kommen kann!! - insofern - selbstbestimmt ist immer noch SELBST bestimmt und eben nicht von Außen beeinflusst.


Mich in meiner Versorgung einzuschränken um meinen Arzt zu gefallen (der bequeme Patient) kommt für mich nicht in Frage. Man könnte noch das Argument der "Belastung" einer Solidargemeinschaft anfügen.

Dazu: Die Kassen machen Milliardenüberschüsse, mein "schlechtes Gewissen" hält sich extrem in Grenzen.
Zudem handelt es sich um eine Versicherungsleistung. Versicherungen schließt man in der Regel ab, um im Schadensfall (Versicherungsfall) die vereinbarten Leistungen zu erhalten. Kein Mensch würde bei einer KFZ-Vollkaskoversicherung den verbeulten Kotflügel unrepariert lassen, nur um die Versicherung nicht zu belasten, oder als "guter" Kunde zu gelten.

Die Versicherungsbedingungen der GKV sind durch die Gesetzgeber in den letzten Jahren stetig zu meinen Ungusten verändert worden. Irgendwo hört meine Bereitschaft zur Einschränkung dann auch mal auf.

Matti

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04 Mai 2013 13:22 #27 von Sebald
hmm, Matti,

klare Worte. Auch die Aushandlung der 'Geschäftsverhältnisse' finde ich recht handfest.

Um es mal so zu sagen: Ich nicke nicht alles ab, was der Arzt mir sagt. Ich habe (relativ) klare Vorstellungen davon, was ich will (Heilmittel, Hilfsmittel) und was nicht. Und ich kriege diese auch. Das mit dem Budget haben meine Ärzte hier durchaus auf der Reihe.

Auf der anderen Seite spricht man viel miteinander, ist man als Experte für die eigene Krankheit schon irgendwie anerkannt, findet man oft zu einem freundschaftlichen Ton. Und eben in dieser Situation kommt es dann zu Einschätzungen, wie der von mir genannten. Und wenn mein Arzt/Ärztin hier meint, kleinere Hülfsmittel würden es doch auch tun, dann hat sie vielerlei Argumente auf der Hand, bspw. Luftzugänglich, Müllverbrauch, Diskretion usf. Lässt sich ja alles nicht sofort aus der Welt reden bzw. schnell entkräften.

Ergo, frage ich mich dann schon, ob mein Arzt nicht recht hat, und man seinem im Grunde nett gemeinten Vorschlag nicht (zumindest probeweise) genügen soll. Beziehungsweise, wenn man das ablehnt, müsste man viel und sehr konkret von seinem Alltag berichten, und dafür reicht die Zeit dann auch wieder nicht.

Übrigens gab es letztens auch irgendeine Studie, die berichtet, dass Patienten mit einer chonischen Krankheit eben aufgrund ihrer häufigen Arztbesuche zu einer sehr entgegenkommenden Haltung neigen. Man kennt sich halt...

Beste Grüße,
Sebald

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04 Mai 2013 20:59 #28 von Chris08
Hallo Sebald, Hallo Matti,

ganz interessante Entwicklung - von "hat sich was verändert" zu im Gunde "soviel du brauchst" (Motto des aktuellen Kirchentages).

Natürlich,als "Chroniker" bin ich in einem gewissen Rahmen auf die Zusammenarbeit mit dem Doc angewiesen, aber umgekehrt geht es doch genau so - ich bin ein kalkulierbarer Faktor im Budget und - für bestimmte besonders aufwendige Gruppen gibt es auch noch Zuschläge, Minderwertigkeitsgefühle sind also völlig fehl am Platze!! Das ist nicht dein Thema!!

Wenn du (eigentlich) die bessere Versorgung brauchst, sie aber nur aufgrund von Wirtschaftlicher Aufzahlung nicht bekommst, dann ist das ein Mangel, der leicht mit einer Bescheinigung deines Arztes zu regeln ist!!

