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Inkontinent nach BPH-OP -- zu ungeduldig?

28 Dez 2010 17:49 #1 von wupppanther
Hallo zusammen,
Mitte November habe ich meine vergroesserte Prostata operieren lassen, nachdem ich die "Erscheinungen" fast vier Jahre mittels Tamsulosinhydrochlorid "beherrscht" habe ...
Fast 6 Wochen nach der OP (Laser & TUR-P zur "Resteentfernung") muss ich feststellen, dass die Inkontinenzsituation nicht besser, sondern eher schlechter wird: Ich muss nicht pinkeln gehen, es laeuft einfach aus mir heraus ...

Da ansonsten alles "gut" ist, die Heilung scheinbar/anscheinend voranschreitet --- bin ich zu ungeduldig?
Muss ich meiner Blase ("Eine solche Blasenmuskulatur steht nur Conan-dem-Barbar zu. :lol: " <-- ... der Operateur im Originalton ...) mehr Zeit geben, sich an die neuen Druckverhaeltnisse zu gewoehnen?

Ich hatte einige Tage nach der OP eine Phase, in der ich nachts durchschlafen konnte, ohne den Harndrang von vor der OP.
Seit etwa 2 Wochen nach der OP wurde das Troepfeln stetig mehr, seit 2 Wochen bin ich auch nachts nicht mehr trocken, was vorher, wie gesagt, kure Zeit der Fall war.
Auch muss ich nachts wieder 1 - 2 mal "raus", was mich am meisten betruebt.
Nach Ultraschallbefund entleert sich meine Blase restlos, ich habe auch das Gefuehl, gut entleert zu sein --- kein Wunder, es laeuft ja alles stetig ' raus ...

Gibt es vielleicht aehnliche Erfahrungen und Verlaeufe bei Anderen hier im Forum?
Ratschlaege?
Bin fuer jeden Hinweis dankbar!
Gruss an alle,
Guten Rutsch ins Neue Jahr,
Thomas

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05 Jan 2011 17:36 #2 von matti
Hallo Thomas,

ich bin zwar kein Prostatapatient, habe mich aber mit sehr vielen Patienten unterhalten. Zunächst möchte ich Dir einmal eine Gegenfrage stellen. Was hast du seit deiner OP den an Therapien erhalten um die Kontinenz zu steigern bzw. wieder herzustellen? Beispielsweise Beckenbodentraining, Elektrostimulation u.ä.

Deine "Conan" Muskulatur ist kein Massstab für eine Kontinenz. Sie erklärt sich vielmehr aus wahrscheinlich jahrelang bedingten Abflussbehinderungen. Im Normalfall (bei gesunden, nicht operierten)funktioniert die Blasenentleerung wie folgt: Der Blasenmuskel (Detrusor) zieht sich als Folge des Entleerungsbefehls zusammen (Kontraktion) und treibt den Harn aus. Gleichzeitig mit der Kontraktion öffnet sich der innere Schließmuskel (Sphinkter) im Blasenhals. Die Beckenbodenmuskulatur senkt sich (erschlafft) und öffnet damit den äußeren Schließmuskel, welcher ein Teil der Beckenbodenmuskulatur ist.
Bei dir ist das jetzt anders. Der innere Schließmuskel (Sphinkter) wird bei der Op entfernt. Zudem fehlt die stützende Wirkung der Prostata für den Blasenmuskel. Du musst nun, um Kontinenz zu erzielen den äußeren Schließmuskel nutzen. Dieser muss aber erst einmal für diese Aufgabe trainiert werden. In der Regel ist deshalb Beckenbodentraining nach einer solchen OP unerlässlich.

Ich bin ein großer Verfechter der Anschlussheilbehandlungen. Bei guter Anleitung sind Erfolge meist wesentlich schneller zu erreichen. Daneben steht für viele Männer auch die soziale Komponente. Sie merken in einer solchen Klinik sehr schnell das sie mit ihrer Problematik nicht alleine sind. Dies kann ungeheuer motivieren, Selbstzweifel reduzieren.

Ich hoffe, dass sich bei den vielen Lesern und Mitgliedern unseres Forums doch noch jemand findet der aus eigenen Erfahrungen einen Austausch mit dir startet.

Gruss

Matti

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19 Jan 2011 14:17 #3 von epsilona

wupppanther schrieb: Hallo zusammen,
Mitte November habe ich meine vergroesserte Prostata operieren lassen, nachdem ich die "Erscheinungen" fast vier Jahre mittels Tamsulosinhydrochlorid "beherrscht" habe ...
Fast 6 Wochen nach der OP (Laser & TUR-P zur "Resteentfernung") muss ich feststellen, dass die Inkontinenzsituation nicht besser, sondern eher schlechter wird: Ich muss nicht pinkeln gehen, es laeuft einfach aus mir heraus ...

