Frage Seit Blasenmuskellähmung und ISK Gedankenexplosionen: Trinken - Ablassen
- MichaelDah
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2 Monate 3 Wochen her - 2 Monate 3 Wochen her #52936 von MichaelDah
MichaelDah antwortete auf Seit Blasenmuskellähmung und ISK Gedankenexplosionen: Trinken - Ablassen
Hallo Petra, hallo Vallie,
Ich versuche mal, auf beide Fragen zu antworten…
Also erstmal zum Thema Röntgen @Petra:
Ich denke, deine Urologin hat sich die Blase ja mit Ultraschall angeschaut. Da kann man schon bei einer mittleren Blasenfüllung die Dicke der Blasenwand recht gut beurteilen. Wenn die Blasenwand nicht verdickt ist, wird man auch kaum eine Trabekulierung finden.
Eine verdickte Blasenwand zeigt ein verstärktes Muskelwachstum an, das für die typische Trabekulierung überhaupt erst die Voraussetzung ist. Genau das lässt sich aber, wie gesagt, mit Ultraschall recht gut erkennen und auch vermessen. Wenn man da etwas findet, wird man ggf. auch noch mal eine Röntgenaufnahme machen - wenn nicht, dann nicht.
Das Ausstülpungsproblem besteht ja darin, dass sich der Muskel durch den immer größeren Druck, den er dank seines Wachstums aufbaut, am Ende quasi selbst zerstört. Da das Muskelgewebe innerhalb der Blase nicht überall gleich stark ist, werden die schwächeren Teile durch den aufgebauten Druck irgendwann nach außen gedrückt und die Ausstülpungen entstehen. An diesen Stellen kann der Muskel dann keine Kraft mehr aufbauen und je mehr Ausstülpungen entstehen, umso weniger Druck kann aufgebaut werden und am Ende kommt es dann zum Harnverhalt und viel Restharn.
Das ist aber ein relativ langsamer Prozess, der über Jahre gehen kann. Da in deinem Fall aber überhaupt kein Druck aufgebaut wird, kann da auch nichts Trabekulieren - es sei denn, das ist bereits vorher passiert. Das hätte man dann aber sicher schon beim ersten Ultraschall gesehen.
Das eine hypothone Blase, keine neurologische Ursache hat, ist eher ungewöhnlich - jedenfalls wenn sie nicht Trabekuliert ist oder anderweitige physische Schäden aufweist. Es ist schon so, dass eine neurogene Blasenstörung i.d.R. nur dann diagnostiziert wird, wenn es eine entsprechende Analogie bei der neurologischen Diagnostik gibt. Die Frage ist halt, wie intensiv danach bereits gesucht wurde.
Prinzipiell deutet eine hypothone Blase erstmal auf Probleme im Sub- oder Lubosakralbereich hin. Wenn MS und Tumore ausgeschlossen wurden, gehe ich mal davon aus, dass mindestens ein MRT von der Lendenwirbelsäule gemacht wurde. Wenn da nichts gefunden wurde, ist das schon recht merkwürdig.
Warst du diesbezüglich schon mal in einem Kontinenzzentrum, das auch eine Neurourologie hat? Leider ist es so, dass die „normalen“ Neurologen und auch Urologen mit komplexeren neurourologischen Problemen zuweilen überfordert sind - b.z.w. nicht die entsprechende Ausstattung haben, um hier eine erweiterte Diagnostik durchzuführen. Das funktioniert oft nur in einer Klinik mit neurourologischer Abteilung. Wenn also nicht schon geschehen wäre, ist es sicher noch mal eine Überlegung, die Sache in einer passenden Klinik noch mal genauer untersuchen zu lassen - auch um mögliche weitere Probleme auszuschließen.
Zum Thema 400ml und ISK @Vallie
Die 400ml sind ein Richtwert, der sich am „normalen“ Blasenvolumen orientiert. Geht man darüber hinaus, werden Dehnungsschäden wahrscheinlicher und das Reflux-Risiko größer. Prinzipiell kann die Blase ja nicht nur durch Trabekulierung, sondern auch durch Überdehnung geschädigt werden. Das passiert auch gar nicht mal so selten.
Ein typisches Beispiel wäre die Schädigung im Zusammenhang mit Diabetes. Hier ist neben der diabetischen Polyneuropathie auch oft eine Dehnungsschädigung der Blasennerven zu beobachten, die dann dazu führen kann, dass der/die Betroffene keinen Harndrang mehr spürt.
Darüber hinaus hast du - wenn das „Limit“ erreicht ist, natürlich auch immer das Problem, dass es einen Reflux in die Nieren geben kann - was unbedingt zu vermeiden ist. Gemeiner Weise merkt man das dann auch nicht, weil i.d.R. ja die Wahrnehmung dafür bereits weg ist.
Ein weiterer Punkt ist, dass die Überdehnung die Blase auch von innen schädigen kann, was dann auch zu Schäden an der GAG-Schicht führen und das Entzündungsrisiko erhöhen kann.
In deinem und meinem Fall liegt die Sache auch noch etwas anders als bei Petra. Wir haben ja beide - wenn ich dich richtig verstanden habe - ein Hochdruck-System. In unseren Fällen ist die Blase ja durchaus in der Lage, Druck aufzubauen, was dann bei den unwillkürlichen Detrusor-Kontraktionen zur Inkontinenz führt. Hier ist neben der Blasendruckkontrolle und ggf. der medikamentösen Dämpfung des Muskels besonders wichtig, dafür zu sorgen, dass das Volumen nicht zu groß wird, weil das Risiko des Reflux stark ansteigt und natürlich auch hier ein viel größeres Trabekulationsrisiko besteht.
Das ist bei uns noch kritischer als bei Petra - obwohl man natürlich auch bei einer schlaffen Blase aus den o.g. Gründen eine Überfüllung vermeiden sollte.
Viele Grüße
Michael
Ich versuche mal, auf beide Fragen zu antworten…
Also erstmal zum Thema Röntgen @Petra:
Ich denke, deine Urologin hat sich die Blase ja mit Ultraschall angeschaut. Da kann man schon bei einer mittleren Blasenfüllung die Dicke der Blasenwand recht gut beurteilen. Wenn die Blasenwand nicht verdickt ist, wird man auch kaum eine Trabekulierung finden.
Eine verdickte Blasenwand zeigt ein verstärktes Muskelwachstum an, das für die typische Trabekulierung überhaupt erst die Voraussetzung ist. Genau das lässt sich aber, wie gesagt, mit Ultraschall recht gut erkennen und auch vermessen. Wenn man da etwas findet, wird man ggf. auch noch mal eine Röntgenaufnahme machen - wenn nicht, dann nicht.
