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Hilfsmittelversorgung- Jetzt reichts!!!!!

17 Feb 2020 15:40 - 17 Feb 2020 16:19 #31 von matti
Liebe Hippo,

ich bin von deiner Aussage überrascht. Gerade weil du als Vereinsmitglied doch deutlich ausführlicher und im Detail über die Tätigkeiten der Inkontinenz Selbsthilfe e.V. informiert bist. Vor allem deine Befürchtung ich könnte „eines Tages böse überrascht“ werden, irritiert mich sehr. Ich gehe davon aus, dass du mir ausschließlich Gutes wünschst. Deshalb habe ich hohes Interesse daran, welche Befürchtungen dich zu deiner Aussage veranlassen.

Fast schockiert bin ich darüber, dass du von mir geführte Gespräche als sinnlos erachtest. Wenn dies so wäre, müsste sowohl ich persönlich als auch der Verein sein komplettes Handeln überdenken. Die grundsätzliche Existenzberechtigung des Vereins stände dann völlig in Frage.

Ich gebe dir gerne einmal ein Beispiel worüber ich beispielsweise Gespräche führe. Vielleicht kannst du mir im Anschluss deine Rückmeldung geben, ob weitere Gespräche aus deiner Sicht sinnlos sind.

Hintergrund (Zitat aus dem Mehrkostenbericht der GKV):

Bei der Hilfsmittelversorgung ist in der Vergangenheit immer wieder darauf hingewiesen worden, dass Versicherte ungerechtfertigte Mehrkosten leisten müssen; und dies, obwohl doch die mehrkostenfreie Sachleistung der gesetzlich vorgesehene Regelfall sein sollte.
Deshalb war es ein richtiger Schritt, als der Gesetzgeber mit dem Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz im April 2017 mehrere Maßnahmen zur Stärkung des Sachleistungsprinzips im Bereich der Hilfsmittelversorgung beschlossen hat. Neben einer Verpflichtung der Leistungserbringer, die Versicherten über ihren Hilfsmittelversorgungsanspruch zu informieren und zu beraten, wurden die Leistungserbringer zudem verpflichtet, etwaige Mehrkosten im Rahmen des Abrechnungsverfahrens anzugeben.


Der nun veröffentlichte Mehrkostenbericht ist hier ersichtlich:

www.gkv-spitzenverband.de/media/dokument...tel_barrierefrei.pdf

Aus dem Mehrkostenbericht:

Im Untersuchungszeitraum wurden ca. 1,8 Mio. Versicherte mit Inkontinenzhilfen versorgt, womit diese Produktgruppe bei der Anzahl der Versorgungen Rang 2 einnimmt. Bei den Leistungsausgaben belegt diese Produktgruppe mit 310,4 Mio. € Rang 5. Für 16 % der Versorgungen dieser Produktgruppe wurden dabei Mehrkosten erfasst. Die durchschnittliche Höhe der Mehrkosten je Versorgungsfall beträgt 72 €.


Der GKV gibt folgende Einschätzung zu den Ergebnissen ab:
Insgesamt (alle Hilfsmittelbereiche, vom Rollstuhl über Hörgeräte, Rollstühle usw.) wurden bei rund 18 % der Hilfsmittelversorgungen Mehrkosten für die Versicherten dokumentiert. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass eine Versorgung im Rahmen des Sachleistungsprinzips in 82 % der Versorgungsfälle dem gesetzlich vorgesehenen Regelfall entspricht.


Würde dieser Einschätzung nicht widersprochen, hätte man als Ergebnis, dass „nur“ 18% der mit Hilfsmittel Versorgten überhaupt wirtschaftlich zuzahlen. Im Bereich der Inkontinenzhilfsmittel wären dies 16%. Somit würden 84% nach dem Sachleistungsprinzip versorgt und müssten keine wirtschaftliche Aufzahlung leisten. Der Handlungsbedarf wäre gering oder zumindest deutlich geringer als er ist.

Wenn man dieses Ergebnis zur Grundlage politischen Handelns erklären würde, spiegelte dies nicht einmal die halbe Wahrheit und die Situation von deutlich mehr Versorgten wider.

Mehrere Faktoren:
1. Wurde die Produktgruppe 15 (Inkontinenzhilfsmittel) nicht differenziert betrachtet bzw. erfasst. Es handelt sich also um Zahlen, die aus der Versorgung mit völlig unterschiedlichen Produkten (Katheter, Darmmanegement, aufsaugende Hilfsmittel) zusammengefasst wurden.
Dies führt zu keinem aussagefähigen Bild, weil es bei einigen Produktgruppen gar keine oder nur sehr geringe wirtschaftlichen Aufzahlungen gibt.