Da ansonsten alles "gut" ist, die Heilung scheinbar/anscheinend voranschreitet --- bin ich zu ungeduldig?
Muss ich meiner Blase ("Eine solche Blasenmuskulatur steht nur Conan-dem-Barbar zu. :lol: " <-- ... der Operateur im Originalton ...) mehr Zeit geben, sich an die neuen Druckverhaeltnisse zu gewoehnen?

Ich hatte einige Tage nach der OP eine Phase, in der ich nachts durchschlafen konnte, ohne den Harndrang von vor der OP.
Seit etwa 2 Wochen nach der OP wurde das Troepfeln stetig mehr, seit 2 Wochen bin ich auch nachts nicht mehr trocken, was vorher, wie gesagt, kure Zeit der Fall war.
Auch muss ich nachts wieder 1 - 2 mal "raus", was mich am meisten betruebt.
Nach Ultraschallbefund entleert sich meine Blase restlos, ich habe auch das Gefuehl, gut entleert zu sein --- kein Wunder, es laeuft ja alles stetig ' raus ...

Gibt es vielleicht aehnliche Erfahrungen und Verlaeufe bei Anderen hier im Forum?
Ratschlaege?
Bin fuer jeden Hinweis dankbar!
Gruss an alle,
Guten Rutsch ins Neue Jahr,
Thomas



Ich habe keine Erafhrung aber deine hat mich sehr berührt. Ich finde sehr mutig wie du das ganze aussprichst und bin sicher ist zu grosse hilfe für viele die sich nicht trauen sowas zu sagen.

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20 Jan 2011 13:19 #4 von wupppanther
Zunächst ein Dankeschön für eure Reaktionen auf meinen Panikbeitrag.
Bin gerade dabei, aktive Schritte zur Verbesserung anzugehen und werde berichten ....
Gruß,
Thomas

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01 Feb 2017 21:40 #5 von Meyer
hallo Thomas,
kannst du nach 6 Jahren mal über deine Erfahrungen berichten?
Ich habe ein vergleichbares Problem.
Hat Beckenbodentraining rasch geholfen?
WIe geht es dir heute?
Gruß
Hans

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02 Feb 2017 12:17 #6 von Ano
Hallo Hans!

Sei recht herzlich willkommen in unserem Vereinsforum der Inkontinenz Selbsthilfe e.V.!

Der von Dir angesprochene Thomas (Nickname: wupppanther) war zum letzten Mal am 03. Oktober 2011 hier eingeloggt.
Das Posting von ihm, auf das Du Dich hier beziehst, stammt vom 20. Januar 2011.
Leider hat er nicht, wie geschrieben, hier über seine Probleme oder Lösungsansätze berichtet und ich vermute stark,
dass er seitdem auch nicht mehr online in unserem Vereinsforum der Inkontinenz Selbsthilfe e.V. war.
Wahrscheinlich wirst Du deshalb wohl vergebens auf eine Antwort von ihm hoffen.

Vielleicht finden sich aber aktuell bei Mitgliedern unseres Forums doch noch Menschen,
die Dir aus eigener Erfahrung Tipps und Ratschläge geben können.
Dazu solltest Du allerdings schon noch etwas mehr über Deinen eigenen derzeitigen Gesundheitszustand und über evtl. vorangegangene Operationen schreiben.

LG, Ano

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03 Feb 2017 17:40 #7 von Meyer

Ano schrieb: Hallo Hans!
... Vielleicht finden sich aber aktuell bei Mitgliedern unseres Forums doch noch Menschen,
die Dir aus eigener Erfahrung Tipps und Ratschläge geben können.
Dazu solltest Du allerdings schon noch etwas mehr über Deinen eigenen derzeitigen Gesundheitszustand und über evtl. vorangegangene Operationen schreiben.
LG, Ano