Das Ausstülpungsproblem besteht ja darin, dass sich der Muskel durch den immer größeren Druck, den er dank seines Wachstums aufbaut, am Ende quasi selbst zerstört. Da das Muskelgewebe innerhalb der Blase nicht überall gleich stark ist, werden die schwächeren Teile durch den aufgebauten Druck irgendwann nach außen gedrückt und die Ausstülpungen entstehen. An diesen Stellen kann der Muskel dann keine Kraft mehr aufbauen und je mehr Ausstülpungen entstehen, umso weniger Druck kann aufgebaut werden und am Ende kommt es dann zum Harnverhalt und viel Restharn.
Das ist aber ein relativ langsamer Prozess, der über Jahre gehen kann. Da in deinem Fall aber überhaupt kein Druck aufgebaut wird, kann da auch nichts Trabekulieren - es sei denn, das ist bereits vorher passiert. Das hätte man dann aber sicher schon beim ersten Ultraschall gesehen.
Das eine hypothone Blase, keine neurologische Ursache hat, ist eher ungewöhnlich - jedenfalls wenn sie nicht Trabekuliert ist oder anderweitige physische Schäden aufweist. Es ist schon so, dass eine neurogene Blasenstörung i.d.R. nur dann diagnostiziert wird, wenn es eine entsprechende Analogie bei der neurologischen Diagnostik gibt. Die Frage ist halt, wie intensiv danach bereits gesucht wurde.
Prinzipiell deutet eine hypothone Blase erstmal auf Probleme im Sub- oder Lubosakralbereich hin. Wenn MS und Tumore ausgeschlossen wurden, gehe ich mal davon aus, dass mindestens ein MRT von der Lendenwirbelsäule gemacht wurde. Wenn da nichts gefunden wurde, ist das schon recht merkwürdig.
Warst du diesbezüglich schon mal in einem Kontinenzzentrum, das auch eine Neurourologie hat? Leider ist es so, dass die „normalen“ Neurologen und auch Urologen mit komplexeren neurourologischen Problemen zuweilen überfordert sind - b.z.w. nicht die entsprechende Ausstattung haben, um hier eine erweiterte Diagnostik durchzuführen. Das funktioniert oft nur in einer Klinik mit neurourologischer Abteilung. Wenn also nicht schon geschehen wäre, ist es sicher noch mal eine Überlegung, die Sache in einer passenden Klinik noch mal genauer untersuchen zu lassen - auch um mögliche weitere Probleme auszuschließen.
Zum Thema 400ml und ISK @Vallie
Die 400ml sind ein Richtwert, der sich am „normalen“ Blasenvolumen orientiert. Geht man darüber hinaus, werden Dehnungsschäden wahrscheinlicher und das Reflux-Risiko größer. Prinzipiell kann die Blase ja nicht nur durch Trabekulierung, sondern auch durch Überdehnung geschädigt werden. Das passiert auch gar nicht mal so selten.
Ein typisches Beispiel wäre die Schädigung im Zusammenhang mit Diabetes. Hier ist neben der diabetischen Polyneuropathie auch oft eine Dehnungsschädigung der Blasennerven zu beobachten, die dann dazu führen kann, dass der/die Betroffene keinen Harndrang mehr spürt.
Darüber hinaus hast du - wenn das „Limit“ erreicht ist, natürlich auch immer das Problem, dass es einen Reflux in die Nieren geben kann - was unbedingt zu vermeiden ist. Gemeiner Weise merkt man das dann auch nicht, weil i.d.R. ja die Wahrnehmung dafür bereits weg ist.
Ein weiterer Punkt ist, dass die Überdehnung die Blase auch von innen schädigen kann, was dann auch zu Schäden an der GAG-Schicht führen und das Entzündungsrisiko erhöhen kann.
In deinem und meinem Fall liegt die Sache auch noch etwas anders als bei Petra. Wir haben ja beide - wenn ich dich richtig verstanden habe - ein Hochdruck-System. In unseren Fällen ist die Blase ja durchaus in der Lage, Druck aufzubauen, was dann bei den unwillkürlichen Detrusor-Kontraktionen zur Inkontinenz führt. Hier ist neben der Blasendruckkontrolle und ggf. der medikamentösen Dämpfung des Muskels besonders wichtig, dafür zu sorgen, dass das Volumen nicht zu groß wird, weil das Risiko des Reflux stark ansteigt und natürlich auch hier ein viel größeres Trabekulationsrisiko besteht.
Das ist bei uns noch kritischer als bei Petra - obwohl man natürlich auch bei einer schlaffen Blase aus den o.g. Gründen eine Überfüllung vermeiden sollte.
Viele Grüße
Michael
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- Vallie
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2 Monate 3 Wochen her #52938 von Vallie
Vallie antwortete auf Seit Blasenmuskellähmung und ISK Gedankenexplosionen: Trinken - Ablassen
Hallo Michael,
viele Dank, dass Du alles nochmal so ausführlich aufgedröselt hast.
Bei mir liegt allerdings auch eine schlaffe Blase vor, ich dachte, der von mir verwendete Begriff der atonalen Blase sei das Gleiche. Mein Bandscheibenvorfall war L5/S1, Läsion des unteren Motoneurons.
Ich glaube, da ist es immer eine schlaffe Lähmung.
Da Petra gleich zu anfangs von einer schlaffen Blase schrieb, schienen mir hier meine Erfahrungen auch weitgehend übertragbar, grade, weil es keine Gefahr bezüglich zu hoher Drücke und potentiellen Auswirkungen auf die Niere gibt.
Bei mir liegt die wohl eher seltene Kombi vor von schlaffer Blase mit kompletten Harnverhalt, wie auch bei Petra, mit einer ausgeprägten Belastungsinkontinenz, die wohl auf die gleichfalls nicht mehr funktionierenden Sphinkter zurückzuführen ist.
Wie auch immer, mit allen Streberqualitäten, die wir wohl alle aufweisen ( ich habe natürlich auch eine App, in der ich jedes ISK, jeden Harnverlust eintrage...) heißt es wohl: Akzeptanz der Unlogik!
War grade draußen unterwegs, 950ml in drei Stunden, kopfschüttelkopfschüttel
Grüße von Valerie
viele Dank, dass Du alles nochmal so ausführlich aufgedröselt hast.