2. Finden die Versorgten, welche sich beispielsweise aus wirtschaftlichen Gründen gar keine Aufzahlung leisten können und somit mit Produkten versorgt werden, die zwar zuzahlungsfrei bleiben, aber evtl. den individuellen Versorgungsbedarf gar nicht wiedergeben völlig unberücksichtigt.
Deshalb kann aus den erhobenen Zahlen keinesfalls abgeleitet werden, dass 84% der Versorgten durch das Sachleistungsprinzip ausreichend versorgt würden.

Ich habe daraufhin die zuständige Referatsleiterin Hilfsmittel Frau Carla Meyerhoff-Grienberger (GKV) auf genau diesen Umstand hingewiesen. Unser Vereinsmitglied (hier im Forum Birgit1) war dabei anwesend. Frau Meyerhoff-Grienberger antworte mir darauf, dies hätten sie so nicht bedacht. Sie dankte für den Hinweis und bot mir ein weiteres Gespräch in Berlin an.

Im genannten Mehrkostenbericht erklärt der GKV zudem selbst:
Mit Blick auf die konkrete Versorgungssituation und unter Berücksichtigung der Zahl der Betroffenen sind die Daten hinsichtlich der Produktgruppen 08 „Einlagen“ und 15 „Inkontinenzhilfen“ gesondert zu betrachten. Die in diesem Bericht dargestellten Zahlen deuten darauf hin, dass es offenbar noch nicht gelungen ist, das Sachleistungsprinzip in den Versorgungsbereichen der Einlagenversorgung und der Inkontinenzversorgung in dem Umfang durchzusetzen, wie es notwendig und wünschenswert ist. Dies zeigt auch die öffentliche Diskussion im politischen Raum sowie Forderungen von Patientenorganisationen, insbesondere zur Verbesserung der Versorgungsqualität mit Inkontinenzhilfen.


Der GKV-Spitzenverband wird zusammen mit seinen Mitgliedern eine gesonderte und vertiefte Ursachenanalyse durchführen und kurzfristig entsprechende Maßnahmen zur Diskussion stellen.


Bist du noch immer der Meinung das Gespräche keinen Sinn machen? Wenn ja, kannst du mir vielleicht einen Hinweise geben, wer auf Missstände hinweisen sollte und wer die Interessen von Betroffenen vertreten sollte. Ich hätte bereits Ideen was ich mit meiner dann frei werdenden Zeit anfangen könnte ;)

Gruß
Matti

PS. Nimm meine Antwort an dich bitte nicht zum Anlass darüber zu streiten. Ich schildere dir ausschließlich meine Sichtweise, die darf deiner widersprechen.

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17 Feb 2020 18:05 #32 von hippo80
Hallo Matti.
Ich musste jetzt 2h verstreichen lassen, um meine Fassungslosigkeit sacken zu lassen.
Die böse Überraschung ist in einem Satz mit deinen Gesprächen genannt. Von daher wird da wohl ein gewisser Zusammenhang bestehen. Ich kenne dich nicht persönlich und von daher bezog sich meine Aussage auf die derzeitig ausschweifenden Erläuterungen deiner so tollen Gespräche (* das ist jetzt bewusst sehr übertrieben*). Wie du sicherlich weißt, können Menschen in Funktionsebenen sehr viel und gut reden, was dabei als Schlussfolgerungen umgesetzt wird, ist selten viel. Vielleicht liegt das Ganze daran, dass auch ich mehrere politische Systeme erlebt habe/erleben musste. Ich habe als Vorpubertäre die politischen Folgen der Wiedervereinigung erlebt. Ich habe erlebt, wie viele tolle Versprechungen von wichtigen Menschen für unsere Industrieregion gemacht wurden. Und ich habe die "blühenden Landschaften" (H. Kohl) erlebt. Aber nur blühende Blumen. Denn unsere Region hat sich auch 30 Jahre nach dem Mauerfall nicht ansatzweise erholt.
Ich habe allerdings auch erkrankungsbedingt erlebt, welche Versprechungen es gab. Ich habe in meiner Ausbildung bei einem großen Transportunternehmen sehr viele weise Worte gehört. Was davon wirklich geblieben ist? Die vielen Blatt Papier auf denen sie gedruckt sind.
Von daher wünsche ich dir sehr, dass du nicht irgendwann erkennen musst, wie sinnlos dies Gespräche sind. Warum diese sinnlos erscheinen? Weil sich nichts ändern wird, solange wirtschaftliche Interessen und Gewinnmaximierung die entscheidenden Faktoren sind.
Nun ist es natürlich schwierig hier über Wirtschaftsunternehmen zu sprechen, die in diesem Gesundheitsbereich wichtig sind. Von daher lassen wir es hier dabei.

