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Auslaufen im sitzen, Fixierhosen und Windelpants unterwegs wechseln

19 Dez 2023 17:27 #41 von Dasch
Hallo,
ich habe jetzt mit der Produktberaterin von Ticmed telefoniert. Das Gerät ist in Ordnung, ich habe es auch richtig eingesetzt. Das Problem ist, dass mein Beckenboden wahrscheinlich so schwach und stark lädiert ist, dass ich kaum etwas spüre. Das würde dann wieder die starke Inkontinenz erklären. Sie sagte dann noch, dass es bei so einem stark geschädigten Beckenboden dann nicht von heute auf morgen besser wird und ich geduldig sein muss und regelmäßig üben. Ich habe die Belastungsinkontinenz schon länger (mit jeder Geburt schlechter geworden) und trotz Rückbildung und Beckenbodentraining nie wegbekommen, aber bis vor kurzem kam ich mit kleinen Einlagen aus, habe hauptsächlich beim Niesen, Husten, Springen... Urin verloren. Bleibt die Frage, warum es sich plötzlich so verschlechtert hat, dass sich der ganze Blaseninhalt entleert. Da muss ich abwarten, bis ich den Termin im Beckenbodenzentrum habe.
Dadurch, dass ich das Gerät auf 60 mA gestellt habe, braucht es sehr viel kraft, dass ein Ausschlag an der Scala sichtbar ist. Diese Kraft habe ich nicht. Ich soll jetzt erstmal mit 20 mA anfangen, auch wenn ich es nicht spüre. Dann müsste auch die Anspannung des Beckenbodens sichtbar werden. Das werde ich heute Abend versuchen.
@Martin
Die Attends in M kann ich mit einer Unterhose tragen, besser wäre aber etwas kleiner Ich habe mir von Speidel Pants gekauft, die sind vom Schnitt ähnlich wie die Nike Pro, mit denen ich die komplette Windel bedecken kann, so dass von außen nichts sichtbar ist und ich auf der Toilette einfach beides zusammen runterziehen kann. Das Durchhängen des Slips ist bei mir ein großes Problem, ohne Unterhose oder Fixierhose (die sind leider immer durchsichtig, so dass sich die Windel nicht verstecken lässt) geht es nicht. Wenn etwas drin ist, hängt die Windel sofort runter, dadurch wird es an der Oberschenkelinnenseite locker und läuft aus.

Herzliche Grüße
Dasch

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19 Dez 2023 19:16 #42 von MichaelDah
Hallo Dasch,

also wenn das kein defektes Gerät ist, dann hast du da ein neurologisches und kein muskuläres Problem, denn wenn du den Strom - wenn er denn tatsächlich in der Stromstärke fließt nicht merkst, dann hat das definitiv mit den Nerven und nicht mit dem Muskel zu tuen. In diesem Fall müsste allerdings auch deine Wahrnehmung dort eingeschränkt sein und das könnte tatsächlich das Problem erklären. Wurde den schon mal die Sensibilität der Dermatome S1-5 geprüft und die entsprechenden Reflexe getestet?

Ich hab ja da so auch meine Probleme weil die Wahrnehmung da bei mir eingeschränkt ist und ich Probleme hatte den Muskel zu finden - aber den Strom hab ich schon irgendwie gemerkt. Dadurch das der Muskel gezuckt hat, hatte ich jedenfalls das Gefühl ihn nach einer weile auch wieder selber etwas besser ansprechen zu können - auch wenn die Messung das nicht bestätigt hatte.

Wie auch immer - die eingestellte Stromstärke hat so wie ich das erlebt habe nichts mit der Messung zu tun - die Messung erfolgt unabhängig von dieser Einstellung. Wenn du da aber nicht richtig „kneifen“ kannst, dann zeigt das Ding vermutlich auch kaum etwas an und es kann schon sein, das dies genau der Grund für die Verschlimmerung der Problematik ist. Wenn es tatsächlich so ist, kannst du sowieso erstmal nur weiterüben. Wenn es nicht besser wird, dann ist das aber vermutlich eher ein Fall für den Neurourologen b.z.w. das Kontinenz Zentrum.

Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen.