Bei mir liegt allerdings auch eine schlaffe Blase vor, ich dachte, der von mir verwendete Begriff der atonalen Blase sei das Gleiche. Mein Bandscheibenvorfall war L5/S1, Läsion des unteren Motoneurons.
Ich glaube, da ist es immer eine schlaffe Lähmung.
Da Petra gleich zu anfangs von einer schlaffen Blase schrieb, schienen mir hier meine Erfahrungen auch weitgehend übertragbar, grade, weil es keine Gefahr bezüglich zu hoher Drücke und potentiellen Auswirkungen auf die Niere gibt.
Bei mir liegt die wohl eher seltene Kombi vor von schlaffer Blase mit kompletten Harnverhalt, wie auch bei Petra, mit einer ausgeprägten Belastungsinkontinenz, die wohl auf die gleichfalls nicht mehr funktionierenden Sphinkter zurückzuführen ist.
Wie auch immer, mit allen Streberqualitäten, die wir wohl alle aufweisen ( ich habe natürlich auch eine App, in der ich jedes ISK, jeden Harnverlust eintrage...) heißt es wohl: Akzeptanz der Unlogik!
War grade draußen unterwegs, 950ml in drei Stunden, kopfschüttelkopfschüttel
Grüße von Valerie
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- Petra 69
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2 Monate 3 Wochen her #52939 von Petra 69
Petra 69 antwortete auf Seit Blasenmuskellähmung und ISK Gedankenexplosionen: Trinken - Ablassen
Hallo Michael!
Genau, meine Blase wurde von drei Urologen per Ultraschall gecheckt. Meine jetzt aktuelle Urologin, mit der ich wirklich endlich eine tolle Ansprechpartnerin gefunden habe, hat exakt sehen können, dass kein Blasenmuskel mehr vorhanden ist.
Sie sagte auch, ebenso wie du, dass es ein längerer Prozess ist, bis man den Zustand erreicht hat, in dem ich mich jetzt befinde.
Eigentlich hätte das meinem Gynäkologen bei den Vorsorgeuntersuchungen schon von längerem aufgefallen sein müssen, aber ich bekam nach jeder Untersuchung stets nur positives Feedback.
Richtig massiv war für mich der Monat August, in dem ich erst in Schottland und dann in Norwegen zum Wandern im Urlaub war und gerade in Norwegen nur noch meinen Bauch auf die Oberschenkel gepresst habe, um überhaupt noch Urin ablassen zu können.
Dann hatte ich mir sofort einen Termin zu Blasenspiegelung geholt, die aber nicht, wie geplant, am 5. September erfolgen konnte, weil der erste Urologe anhand der Urinprobe feststellte, dass ich einen HWI hatte. Also Cotrim und am 12.9. schließlich die Spiegelung.
Das war dann der Alptraumtag meines Lebens. Ich hatte doch extrem viel Harn, die der Urologe abgelassen hat, bevor dann die Spiegelung begann. Nach der Spiegelung entließ er mich und sagte, es sei alles super: keine Blasensenkung, keine Steinchen, kein Tumor - tschüss!
Und am selben Abend kam ich dann in die Notaufnahme unseres kleinen Krankenhauses, da ich null Komma gar nichts mehr ablassen konnte. Dort habe ich dann einen Dauerkatheter bekommen und nach dem Wochenende mit dem Dauerkatheter war ich dann wieder in der Praxis meines Urologen, der mir nur mitteilte (das schrieb ich irgendwann schon einmal), dass ich nun immer auf den Dauerkatheter angewiesen sei und alle sechs Wochen zum Wechseln in seine Praxis kommen soll. Wumms!
Zum neurologischen Bereich: in unserer Nachbarstadt Kiel hatte ich super schnell einen Termin bei einem fantastischen Neurologen bekommen. Der hat wirklich ALLES abgecheckt und ich bekam neben einem Hirn MRT auch noch ein MRT der gesamten Wirbelsäule, auch wenn Lendenwirbelsäule und untere Brustwirbelsäule eigentlich ausgereicht hätten. Er wollte aber auf Nummer ganz sicher gehen. Und es wurde nichts Neurologisches als Ursache gefunden.
Dieser Neurologe sorgte auch dafür, dass ich mit Hilfe eines von ihm ausgestellten Gutachtens auch umgehend einen Euro-Schlüssel bekam.
Es folgten noch verschiedene weitere Untersuchungen bei unterschiedlichen Ärzten und dann war eigentlich alles auszuschließen. Kein Diabetes, keine MS, eben kein gar nichts, nur ein riesiges Fragezeichen.
Ich habe übrigens vom ersten Tag an immer versucht, in (Universitäts)-Kliniken einen Ansprechpartner / Urologen kontaktieren zu können oder mich auch stationär aufnehmen zu lassen.
Aber telefonisch blieb ich meistens an der Info hängen, die versuchte, mich durchzustellen, aber keiner ging ans Telefon.
Auch meine Freundinnen, die ich angesetzt habe, in verschiedenen Kliniken stellvertretend für mich anzurufen, gelang kein Durchbruch.
Es war wirklich unfassbar!!! Und ich war richtig am Ende!!!
Deine Idee, mich in einer neurourologischen Abteilung in einer Klinik vorzustellen, klingt gut. Auf den Vorschlag ist bisher noch niemand gekommen.
Ich werde mit meiner Hausärztin sprechen und mich mal durchgoogeln, was es hier im norddeutschen Raum so geben könnte.
Allerdings steht mir jetzt tatsächlich auch so ein kleines Bisschen mein Neustart ins Arbeitsleben im Weg.
Ich bin ein totales Arbeitstier und freue mich wie blöd auch den 3. Dezember, wenn ich meine höchst umfänglich pubertierenden und liebevoll-chaotischen beiden Klassen wieder in die Arme schließen kann.
Ja, ich weiß, Gesundheit geht vor, aber eventuell wieder raus aus meinen crazy Klassen...ich muss heulen!!!
Und meine Schule hat mir ein so wunderbares neues, eigenes Klo gebaut, dass ich sorglos wieder den Schulalltag aufmischen kann.
Vieeelen Dank nochmal, dass du Valerie und mir eine so umfangreiche, und sehr gut verständliche Erklärung gegeben hast. Diese Thematik ist wirklich unglaublich komplex und sehr individuell zu beleuchten.
Ich freue mich auf weitere Chats mit dir!
Liebe Grüße
Petra
Genau, meine Blase wurde von drei Urologen per Ultraschall gecheckt. Meine jetzt aktuelle Urologin, mit der ich wirklich endlich eine tolle Ansprechpartnerin gefunden habe, hat exakt sehen können, dass kein Blasenmuskel mehr vorhanden ist.