Liebe Grüße und einen schönen Abend.

P.S. NEIN ich wünsche mir keine DDR zurück!

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19 Feb 2020 09:41 #33 von Ayk
Hallo Matti

Am Anfang dieses Forums steht der Begriff „Erfahrungsaustausch“ und genau in diesem Sinne lese und schreibe ich in diesem Forum. Dabei zeigt sich in der Resonanz der wenigen, welche bereit sind sich hier einzubringen, dass auch andere ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder machen.
Auch ich sehe die positiven Veränderungen nicht nur in der Meinungsfreiheit und wünsche mir den Sozialismus nicht zurück.

Ich möchte keinesfalls deinen Einsatz oder die Erfolge, welche sich eventuell auch teilweise aus der Arbeit des Vereins begründen irgendwie schlecht reden,
Ganz im Gegenteil
Du kannst mir auch gerne vorwerfen, dass ich noch viel zu wenig weis, blöd bin ich allerdings nicht, nur realistisch ( wenn du das auch nicht akzeptieren magst), ich weiß durchaus, wie sich die GKV finanziert!
Und der Bundeszuschuss, welcher einen Teil dieser Finanzierung ausmacht, resultiert durchaus aus dem selben Topf, wie beispielsweise der Militäretat, nämlich aus den Steuern, allerdings auch der Forschungsetat etc.
Um so mehr halte ich die Handhabung des wirtschaftlichen Aufpreises für mehr als bedenklich.
Auch sehe ich nicht hinter jeder Ecke „böse Machenschaften“. Ebenfalls sehe ich Gespräche nicht unbedingt als sinnlos.

Du beschreibst lang und breit das Thema Mehrkosten, und ich erlaube mir mal das mit der wirtschaftlichen Aufzahlung gleichzusetzen!
Im§ 2/1 Herkunft der Daten heißte es:
Grundlage für den Mehrkostenbericht sind Daten, die von den Hilfsmittelleistungserbringern im Rahmen der Abrechnung gemäß den Regelungen nach § 302 SGB V den Krankenkassen zu übermitteln sind. Die technischen Voraussetzungen für die Datenübermittlung wurden durch eine entsprechende Ergänzung der Technischen Anlage 1 (Version 11) nach § 302 SGB V geschaffen.2 Die Technische Anlage war ab dem 01.01.2018 anzuwenden.

Fehlen hier nicht die Zahlen der Menschen, welche es einfach nach der ersten Ablehnung der Kostenübername des medizinisch begründeten Bedarfes leid sind, aus den verschiedensten Gründen, sich über Monate mit Versorger und KK zu streiten. Und fehlen hier nicht auch die Zahlen derer, die bis drei zählen können, welche ihre benötigten Hilfsmittel nicht über eine Verordnung beziehen, bei der sie noch draufzahlen?
Auf Anhieb könnte ich dir auch mindestens eine Handvoll Betroffener nennen, welche sich erst keine Verordnung holen, weil sie es nicht ertragen, sich monatelang mit KK und Versorger zu streiten. Auch diese Zahlen sind in diesem Bericht nicht enthalten.

Zum Thema Vertrag KK-Versorger schreibst du:

Die bisher ausschreibungsrelevanten Bestimmungen in § 127 Abs. 1, 1a und 1b SGB V wurden ersatzlos gestrichen.

Die laufenden Ausschreibungsverträge wurden sechs Monate nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes unwirksam. Durch die Übergangsfrist hatten die Krankenkassen aus Sicht des Gesetzgebers ausreichend Zeit, die Versorgung ihrer Versicherten auf eine neue vertragliche Grundlage zu stellen.
Diese Frist endete am 30. November 2020.
Deshalb bedarf es dazu auch keiner Spekulation mehr!

Sollten dann hier nicht schon wenigstens ansatzweise Veränderungen sichtbar werden??
Hier wieder eine persönliche Erfahrung: spätestens kommende Woche muss ich mir eine Verordnung für das 2. Quartal holen, wobei bis heute noch keine abschließende Entscheidung der KK auf die Verordnung für das 1. Quartal vom Dezember vorliegt. Und das trotz erfolgter Bestätigung des medizinischen Mehrbedarfes durch den MDK. Wobei der Einspruch hier vom Versorger kommt!
Ich bin echt gespannt, was sich mit Ende der Übergangsfrist am 30. November 2020. außer auf dem Papier tatsächlich ändert, erst recht nicht, solange Gewinnmaximierung im sozialen Bereiche im Vordergrund steht.