Viele Grüße
Michael

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19 Dez 2023 21:15 #43 von martinK
Hallo Dasch

Ich habe den gleichen Eindruck wie Michael, dass die schwere Inkontinenz bei Dir sensorisch und nicht muskulär bedingt ist. Das wird sich bei den nächsten Untersuchungen hoffentlich klären. Dennoch macht es sicher Sinn, unabhängig von der Ursache das Biofeedbacktraining durchzuführen.

Wie ich verstehe, hängt der Slip bei Dir nur dann durch wenn Du keine Unterhose trägst. Das würde sich mit meiner Erfahrung decken.

Herzliche Grüsse
Martin

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19 Dez 2023 21:16 #44 von matti
Hallo Dasch,

im Forum habe ich oft gelesen, dass selbst in langjährigen Partnerschaften kein Vertrauen besteht und man sich nicht an den Partner wenden kann oder will, wenn es um gesundheitliche Probleme geht. Das bereitet mir große Sorgen, denn für mich ist Vertrauen essenziell in einer Beziehung.

Du gibst so viel Energie darauf, dein Geheimnis jeden Tag zu bewahren. Es ist verständlich, dass dir dann die Kraft fehlt - vor allem für deine Genesung. Aber niemand sollte alleine kämpfen und feststellen müssen, dass sich dadurch die Probleme nur verschlimmern oder gar nicht gelöst werden. Es wäre wichtig für dich ein offenes Gespräch mit deinem Partner zu führen und herauszufinden, wie ihr euch gemeinsam weiterentwickeln könnt.

Ich möchte hier keine belehrende Rolle spielen, aber es gibt auch einen Widerspruch darin, seine Kontinenzprobleme verstecken zu wollen. Gegenwärtig steckst du leider in einem negativen Teufelskreis fest und ich befürchte fast, dass du da alleine schwer herauskommst.

In welchen Situationen treten diese Probleme mit dem Durchhängen des Hilfsmittels auf? Trägst du nicht immer etwas darüber um dein "Geheimnis" zu schützen?
Ich kann verstehen wie schwierig es sein kann das passende Hilfsmittel zu finden. Doch ich sehe auch wie sehr du dich darauf fokussierst dies als höchste Priorität anzusehen. Natürlich spielt es eine wichtige Rolle für ein aktives gesellschaftliches Leben; jedoch bist du mehr als jemand der Windeln trägt – Inkontinenz beeinträchtigt dich zwar aber definiert dich nicht.

Wie oft trainierst du in der Woche deine Beckenbodenmuskulatur? Bist du sportlich aktiv?
Welche Ratschläge hast du von deinem Gynäkologen erhalten, als du nach den Geburten vermehrt unter Inkontinenz gelitten hast?

Um Veränderungen zu erleben, musst auch etwas ändern. Wenn du immer dasselbe tust, wirst du nicht vorankommen.
Es ist jedoch sehr positiv zu sehen, dass du hier um Unterstützung bittest und sie erfreulicherweise auch erhältst. Lass meine Worte also nicht entmutigend sein, sondern betrachte sie eher als Anregung zum Nachdenken.

Gruß
Matti

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20 Dez 2023 05:40 #45 von stephanw
Hallo Dasch,

Dasch schrieb: Das Durchhängen des Slips ist bei mir ein großes Problem, ohne Unterhose oder Fixierhose (die sind leider immer durchsichtig, so dass sich die Windel nicht verstecken lässt) geht es nicht. Wenn etwas drin ist, hängt die Windel sofort runter, dadurch wird es an der Oberschenkelinnenseite locker und läuft aus.


Dazu muss ich ganz klar sagen:
Ohne Unterwäsche wirst du kein aufsaugendes Hilfsmittel finden, dass bei Benutzung nicht durchhängt bzw. runterrutscht, egal ob Klebewindel, Flexwindel oder Pants, gerade wenn die Außenfolie stoffähnlich ist. Auch wenn ich zu Hause mit Jogginghose unterwegs bin, trage ich immer eine Unterhose über der Windel, sonst hängt die mir recht schnell an der Kniekehle. Einzig Klebewindeln mit Kunststofffolie (wie beispielsweise meine Nachtwindel Betterdry) sitzen so stabil, dass man sie ohne Unterhose sicher tragen kann. Diese verwende ich allerdings ausschließlich nachts, da ich diese definitiv nicht mehr einfach herunterziehen kann, wenn ich doch mal die Toilette erreichen kann.