Sie sagte auch, ebenso wie du, dass es ein längerer Prozess ist, bis man den Zustand erreicht hat, in dem ich mich jetzt befinde.
Eigentlich hätte das meinem Gynäkologen bei den Vorsorgeuntersuchungen schon von längerem aufgefallen sein müssen, aber ich bekam nach jeder Untersuchung stets nur positives Feedback.
Richtig massiv war für mich der Monat August, in dem ich erst in Schottland und dann in Norwegen zum Wandern im Urlaub war und gerade in Norwegen nur noch meinen Bauch auf die Oberschenkel gepresst habe, um überhaupt noch Urin ablassen zu können.
Dann hatte ich mir sofort einen Termin zu Blasenspiegelung geholt, die aber nicht, wie geplant, am 5. September erfolgen konnte, weil der erste Urologe anhand der Urinprobe feststellte, dass ich einen HWI hatte. Also Cotrim und am 12.9. schließlich die Spiegelung.
Das war dann der Alptraumtag meines Lebens. Ich hatte doch extrem viel Harn, die der Urologe abgelassen hat, bevor dann die Spiegelung begann. Nach der Spiegelung entließ er mich und sagte, es sei alles super: keine Blasensenkung, keine Steinchen, kein Tumor - tschüss!
Und am selben Abend kam ich dann in die Notaufnahme unseres kleinen Krankenhauses, da ich null Komma gar nichts mehr ablassen konnte. Dort habe ich dann einen Dauerkatheter bekommen und nach dem Wochenende mit dem Dauerkatheter war ich dann wieder in der Praxis meines Urologen, der mir nur mitteilte (das schrieb ich irgendwann schon einmal), dass ich nun immer auf den Dauerkatheter angewiesen sei und alle sechs Wochen zum Wechseln in seine Praxis kommen soll. Wumms!
Zum neurologischen Bereich: in unserer Nachbarstadt Kiel hatte ich super schnell einen Termin bei einem fantastischen Neurologen bekommen. Der hat wirklich ALLES abgecheckt und ich bekam neben einem Hirn MRT auch noch ein MRT der gesamten Wirbelsäule, auch wenn Lendenwirbelsäule und untere Brustwirbelsäule eigentlich ausgereicht hätten. Er wollte aber auf Nummer ganz sicher gehen. Und es wurde nichts Neurologisches als Ursache gefunden.
Dieser Neurologe sorgte auch dafür, dass ich mit Hilfe eines von ihm ausgestellten Gutachtens auch umgehend einen Euro-Schlüssel bekam.
Es folgten noch verschiedene weitere Untersuchungen bei unterschiedlichen Ärzten und dann war eigentlich alles auszuschließen. Kein Diabetes, keine MS, eben kein gar nichts, nur ein riesiges Fragezeichen.
Ich habe übrigens vom ersten Tag an immer versucht, in (Universitäts)-Kliniken einen Ansprechpartner / Urologen kontaktieren zu können oder mich auch stationär aufnehmen zu lassen.
Aber telefonisch blieb ich meistens an der Info hängen, die versuchte, mich durchzustellen, aber keiner ging ans Telefon.
Auch meine Freundinnen, die ich angesetzt habe, in verschiedenen Kliniken stellvertretend für mich anzurufen, gelang kein Durchbruch.
Es war wirklich unfassbar!!! Und ich war richtig am Ende!!!
Deine Idee, mich in einer neurourologischen Abteilung in einer Klinik vorzustellen, klingt gut. Auf den Vorschlag ist bisher noch niemand gekommen.
Ich werde mit meiner Hausärztin sprechen und mich mal durchgoogeln, was es hier im norddeutschen Raum so geben könnte.
Allerdings steht mir jetzt tatsächlich auch so ein kleines Bisschen mein Neustart ins Arbeitsleben im Weg.
Ich bin ein totales Arbeitstier und freue mich wie blöd auch den 3. Dezember, wenn ich meine höchst umfänglich pubertierenden und liebevoll-chaotischen beiden Klassen wieder in die Arme schließen kann.
Ja, ich weiß, Gesundheit geht vor, aber eventuell wieder raus aus meinen crazy Klassen...ich muss heulen!!!
Und meine Schule hat mir ein so wunderbares neues, eigenes Klo gebaut, dass ich sorglos wieder den Schulalltag aufmischen kann.
Vieeelen Dank nochmal, dass du Valerie und mir eine so umfangreiche, und sehr gut verständliche Erklärung gegeben hast. Diese Thematik ist wirklich unglaublich komplex und sehr individuell zu beleuchten.
Ich freue mich auf weitere Chats mit dir!
Liebe Grüße
Petra
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- Petra 69
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2 Monate 3 Wochen her #52940 von Petra 69
Petra 69 antwortete auf Seit Blasenmuskellähmung und ISK Gedankenexplosionen: Trinken - Ablassen
Hallo Valerie!
Das wird eine Doppelantwort...
... erstmal, weil es schneller geht, zu deinem neuesten Chat und deinem Spaziergang...
Was für eine absoluter Wahnsinn!!! Wenn man diese Mengen im Becher sieht, kann man es krass gar nicht fassen, wo das vorher alles IN dir "gelagert" wurde. Und dann wieder die Gedanken: oh man, ich habe natürlich wieder nichts gemerkt und diese großen Mengen sind ja auch nicht wirklich gut...
Und dann: du dokumentierst echt alles in einer App??? Hihihi...genau, die totale Anti-Logik wird von dir überwacht.
Ich merke mir Trink- und Ablassmengen immer so für drei Tage im Kopf und erkläre mir immer wieder, dass es keine Erklärung gibt und schiebe die Zahlen dann aus meinem Gehirn...bis ich dann doch wieder anfange, mir alles zu merken...für nichts!
Matti hatte das ja schon so schön erklärt, dass unser Gehirn komplett anders denkt, als unser Körper letztendlich Flüssigkeiten verarbeitet.
... dein "älterer" Beitrag von heute Morgen:
- Katheterwahl: tatsächlich habe ich vor einer Woche ProLife entdeckt, als ich bei Google nach dem "ultimativ besten" Katheter gesucht habe. Dort musste ich meine Kontaktdaten hinterlegen und bekam innerhalb eines Tage einen Rückruf einer sehr
netten Mitarbeiterin. Als ich ihr sagte, dass ich den Luja verwende, war das Gespräch recht schnell zu Ende, denn sie sagte,
das sei schon der Ferrari und sie könne mir nichts Besseres anbieten.