Da du ja so ziemlich alles weist, nenne mir doch mal die Pauschale der aufsaugenden Mittel, welche der Rentenversicherungsträger an REHA-Einrichtungen zahlt.
An keinem Tag meiner AHB hatte ich den Eindruck, weder in qualitativer, noch in quantitativer Sicht unterversorgt zu sein.
Mein Ärger begann mit der sogenannten Beratung des Versorgers, welcher mir zwar beiläufig erklärt hat das es Pauschalprodukte gibt, aber auch darauf hingewiesen hat, dass ich bei meiner starken Inkontinenz damit nicht zurechtkommen werde. Mir wurden auch Proben zugeschickt, unter Anderem eine
„SENI control Extra“, wobei der Berater durchaus wusste, dass ich männlichen Geschlechts bin.

Vielleicht solltest du mal hin und wieder deine rosa Brille absetzen und den Erfahrungen Anderer glauben schenken. Meine Erfahrungen sind definitiv keine Einzelerfahrungen!
Und vielleicht solltest du auch mal darüber nachdenken, ob deine Versorgungssituation auf Grund deines Bekanntheitsgrades zu diesem Thema, nicht eine ganz andere ist, als die von Frau Krause aus Kuckuckshausen, die einen PC nicht bedienen kann, zur medizinischen Versorgung in die 30km entfernte Stadt fahren muss, allerdings ohne die Möglichkeit eines rollstuhlgerechten öffentlichen Verkehrsmittels.
Soviel zu meiner Sicht „Blühende Landschaften“
Ayk
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04 Mär 2020 17:49 - 04 Mär 2020 17:51 #34 von Lunaris
Hallo,

ich habe mein Aktuelles Rezept jetzt bei der Apotheke eingereicht, die einen Vertrag mit meiner Krankenkasse hat.
Da sagten die mir dieses eine Produkt (Tena Active Slip Maxi Large) kann nicht geliefert werden. Da Tena selber sagt diese sei nur für Pflegeheime da.
Und wo ich dann mal nach gefragt haben, kamen die dann mit der Aussage, das liegt an den Krankenkassen, das diese nur noch alle Atmungsaktive haben wollen, aber was ist denn mit den Patienten die mit den "Atmungsaktiven" Probleme haben. Die schauen dann einfach nur noch in die Röhre und müssen schauen wo sie bleiben?

jetzt heißt es dann wohl erstmal wieder auf irgendeinem Produkt nehmen was mich mehr als nervt oder nicht so funktioniert wie ich das gerne hätte, nur damit ich wieder versorgt werde. Nur wird dann wohl wieder kommen, hier muss ich das Aufzahlen und da das, es nervt

Ich würde gerne irgendeinem in die Finger bekommen und den mal so gehörig die Meinung geigen, am besten dannoch mit Antwaltliche hilfe.

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05 Mär 2020 08:45 #35 von Ayk
Hallo
Such dir doch einfach mal einen anderen Anbieter im WWW und frag dort mal nach. Medpex z.B. vertreibt das recht günstig, dann würde ich mal abklären, ob dieser Artikel für dich auf Rezept geliefert werden kann und dann versuche den Weg : Antrag Kostenübernahme bei deiner KK ( mit aussagekräftiger Verordnung)
Dann kannst du nur warten und hoffen, dass dein Bedarf eventuell nasch mehreren Widersprüchen genehmigt wird. Bis dahin Rechnungen aufbewahren und nachreichen. Einen Versuch ist es allemal wert.
Viel Erfolg
Ayk

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05 Mär 2020 09:35 #36 von Lunaris
Hallo Ayk,

Ja da hast du recht. Nur leider komm ich da gerade in ein kleines finanzielles Problem. Wenn ich mir diese erstmal aus eigener Tasche zahle.

Was natürlich auch nicht so schön ist. Habe aber schon meinen Anwalt darauf vorbereitet gegen die kK zu schießen

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27 Mär 2020 16:51 #37 von Lunaris
@Matti und all die anderen die hier "für" uns kämpfen

Ich hab da mal eine frage, wo und vor allem warum ist es so gewollt das man Nur noch Atmungsaktive Produkte bekommt, die für Mobile Personen mehr Schwierigkeiten und Probleme Produzieren als es Sein sollte?