Ich bin voll berufstätig und in dieser Tätigkeit nicht immer in der Lage sofort mein Produkt zu wechseln. Daher habe ich mit einer Bescheinigung meines Arztes bei meinem Zulieferer durchgesetzt, dass ich Produkte die eigentlich deutlich Aufzahlungspflichtig sind, zum "Standard Tarif" beziehen kann (Abri X Plus Air oder Alternativ Moli Super Plus!!). In den Verträgen steht nämlich, dass die "erforderliche Versorgung" gewährleistet sein muss - zum Pauschaltarif, da zieht dann halt die Mischkalkulation oder im Einzelfall Zuschläge der Kasse.

Du siehst, es ist möglich die "Sorglos und Entspannt" Versorgung auch ohne Zuzahlung zu bekommen - einen entspannten Tag zu erleben und zumindest die "täglichen Überraschungen" so in Grenzen zu halten, dass ein (fast) normales Leben möglich sein sollte - dem mündigen Patienten sei Dank!!

Nimm dir, was du brauchst - es ist dein gutes Recht!!

Machts gut

Chris

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05 Mai 2013 08:00 - 05 Mai 2013 08:01 #29 von Sebald
Guten Morgen!

Es stimmt schon: Der Pfad hier schlägt etwas Kurven seit seinem Beginn.

Ich wollte aber nochmal kurz festhalten: Ich bin ja inzwischen (wieder) bei Attends gelandet - und komme mit deren Regular-Slip-Reihe gut und zuzahlungsfrei zurecht. Insofern bin ich auf eine spezielle Attestierung nicht unbedingt angewiesen. Mein Hausarzt würde da aber bestimmt mitmachen, wenn es denn sein müsste. - Mein 'unentspannt' bezog sich allein auf Besuche bei meiner Fachärztin, wo ich nicht jedesmal eine kleine Diskussion über Windeln führen möchte und daher für diese Situation lieber zu einer leichteren Versorgung greife.

Beste Grüße,
Sebald

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13 Feb 2014 15:55 #30 von Mogalle
Hallo erst einmal ans Forum und alle, die hier gepostet haben.

Zuerst möchte ich einen Tipp loswerden: Bezüglich der Qualität der elastischen Bündchen wurde oft geschrieben, dass sich diese durch eine schlechtere Qualität von der Folie lösen. Ich konnte beobachten, dass dieses nur dann passiert, wenn ölhaltige Cremes oder Pflegeprodukte verwendet werden. Wer nach dem Duschen keine Bodymilk oder gar Barrierecreme aufträgt sollte dieses Problem nicht kennen. Ölhaltige Pflegemittel zersetzen die Kunststoffe und die Klebstoffe.

Des weiteren gehöre ich auch zu der Gruppe, die mit der neuen Airplus Produktlinie von Abena nicht zurechtkommen. Sehr gut fand ich die Bemerkung, was ein luftdurchlässiges Vlies denn der Haut bringt, wenn in der Windel bereits Flüssigkeit aufgenommen wurde.

Auch ich habe mich in der letzten Woche damit beschäftigt einen anderen Lieferanten zu suchen und habe schon jetzt Probleme bezüglich der Zuzahlung! Bei Abena war seit der letzten Beschneidung der monatlichen Pauschale alles geregelt und ich wurde seitdem mit zwar weniger jedoch dafür saugfähigeren Produkten beliefert. Es war eine Milchmädchenrechnung, da Abena mir zwar unendlich Windelhosen mit geringer Saugfähigkeit liefen wollte und dabei anscheinend der Preis uninteressant war. Erst mit Hilfe der Krankenkasse (ein Mitarbeiter rief bei meinem Lieferanten an) konnte dem Lieferanten klargemacht werden, dass es für diesen doch günstiger ist, wenn er mir anstatt 8 dünnen Tagwindeln lieber 2 Nachtwindeln liefern würde.

Auch kann ich genau die Argumentierung nachvollziehen, dass mobile Patienten insbesondere Fußgänger lieber mit einer Windelhose vorlieb nehmen als mit einer Vorlage. Ich finde jeder sollte frei entscheiden können, für welches Produkt er sich entscheidet und welche Sicherheit er benötigt um sich wirklich sicher zu fühlen.