Hallo Ano,
Hallo an alle, die nach einer "simplen" BPH-OP (hoffentlich nur vorübergehend) inkontinent geworden sind.
Dazu folgendes:
Ich bin 62 Jahre und bei mir wurde vor 8 Wochen ein Prostata-Adenom (ca. 50 cm³) mittels Laser-OP entfernt. Anlass war das lästige 2-4- malige Aufstehen nachts bei noch gutem Harnstrahl ohne Harnverhalt bisher. (Eine medikamentöse Behandlung der BPH mit Alpha-Blockern hatte ich nicht vertragen.)
Der postoperative Verlauf war zunächst super, d.h. nur wenige Vorlagen/Tag waren nach wenigen Tagen erforderlich.
Am 7. Tag nach OP trat eine akute Epididymitis (Nebenhodenentzündung) auf, die anfangs ziemlich antibiotikaresistent war. Später ab der 2.-3. Woche besserten sich die postoperativen Inkotinenzerscheinungen nicht weiter und führten dann sogar noch zu einer akuten Einengung (im Blasenhals unterhalb der weiten Prostataloge?), wahrscheinlich bedingt durch sich lösende Fibrinablagerungen (?), die eine Miktion sehr schmerzhaft werden ließen. Eine Blasenspiegelung zeigte, dass eine Nachresektion (der Ablagerungen in der oberen Prostataloge) erforderlich war. Sonographien im Verlauf zeigten, dass nie ein Restharn in der Blase bestanden hatte. Die Nachresektion mittels Laserschlinge erfogte vor 2 Wochen.
Nun bin ich bei derzeit kräftigem Harnstrahl ziemlich inkontinent und kann nur nachts (am besten Beine hoch gelagert) bis zu 2 Stunden Urin halten und im Sitzen bis zu 15-30 min., allerdings läuft es auch dann bei jeder kleinsten Bewegung! In diesen zwei Wochen kann ich keine Besserung beobachten.
Ich gehe zunächst einmal davon aus, dass seit der OP der innere Sphinkter (wie üblich) komplett fehlt und der untere Sphinkter hoffentlich komplett erhalten ist.
Meine Fragen:
1. bin ich nur ungeduldig und muss einfach nur noch (lange) warten, bis sich der erhaltene Sphinkter auf die noch verstärkt bestehende Blasenmuskulatur adaptiert hat bzw. sich die Blasenmuskulatur zurückgebildet hat, weil der frühere Entleerungsdruck nicht mehr notwendig ist?
2. oder kommt es bei den BPH-OP (sei es klassische TUR-P oder Laserverfahren wie TURiS) häufig zu Inkontinenzproblemen, die schließlich ein Beckenbodentraining erforderlich machen? Wie lange sollte man dahingehend erst einmal noch abwarten?
3. wie ist eure Erfahrung mit klassischer TURP im Vergleich zur Laser-OP hinsichtlich Heilung , Kontinenz und Fibrinablagerungen ("Cooton wool") in der Prostataloge?

Freue mich über Eure Erfahrungen hinsichtlich der Wiedererlangung von Kontinenz nach einer solchen OP!

Gruß
Hans

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03 Feb 2017 20:59 #8 von Jens Schriever
Hallo Hans

Inkontinenz nach einer Prostataoperatio ist leider keine Seltenheit. Das wichtigste ist hier das Beckenbodentraining. Da der innere Sphinkter fehlt, muss der untere Sphinkter die ganze Arbeit verrichten. Der Sphinkter ist ein Muskel und muss so durch Training gestärkt werden. Das geht nicht von Heute auf Morgen und braucht viel Geduld. Du solltest dir von deinen Urologen ein Rezept über Beckenbodentraining geben lassen und es bei spezialisierten Therapeuten einlösen. Beckenbodentraining solltest du täglich machen. Spreche deinen Urologen noch einmal wegen der Inkontinenz an, eventuell verschreibt er dir auch noch ein Gerät zur Elektrostimulation oder verschreibt dir Medikamente zur Stärkung.

Hier ist noch ein Link zur Konservativen Behandlung: www.inkontinenz-selbsthilfe.com/inkontin...tive-behandlung.html

Gruß Jens

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03 Feb 2017 21:29 - 03 Feb 2017 21:31 #9 von Ano
Moin Hans!

Auch von mir noch ein kleiner Tipp:
Sicher brauchst Du in der Übergangsphase Inkontinenz-Hilfsmittel. Diese kannst Du Dir von Deinem behandelnden Arzt verschreiben lassen. Das belastet nicht sein Budget, da es Hilfsmittel und keine Medikamente sind. Du solltest bei Deiner Krankenkasse nachfragen, welche Hilfsmittelversorger bei ihr unter Vertrag stehen - Auskünfte darüber kann Dir auch ein Sanitätshaus geben, bei dem Du das Rezept einlösen kannst.

Infos darüber findest Du auf unserer Vereins-Homepage hier: Klick und Klick

LG, Ano

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