Grüße
Stephan

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20 Dez 2023 13:09 - 20 Dez 2023 13:11 #46 von Ciajaeg
Hallo Dash,

ich habe deinen Thread leider nicht zeitnah verfolgt und habe kognitiv leider Schwierigkeiten viel auf einmal zu lesen, aber ich habe vielleicht doch zwei Tipps für dich, die noch nicht vorgekommen sind. Zum einen schau dir mal die Molicare Premium Elastic an, die sind in Saugstärke 8 und 9 sicher in der Lage eine Blasenentleerung (bei mir 250ml bis 350ml) aufzunehmen und man kann diese wie einen Slip über die Hüfte ziehen und wieder hoch natürlich auch, zum anderen das Problem mit dem "Durchhängen", ich verwende hierfür keine normalen Unterhosen mehr, sondern z.B. die "Adjustforyou (dot) nl)" Boxershort, die sitzen sehr gut, haben einen Wäscheschutz und bedecken die meisten Hilfsmittel und sind nicht durchscheinend. Habe wirklich gute Erfahrungen damit gemacht, habe den Tipp selber aus diesem Forum erhalten.

Alles Gute!

Ciajaeg

Diagnosen: Neurogene Dysfunktion des unteren Harntraktes suprapontin, Terminale Detrusor-Überaktivität - Detrusor-Sphinkter-Dyskoordination - Algurie - Polydipsie/Polyurie-Syndrom - chronische Harnretention -
Myalgische Enzephalomyelitis (ME-CFS) - (POTS) - Dysautonomie - Polyneuropathy

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20 Dez 2023 14:40 #47 von Helmut 60

stephanw schrieb: Dazu muss ich ganz klar sagen:
Ohne Unterwäsche wirst du kein aufsaugendes Hilfsmittel finden, dass bei Benutzung nicht durchhängt bzw. runterrutscht, egal ob Klebewindel, Flexwindel oder Pants, gerade wenn die Außenfolie stoffähnlich ist. Auch wenn ich zu Hause mit Jogginghose unterwegs bin, trage ich immer eine Unterhose über der Windel, sonst hängt die mir recht schnell an der Kniekehle. Einzig Klebewindeln mit Kunststofffolie (wie beispielsweise meine Nachtwindel Betterdry) sitzen so stabil, dass man sie ohne Unterhose sicher tragen kann. Diese verwende ich allerdings ausschließlich nachts, da ich diese definitiv nicht mehr einfach herunterziehen kann, wenn ich doch mal die Toilette erreichen kann.

Grüße
Stephan


Stephan,

hier möchte ich aus eigener Erfahrung doch etwas widersprechen, dass hängt auch vom Körperbau ab. Tagsüber benutze ich gerne Hüftgurtwindeln (Tena Flex oder Attends Flex), manchmal auch eine klassische Tena Proskin Slip - alle genannten sind mit stoffähnlicher Oberfläche. Ich habe glücklicherweise kaum Bauchansatz, so dass bei mir der Hüftgurt bzw. bei der klassischen Windel der Bereich der oberen Klebestreifen an rsp. leicht oberhalb meiner Hüftknochen sitzen. Dadurch wird das Hilfsmittel sehr gut von den Hüften getragen und rutsch mir nie, auch nach intensiver Nutzung, nach unten. Ich trage keinerlei weitere Unterwäsche oder Fixierpants darüber, sondern direkt die Jeans oder Hose (oder zu Hause manchmal auch nur eine Jogginghose) drüber. Bei mir hängt nie etwas locker durch oder rutscht gar bis in die Kniekehlen herunter, noch nicht einmal mit nur einer sehr lockeren Schlafanzugshose drüber. (OK, nachts verwende ich die Seni Quatro, die sehr gut anliegt, aber auch nicht so einfach herunterziehbar ist - was aber für mich dann keine Rolle spielt)

Mitunter ist es auch kontraproduktiv, eng anliegende, stark elastische (Unter-)wäsche über eine Windel anzuziehen - diese braucht auch etwas Platz und Raum, sich bei Benutzung ausdehnen und die Flüssigkeit aufnehmen zu können, sonst läuft sie noch viel eher aus!