Okay, wunderbar, ich bin auch wirklich zufrieden, bis auf sein Roll-weg-Verhalten und ich ihn immer in ein Glas stecken muss.
Du kannst ja easy deine Jackentasche, Bauchtasche o.ä. nutzen - genial!
Und jetzt bringst du das Thema wieder ins Spiel und du hast ja total Recht.
Coloplast war damals per Zufall meine erste Wahl und ich bin ja eigentlich auch sehr zufrieden, aber warum soll ich nicht noch zufriedener (neuer Komparativ
) werden? Ich werde mir im April tatsächlich weitere Exemplare bestellen und dann möglicherweise meinen Ferrari in der Garage parken.
Und mir geht es so wie dir: ohne Dessie ist es wirklich sehr viel unkomplizierter (wir bekommen bestimmt Haue, weil: laut Lehrbuch MUSS Dessie ja sein).
- Spiegel: ich habe gestern ein neues Modell erhalten.
Heißt BRIGHT und kommt aus den Niederlanden.
Mit 52 € nicht so ganz günstig, aber super toll für unter die Klobrille. Und das Highlight: das eingebaute LED-Lämpchen
schafft es tatsächlich, etwas über 30 cm weit zu leuchten!!!
Gut, zum oben Drauflegen nicht geeignet, aber sonst großartig.
Du empfiehlst eine Antirutschmatte - ist das echt zuverlässig? Ich habe es ja mit Saugnupties versucht und das hielt noch
schlechter als null..
Deinen "Fingerspiegel" finde ich irre lustig, kann mir das aber absolut nicht vorstellen.
Tja, und abschließend muss ich feststellen, dass wir hier inhaltlich vom übergeordneten Thema wieder einmal teilweise schön abgedriftet sind.
Aber es war wieder sooooooo toll, von dir zu lesen, ebenso die Infos von Michael!
Happy Petra verabschiedet sich jetzt erstmal in Richtung kuscheliges Bett!
Bis demnächst mal wieder...
Hab eine gute Nacht und ein hoffentlich "Ablassmengen-entspanntes" Wochenende!
Petra
Das wird eine Doppelantwort...
... erstmal, weil es schneller geht, zu deinem neuesten Chat und deinem Spaziergang...
Was für eine absoluter Wahnsinn!!! Wenn man diese Mengen im Becher sieht, kann man es krass gar nicht fassen, wo das vorher alles IN dir "gelagert" wurde. Und dann wieder die Gedanken: oh man, ich habe natürlich wieder nichts gemerkt und diese großen Mengen sind ja auch nicht wirklich gut...
Und dann: du dokumentierst echt alles in einer App??? Hihihi...genau, die totale Anti-Logik wird von dir überwacht.
Ich merke mir Trink- und Ablassmengen immer so für drei Tage im Kopf und erkläre mir immer wieder, dass es keine Erklärung gibt und schiebe die Zahlen dann aus meinem Gehirn...bis ich dann doch wieder anfange, mir alles zu merken...für nichts!
Matti hatte das ja schon so schön erklärt, dass unser Gehirn komplett anders denkt, als unser Körper letztendlich Flüssigkeiten verarbeitet.
... dein "älterer" Beitrag von heute Morgen:
- Katheterwahl: tatsächlich habe ich vor einer Woche ProLife entdeckt, als ich bei Google nach dem "ultimativ besten" Katheter gesucht habe. Dort musste ich meine Kontaktdaten hinterlegen und bekam innerhalb eines Tage einen Rückruf einer sehr
netten Mitarbeiterin. Als ich ihr sagte, dass ich den Luja verwende, war das Gespräch recht schnell zu Ende, denn sie sagte,
das sei schon der Ferrari und sie könne mir nichts Besseres anbieten.
Okay, wunderbar, ich bin auch wirklich zufrieden, bis auf sein Roll-weg-Verhalten und ich ihn immer in ein Glas stecken muss.
Du kannst ja easy deine Jackentasche, Bauchtasche o.ä. nutzen - genial!
Und jetzt bringst du das Thema wieder ins Spiel und du hast ja total Recht.
Coloplast war damals per Zufall meine erste Wahl und ich bin ja eigentlich auch sehr zufrieden, aber warum soll ich nicht noch zufriedener (neuer Komparativ
Und mir geht es so wie dir: ohne Dessie ist es wirklich sehr viel unkomplizierter (wir bekommen bestimmt Haue, weil: laut Lehrbuch MUSS Dessie ja sein).
- Spiegel: ich habe gestern ein neues Modell erhalten.
Heißt BRIGHT und kommt aus den Niederlanden.
Mit 52 € nicht so ganz günstig, aber super toll für unter die Klobrille. Und das Highlight: das eingebaute LED-Lämpchen
schafft es tatsächlich, etwas über 30 cm weit zu leuchten!!!
Gut, zum oben Drauflegen nicht geeignet, aber sonst großartig.
Du empfiehlst eine Antirutschmatte - ist das echt zuverlässig? Ich habe es ja mit Saugnupties versucht und das hielt noch
schlechter als null..
Deinen "Fingerspiegel" finde ich irre lustig, kann mir das aber absolut nicht vorstellen.
Tja, und abschließend muss ich feststellen, dass wir hier inhaltlich vom übergeordneten Thema wieder einmal teilweise schön abgedriftet sind.
Aber es war wieder sooooooo toll, von dir zu lesen, ebenso die Infos von Michael!
Happy Petra verabschiedet sich jetzt erstmal in Richtung kuscheliges Bett!
Bis demnächst mal wieder...
Hab eine gute Nacht und ein hoffentlich "Ablassmengen-entspanntes" Wochenende!
Petra
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- MichaelDah
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- Dank erhalten: 193
2 Monate 3 Wochen her #52941 von MichaelDah
MichaelDah antwortete auf Seit Blasenmuskellähmung und ISK Gedankenexplosionen: Trinken - Ablassen
Hallo Vallie,
Manchmal liegt die Tücke liegt wie so oft im Detail - also muss ich bei deiner Frage nach Schlaff = Atone Blase etwas weiter ausholen.
Den Begriff der atonalen Blase gibt es so eigentlich nicht. Prinzipiell gibt es eine schlaffe (hypothone) Blase, eine spastische (hypertone) Blase und ggf. auch eine Mischform davon. Letztere tritt oft bei einem inkompletten Querschnitt auf. Eine atone Blase wird zum Teil auch mit einer neuerogenen Blase gleichgesetzt - aber die ist halt nicht unbedingt nur schlaff.
