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Neu hier Harninkontinenz

27 Nov 2023 12:26 #1 von Petra
Hallo an alle,

ich habe mich heute hier angemeldet, weil ich ziemlich zu kämpfen habe. Seit ca einem Jahr bemerke ich Harninkontinenz bei mir. Bisher nur wenige Tropfen täglich, gestern war es aber für meine Verhältnisse ziemlich viel. Ich bin weiblich, 47 und übergewichtig.

Was hab ich bisher gemacht: Zweimal sechs Einheiten Physiotherapie, beim zweiten Mal bei einer Beckenbodenspezialistin. Die Übungen, die sie mir empfohlen hat, mache ich alle zwei Tage seit Mitte Juli sehr konsequent. Ich war bei einer Frauenärztin, die auf Inkontinenz spezialisiert ist. Sie hat mich untersucht und konnte keine Senkung der Organe feststellen. Sie meint auch,wenn ich huste, verliere ich keinen Urin. Ich merke auch nicht, wenn Urin abgeht, nur dann, wenn die Unterhose nass ist. Sie meinte, ich soll Beckenbodengymnastik machen und hat mich wieder gehen lassen.

Weil es gestern so schlimm war, bin ich gerade in einem ziemlichen Loch und kann mich nur mühsam auf andere Sachen konzentrieren. Warum hilft die Beckenbodengymnastik nicht? Ich habe einen Termin in einem Beckenbodenzentrum aber erst in vier Monaten.
Ich habe soooo Angst, dass es schnell schlimmer wird und mir dann keiner helfen kann. Man liest öfter, dass sich Frauen nicht mit Inkontinenz abfinden müssen, aber warum sind dann die Regale in den Supermärkten mit den Einlagen immer leergekauft?

Ich hoffe auf ein bisschen Zuspruch und Tipps was ich noch machen kann.

Viele Grüsse
Petra

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27 Nov 2023 14:27 #2 von MichaelDah
Hallo Petra,

willkommen hier im Forum. Mit Inkontinenz muss sich erstmal niemand abfinden und in sehr vielen Fällen kann geholfen werden. Ich denke mal du hast bislang alles richtig gemacht. Nach zwei mal sechs Einheiten PT darfst du keine Wunder erwarten. Im Prinzip ist die PT nur gut um die richtigen Übungen zu lernen, die du dann regelmäßig am besten mehrmals täglich durchführst. Es klingt jetzt vielleicht hart - aber das wirst du vermutlich sehr lange machen müssen.

Am Ende trainierst du Muskeln. Wenn du noch nie einen Maraton gelaufen bist, wirst du das kaum nach 8 Wochen training schaffen. Wenn du es dann vielleicht nach einem Jahr geschafft hast den Maraton erfolgreich zulaufen und dann ein halbes Jahr Pause machst fängst du mit dem Training wieder ganz von vorne an.

Man braucht da wirklich viel Geduld und muss vor allem Dingen das Training wirklich regelmäßig durchhalten. Wenn da Pausen drin sind kommst du nicht weiter. Die Idee sich bei einem Beckenbodenzentrum vorzustellen ist sehr gut, denn zum einen steht dort eine andere Diagnostik zur Verfügung und zum anderen sind das wirklich Spezialisten. Auch spezialisierte Frauenärzte sind keine Urologen. Urologen sind übrigens für beide Geschlechter (nicht nur Männer) zuständig und es gibt auch weibliche Urologinnen :-) - die können oft besser helfen als die Frauenärztin.

Zum Thema Tipps: Übergewicht ist natürlich ein Risikofaktor für Inkontinenz - genau wie z.B. Diabetes. In beiden Fällen hilft u.a. Bewegung. Man muss jetzt nicht gleich der Supersportler werden, aber z.B. eine halbe Stunde walken ist besser als 10 Minuten Beckenbodentrainig. Das trainiert automatisch den Beckenboden mit und ist vom Ansatz ganzheitlicher. Sonst ist das ganze auch eine simple Sache der Physik: Je mehr Druck von oben auf die Blase drückt desto höher ist die dynamische Last die der Schließmuskel kompensieren muss. Wenn es also irgendwie möglich ist wenigstens etwas abzunehmen sollte man das versuchen.