Aber ich habe auch lange und vieles probieren müssen, bis ich wirklich und letztendlich genau die 2, 3 Hilfsmittel gefunden habe, die für meinen Körperbau und meine Aktivitäten exakt den richtigen Schnitt, Komfort, Passform und auch Aufnahmekapazität bei ausreichender Unauffälligkeit haben!

Letztlich kommt kaum jemand um dieses vielfältige Ausprobieren herum, die vielfältige menschliche Anatomie, das persönliche Wohlbefinden, die Art der Inkontinenz, die persönlichen Anforderungen sind zu vielfältig, als dass mehr als allgemeine Ratschläge nicht gegeben werden können. Die Produkte, die für mich ideal sind, können für den nächsten schlecht und den dritten katastrophal sein und umgekehrt!

Viele Grüße
Helmut

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20 Dez 2023 17:13 #48 von Dasch
Lieber Matti,
vielen Dank für die ausführliche Rückmeldung. Ich finde es hier im Forum sehr schön, viele nehmen sich viel Zeit um zu helfen und man wird nicht verurteilt oder "angegriffen". Vielleicht kann ich irgendwann auch anderen mit meiner Erfahrung, Tips und Ratschlägen zur Seite stehen.
Ja du hast recht. In Partnerschaften sollte das Vertrauen essenziell sein. Leider ist es so, dass es in unserer Patenschaft seit ein paar Jahren ziemlich kriselt, da ich einen starken Rückfall meiner Essstörung und Depression hatte/habe. Als ich meinen Mann kennen gelernt habe, hatte er viel Verständnis und wir haben es gemeinsam den Weg aus der Essstörung geschafft, beziehungsweise sie zumindest in den Hintergrund zu schicken. Seit meinem Rückfall fehlt leider das Verständnis, er kann es nicht verstehen, wie man als erwachsene Frau und Mutter von drei Kindern wieder so massiv in eine Störung rutschen kann. Inzwischen weiß ich, dass es viele „erwachsene“ Frauen mit Essstörungen gibt, es aber ähnlich, wie bei der Inkontinenz ein Tabuthema ist. Um wieder eine liebevolle Beziehung aufbauen zu können müsste sich einiges ändern und wir noch viele Gespräche führen Ich bin in ambulanter Therapie und arbeite mit der Therapeutin an verschiedenen Sachen, im Moment gibt es „wichtigere Dinge“ als die ist die Beziehung zu meinem Mann. Das hört sich für Außenstehende wahrscheinlich unverständlich an, aber hier möchte ich nicht weiter auf die Themen eingehen, das hat nicht mit der Inkontinenz zu tun.
Zu deinen Fragen, natürlich trage ich immer etwas über dem Hilfsmittel, tagsüber eine Unterhose und meistens eine Jeans oder Anzugshose, abends hatte ich es allerdings versucht nur mit einer Jogginhose/Schlafhose. Da fehlt dann definitiv der Halt und das Hilfsmittel hängt im Schritt durch. Das geht nur, wenn ich im Bett liege und nicht mehr aufstehe. Oft kann ich nicht schlafen und stehe noch mal auf.
Wahrscheinlich hast du recht und ich fokussieren mich zu stark auf das passende Hilfsmittel, bzw. das ganze Thema. Das hängt wahrscheinlich einerseits damit zusammen, dass niemand etwas mitbekommen soll (unterwegs auszulaufen wäre für mich ganz schrecklich) und wahrscheinlich kommt mein Perfektionismus und eventuell auch eine Hyperfokus durch mein ADHS dazu.
Sportlich war ich sehr aktiv, ich war früher Leistungsschwimmerin und auch in den akutphasen meiner Essstörung habe ich viel Sport getrieben (evtl. zuviel). Seit den Geburten musste ich mein Sportverhalten ändern (Joggen und Aerobik- Kurse gingen nicht mehr), ich war dann überwiegend im Fitnessstudio auf dem Laufband (gehen) und an Geräten oder beim Schwimmen.
Ich habe jetzt meinen Frauenarzt gewechselt, bei meinem Alten wurde ich nicht ernst genommen, er hat nach der 2. Geburt 1x Physiotherapie verschrieben und auf mein Drängen nach der 3. Geburt Beckenbodengymnastik in der Gruppe. Rückbildungsgymnastik habe ich nach alle 3 Kindern gemacht. Etwas anderes hat er nicht gemacht, er meinte nach meinem dritten Kind. Ich sei noch so jung und muss halt täglich zuhause meinen Beckenboden trainieren. Die Beckenbodenmuskulatur habe ich in den letzten Jahren sehr unterschiedlich trainiert, nach den Geburten natürlich verstärkt, teilweise ist es dann in den Hintergrund gerückt und vor einem Jahr habe ich mir dann selber ein Emy Beckenbodentrainingsgerät gekauft und es ziemlich lange täglich genutzt. Leider hatte ich nach den Sommerferien das Gefühl, dass es eher schlechter wird und Angst, dass ich etwas falsch mache und dem Beckenboden eher schade. Anfang November habe ich dann den Schritt gemacht und war bei einer neuen Frauenärztin. Ich habe gleich beim ersten Besuch von meiner Inkontinenz erzählt und der Essstörung (evtl. hängt es zusammen) erzählt. Zu dem Zeitpunkt hatte ich es noch nicht so häufig, dass sich die komplette Blase entleert, ich ging davon aus, dass es noch mit einer Blasenentzündung zusammenhängt) und es nicht so genau erzählt. Ich schämte mich sehr, aber sie ist sehr einfühlsam und hat alles sehr ernst genommen. Sie hat gleich das Beckenboden Trainingsgerät (die Elektrostimulation) in die Wege geleitet und ich sollte einen Termin im Beckenbodenzentrum in der Uniklinik Tübingen machen. Im neuen Jahr werde ich auf jeden Fall nochmal einen Termin bei ihr ausmachen.
Natürlich weiß ich, dass sich nur etwas verändert, wenn ich etwas anders mache, etwas dafür tue und ins Handeln komme. Das ist ein Satz, den ich sehr oft (in Bezug auf meine Essstörung) hören durfte. Mir fällt das noch sehr schwer, aber ich denke den ersten Schritt habe ich gemacht, indem ich mir eine neue Frauenärztin gesucht habe und das ganze Thema angesprochen.
Herzliche Grüße
Daniela
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20 Dez 2023 23:07 #49 von Dasch
Hallo Michael und Martin,