An der Stelle muss ich erstmal nachfragen:
Du schreibst, du hast einen Bandscheibenvorfall auf der Höhe L5/S1. Das ist oberhalb des spinalen Miktionszentrums, das sich von S2-S4 erstreckt. Damit wäre das obere und nicht das untere motorische Neuron betroffen.
Grundsätzlich gilt:
- Läsion des oberen motorischen Neurons entspricht einem Hochdrucksystem
- Läsion des unteren motorischen Neurons entspricht einem Niederdruck-System.
Zum Niederdruck-System kann es übrigens auch durch eine chronische Überdehnung kommen. Das kann auch zu einer schlaffen Blase führen - wie sie möglicherweise Petra hat.
Hat das untere motorische Neuron bei dir wirklich auch was abbekommen oder war da nicht das andere rechts sonder das andere unten gemeint
?
Viele Grüße
Michael
Manchmal liegt die Tücke liegt wie so oft im Detail - also muss ich bei deiner Frage nach Schlaff = Atone Blase etwas weiter ausholen.
Den Begriff der atonalen Blase gibt es so eigentlich nicht. Prinzipiell gibt es eine schlaffe (hypothone) Blase, eine spastische (hypertone) Blase und ggf. auch eine Mischform davon. Letztere tritt oft bei einem inkompletten Querschnitt auf. Eine atone Blase wird zum Teil auch mit einer neuerogenen Blase gleichgesetzt - aber die ist halt nicht unbedingt nur schlaff.
An der Stelle muss ich erstmal nachfragen:
Du schreibst, du hast einen Bandscheibenvorfall auf der Höhe L5/S1. Das ist oberhalb des spinalen Miktionszentrums, das sich von S2-S4 erstreckt. Damit wäre das obere und nicht das untere motorische Neuron betroffen.
Grundsätzlich gilt:
- Läsion des oberen motorischen Neurons entspricht einem Hochdrucksystem
- Läsion des unteren motorischen Neurons entspricht einem Niederdruck-System.
Zum Niederdruck-System kann es übrigens auch durch eine chronische Überdehnung kommen. Das kann auch zu einer schlaffen Blase führen - wie sie möglicherweise Petra hat.
Hat das untere motorische Neuron bei dir wirklich auch was abbekommen oder war da nicht das andere rechts sonder das andere unten gemeint
Viele Grüße
Michael
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- Maulwurf
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Maulwurf antwortete auf Seit Blasenmuskellähmung und ISK Gedankenexplosionen: Trinken - Ablassen
Hallo, ich „kämpfe“ auch gerade mit dem Thema Blasenvolumen. Ich schreibe das in Anführungszeichen, weil es zum ersten Mal in meiner Zwölfjährigen Leidensgeschichte der Fall ist, dass ich über einen längeren Zeitraum hinweg zu viel Blasenvolumen habe. Sonst hab ich immer mit der über aktive Blase zu kämpfen gehabt. Das gefällt mir eigentlich sehr gut, aber ich weiß natürlich, dass es auf Dauer kein guter Zustand ist. Im Internet finde ich allerdings auch häufig eher die 500 ml als Richtwert, teilweise auch 4-600 ml. Ich bewege mich allerdings teilweise bei 700-800 ml und hatte auch schon mal über 900 ml.
Hintergrund ist, dass ich Anfang September einen starken Infekt hatte, danach meine Tabletten hoch gesetzt haben. Hier nehme ich jetzt eigentlich deutlich zu viel. Auf der anderen Seite habe ich keine Nebenwirkungen und zögere deswegen die Medikamente wieder zu reduzieren. Es ist einfach so schön, hier einfach mal Ruhe zu haben.
Da ich regelmäßig meine Blutwerte inkl.. der Nierenwerte kontrollieren lasse Gehe ich erst mal nicht von einem reflux aus. Bei der U Dynamik in der Vergangenheit war das auch nie ein Thema. Aber das ist ja auch logisch, da ich dort immer eher mit einer über aktive Blase zu kämpfen hatte. Jetzt versuche ich, mich selbst zu disziplinieren und ein Gefühl zu entwickeln, wann die 500 ml erreicht sind. Wie gesagt, gar nicht so einfach. Gerade wenn man bei der Arbeit in einem Gespräch ist oder anderweitig beschäftigt und man keinen starken Druck verspürt, Ist die Versuchung, groß, noch ein bisschen abzuwarten. Und schon sind es wieder 800ml…
Gruß Maulwurf
Hintergrund ist, dass ich Anfang September einen starken Infekt hatte, danach meine Tabletten hoch gesetzt haben. Hier nehme ich jetzt eigentlich deutlich zu viel. Auf der anderen Seite habe ich keine Nebenwirkungen und zögere deswegen die Medikamente wieder zu reduzieren. Es ist einfach so schön, hier einfach mal Ruhe zu haben.
Da ich regelmäßig meine Blutwerte inkl.. der Nierenwerte kontrollieren lasse Gehe ich erst mal nicht von einem reflux aus. Bei der U Dynamik in der Vergangenheit war das auch nie ein Thema. Aber das ist ja auch logisch, da ich dort immer eher mit einer über aktive Blase zu kämpfen hatte. Jetzt versuche ich, mich selbst zu disziplinieren und ein Gefühl zu entwickeln, wann die 500 ml erreicht sind. Wie gesagt, gar nicht so einfach. Gerade wenn man bei der Arbeit in einem Gespräch ist oder anderweitig beschäftigt und man keinen starken Druck verspürt, Ist die Versuchung, groß, noch ein bisschen abzuwarten. Und schon sind es wieder 800ml…
Gruß Maulwurf
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- Vallie
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Hallo Michael,
jetzt habe ich den Bericht mit Diagnose rausgeholt, um die exakte Bezeichnung zu finden.
Seltsam, ich dachte echt, es wäre der Begriff atonal gefallen, aber schlaff ist sie allemal.
Erster Kommentar in der Neuro-Urologie nach der Urodynamik: diese Blase ist platt, da tut sich nichts mehr.
Also, Diagnose aus der Querschnittsklinik:
Inkomplette Querschnittslähmung mit Cauda-Syndrom bei Bandscheibenvorfall LW5/SW1
Neurogene Blasenfunktionsstörung mit Detrusorakontraktilität bei Läsion des unteren Motoneurons
...
Ewig fiese Rückenschmerzen gehabt, irgendwann übelste Verschlimmerung, MRT-Termin war in zwei Monaten. Vor diesem kam es jedoch zur Reithosenanästhesie (krasse Erfahrung), also erst äusserlich die Lähmung wahrgenommen.
