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Partnerschaft und Inkontinenz - Last oder doch eher Lust?

28 Sep 2007 13:05 #1 von Nici
Aus Mangel an Erfahrung weiß ich nicht, ob die Rubrik halbwegs passend ist - sollte dies nicht der Fall sein, bitte ich einen der Moderatoren das zu ändern.

Ich möchte an dieser Stelle einen kleinen Erfahrungstausch anregen. Wie läuft das so in Partnerschaften in denen ein Partner inkontinent ist, oder gar beide? Wie erlebt man das "Outing" und welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

Und ich selbst will was Erfahrungen betrifft gleich mal den Anfang machen:
Ich lebe seit über 1,5 Jahren in einer absolut glücklichen Beziehung mit einem Mann, der Kontinenzprobleme hat (genaueres möchte ich hier aus Diskretionsgründen nicht schreiben, da es nicht um mich selbst geht).
Ich wusste von Anfang an bescheid und retrospektiv betrachtet denke ich, dass genau diese Offenheit auch mir den Umgang mit dem Thema erleichtert hat. Zudem war durch die Preisgabe dieser an sich eher geheimen Tatsache auch gleich ein ganz besonderes Vertrauensverhältnis vorhanden, wobei ich auch denke, dass ich schon aufgrund meines beruflichen Hintergrundes auch schon viel an Berührungsangst und Vorurteilen losgeworden bin.

Um nun abschließend die Frage aus der Überschrift zu beantworten: Ich sehe es keineswegs als Last, sondern habe ganz im Gegenteil das Gefühl, dass die Beziehung sehr intensiv erlet werden darf.

So, nun bin ich ganz gespannt auf andere Erfahrungen - aus Erzählungen weiß ich ja, dass es auch ganz anders laufen kann.

Liebe Grüße an alle
Nici

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28 Sep 2007 15:10 #2 von eckhard11
Mahlzeit, nici,

nun ja, als ich durch einen Blasenkrebs inko wurde, war das für uns überhaupt kein Thema.

Es mag sich etwas merkwürdig anhören, aber in den 36 Jahren, die mein geliebtes Eheweib und ich zu der Zeit verheiratet waren,
haben wir schlimmere Sachen durchgemacht als diese Erkrankung und deren Folgen.

Nun bin ich wieder gesund, als Folge ist nur die Inko geblieben.
Aber damit kann ich leben, vor allem auch deshalb, weil ich weiss, wodurch meine Inko enstanden ist.
Ich bin ergo viel, viel besser dran als jemand, dessen Inko durch unfähige Urologen auf eine psychische oder neurologische Schiene
geschoben wird......

Gruss
Eckhard

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28 Sep 2007 15:31 #3 von Chris
Hallo Nici,

was das Thema angeht - ich denke, das werden die User unter der Überschrift hier finden - was soll's also.

Zu deiner Frage - oder besser Anregung zur Diskussion - ich bin seit einem Verkehsunfall im Jahre 2001 voll inko und meine damalige Partnerin hat die Entwicklung mehr oder weniger live miterlebt. Somit war das mit dem "Outing" gar keine Frage. Dann ging diese Beziehung aus ganz anderen Gründen auseinander und ich hatte mich schon auf erhebliche Schwierigkeiten bei der Partnersuche eingestellt - bzw. damit abgefunden, dass in dieser Hinsicht erst einmal nichts passieren würde.

Nach ein paar Wochen lernte ich dann eine junge Frau kennen und wir kamen uns bald näher. Heute bin ich froh, dass ich aus dem Bauch heraus gleich offen mitgeteilt habe, wo meine Einschränkungen liegen. Somit ergab sich gar nicht erst eine Situation, in der ich irgend etwas geheim halten mußte.

Unserer Beziehung hat das ausgesprochen gut getan. So war von Anfang an ein besonderes Vertrauensverhältnis da und meine inko hat keine wirkliche Beeinträchtigung gebracht. Selbst die Stuhlinko, die sich "natürlich" in den ungünstigsten Momenten bemerkbar macht hat nicht wirklich einen Einfluss auf unser Zusammensein.

Seit gut einem Jahr sind wir nun glücklich verheiratet.

In diesem Sinne - allen Betroffenen einen gute Beziehung und traut euch!!

Chris

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28 Sep 2007 17:53 #4 von Nici

Chris schrieb: In diesem Sinne - allen Betroffenen einen gute Beziehung und traut euch!!


Da kann ich mich nur anschließen und schöner hätte auch ich es nicht sagen können. Ich denke allein das Wissen, dass man trotz seiner Beeinträchtigung noch geliebt und begehrt wird macht sehr vieles leichter zu ertragen.

Vielen Dank vorerst für die Erfahrungsberichte.

Greets
Nici

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