ich lese eure Beiträge aufmerksam durch und konnte schon viel hilfreiches mitnehmen.
Ich konnte nicht gleich auf die letzten Kommentare antworten, habe mir viele Gedanken dazu gemacht. Das war jetzt etwas, was ich noch gar nicht in Betracht gezogen hatte.
Für ein neurologisches Problem müsste ich ja irgendwelche anderen Erkrankungen/Symptome habe, zum Beispiel Rückenschmerzen, Bandscheibe...? Die Sensibilität der Dermatome S1-5 wurden bisher nicht geprüft und auch keine Reflexe getestet, ich hatte bisher nur eine normale Vorsorgeuntersuchung bei meiner Frauenärztin. Ein neurologisches Problem kann ich mir aber eher nicht vorstellen.
Ich habe mir eher gedacht, das durch die Geburten mein Scheideneingang sehr weit ist und der Beckenboden extrem schwach. Die Vaginalsonde gibt es nur in einer Einheitsgröße. Mir kommt sie sehr klein vor. Da der Scheideneingang so geweitet ist, hat die Sonde vielleicht keinen richtigen Kontakt und deshalb spüre ich die Stromstärke erst so spät. Das war bisher meine Theorie, Letztendlich muss ich auf die weiteren Untersuchungen abwarten.
Das Beckenbodengerät heute sehr frustriert hat. Ich hatte mir von dem Gerät so viel erhofft, dachte, dass es funktioniert und mich durch Rückmeldung und die Impulse motiviert Ich habe es inzwischen mit der geringeren Stärke ausprobiert, aber auch das funktioniert nicht. Ich spüre die Elektrostimulation nicht und wenn ich anspanne, dann zeigt es nichts an. Meine Motivation ist schon total verloren, ich sitze mit dem Gerät 2x täglich 20 Min da, es piept immer nur und zweigt an, was ich machen soll, aber ich spüre nichts und bekomme keine Rückmeldung zur Anspannung. Es gibt wie schon von dir, Michael, erwähnt keine Sprachansage, das Display ist schlecht abzulesen und man muss sich sehr konzentrieren und anstrengen um die Symbole richtig zu erkennen. Ich hatte gehofft, das ich diese Zeit positiv für mich nutzen kann, im Moment stresst mich das Gepiepe noch mehr, als ich durch die Weihnachtszeit sowieso schon bin.
Viele Grüße
Dasch