Während ich überlegt habe, zu welchem Arzt damit, fiel mir auf, dass ich keinen Harndrang mehr spüre, auch nicht mehr die Blase leeren kann. Bis ich dann nachts notfallmäßig operiert wurde, war es zu spät, wenn es das nicht eh schon war.
Ich war mir sicher, dass irgendwo atonal steht, keine Ahnung, wie ich darauf komme.
Hattest Du eigentlich eine App zum Dokumentieren, mit der Du zufrieden warst?
Ich habe verschiedene ausprobiert, über F-Droid, d.h. opensource da ich ohne Google agiere, sehe da aber noch Luft nach oben.
Linksrechtsobenuntengrüße von Valerie
jetzt habe ich den Bericht mit Diagnose rausgeholt, um die exakte Bezeichnung zu finden.
Seltsam, ich dachte echt, es wäre der Begriff atonal gefallen, aber schlaff ist sie allemal.
Erster Kommentar in der Neuro-Urologie nach der Urodynamik: diese Blase ist platt, da tut sich nichts mehr.
Also, Diagnose aus der Querschnittsklinik:
Inkomplette Querschnittslähmung mit Cauda-Syndrom bei Bandscheibenvorfall LW5/SW1
Neurogene Blasenfunktionsstörung mit Detrusorakontraktilität bei Läsion des unteren Motoneurons
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Ewig fiese Rückenschmerzen gehabt, irgendwann übelste Verschlimmerung, MRT-Termin war in zwei Monaten. Vor diesem kam es jedoch zur Reithosenanästhesie (krasse Erfahrung), also erst äusserlich die Lähmung wahrgenommen.
Während ich überlegt habe, zu welchem Arzt damit, fiel mir auf, dass ich keinen Harndrang mehr spüre, auch nicht mehr die Blase leeren kann. Bis ich dann nachts notfallmäßig operiert wurde, war es zu spät, wenn es das nicht eh schon war.
Ich war mir sicher, dass irgendwo atonal steht, keine Ahnung, wie ich darauf komme.
Hattest Du eigentlich eine App zum Dokumentieren, mit der Du zufrieden warst?
Ich habe verschiedene ausprobiert, über F-Droid, d.h. opensource da ich ohne Google agiere, sehe da aber noch Luft nach oben.
Linksrechtsobenuntengrüße von Valerie
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- Vallie
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2 Monate 3 Wochen her #52944 von Vallie
Vallie antwortete auf Seit Blasenmuskellähmung und ISK Gedankenexplosionen: Trinken - Ablassen
Liebe Petra,
mir ist etwas schwummerig, dass Du Dir für drei Tage alles merken kannst. Ehrlicherweise brauche ich die App vor allem, um nachzuschauen, ob ich vor zwei, drei oder fünf Stunden kathetisiert habe und zu wissen, wann wieder Zeit ist. Und ob insgesamt die Frequenz hoch genug ist. Ojeoje, und nein, ich bin nicht älter, sondern jünger als Du.
Ich sehe Dich vor meinem inneren Auge durchs Haus hüpfen, dabei „hurra, jetzt ist es bald soweit, ich darf zu meinen kids" trällern, deshalb jetzt auch erstmal nix mehr zu ISK.
Ich wünsche Dir ein wunderschönes Wochenende,
Valerie
mir ist etwas schwummerig, dass Du Dir für drei Tage alles merken kannst. Ehrlicherweise brauche ich die App vor allem, um nachzuschauen, ob ich vor zwei, drei oder fünf Stunden kathetisiert habe und zu wissen, wann wieder Zeit ist. Und ob insgesamt die Frequenz hoch genug ist. Ojeoje, und nein, ich bin nicht älter, sondern jünger als Du.
Ich sehe Dich vor meinem inneren Auge durchs Haus hüpfen, dabei „hurra, jetzt ist es bald soweit, ich darf zu meinen kids" trällern, deshalb jetzt auch erstmal nix mehr zu ISK.
Ich wünsche Dir ein wunderschönes Wochenende,
Valerie
Folgende Benutzer bedankten sich: Petra 69
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- MichaelDah
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2 Monate 3 Wochen her #52945 von MichaelDah
MichaelDah antwortete auf Seit Blasenmuskellähmung und ISK Gedankenexplosionen: Trinken - Ablassen
Hallo Vallie,
verstehe - tut mir ja leid - dann hat das untere Neuron wahrscheinlich auch was abbekommen. Das würde dann auch die Belastungsinkontinenz erklären, den bei subsakralen Schäden ist oft nicht nur der Detrusor sonder auch der Sphinkter „platt“.
Bei mir ist auch L4 und L5 mit S1 betroffen plus Bandscheiben der Halswirbelsäule aber ohne Cauda und Querschitt. Ist bei mir vermutlich eine blöde Kombination aus diabetischer Blase und irgend einer komischen Störung im ZNS. Ob die tatsächlich von den Bandscheibenvorfällen kommt ist nicht wirklich klar. Wie auch immer, das mit den fiesen schmerzen war bei mir auch so und ich konnte eine Zeit lang nicht richtig laufen. Das ist aber mit Reha und Sport bis auf eine immer wiederkehrende Fußheberschwäche und tauben stellen an Beinen und Füßen deutlich besser geworden.
Zu der App… Erst hatte ich nur eine Excel Tabelle, das war blöd kompliziert. Dann hatte alle möglichen Apps ausprobiert - fand aber nichts wirklich überzeugend weil immer irgendwas gefehlt hat oder sie unmöglich zu bedienen wahren. Mit am besten fand ich noch die App von Seni - aber die ist leider speziell auf deren Produkte zugeschnitten. Am Ende hab ich mir dann mit Ninox (Datenbanksystem für Apple) was selber gebaut. Eine zeitlang bin ich sogar mit einer kleinen Kofferwaage rumgelaufen um die Vorlagen zu wiegen… Ist schon echt ein schräg was man so alles macht nur um da vielleicht doch noch ein Weg zu finden wenigstens die Hilfsmittel wieder los zu werden… Das war anfangs sowieso noch ein extra Problem weil das Zeug bei mir nicht gescheit funktioniert hat.