Und genau mit diesem Problem stehe ich jetzt der Attends-Beratung gegenüber: Manchmal ist es wirklich unglaublich, was einem so alles erzählt wird von Leuten, die sich sach- und fachkundig nennen! Da wird mir von mehreren Beratern bei Attends erzählt, dass der Saugfähigkeitsindex bei Attends eine Literangabe ist! Also würde bedeuten eine Saugfähigkeit von 10 bedeutet 1 Liter, eine Saugfähigkeit von 7 bedeutet 0,7 Liter usw. Deshalb wird auch falsch beraten, wenn gesagt wird: "Nehmen Sie ruhig die Saugfähigkeit 9, die unterscheidet sich gerade einmal um 100ml gegenüber der 10!"

Das diese Aussage völlig falsch ist wird sogar bei Attends selbst erklärt: Attends nimmt als Grundlage für die Saugfähigkeitstests nicht die nach ISO Norm, also den Tauchtest sondern hat vor knapp 10 Jahren den AZT ins Leben gerufen. AZT steht für Active Zone Test. Dabei wird geprüft, wie hoch die Rücknässungsrate und wie gut die Saugfähigkeit ist, die von Hautärzten als gering belastend für die Haut empfohlen werden. Die entscheidende Grenze liegt hier bei 15ml/m² und wird beispielsweise bei der Saugstärke 9 bereits nach ca. 340ml Flüssigkeit erreicht. Bei der 10 jedoch wird der Rücknässungswert von 15 ml/m² erst bei mehr als 800ml gemessen. Die Mitarbeiter von Attends jedoch sagen, dass die Indexzahlen dem Saugkern entsprechen. Was noch dagegen spricht, ist die Tatsache, dass bei unterschiedlichen Größen ja auch die Saugkerne unterschiedlich groß sind und dies berücksichtigen die Mitarbeiter dort nicht. Ausserdem ist Attends nun mal ein amerikanischer Hersteller. Wird nun weil in Amerika üblich die Gallone als Mengenmaß genutzt wird behauptet, dass der Saugfähigkeitsindex 10 für eine Gallone der Index 7 für 0,7 Gallonen steht? Das wäre ja ein Zuwachs von über 75%!

Ich will damit nur sagen, dass es nichts bringt, mit diesen Leuten zu reden, da ich jedesmal, wenn ich einen Versuch unternommen habe für völlig blöd hingestellt wurde und mir von dem Mitarbeiter ans Herz gelegt wurde einmal Luft zu holen. Auf der einen Seite hat er zuerst gesagt, er sei geschult worden und ein absoluter Fachmann in Sachen Inkontinenz und auf der anderen Seite wird man damit abgewickelt, dass man im Kundenbereich nicht so tief in die Materie eingeht, sowie ich nachgefragt hatte, welcher Test denn der Behauptung zugrunde liegt... Sowie ich Fakten genannt habe wurde mir gesagt, dass dies im Kundenbereich uninteressant sei.

Solchen Mitarbeitern bringt es nichts zu sagen, dass man eine neue Windel, die laut Hersteller besser ist, nicht so gut findet oder man sogar Fakten vorweisen kann, welche die Aussage des Herstellers widerlegen.

Im Moment weiß ich wirklich nicht weiter, was ich machen soll, denn Attends will 39,- EUR für 56 Stück Nummer 10 als Zuzahlung. Würde ich mir die gleichen Windeln bei Save Online bestellen, würde ich gerade einmal 44,86 € für die 56 Stück Nummer 10 bezahlen. Daraufhin sagte der Mitarbeiter: "Dann kaufen Sie sich die Dinger doch selber, wenn Sie die zu so einem günstigen Preis erhalten!" Was sagt man so jemandem, der nicht kapiert, dass man eben die Zuzahlung so gering wie möglich halten möchte. Außerdem finde ich diese Geschichte eine Abzocke! Wenn ich bis auf 5,- EUR die komplette Lieferung bezahle und nur etwa 45 Stück pro Monat benötige, was macht dann Attends mit dem Geld von der Krankenkasse? Neue Produkte entwickeln? Vielleicht sollten die einmal in Taschenrechner investieren um selber nachzurechnen, ob der Kunde eine Pauschale ausnutzt oder wie auch immer. Von der Nummer 9 würde ich so viele erhalten wie ich anfordere. Das macht doch ökonomisch keinen Sinn!

Hat jemand eine Empfehlung, wie ich mit Attends weiterkomme?


Vielen Dank!


Gruß


Mogalle

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