Kann mir da mal bitte einer Sagen welcher nicht nach denkende Mensch das beschlossen hat und noch dazu, das sowas auch noch durch kommt?

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27 Mär 2020 20:42 #38 von matti
Hallo Lunaris,

mir ist keine Vorschrift bekannt, welche ausschließlich stoff- bzw. vliesartige Aussenflächen erlaubt.

In den Qualitätsanforderungen ist von "feuchtigkeitsdichte und auch atmungsaktive Außenschicht" zu lesen. Dies kann grundsätzlich auch durch Folie erreicht werden. Auch im inneren (unter) eines Vlies befindet sich eine feuchtigkeitsdichte Schicht.

Das aktuelle und damit gültige Hilfsmittelverzeichnis listet eine ganze Reihe von Hilfsmittel mit Folie auf. Diese sind grundsätzlich alle verordnungsfähig.

Ich denke hinter der Umstellung auf Vlies steckt vielmehr ein Innovationsgedanke. So wird an den Seiten, im Bereich der Klebestreifen, ja häufig schon gar kein feuchtigkeitsdichtes Material mehr verwendet. Purer Vlies ist dort immer häufiger verarbeitet. Dies erhöht sicher die Atmungsaktivität. Über die praktische Anwendung gibt es allerdings durchaus kritische Anmerkungen.

Weiterführende Infos:

www.rehadat-gkv.de/info/index.html?pgnr=15&pginfo=true

Gruß
Matti

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28 Mär 2020 07:35 #39 von martinK
Hallo Lunaris

Deine Frage ist zwar etwas „off topic“, aber ich steuere gerne meine Erfahrung bei:

Wie Matti geschrieben hat, ist es den Herstellern überlassen, welche Folie sie verwenden. Ich selber (harn- und stuhlinkontinent und mobil) bin mit den modernen Produkten zum Beispiel sehr zufrieden. Ich habe gelesen, dass die stoffähnliche Folie nicht dicht sei, Gerüche durchliesse und zu einem schlechten Sitz des Slips führe; dies entspricht überhaupt nicht meiner Erfahrung. Allerdings trage ich über dem Slip eine Fixierunterhose und achte darauf, dass ich den Slip wechsle, wenn ich spüre, dass er nass ist (d.h. Wenn er „rücknässt“). Und bei grösseren Stuhlunfällen gibt es für mich eh keine Variante als so zeitnah wie möglich die Dusche aufzusuchen und mich komplett frisch zu machen. Dies alles würde ich auch bei einem Slip mit Plastikfolie so tun.

Ich war schon als Kind inkontinent und musste damals mit viel schlechteren und zum Tragen unbequemen Hilfsmitteln auskommen (zum Glück trug ich sie nur auf Reisen und Übernachtungen ausser Haus). Heute verwende ich den Attends Regular Slip L10 und bin damit sehr zufrieden, nicht nur weil das Produkt mich schützt, sondern auch weil ich kaum merke, dass sich unter meiner Unterhose noch ein Inkontinenzslip befindet.

Einen dünnen, stark absorbierenden und angenehm zu tragenden Slip zu entwickeln und herzustellen hat natürlich auch seinen Preis (womit wir wieder beim Thema sind). Ich hoffe aber, dass sich der Markt irgendwann bereinigt, und dass im Zug dieses Bereinigungsprozesses die Preise fallen werden, weil der Markt auf weniger Teilnehmer, die grössere Stückzahlen produzieren können, aufgeteilt wird.

Es gibt übrigens noch Produkte mit Plastikfolie (z.B. Attends Regular Slip Plus oder BetterDry).

Herzliche Grüsse
Martin

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31 Mär 2020 12:00 #40 von Ayk
Hallo Zusammen
Mal wieder etwas Neues zu meiner persöhnlichen Hilfsmittelversorgung!
Da ja im März meine neue Verordnung fällig war, welche ich auch problemlos ( incl. Mehrbedarfsbegründung ) von meinem Urologen bekommen habe, ging der Zauber natürlich wieder los. Leider ist es der AOK seit Dezember noch nicht gelungen eine abschließende Stellungnahme des MDK zu bekommen.
Meine (wirtschaftliche) Aufzahlung wird bis dahin weiterhin übernommen.
Auf meinen Einwand hin, daß ich nicht bereit bin die Produkte auf die Verordnung über den Versorger zu beziehen ( Pauschale, Rezeptgebühr, Zuzahlung),
hat die AOK eingewilligt, daß ich die Produkte im freien Handel erwerbe und die Kosten der Rechnung übernommen werden.
Es geht also, kann ich nur immer wieder sagen.
Gruß Ayk

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