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21 Dez 2023 08:49 - 21 Dez 2023 09:20 #50 von martinK
Liebe Dasch

Danke für Deine Antwort und auch die Beschreibung Deiner Situation; ich kann Dich sehr gut verstehen. Ich war früher selber Leistungssportler (Tennis) und bin auch eher ein Perfektionist, der denkt alles sofort und selber meistern zu können. Das ist an sich nichts negatives, ich habe den Eindruck, dass es in unserer Gesellschaft mehr und mehr unselbstständige Leute gibt, aber es kann einem auch im Weg stehen. Du hast ja einige schwierige Baustellen, ich wünsche Dir von Herzen viel Durchhaltevermögen und Geduld. Beim Problem mit den Hilfsmitteln bist Du ja nun einen Schritt weiter gekommen. Ich finde dies sehr wichtig, weil der richtige Schutz sehr zur Entspannung der Situation beiträgt und Dir Luft zum Atmen gibt.

Lass Dich bitte von diesem Gerät nicht stressen. Vielleich kann jemand von der Firma bei Dir zu Hause vorbeikommen und sich die Sache anschauen? Oder hast Du die Möglichkeit eine Beckenbodenphysiotherpie durchzuführen? Erstens kann man beim Üben vieles falsch machen und zweitens könnte sich die Physiotherapeutin das Gerät zusammen mit Dir anschauen und Dich beraten. Vielleicht ist es in der Tat das falsche Gerät?

Wenn die neurologischen Schäden lokal im Beckenboden- oder Kreuzbeinbereich sind, können neurologisch bedingt Entleerungsstörungen ohne andere Symptome auftreten. Bei mir liegt neben einer Polyneuropathie eine Spina Bifida occulta vor, welche möglicherweise schon für meine Inkontinenz im Kindesalter verantwortlich war und sonst keine Symptome auslöst. Ich habe deshalb nach Literatur gesucht, welche Untersuchungen zu dieser scheinbar harmlosen Form der Spina Bidifa im Zusammenhang mit Entleerungsstörungen beschreibt und bin unter anderem auf folgende Artikel gestossen:

bjui-journals.onlinelibrary.wiley.com/do...-410X.1985.tb06410.x
pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/3986448/

Eine Schlussfolgerung der Publikationen ist, dass Entleerungsstörungen auch durch sonst nicht bemerkbare lokale neurologische Defekte verursacht werden können, und dass für die Diagnose dieser Fälle eine lokale neurologische Untersuchung im Beckenboden von Vorteil ist.

Ich bin kein Arzt, und auch wenn ich einer wäre, könnte ich aus der Ferne keine Diagnose stellen. Bei Dir fällt mir aber einiges auf: Wenn ich das richtig verstanden habe, hat sich mehr oder weniger sprunghaft Deine Inkontinenz während einer Blasenentzündung von kleinen Verlustmengen bei Belastungsungssituationen zu totaler unkontrollierter Blasenentleerung verschlechtert. Mir leuchtet nicht ein, wie sich so schnell muskulär die Situation im Beckenboden verschlechtern kann, dass Du gar keine Blasenkontrolle mehr hast. Auch dass Du die elektrischen Impulse der Sonde gar nicht spürst, ist auffallend, ebenso wie die Tatsache, dass Du auch in Situationen, in welchem gar keine Belastung vorliegt - z.B. im Schlaf - einnässt. Ich kann meinen Blasenschliessmuskel nur wenig kontrollieren, obwohl ich genug Kraft im Beckenboden habe. Wenn ich mich katheterisiere und bei eingefügtem Katheter versuche, den Schliessmuskel zu aktivieren, spüre ich rein gar keinen Gegendruck vom Katheter, merke aber, dass der Beckenboden sich zusammenzieht. Vielleicht ist zu Deiner Belastungsinkontinenz ein zweites Problem entstanden und die beiden führen kombiniert zur schweren Inkontinenz.

Ich hoffe, Du wirst nach der nächsten Untersuchung mehr Klarheit haben.

Herzliche Grüsse
Martin
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