In der Gruppe geht das mit dem Sport oft besser als alleine - vielleicht findest du bei dir in der Nähe ja Leute mit denen du zusammen walken - oder auch erstmal nur Wander o.ä. kannst. Irgendwie muss man halt etwas finde das einem Spaß macht - sonst hält man das für gewöhnlich nicht all zu lange durch. Das durchhalten ist aber genau der Schlüssel zum Erfolg. Eine Diät ohne Bewegung funktioniert eigentlich nie Bewegung ohne Diät aber manchmal schon. Am Ende geht es halt immer darum wie viel Energie man am Tag verbrennen kann und da hilft nur das Bewegen der großen Muskel - denn die verbrennen am meisten :-)

Das mit dem bewegen ist zwar gerade bei einer Belastungsinkontinenz so eine Sache aber es nicht zu tuen setzt da eher die Spirale nach unten in Gang. Von daher wirst du es am Anfang wohl nur mit Hilfsmittel kompensieren können - aber ich denke schon, das es besser wird wenn du wirklich regelmäßig trainierst.

Sonst gibt es auch noch die Möglichkeit das mit Medikamenten anzugehen - allerdings ist aus meiner Sicht die Bewegungsvariante die deutlich bessere und auf lange Sicht auch die effektivere.

Ich drück dir die Daumen das du das hin bekommst!

viele Grüße
Michael

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27 Nov 2023 20:21 #3 von Petra
Lieber Michael, vielen Dank für Deinen Zuspruch. Es tut gut, sich auszutauschen.

Ich mache jeden zweiten Tag Beckenbodengymnastik und die anderen Tage setze ich mich auf den Hometrainer, für jeweils eine halbe Stunde. Ich mache das wie gesagt seit Mitte Juli sehr konsequent. Ich habe gelesen, dass man nach drei Monaten eine Verbesserung merkt. Vielleicht ist diese Info ja falsch. Dann gäbe es ja noch Hoffnung, wenn ich weiter dran bliebe. :)

Ich weiss, dass Abnehmen hilfreich wäre, aber es ist nicht einfach.

Der Tipp mit dem Urologen ist gut, vielleicht bekomme ich ja dort schneller einen Termin als im BBZ.

Ich habe überlegt, nochmal zur PT zu gehen, um vielleicht weitere Übungen zu erlernen und die richtige Ausführung der bisher durchgeführten Übungen zu kontrollieren.

Ich habe im Forum gestöbert und von Menschen mit viel schlimmeren Beschwerden gelesen. Und trotzdem konnte ich viel Optimismus und auch positiven Pragmatismus herauslesen. Das macht mir Mut, ich bleibe dran und gebe nicht auf,

Petra

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27 Nov 2023 22:12 #4 von MichaelDah
Hallo Petra,

das mit den 3 Monaten und dem besser werden ist so ein wenig Glaskugel gucken. Wenn du das seit Juni regelmäßig täglich machst sollte sich da prinzipiell schon etwas was gebessert haben. Der Punkt ist halt regelmäßig und täglich… Ich kenne aber auch Leute die ein Jahr gebraucht haben. Wenn du das Gefühl hast, das du vielleicht nicht richtig trainierst kannst du dir auch einen Gerät zum trainieren verschreiben lassen (Beckenboden Trainer) - am besten eines das auch eStim kann. Das geht normaler weise für drei Monate und wenn es funktioniert kann es nochmal für drei weitere Monate verlängert werden.

Das hat gleich einen mehrfachen Effekt: Zum einen siehst du am Gerät ob du besser wirst und wenn es auch stimmuliert merkst du den Muskel den du trainieren musst. Darüber hinaus werden die Übungen im Gerät gespeichert und nach den 3 Monaten vom Arzt ausgelesen. Damit kann man dann nicht nur sehen ob sich etwas objektiv verbessert hat, sondern auch wie regelmäßig du trainiert hast. Das ist dann möglicherweise noch mal ein extra ansporn.

Ob es sich das mit der PT nochmal lohnt weiß ich nicht. Es gibt nun auch nicht so super viele Übungen. Die wichtigen sind halt die, die sich in den Alltag einbauen lassen und die nicht nur Zuhause sondern auch im Büro und an der Bushaltestelle oder beim Treppensteigen funktionieren. Hier ist es tatsächlich mal so das viel - viel hilft. Wenn man das nur einmal am Tag 10 Minuten macht kommt kommt oft nicht so viel bei raus.

Das mit der Urologin kannst du sicher auch parallel versuchen. Möglicher weise kann die das Gerät auch verschieben. Eine andere Überlegung währe es mal mit Duloxetin zu versuchen. Das musst du aber mit der Urologin besprechen weil die Nebenwirkungen von dem Zeug auch nicht ganz ohne sein können.

Liebe Grüße
Michael

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