Das mit dem reminder hatte ich auch versucht - allerdings nicht für ISK sondern zum Blase leeren. Ich hatte mir einfach mehrere Wecker auf dem Handy gestellt. War bei mir leider auch nicht von Erfolg gekrönt - sondern eigentlich nur frustrierend… Ich bin vor dem Klo rumgehopst, hab den Wasserhahn aufgedreht, versucht triggerpunkte zu finden… irgendwann ist dann meistens auch was gekommen - nur leider nicht alles. Der Rest war dann 5 Minuten später in der Vorlage…
Wie auch immer ich will den Thread hier nicht entern
Petra kriegt das ja bewundernswerter weise auch so hin 
VG und ein vorweihnachtliches WE
Michael
verstehe - tut mir ja leid - dann hat das untere Neuron wahrscheinlich auch was abbekommen. Das würde dann auch die Belastungsinkontinenz erklären, den bei subsakralen Schäden ist oft nicht nur der Detrusor sonder auch der Sphinkter „platt“.
Bei mir ist auch L4 und L5 mit S1 betroffen plus Bandscheiben der Halswirbelsäule aber ohne Cauda und Querschitt. Ist bei mir vermutlich eine blöde Kombination aus diabetischer Blase und irgend einer komischen Störung im ZNS. Ob die tatsächlich von den Bandscheibenvorfällen kommt ist nicht wirklich klar. Wie auch immer, das mit den fiesen schmerzen war bei mir auch so und ich konnte eine Zeit lang nicht richtig laufen. Das ist aber mit Reha und Sport bis auf eine immer wiederkehrende Fußheberschwäche und tauben stellen an Beinen und Füßen deutlich besser geworden.
Zu der App… Erst hatte ich nur eine Excel Tabelle, das war blöd kompliziert. Dann hatte alle möglichen Apps ausprobiert - fand aber nichts wirklich überzeugend weil immer irgendwas gefehlt hat oder sie unmöglich zu bedienen wahren. Mit am besten fand ich noch die App von Seni - aber die ist leider speziell auf deren Produkte zugeschnitten. Am Ende hab ich mir dann mit Ninox (Datenbanksystem für Apple) was selber gebaut. Eine zeitlang bin ich sogar mit einer kleinen Kofferwaage rumgelaufen um die Vorlagen zu wiegen… Ist schon echt ein schräg was man so alles macht nur um da vielleicht doch noch ein Weg zu finden wenigstens die Hilfsmittel wieder los zu werden… Das war anfangs sowieso noch ein extra Problem weil das Zeug bei mir nicht gescheit funktioniert hat.
Das mit dem reminder hatte ich auch versucht - allerdings nicht für ISK sondern zum Blase leeren. Ich hatte mir einfach mehrere Wecker auf dem Handy gestellt. War bei mir leider auch nicht von Erfolg gekrönt - sondern eigentlich nur frustrierend… Ich bin vor dem Klo rumgehopst, hab den Wasserhahn aufgedreht, versucht triggerpunkte zu finden… irgendwann ist dann meistens auch was gekommen - nur leider nicht alles. Der Rest war dann 5 Minuten später in der Vorlage…
Wie auch immer ich will den Thread hier nicht entern
VG und ein vorweihnachtliches WE
Michael
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- Petra 69
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Autor - Vereinsmitglied
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2 Monate 3 Wochen her #52948 von Petra 69
Petra 69 antwortete auf Seit Blasenmuskellähmung und ISK Gedankenexplosionen: Trinken - Ablassen
Hallo Maulwurf!
Ja, auf der Arbeit kann ich mir so gut vorstellen, dass das für dich nicht so einfach ist.
Bei dir gibt es sicherlich keinen geregelten Ablauf, wie bei mir.
Ich starte ja zum ersten Mal am 3. Dezember wieder mit dem Arbeiten und bin tatsächlich mega gespannt,
ob ich die Pausen dann auch wirklich gut nutzen kann, um auf meinem "Extra-nur-für-Petra-Klo" in regelmäßigen Abständen ablassen zu können.
Es gibt ja auch bei mir einige "Hindernisse" in Form von Schülern, die dich in der Pause gerne total festquatschen mit ihrem Liebeskummer, Mobbing, den kranken Haustieren, Stress mit Eltern...
Und ebenso, wie du dich aus deinen Meetings und Gesprächen ja nicht einfach mal so ausklinken kannst, werde ich mit Sicherheit meinem "Chaos- Kuschelkids- Haufen" auch nicht den Rücken zukehren um aufs Klo zu rennen.
Und dann werde ich, ebenso wie du oder auch Valerie und viele andere Betroffene hier im Chat, Schockerlebnisse aufgrund der Ablassmenge haben.
Ich hoffe für uns alle, dass die Blase das erträglich wuppen kann und die Nieren wirklich außen vor bleiben.
Das hat Michael ja hervorragend erklärt, unter welchen Konditionen das zu einem Risiko werden könnte.
Und schon läuten wieder alle Alarmglocken im Kopf und man ärgert sich über sich selber, dass man nicht doch früher zum Ablassen gekommen ist.
So, jetzt mal auf andere Gedanken kommen und den ersten Advent einläuten!
Liebe Grüße
Petra
Ja, auf der Arbeit kann ich mir so gut vorstellen, dass das für dich nicht so einfach ist.
Bei dir gibt es sicherlich keinen geregelten Ablauf, wie bei mir.
Ich starte ja zum ersten Mal am 3. Dezember wieder mit dem Arbeiten und bin tatsächlich mega gespannt,
ob ich die Pausen dann auch wirklich gut nutzen kann, um auf meinem "Extra-nur-für-Petra-Klo" in regelmäßigen Abständen ablassen zu können.
Es gibt ja auch bei mir einige "Hindernisse" in Form von Schülern, die dich in der Pause gerne total festquatschen mit ihrem Liebeskummer, Mobbing, den kranken Haustieren, Stress mit Eltern...
Und ebenso, wie du dich aus deinen Meetings und Gesprächen ja nicht einfach mal so ausklinken kannst, werde ich mit Sicherheit meinem "Chaos- Kuschelkids- Haufen" auch nicht den Rücken zukehren um aufs Klo zu rennen.
Und dann werde ich, ebenso wie du oder auch Valerie und viele andere Betroffene hier im Chat, Schockerlebnisse aufgrund der Ablassmenge haben.
Ich hoffe für uns alle, dass die Blase das erträglich wuppen kann und die Nieren wirklich außen vor bleiben.
Das hat Michael ja hervorragend erklärt, unter welchen Konditionen das zu einem Risiko werden könnte.
Und schon läuten wieder alle Alarmglocken im Kopf und man ärgert sich über sich selber, dass man nicht doch früher zum Ablassen gekommen ist.
So, jetzt mal auf andere Gedanken kommen und den ersten Advent einläuten!
Liebe Grüße
Petra
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